Inhaltsverzeichnis
1. Lernbedingungsanalyse 3
2. Individualisierte Maßnahmen 4
2.1 Angaben zum Arbeits- und Sozialverhalten 4
2.2 Lernvoraussetzung im Bezug auf die Methode „Experimentieren“ 6
3. Darstellung des Unterrichtsvorhabens 7
3.1 Darstellung des Unterrichtsvorhabens 7
3.2 Ausführlicher Stundenentwurf 9
3.2.1 Didaktische Überlegungen 9
3.2.2 Analyse der Kompetenzbereiche 11
3.2.3 Zusammenführung in Handlungen 13
3.2.4 Kompetenzraster 14
4. Reflexion 16
Literatur 17
Anhang 19
I Sitzplan 19
II Verlaufspläne 20
II a) Löslichkeit 20
II b) Schwimmen und Sinken 23
II c) Wie können wir Schmutzwasser reinigen? 25
III Einführung zur Stunde „Wie können wir Schmutzwasser reinigen?“ 28
IV Arbeitsanweisungen 28
V Aufgabenblätter 29
VI Plakate 33
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1. Lernbedingungsanalyse
Allgemeine Informationen zur Schule
Die Praktikumsschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen ist eine einzügige Schule und verfügt über einen Gebäudekomplex, in dem insgesamt 140 Schüler zwischen sechs und sechzehn Jahren von 13 Lehrern und einer Lehramtsanwärterin unterrichtet werden. 1
Allgemeine Angaben zur Klasse
Die jahrgangsübergreifende Klasse (3-4 Klasse) wird von insgesamt 13 Schülern besucht. Davon sind drei Mädchen und zehn Jungen im Alter zwischen acht und zehn Jahren. Allerdings besteht diese Zusammensetzung erst seit kurzem, da drei Schüler neu in die Klassengemeinschaft gekommen sind. Neben dem Klassenlehrer gibt es keine weiteren Fachlehrer. Drei der Schüler haben einen Migrationshintergrund, jedoch fiel diese Tatsache im Unterricht nur bei einem Kind im Bezug auf die Sprachkenntnisse auf.
Die Schüler sitzen an Einzel- bzw. Zweiertischen die frontal in keiner erkennbaren Struktur zur Tafel ausgerichtet sind. 2 Da eine sehr große Heterogenität in der Klasse herrscht, wird der Unterricht, in fast allen Stunden für jedes Kind individuell gestaltet, d.h. der Lehrer stellt für alle Kinder individuelle Förderpläne auf, so „dass nicht jeder Schüler auf dem gleichen Weg und zur gleichen Zeit das gleiche Ziel erreichen muss“ 3 .
In der Klasse wird mit einem Tagesplan gearbeitet, um die Schüler auf den Tag vorzubereiten und um ein wenig mehr Ruhe in das Klassengeschehen zu bekommen. Dieser wird zu Beginn des Tages an die Tafel geschrieben. Für die Kennzeichnung der einzelnen Fächer wird mit Symbolen gearbeitet (z.B. Rechenmauern für Mathematik). Eine Besonderheit ist, dass die Schüler keinen festen Stundenplan haben, so dass der Tag beliebig gestaltet werden kann. Darüber hinaus wird mit den Schülern meistens in einem 90 Minuten Takt gearbeitet. Während meiner Praxisphase wurde der Unterricht hauptsächlich lehrerzentriert durchgeführt. Die Kinder arbeiteten häufig in Einzelarbeit, welches nach Aussagen der Lehrkraft auf die große Heterogenität und die neue Klassensituation zurückzuführen ist. Des Weiteren sind die Schüler mit dem Stuhlkreis vertraut, der jeden Montag gemacht wird, um über das Wochenende zu sprechen. Andere Unterrichtsmethoden haben die Schüler bisher noch nicht kennen gelernt.
Das Klassenzimmer befindet sich im ersten Stockwerk. An der rechten und linken Seite des Raumes sind große Fensterfronten; dadurch ist er zwar sehr hell, aber bei Sonnenschein oft hohen Temperaturen ausgesetzt. Im hinteren Bereich des großzügigen Klassenraums befin- 1 Umden Lesefluss nicht zu hemmen, soll durchgehend das männliche Genus verwendet werden. Gemeint sind
aber in diesen Fällen beide Geschlechter.
2 vgl. Anhang I: Sitzplan
3 Eberwein 2002, S.509f.
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det sich eine gemütliche Sitzecke, in die sich die Kinder bei Bedarf zurück ziehen können. Darüber hinaus gibt es viele Regale, in denen Unterrichts- und Arbeitsmaterialien aufbewahrt werden. Beispielsweise befinden sich dort Rechenhilfen wie der Abakus, die sich die Kinder bei Bedarf selbstständig holen können. Des Weiteren ist nebenan ein Förderraum, der mit einem Computer ausgestattet und bei Gruppenarbeiten mit benutzt werden kann. Durch die gebastelten Plakate sowie Poster zu den einzelnen Themeninhalten (im Bereich Sachunterricht bspw. das Lernplakat über verschiedene Tierarten) wird eine gemütliche Atmosphäre geschaffen, in der es sich gut lernen lässt. Um eine angemessene Lautstärke und ein positives Arbeitsverhalten zu erreichen, befindet sich eine gebastelte Ampel im Klassenraum. Werden einzelne Kinder zu laut, werden ihre Namensschilder von grün auf orange bzw. rot geheftet und die Kinder erhalten zusätzliche Aufgaben, wie z.B. die Klasse fegen.
2. Individualisierte Maßnahmen
Aufgrund organisatorischer Maßnahmen konnten die Schüler nur viermal vor der Unterrichtsdurchführung beobachtet werden, so dass eine umfassendere Darstellung hier nicht möglich ist.
2.1 Angaben zum Arbeits- und Sozialverhalten
Insbesondere gegenüber naturwissenschaftlichen Inhalten zeigen sich die Schüler aufgeschlossen und motiviert. Da die Schüler bisher jedoch nur sehr wenig in offenen, handlungs-orientierten und kommunikativen Arbeitsformen gearbeitet und hauptsächlich Einzelarbeit kennengelernt haben, ist die Lerngruppe hierbei noch sehr laut und unruhig. Die Möglichkeit, selbstständig handelnd neue Erkenntnisse zu sammeln, ist für die Schüler jedoch sehr motivierend. Die Arbeitsaufträge müssen den Schülern genau erläutert und visualisiert werden. Hierzu ist es hilfreich, wenn ein lesestarker Schüler in jeder Gruppe ist, da die Arbeitsanweisungen zusätzlich an der Tafel notiert werden sollen und so bei Bedarf immer wieder nachgelesen werden können. Auch bei den Aufgabenblättern sollten die Lese- und Schreibanteile möglichst niedrig gehalten und visuelle Hilfen gegeben werden, weil viele Schüler in diesen Bereichen noch große Schwierigkeiten zeigen. Des Weiteren ist es notwendig die Arbeitsblätter möglichst übersichtlich und kindgerecht zu gestalten, um ihnen so das Bearbeiten der Arbeitsblätter zu erleichtern und die Schüler zusätzlich zu motivieren. Zusätzlich sollte auch die Aufgabenstellung möglichst kurz und klar formuliert werden. Sozialformen wie die Gruppenarbeit kennen die Kinder zwar, diese wird aber häufig nur für den Kunstunterricht eingesetzt, so dass die Regeln im Hinblick auf die Unterrichtsdurchführung für die Gruppenarbeit mit den Kindern noch einmal erarbeitet bzw. wiederholt werden sollten. In dieser Situation werden auch Rituale wie die Triangel genutzt, um den Schülern das Ende einer Arbeitsphase
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anzukündigen. Das Sozial- und Kommunikationsverhalten innerhalb der Klasse ist als problematisch einzuschätzen, da die Schüler noch nicht gelernt haben kooperativ und unterstützend miteinander zu arbeiten. Besonders für die neuen Schüler ist es schwierig sich in das bereits bestehende Klassengefüge einzubringen. Es gab immer wieder Konflikte zwischen einigen Schülern, die im Unterricht mithilfe von Konfliktgesprächen geklärt werden mussten.
Wie in jeder anderen Klasse ist auch hier das Arbeits- und Sozialverhalten sowie das Interesse am Fach Sachunterricht bei einzelnen Kindern unterschiedlich ausgeprägt: Aufgrund des Umfangs der Arbeit werden an dieser Stelle nur drei Schüler exemplarisch beschrieben und die sich daraus ergebenden differenzierten Maßnahmen der Unterrichtsdurchführung festgelegt.
Samuel ist ein zehnjähriger Schüler mit türkischem Hintergrund. 4 Er bringt sich wenig in Unterrichtsgespräche ein, allerdings ist nicht mit Sicherheit zu klären, ob diese Zurückhaltung mit seiner Schüchternheit oder mit der Einschränkung im sprachlichen Bereich zu begründen ist, da er zu Hause nur türkisch spricht. Im Unterricht war zu beobachten, dass er nicht gerne liest und schreibt. Wenn er etwas geschrieben hat, war es notwendig ihm die Wörter vorzuschreiben. Nach Aussagen der Lehrkraft hat er eine diagnostizierte Hörverarbeitungsstörung. Im Hinblick auf die Unterrichtsdurchführung muss daher darauf geachtet werden, dass der Lese- und Schreibanteil der Aufgabenblätter möglichst niedrig gehalten werden sollte und visuelle Hilfen gegeben werden müssen. Da er eher ein leistungsschwächerer Schüler ist, sollte bei der Gruppenarbeit darauf geachtet werden, dass Samuel mit einem leistungsstärkeren Schüler zusammenarbeitet, der ein gutes Kommunikations- und Sozialverhalten aufweist und ihn somit unterstützen kann. Darüber hinaus sollten ihm die Arbeitsaufträge genau erklärt werden.
Robert ist zehn Jahre alt und erst seit einem Monat in der Förderschule. Davor besuchte er die Grundschule. Robert ist einer der leistungsstärksten Schüler in der Klasse. Seine Bereitschaft sich sachdienlich mit mündlichen Beiträgen zu äußern, hängt allerdings von seiner Motivationslage ab. Er kann jedoch Zusammenhänge erschließen und Schlussfolgerungen ziehen. Seine Probleme liegen überwiegend im Sozialverhalten. Für ihn ist es z.B. schwierig Klassenregeln einzuhalten. Ebenso zeigt er oft ein provokantes Verhalten gegenüber der Lehrkraft oder den Mitschülern, weshalb er häufig von seinen Mitschülern gemieden wird. Darüber hinaus fühlt er sich schnell von anderen angegriffen und reagiert mit verbalen Attacken. Insbesondere bei der Arbeit in Gruppen sollte daher berücksichtigt werden, dass er einen starken Gruppenpartner bekommt.
4 Alle Namen sind in dieser Arbeit verändert und frei ausgedacht, um die Anonymität zu gewährleisten.
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Patrick ist neun Jahre alt und seit zwei Wochen in dieser Klasse. Seine familiäre Situation ist sehr problematisch, da seine leibliche Mutter alkoholabhängig ist und sein Vater eine Haftstrafe im Gefängnis verbüßt. Patrick war lange Zeit im Heim und ist seit einem Jahr in einer Pflegefamilie. Bei ihm wurde das ADHS- Syndrom festgestellt. Im Unterricht äußert sich dies so, dass er sich und andere häufig ablenkt, sehr langsam arbeitet, gerne den Klassenclown spielt und oft versucht lautstark alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Auch das Einhalten der Melderegel gelingt ihm nicht immer. Wenn er jedoch Bestätigung und genug Aufmerksamkeit bekommt, kann er sich für kurze Zeit wieder einer gestellten Aufgabe zuwenden. Aus diesem Grund sollte er in der Gruppenarbeit mit Kindern zusammen arbeiten, die sich nicht ablenken lassen.
2.2 Lernvoraussetzung im Bezug auf die Methode „Experimentieren“
Der Großteil der Lerngruppe hat bereits im Rahmen der Einheit „Luft“ einfache Versuche mit der damaligen Lehramtsanwärterin durchgeführt. Diese wurden allerdings nur in Form von Demonstrationsversuchen durchgeführt, so dass die Schüler nicht selbstständig handelnd tätig werden konnten. Jedoch haben sie sich mit der Arbeitsweise des Experimentierens zur Lösung einer Problemfrage vertraut gemacht. Die angestrebte Kompetenz war hier insbesondere das genaue Beobachten. Da die Einheit aber schon länger zurückliegt, wird es notwendig sein, die Struktur eines Experiments zu Beginn der Einheit zu wiederholen.
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3.2 Ausführlicher Stundenentwurf
3.2.1 Didaktische Überlegungen
Das Thema Wasser lässt sich dem Bereich Natur und Leben im Lehrplan zuordnen. 9 Hierbei stehen u.a. die Begegnungen mit belebter und unbelebter Natur und der Beobachtung von physikalischen Phänomenen im Mittelpunkt. 10 Der Unterricht soll den Kindern ermöglichen weitestgehend selbstständig zu experimentieren, beobachten, beschreiben, deuten und zu vergleichen. 11 Dabei sollen die verschiedenen Stoffe und Materialien, deren Erscheinungs-formen, Eigenschaften und Veränderungen die Schüler auffordern diese zu analysieren und zu vergleichen. 12
Die Stunde „Wie können wir Schmutzwasser reinigen?“ stellt einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Schüler dar, da sie mithilfe des Versuches feststellen sollen, wie aufwendig die Reinigung von Schmutzwasser ist. Die Reinigungsversuche mit verschmutztem Wasser dienen dazu, die Prinzipien der mechanischen Reinigung in einer Kläranlage nachzuvollziehen und nachhaltig die Schüler für einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Wasser sensibilisieren. Durch die vielfältigen Erfahrungen mit Wasser, die die Kinder bereits gemacht haben, bietet sich der Schwerpunkt der prozessualen Kompetenz „Kommunizieren“ in besonderer Weise an. Auch für die Soziabilität und den ausgewählten Schwerpunkt Kooperationsfähigkeit, die im Kompetenzbereich der Fachrichtung für Lernen festgelegt ist, ist dies eine wichtige Voraussetzung.
IK: Wasser reinigen mithilfe der gesammelten Erfahrungen
Die Schüler sollen ihre bisher gesammelten Erfahrungen aus den vorherigen Stunden nutzen, um die Problemstellung „Wie können wir Schmutzwasser reinigen?“ zu lösen. Die Eigenschaften von verschiedenen Materialien (Löslichkeit und Schwimmen/Sinken) sind daher in dieser Stunde von zentraler Bedeutung. Hierbei werden bewusst Materialien (Hilfsmittel: Sieb etc./ Schmutzteile: Sand etc.) gewählt, die die Schüler aus ihrer Umwelt bereits kennen. Am Ende der Stunde sollen die Schüler ihre Lösungen präsentieren und diese mit ihren Vermutungen vergleichen. Des Weiteren sollen sie ihre Erfahrungen mit dem Alltag verknüpfen und weitere Beispiele finden, wo solche Reinigungsprozesse stattfinden.
9 vgl. MSW (2008), S.40f.
10 vgl. ebd.
11 vgl. ebd.
12 vgl.ebd.
Arbeit zitieren:
Bachelor of Science Eva Veddeler, 2011, Praxisstudienbericht mit Unterrichtsentwurf zum Thema „Wasser“, München, GRIN Verlag GmbH
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