Inhalt
1. Die Manifeste der futuristischen Maler 3
1.1. Das erste und zweite Manifest futuristischer Malerei 3
1.2. Die Bedeutung der futuristischen Manifeste 4
1.3. Die Futuristen und die Tradition 5
2. Umberto Boccioni 6
2.1. Biographie 6
2.2. Das Werk Boccionis 7
2.3. „Wir setzen den Betrachter mitten ins Bild“:
Der Lärm der Straße dringt ins Haus 9
2.4. „Alles bewegt sich, alles fließt“:
Die Stadt erhebt sich 11
3. Literaturnachweis 13
2
Der Futurismus: Umberto Boccioni
1. Die Manifeste der futuristischen Maler
1.1. Das erste und zweite Manifest futuristischer Malerei
Das erste Manifest des Futurismus von Filipo Tomaso Marinetti stößt u.a. bei den Malern Giacomo Balla, Umberto Boccioni, Carlo Carrà, Luigi Russolo und Gino Severini auf ein positives Echo; kurze Zeit später folgen die für die Entwicklung der bildenden Kunst grundlegenden Manifest der futuristischen Maler und Die futuristische Malerei - Technisches Manifest. Die Futuristen, die sich zunächst um Marinetti sammelten, deklarierten sich zur Avantgarde der modernen Kunst. Sie proklamierten die Idee einer künstlerischen Moderne, die sich mit der industriellen Lebenswelt zu verbinden suchte. Das erste Manifest, verkündet von der Bühne des Turiner Chiarella Theaters, formulierte insbesondere die Rebellion der Künstler gegen die Vulgarität und Nachahmung in der bildenden Kunst, gegen das Antike und gegen die Kunstkritik. Im Mittelpunkt stand hier das Verhältnis der Künstler zu der sie umgebenden Gesellschaft. Thematisch erklären die Künstler in dieser Schrift, dass ihre Kunst - die einzig lebensfähige - ihre Elemente in der sie umgebenden Umwelt finde. Das zweite Manifest diente der Darlegung der technischen Umsetzung dieser Rebellion. In diesem und den folgenden wurde insbesondere die Entstehung eines futuristischen Menschen proklamiert, der aus der Verschmelzung mit der Maschine, der für die Futuristen hervorragensten aller menschlicher Erfindungen, hervorgehen sollte. Die Maschine wird als neuer, lebendiger, menschlicher Körper beschrieben, der den organischen quasi multipliziert. 1 Eines der späteren Manifeste Marinettis aus dem Jahre 1914 trägt den Titel Der multiplizierte Mensch und das Reich der Maschine. Proklamiert wurde als Spitze dieses Gedankens eine Art Maschinenmensch mit austauschbaren, technischen Körperteilen. Als Inbegriff der Moderne galt bei den Futuristen das Automobil. Geschwindigkeit und Schnelligkeit stellten eine neue, rauschhafte
1 vgl. Schmidt-Bergmann, Hansgeorg. Futurismus. Geschichte, Ästhetik, Dokumente. 1993, Reinbeck: Rowohlt, S. 231f
3
Erfahrung dar. Im Stadium der Bewegung in der Maschine war die beste Möglichkeit gegeben, eins zu werden mit ihr.
Die bestehenden ästhetischen Ordnungen sollten von einem Lebensgefühl der technisierten Welt abgelöst werden, wie die folgende Forderung aus dem zweiten Manifest belegt: „Mit dieser (...) Zustimmung zum Futurismus wollen wir: (...) das heutige Leben, das die siegreiche Naturwissenschaft unaufhörlich und stürmisch verwandelt, wiedergeben und verherrlichen.“ 2 Der Futurimus reagierte damit auf die Veränderungen nicht nur der aktuellen Lebensbedingungen. Die Beschleunigung der Bewegung, die Schnelligkeit, der neue Dynamismus, die revolutionären Veränderungen im Nachrichten- und Transportsystem, all diese Elemente, wurden durch die Publikation der Manifeste zum Ausgangspunkt und zur Basis der avantgardistischen Programme, die letzten Endes in Rebellion münden mussten. In formaler Hinsicht inspiriert sich die futuristische Malerei sowohl am Neoimpressionismus, wie es die frühen Werke von Severini und Balla verdeutlichen, als auch am Kubismus, den Boccioni und Carrà anlässlich eines Parisaufenthaltes 1911 entdecken. Vom Divisionismus übernehmen die italienischen Maler den gesteigerten Farbensinn, vom Kubismus die Zerlegung der Formen. Ihr wichtigster Beitrag sind jedoch ihre Studien zur Bewegung. Die Anschauung der Dinge in den Werken der Futuristen sah den Menschen nicht mehr als Mittelpunkt des Lebens: „Der Schmerz eines Menschen ist für uns genauso interessant wie der einer elektrischen Birne, die leidet (...)“ 3 . Um die „neuen Schönheiten eines modernen Bildes“ verstehen zu können, verlangten die Futuristen im technischen Manifest vom Betrachter eine „reine Seele“, deren Auge von dem Schleier des Vergangenen und der kulturellen Normen befreit werden mussten. 4
1.2. Die Bedeutung der futuristischen Manifeste
Die Entwicklung des italienischen Futurismus ist gebunden an die Zeitschrift Poesia, die Marinetti 1905 als sein Sprachrohr gegründet hatte. Zunächst waren die futuristischen Manifeste hauptsächlich poetischer und politischer Natur.
2 Schmidt-Bergmann, Hansgeorg. Futurismus. Geschichte, Ästhetik, Dokumente. 1993, S. 96
3 Schmidt-Bergmann, Hansgeorg. Futurismus. Geschichte, Ästhetik, Dokumente. 1993, S. 308
4 vgl. Schmidt-Bergmann, Hansgeorg. Futurismus. Geschichte, Ästhetik, Dokumente. 1993, S. 308
4
Arbeit zitieren:
Michael Kaiser, 2001, Der Futurismus: Umberto Boccioni, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pablo Picassos "Les Demoiselles d`Avignon": Der Auftakt der ...
Hausarbeit, 17 Seiten
Auguste Rodin - Paolo und Francesca - Der Kuss
Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Seminararbeit, 20 Seiten
Die comedia als populäre Theatergattung des spanischen Siglo de Oro
Lope de Vegas "Fuente Ove...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 17 Seiten
Zwischen Kunst und Antikunst: Hans Richters 'Vormittagsspuk'
Seminararbeit, 22 Seiten
Das Bildnis der Sylvia von Harden von Otto Dix, 1926 und Christian Sc...
Sozialkritische Kunst der 20er...
Hausarbeit, 27 Seiten
Die Rolle der Frau im amerikanischen Exil
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Andreas Gursky - Realismus oder Abstraktion? Fünf Beispiele aus dem ak...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Umberto Boccioni und sein Werk "Forme uniche della continuitá nel...
Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Hausarbeit, 18 Seiten
Michael Kaiser hat den Text Der Futurismus: Umberto Boccioni veröffentlicht
Michael Kaiser hat einen neuen Text hochgeladen
Picasso y el cubismo en la literatura artística futurista : el caso de...
María Jesús Martínez Silvente
Hameln - Bilder einer Stadt aus acht Jahrhunderten
Bernhard Gelderblom, Joachim Schween, Sigurd Elert
Zeitreise. Bilder einer Stadt. Dresden 1954-1995
Buch anläßlich der gleichnamig...
Christian Borchert
0 Kommentare