Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Sozialisation 3
2.1 Sozialisation im 21. Jahrhundert 4
3 Jugend als Lebensphase 5
4 (Massen-) Medien und Massenkommunikationsmittel 5
4.1 Charakteristika und Funktionen von Medien 5
4.2 Massenmedien und Gesellschaft - Mediengesellschaft? 6
4.3 Medienkompetenz 7
5 Sozialisation durch Massenmedien - 9
Chancen und Risiken 9
5.1 Risiken 10
5.1.1 Mediengewalt 10
5.1.2 Medienrealität und Weltsicht 10
5.2 Konstruktive Wirkungen und Chancen 12
6 Ausblick 13
7 Bibliographie 15
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1 Einleitung
Heutzutage sind Medien in unserem (Alltags-) Leben geradezu omnipräsent und kaum zu umgehen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wachsen Kinder und Jugendliche in einer von elektronischen Medien geprägten Umwelt auf; die Nutzung zahlreicher Massenmedien gehört längst zum Alltag. Dass Massenmedien einen erheblichen Einfluss auf Leben und Lebensgestaltung nehmen, ist unumstritten; gerade durch die Etablierung des Internets als Informations- und Kommunikationsmedium werden Jugendlich im Laufe ihrer Sozialisation stark beeinflusst. Durch das zügige Voranschreiten von Globalisierung und Modernisierung kommt es u.a. zu einer Vermischung von medialen und sozialen Aspekten, weshalb gerade in letzter Zeit immer mehr Wissenschaftler und Publizisten in Bezug auf die Gesellschaft des 21. Jahr-hunderts von einer „Mediengesellschaft“ sprechen; die Jugend gilt gar als „Netzgeneration“ oder „Generation @“.
Im Verlauf dieser Arbeit soll analysiert werden, ob und weshalb man heutzutage tatsächlich von einer mediatisierten bzw. medienvermittelten Sozialisation sprechen kann und welchen Einfluss die (Massen-) Medien auf den Sozialisationsprozess Jugendlicher im 21. Jahrhundert ausüben können. Dabei sollen auch die Risiken und Chancen einander gegenübergestellt werden, welche sich für Jugendliche beim „Konsum“ massenmedialer Angebote ergeben.
2 Sozialisation
Der Sozial- und Gesundheitswissenschaftler Klaus Hurrelmann hat eine Begriffsdefinition entwickelt, die sowohl eine person- und subjektzentrierte Sichtweise, als auch eine interaktions- und gesellschaftszentrierte Sichtweise beinhaltet:
„Sozialisation ist ein Prozess, durch den in wechselseitiger Interdependenz zwischen der biopsychischen Grundstruktur individueller Akteure und ihrer sozialen und physischen Umwelt relativ dauerhafte Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Handlungsdispositionen auf persönlicher ebenso wie auf kollektiver Ebene entstehen.“ (Hurrelmann et al. 2008: 25)
Sozialisation lässt sich ergo als ein Wirkungsmechanismus der Persönlichkeitsgenese sowie der Strukturgenese sozialer Handlungsweisen verstehen. (Vgl. Hurrelmann et al. 2008: 25) Besonders die neuere Sozialisationsforschung betont, dass Sozialisation eben nicht nur als bloße Prägung des Individuums durch die Gesellschaft verstanden werden kann: Gesellschaftliche Vorgaben werden von Individuen nicht einfach passiv übernommen; sondern sie eignen sich diese aktiv an. (Vgl. Scherr in Korte; Schäfers 2007: 46)
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Sozialisationsprozesse sind Lern- und Entwicklungsprozesse des Individuums in einer sozialen Umwelt. Im Laufe des Sozialisationsprozesses entwickelt sich wesentlich unsere gesamte „Persönlichkeit“ mit all ihren Eigenschaften, individuellen Besonderheiten sowie ihren Motiv- und Bewusstseinsstrukturen. (Vgl. Geulen in Joas 2007: 138) Hervorzuheben ist in diesem Kontext, dass der Sozialisationsprozess eines Menschen nicht planbar ist, sondern sich erst aus der Summe seiner (individuell erfahrenen) gesellschaftlichen Lernprozesse in verschiedenen Zusammenhängen ergibt. (Vgl. Geulen in Joas 2007: 142)
2.1 Sozialisation im 21. Jahrhundert
Um Überlegungen bzw. Spekulationen über Sozialisationseinflüsse auf Jugendliche des 21. Jahrhunderts anstellen zu können, erscheint es unumgänglich, zunächst einmal festzustellen, durch welche Entwicklungen dieses Jahrhundert überhaupt gekennzeichnet ist: Es scheint eine Tendenz dahingehend zu herrschen, dass traditionelle gesellschaftliche Werte und Normen stetig an Überzeugungskraft einbüßen, auch deren Legitimationsgrundlage scheint nicht mehr stabil zu sein. (Vgl. Zimmermann 2006: 212) „Im beginnenden 21. Jahr-hundert sind die Kinder und Jugendlichen von tradierten Vorgaben und Vorinterpretationen des Lebens weitgehend entbunden, Selfness ist angesagt.“ (Horx 2005 in Zimmermann 2006: 217) Die Arbeitswelt ist von einer generellen Beschleunigung und Kurzlebigkeit gekennzeichnet; von den Heranwachsenden bzw. Berufseinsteigern wird zunehmend Mobilität und Flexibilität verlangt. Des Weiteren scheint die Gesellschaft ein immer größeres Maß an Spontanität und Risikobereitschaft von ihren Mitgliedern zu verlangen, auch Selbstständigkeit wird zunehmend zu einer Schlüsselkompetenz. Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass die Gesellschaften im 21. Jahrhundert (zumindest im europäischen Kontext) deutliche Individualisierungs-, Erlebnis- sowie Pluralisierungstendenzen aufweisen. Da die Sozialisationsvorgaben zunehmend offener werden, wird auch der Entscheidungsspielraum Jugendlicher hinsichtlich der Entwicklung ihrer „persönlichen Identität“ ausgedehnt. Dies führt allerdings häufig dazu, dass Jugendliche aufgrund der ausgedehnten Entscheidungsmöglichkeiten sowie der ausgebauten persönlichen Freiheit oftmals Orientierungsschwierigkeiten haben, welcher (Lebens-) Weg nun „der richtige“ ist. (Vgl. Zimmermann 2006: 212 f.)
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3 Jugend als Lebensphase
Hillmann definiert Jugend als „relativ eigenständige Lebensphase mit zugestandenen Spielräumen der Selbstverwirklichung.“ (Hillmann 2007: 405)
Die „Lebensphase Jugend“ beginnt nach dem deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker E. H. Erikson mit Einsetzen der Pubertät; mit den physischen Veränderungen und Reifungsprozessen geht eine grundsätzliche Infragestellung bisher für selbstverständlich erachteter kindlicher Vertrautheiten einher. Zugleich kommt es zu einer regelrechten „Neuorganisation“ des Ich, soziale Beziehungen werden ebenfalls neu „geordnet“ und auch Wertvorstellungen und Interessen bilden sich neu. (Vgl. Hillmann 2007: 405) Die Jugendphase ist ergo dadurch gekennzeichnet, dass in diesem Lebensabschnitt nicht nur wesentliche physische, sondern auch psychische, emotionale geistige sowie soziale Entwicklungen erfolgen. (Vgl. Zimmermann 2006: 154) Bei allen Aussagen hinsichtlich Jugend ist stets zu beachten, dass es sich bei ‚den’ Jugendlichen keineswegs um eine homogene Sozialgruppe handelt, im Gegenteil, die Jugend ist in dem Maße differenziert wie die Gesellschaft an sich, sie trägt sogar noch erheblich zu deren Komplexität bei. (Vgl. Hillmann 2007: 405 f.)
4 (Massen-) Medien und Massenkommunikationsmittel
Nach Geulen werden diejenigen Kommunikationsformen als Massenmedien bezeichnet, die große Menschenmengen verbinden: Sprache an sich, Radio, Fernsehen, Tageszeitungen, aber auch Kino, CD-Produktionen, Bücher, Zeitschriften sowie das Internet; allesamt gelten sie als wichtige Sozialisationsinstanzen. (Vgl. Geulen in Joas 2007: 153) Hillman definiert Massenmedien als „Techniken der Verbreitung und Vervielfältigung von schriftlich, bildlichen [...] oder verbalen, musikalischen [...] Aussagen [...] für einen großen heterogenen, nicht genau bestimmbaren Adressatenkreis.“ (Hillmann 2007: 539) Massenmedien sind also Verbreitungsmedien, bei denen die Zahl der tatsächlichen Empfänger a priori unbekannt ist.
4.1 Charakteristika und Funktionen von Medien
Medien im Allgemeinen haben eine grundlegende Funktion: Die Vereinheitlichung einzelner Mitglieder einer Gemeinschaft oder Gesellschaft. (Vgl. Anderson 1998 in Friedrich 2008: 14) Gerade in großen, funktional differenzierten Gesellschaften trägt die massenhafte Nutzung etablierter Medien dazu bei, dass ein gemeinsamer Verständigungshorizont konstituiert wird. Medien spielen also eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kultureller Orientierung,
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Valerie Grimm, 2009, Welchen Einfluss haben die Massenmedien auf die Sozialisation Jugendlicher im 21. Jahrhundert?, München, GRIN Verlag GmbH
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