Soziale Stellung
Das Ansehen der Frau in der römischen Antike war keinesfalls so schlecht, wie man heute vielleicht vermuten mag. Ganz im Gegenteil: Sie hatten innerhalb der Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Ihr Aufgabenbereich umfasste neben der Kindererziehung auch das Spinnen der Wolle, das Weben unterschiedlichster Stoffe oder das Nähen der Kleidung für die ganze Familie. Für die eigentliche Hausarbeit, auf die sie ja auch schon während der Erziehung von ihrer Mutter vorbereitet wurde, war die Frau in der Antike nur zuständig, wenn sie selbst einem niedrigeren Stand angehörte. Andernfalls übernahmen Sklaven diese Aufgaben für die Frau. Außerdem galt sie auch in gewisser Weise als Autoritätsperson für die gesamte Familie. Sie verwaltete Haus und Hof alleine und musste ein gesellschaftliches Vorbild sein. Deshalb gehörte es auch zu ihren Pflichten, dass sie an öffentlichen und privaten Kulten teilnahm. Kindheit und Ausbildung der Frau
Die Mädchen wurden schon früh von ihren Müttern auf ihre spätere Rolle als Ehefrau vorbereitet. Von ihnen lernten sie schon in ihrer Kindheit, den Haushalt zu führen. Dies galt als eine der Haupttugenden der römischen Frauen. Neben der Arbeit im Haushalt kam für viele Frauen auch die Arbeit in den Betrieben der Männer dazu. Diese waren meistens handwerkliche Betriebe, die Frauen arbeiteten dann als Händlerinnen für beispielsweise Kleidung oder sie waren für die Küchenführung zuständig. Trotzdem kamen einige auch in den Genuss einer weiterführenden Ausbildung. Viele Mädchen, die zum Teil auch aus den niedrigeren Gesellschaftsschichten kamen, lernten an öffentlichen Schulen das Lesen und Schreiben. Kamen sie aus höheren Schichten, beschäftigten sie sich sogar mit der Philosophie. Die Ehe
Sowohl Verlobung als auch die Eheschließung selbst fanden in der Antike schon sehr früh statt. Oft schon mit dem Erreichen des gesetzlichen Mindestalters von 12 Jahren, zumal die Ehe auch eine politisch-geschäftliche Verbindung zu der Familie des Ehemannes bedeutete. Voraussetzung für eine Eheschließung war allerdings die Tatsache, dass die Verbindung standesgemäß zu sein hatte. So durften Patrizier beispielsweise keine Plebejer heiraten. Ab circa 300 vor Christus wurde die manus-freie Ehe immer mehr eingeführt, was bedeutete, dass die Frau nicht mehr gänzlich von ihrem Mann abhängig war. Außerdem hatte sie das Recht,
sich von ihrem Mann scheiden zu lassen. Dazu musste sie lediglich mit all ihren Besitztümern das gemeinsame Haus verlassen. Scheidungen kamen in diesem Zeitalter häufig vor, da die meisten Ehen zuvor arrangiert waren und viele Familien nach einer gewissen Zeit einfach kein Interesse mehr an der bestehenden Verbindung hatten. Die Ehe an sich war für die meisten Mädchen allerdings zunächst eine massive Veränderung, da sie das Elternhaus sehr schnell und plötzlich verlassen mussten und auf einmal selbst Verantwortung für sich und auch ihren Mann zu tragen hatten. Weibliche Tugenden
Als römische Frau hatte man unsichtbar zu sein. Das bedeutete, dass man sich hauptsächlich im Haus aufhielt, beziehungsweise aufzuhalten hatte. Dazu gehörte außerdem, dass sie die Tugenden Einfachheit, Sparsamkeit, Ehrlichkeit und Frömmigkeit vertrat. Als speziell für die Frau geltende Tugend kam zudem noch Keuschheit dazu. Wenn sich eine Witwe nach dem Tod des Mannes nicht wiederverheiratete, galt sie als besonders keusch. Das konnte allerdings im Widerspruch dazu stehen, dass von jungen Witwen eigentlich erwartet wurde, dass sie wieder heiraten. Öffentliches Leben und Politik
Für das öffentliche Leben eignet sich das Theater gut als erstes Beispiel. So war es Frauen verboten, in Theatern unten zu sitzen. Für sie waren deshalb die oberen Ränge reserviert. Vom männlichen Geschlecht getrennt wurde die Frau außerdem auch in öffentlichen Thermen. Diese hatten dann entweder direkt getrennte Öffnungszeiten für Männer und Frauen oder unterschiedliche und natürlich voneinander getrennte Räume für beide Gruppen. An der Politik konnten Frauen in der Antike nicht teilnehmen. Das resultiert aus der Tatsache, dass sie kaum politische Rechte besaßen. Einfluss nehmen konnten sie deshalb nur indirekt über die männlichen Familienmitglieder. Ein direkter Anteil an der Politik war entsprechend sehr selten. Besondere Rollen der Frau
Hierbei ist es wichtig, zwischen niedrigem und höherem gesellschaftlichen Stand Unterschiede zu machen. Eine besondere Rolle in niedrigerem Stand war zum Beispiel die der Dirne. Im kaiserzeitlichen Rom gab es schon circa 45 Bordelle, der Großteil der Dirnen waren ausländische Sklavinnen. Diese wurden auf speziellen Märkten gehandelt wie Vieh. Im
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Lisa Nohl, 2008, Die Rolle der Frau in der römischen Antike, München, GRIN Verlag GmbH
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