HINWEIS
Im Text wird nicht explizit zwischen männlicher und weiblicher Form differenziert (z. B. der / die GründerIn). Die Autorin möchte aber betonen, dass diese Darstellungsform einzig und allein aus Gründen der besseren Editier- und Lesbarkeit gewählt wurde.
2
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS
KAPITEL I: EINLEITUNG
1 Einleitung 10
1.1 Einführung in die Thematik 10
1.2 Stand der Gründungsforschung 10
1.2.1 Theorie der Gründungsforschung 10
1.2.2 Forschungsfelder empirischer Gründungsforschung 11
1.2.3 Begriff und Prozesscharakter der Unternehmensgründung 15
1.2.4 Zusammenfassung 16
1.3 Forschungsvorhaben und Zielsetzung der Arbeit 17
1.4 Forschungsdesign 18
1.4.1 Forschungsprozess 18
1.4.2 Forschungsmethodik 20
1.4.3 Das Experteninterview und seine Funktion im Forschungsprozess 20
1.5 Abgrenzung der Erhebungseinheiten 22
1.5.1 Funktionale Qualifikation als ExpertIn 22
1.5.2 Angesprochene Institutionen 23
1.6 Befragungsmethodik 24
1.6.1 Das teilstrukturierte, offene Interview 24
1.6.2 Aufbau des Leitfragenkataloges 25
1.7 Aufbau der Arbeit 26
KAPITEL II: THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN
2 Einleitung 29
2.1 Begriffsabgrenzungen 29
2.1.1 Begriff des Geschäftsmodells 29
2.1.2 Begriff der Strategie 30
2.1.3 Strategieebenen 30
2.2 Entstehung der strategischen Planung 32
2.2.1 Komponenten der Wettbewerbsstrategie und Wettbewerbssituation 32
2.2.2 Wechselwirkungen zwischen Wettbewerbsstrategie, Wettbewerbssituation und
Gesch äftsmodell
32
2.3 Die Wertkette als Gegenstand der strategischen Analyse 34
2.3.1 Allgemeine Wertkette nach Porter 34
2.3.2 Elemente einer unternehmensinternen Wertschöpfungskette 35
2.3.3 Definition der Wertkette 36
2.3.4 Elemente einer branchenübergreifenden Wertschöpfungskette 38
2.4 Werttreiber in Dienstleistungsunternehmen 39
2.4.1 Definition des Begriffes Dienstleistung 39
2.4.2 Der Dienstleistungsprozess 39
2.4.3 Wertkette von Dienstleistungsunternehmen 40
Inhaltsverzeichnis
2.5 Konzept der Wertschöpfungspartnerschaft 43
2.5.1 Dimensionen von Kooperationsformen 43
2.5.2 Grundtypen strategischer Kooperationsformen 46
2.5.3 Management und Prozesscharakter strategischer Kooperationen 48
2.5.4 Wettbewerbsvorteile als Motive von Kooperationen 49
2.5.5 Erfolgsfaktoren, Erwartungen und Probleme der Wertschöpfungspartner 52
2.6 Konzept der Kernkompetenzen 53
KAPITEL III: DAS MODELL INKUBATORORGANISATION
3 Allgemeines 57
3.1 Definition Inkubator 57
3.2 Entwicklung des Inkubatormodells 58
3.3 Ausprägungen des Inkubatormodells 60
3.4 Inkubatorenansätze in Österreich 61
3.4.1 Private Inkubatoren 61
3.4.2 Inkubatorenansätze im öffentlichen Bereich 62
3.5 Inkubatorenansätze im angelsächsischen Raum (Großbritannien) 65
3.5.1 Die Region Cambridge 66
3.6 Fokussierung der Inkubatororganisation 69
3.6.1 Branchenbezogene Fokussierung 70
3.6.2 Incubateebezogene Fokussierung 71
3.6.3 Phasenbezogene Fokussierung 73
3.6.4 Fokussierung nach der Herkunft der Ideen 77
3.7 Der Inkubationsprozess 79
KAPITEL IV: ABLEITUNG DER WERTKETTE EINER
INKUBATORORGANISATION
4 Einleitung 81
4.1 Wertkette einer Inkubatororganisation 81
4.2 Ansprechgruppen 82
4.2.1 Öffentlichkeit / Politik / Förderungen 82
4.2.2 Netzwerke / Strategische Partner 82
4.2.3 Wissenschaftliche Partner (Universitäten, Fachhochschulen) 83
4.2.4 Soziokulturelles Umfeld 83
4.2.5 Gründerperson 83
4.3 Leistungen- Primäre Aktivitäten 83
4.3.1 Vision / Unternehmensidee 83
4.3.2 Forschung Entwicklung Operationen 83
4.3.3 Produktreife 83
4.3.4 Marktreife 84
4.4 Leistungen - Unterstützende Aktivitäten 84
4.4.1 Awareness- / Netzwerkleistungen 84
4.4.2 Kooperationsentscheidung und -einrichtung 84
4.4.3 Transferleistungen (z. B. Finanz, Technologie, Wissen) 84
4.4.4 Implementierung und Realisierung 85
4
Inhaltsverzeichnis
4.5 Ergebnisebene 85
4.5.1 Markt 85
4.5.2 Intermediäre 85
4.5.3 Kunden 85
4.5.4 Konkurrenz 85
4.6 Gesamtzusammenhang 86
KAPITEL V: ERGEBNISSE DER EXPERTENINTERVIEWS
5 Einleitung 88
5.1 Wertkette einer Inkubatororganisation 88
5.2 Ansprechgruppen 89
5.2.1 Öffentlichkeit / Politik / Förderungen 90
5.2.2 Netzwerke / Strategische Partner 91
5.2.3 Wissenschaftliche Partner (Universität, Fachhochschule) 91
5.2.4 Soziokulturelles Umfeld 92
5.2.5 Gründerperson 92
5.3 Leistungen - Primäre Aktivitäten 93
5.3.1 Allgemeines 93
5.3.2 Unterstützung entlang der Wertkette 93
5.4 Leistungen-Unterstützende Aktivitäten 94
5.4.1 Allgemeines 94
5.4.2 Sachmittel 96
5.4.3 Awareness- / Netzwerkleistungen 97
5.5 Gesamtzusammenhang 98
5.6 Fazit 99
5.6.1 Welche strategischen Möglichkeiten bzw. Modelle stehen High-Tech
Inkubatororganisationen in Österreich zur Verfügung um operativ tätig zu
werden ? 99
5.6.2 Wie wird unternehmensintern die Arbeit entlang der Wertschöpfungskette
umgesetzt ? 100
5.6.3 Welche Anforderungen werden an High-Tech Inkubatororganisationen im
Hinblick auf unternehmensexterne Kooperationen gestellt? 102
5.6.4 Wie gestalten sich die Beziehungen zwischen den beteiligten Kooperations-
partnern im Hinblick auf eine Realisierung vorhandener Potentiale? 102
5.6.5 Welche Handlungsstrategien der unterschiedlichen High-Tech
Inkubatororganisationen können identifiziert werden? 104
5.6.6 Zusammenfassung 105
6 Anhang 108
7 Literaturverzeichnis 111
5
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Überblick - Aufbau der Arbeit
Abbildung 2: Überblick Kapitel I
Abbildung 3: Forschungsfelder (deutscher) Gründungsforschung mit Untersuchungsschwerpunkten
Abbildung 4: Phasen des Gründungsprozesses
Abbildung 5: Zentrale Forschungsfrage
Abbildung 6: Forschungsprozess der vorliegenden Arbeit
Abbildung 7: Identifikation der befragten Inkubatororganisationen
Abbildung 8: Grundmerkmale von Befragungen in der sozialempirischen Forschung
Abbildung 9: Überblick Kapitel II
Abbildung 10: Ebenen der strategischen Planung
Abbildung 11: Geschäftsmodelle im Kontext des strategischen Management
Abbildung 12: Vergleich von markt- und ressourcenorientierter Sicht im strategischen Management
Abbildung 13: Das Modell einer Wertkette nach Porter 1999
Abbildung 14: Elemente einer branchenübergreifenden Wertschöpfungskette
Abbildung 15: Dienstleistungsprozess
Abbildung 16: Wertkette eines Dienstleistungsunternehmens
Abbildung 17: Struktur des Kooperationsprozesses
Abbildung 18: Überblick Kooperation
Abbildung 19: Überblick Kapitel III
Abbildung 20: Fokussierung von Inkubatoren
Abbildung 21: Unternehmensphasen und Investoren
Abbildung 22: Betreute Entwicklungsphasen (BRD)
Abbildung 23: Unterstützungsangebot (Österreich) nach Phasen
Abbildung 24: Herkunft der verwirklichten Business-Ideen (BRD)
Abbildung 25: Der Inkubationsprozess
Abbildung 26: Überblick Kapitel IV
Abbildung 27: Modell - Wertkette einer Inkubatororganisation
Abbildung 28: Überblick Kapitel V
Abbildung 29: Modell der Wertkette einer Inkubatororganisation
Abbildung 30: Überblick Ansprechgruppen (Quelle: eigene Darstellung)
Abbildung 31: Primäre Aktivitäten der befragten Inkubatororganisationen
Abbildung 32: Unterstützungsangebot der befragten Inkubatororganisationen
Abbildung 33: Abgrenzung nach Betreuungsintensität und Tiefe der Beratungsleistung -
Abbildung 34: Verbindung der Inkubatororganisationen zu externen Dienstleistern
Abbildung 35: Inkubatororganisation und Unternehmensentwicklung
Abbildung 36: Wertschöpfungsstufen der Inkubatororganisation
Abbildung 37: Ebenen der Zusammenarbeit AplusB Zentren
Abbildung 38: Finanzierungsgrundsätze AplusB Zentren
Abkürzungsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
ca. circa bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d.h. das heißt f. folgende Seite ff. folgende Seiten F&E Forschung und Entwicklung ggf. gegebenenfalls i.S. im Sinne i.e.S. im engeren Sinne i.w.S. im weiteren Sinne Nr. Nummer S. Seite(n) sog. so genannte TBU technologiebasierte Unternehmungen usw. und so weiter u.a. unter anderem u. U. unter Umständen v.a. vor allem vgl. vergleiche VC Venture Capital z. B. zum Beispiel z.T. zum Teil
Kapitel I: Einleitung
1 Einleitung
Das erste Kapitel der Arbeit gibt einen Überblick über die Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit. Darüber hinaus wird das Untersuchungsfeld abgegrenzt, der Aufbau und die methodische Konzeption der Arbeit erläutert.
1.1 Einführung in die Thematik
Cluster, Kompetenzzentren, regionale Innovationszentren - mit diesen Schlagworten kann man ein wesentliches Handlungsfeld der österreichischen Strukturpolitik in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts benennen. Es ergab sich durch die Veränderungen sowohl in der sektoralen wie der regionalen Strukturpolitik. Dabei ging es beispielsweise um dauerhafte Kooperationen regional ansässiger Unternehmen, um die Zusammenführung von privaten und öffentlichen Akteuren und um die Integration verschiedener Politikfelder, etwa der Technologie- und Strukturpolitik.
Erfolgreiche Beispiele gab es vor allem dort, wo die Infrastrukturen bestimmte Wertschöpfungszusammenhänge der Unternehmen unterstützten. Die konkreten regionalen Wertschöpfungszusammenhänge wurden damit zum entscheidenden Ansatzpunkt der Strukturpolitik.
1.2 Stand der Gründungsforschung
Die Gründungsforschung lässt sich untergliedern in einen theoretischen Teil einerseits und einen empirischen Teilbereich andererseits. Dieser Bezugsrahmen ermöglicht eine erleichterte Übersicht über den aktuellen Stand der Gründungsforschung. 1
1.2.1 Theorie der Gründungsforschung
Bei der Gründungsforschung handelt es sich um ein relativ junges Forschungsgebiet. Die Gründungsforschung ist ein wissenschaftliches interdisziplinäres Spezialgebiet, deren Ziel die Beschreibung, Erklärung und Gestaltung der Gründungsaktivitäten und des Gründungserfolges ist. 2
Der zentrale Forschungsschwerpunkt der Gründungsforschung liegt auf den Fragestellungen: „Wer gründet unter welchen Bedingungen ein Unternehmen? Wer hat unter welchen Bedingungen mit welchen Aktivitäten welchen Erfolg?“ 3
1 vgl. Knecht, T. 1997, S. 10.
2 vgl. Klandt, H. 1984, S. 39.
3 vgl. Klandt a.a.O., S. 46.
10
Kapitel I: Einleitung
Eine Theorie der Unternehmensgründung kann durch die empirische betriebswirtschaftliche Forschung gewonnen werden. Dazu ist es notwendig, dass wissenschaftliche Untersuchungen eine Vielzahl von Einzelfällen beleuchten. Durch Beobachtung, Identifizierung und Erklärung der Merkmale sowie deren Zusammenhänge wird es möglich, allgemeingültige Aussagen für das Themenfeld zu treffen.
Die Gründungsforschung umfasst mehrere Disziplinen, wobei der Betriebswirtschaftslehre und der Volkswirtschaftslehre die größte Bedeutung zukommen. 4 Innerhalb der Betriebswirtschaftslehre hat sich die Gründungsforschung inzwischen zu einem eigenständigen Teilgebiet konstituiert. Die Industrieökonomik und die Arbeitsmarktforschung bilden die zentralen Bestandteile aus volkswirtschaftlicher Sicht.
Weitere Disziplinen, die sich eher partiell mit der Gründungsforschung beschäftigen, sind die Soziologie (im Zusammenhang mit der Schichtungs- und Mobilitätsforschung sowie die Organisationssoziologie) und die Psychologie (Untersuchung von Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensweisen erfolgreicher Unternehmer). Mit einzelnen Beiträgen beteiligen sich außerdem Rechtswissenschaftler, Wirtschaftshistoriker und Wirtschaftsgeographen 5 .
1.2.2 Forschungsfelder empirischer Gründungsforschung
Die Gründungsforschung befasst sich hauptsächlich mit den Chancen, Problemen und Risiken neugegründeter Betriebe und Unternehmen. Zentrale Themen der wissenschaftlichen Forschung sind dabei: das betriebliche Gründungsgeschehen, Erfolg und Entwicklung neu gegründeter Betriebe sowie Förderungs- und Unterstützungsmöglichkeiten bei Existenzgründungen.
Nach Preisendörfer können die Forschungsschwerpunkte zum Aufbau einer Selbständigkeit differenziert werden in zwei große Themenfelder:
Erstens die Gründungsaktivität (Auseinandersetzung mit den Prozessen der Gründung eines neuen Betriebes) und zweitens den Gründungserfolg (Analyse der Prozesse der Bestandserhaltung und Entwicklung neugegründeter Betriebe) 6 .
4 vgl. etwa Picot, A; Laub, U.D.; Schneider, D. 1989, S. 9 ff.
5 vgl. Preisendörfer 1996, S. 8f.
6 vgl. ebd. 1996, S. 9.
11
Kapitel I: Einleitung
Aus theoretischer Sicht erfolgt die Einordnung der Gründungsforschung nach Preisendörfer zum einen zu den nachfrage- bzw. umweltorientierten Ansätzen, die sich mit jenen strukturellen Bedingungen befassen, die Betriebsgründungen stimulieren. Zum anderen gibt es die angebots- bzw. personenzentrierten Ansätze, die ihr Hauptaugenmerk auf die handelnden Akteure richten 7 .
Eine weitere Abgrenzung der empirischen Forschungsfelder der Gründungsforschung findet sich bei Klandt / Müller-Böling. Es wird hier unterschieden zwischen Gründerperson, Gründungsunternehmen, Gründungserfolg sowie dem Gründungsumfeld. 8 1. Gründerperson
Die Person des Unternehmensgründers stellt den ausschlaggebenden Handlungsträger zur Verwertung von Produktideen dar. 9 Zur Gründerperson findet sich auch eine Vielzahl von empirischen Untersuchungen, was diesen Aspekt noch hervorhebt. Dabei gibt es zwei wesentliche Untersuchungsfelder: die individuell persönlichen Merkmale der Gründerperson und die Herausbildung von Gründerteams.
Bei ersterem Gebiet konzentrieren sich die Arbeiten auf Merkmale wie Alter des Gründers zum Zeitpunkt der Gründung, den familiäre Hintergrund, Ausbildungsgrad, um nur einige zu nennen. Neben objektiven Persönlichkeitsmerkmalen wurden auch verhaltensanalysierende Untersuchungen durchgeführt. Dabei wurden Merkmale wie etwa das Selbstvertrauen, die Flexibilität und die Leistungsmotivation der Gründer untersucht. 10 Zum zweiten Gebiet gibt es weniger empirische Arbeiten - Unternehmensgründungen durch mehrere Personen (Gründungsteam) haben in der Forschung eine eher untergeordnete Bedeutung. 11 2. Gründungsunternehmen
Die meisten empirischen Forschungsarbeiten wurden im deutschsprachigen Raum zum durchgeführt. 12 empirischen Forschungsfeld Gründungsunternehmen Je nach
7 vgl. ebd. 1996, S. 10.
8 vgl. Müller-Böling, D.; Klandt, H. 1990, S. 142 ff.
9 vgl. Schumpeter, J. 1993, S. 110 - 139.
10 vgl. Szyperski, N.: Nathusius, K. 1977, S. 299 - 309.
11 vgl. Müller-Böling, D. 1993, S. 55 ff.
12 vgl. Müller-Böling, D.; Klandt, H. 1993, S. 148.
12
Kapitel I: Einleitung
Betrachtungsweise des Untersuchungsobjektes existieren zum einen Erhebungen, die die Entwicklung der Unternehmensentstehung im Zeitablauf (Gründungsprozess) betrachten, zum anderen gibt es Untersuchungen, die deren Aufbau und Gestaltung (Gründungsstruktur) analysieren. Im Bereich Gründungsprozess untersuchen empirische Arbeiten vorwiegend Finanzierungsprobleme neugegründeter Unternehmen.
Daneben gibt es Untersuchungen zum Zustandekommen und zur Entwicklung neugegründeter Unternehmungen. 13 Im Forschungsbereich Gründungsstruktur wird v.a. versucht, die Besonderheiten des Wirtschaftszweiges, in dem die Gründung vorgenommen wurde, zu eruieren. 14 Zur Gründungsstruktur zählen auch empirische Untersuchungen der Gründungsformen der Unternehmen. Unterschieden wird dabei z.B. ob es sich um eine originäre oder derivative Gründung handelt oder nach der Rechtsform. 15 3. Gründungserfolg
In den empirischen Untersuchungen der Gründungsforschung im deutschsprachigen Raum existieren zwei verschiedene Arten von Gründungserfolg. Zum einen wird bereits die Gründungsaktivität der eingebundenen Personen (Gründer, Gründungshelfer,…) als vorbereitender Gründungerfolg gesehen.
Darüber hinaus gibt es Arbeiten, die den bereits realisierten Erfolg der gegründeten Unternehmen herausstellen. Neugegründete Unternehmen werden dabei hinsichtlich z.B. der geschaffenen Arbeitsplätze, Umsatz, Rentabilität und den kritischen Erfolgsfaktoren betrachtet. Die Problematik liegt dabei allerdings in der Erfolgsmessung, da im Fall des Gründungserfolges erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung gegenüber der Gründungsaktivität sinnvoll gemessen werden kann. 16 4. Gründungsumfeld
Sowohl der Gründer als auch das gegründete Unternehmen befinden sich in einem Gründungsumfeld, das sie beeinflusst. Das Gründungsumfeld umfasst dabei unterschiedliche Elemente, beginnend bei der Forschungs- und Entwicklungsqualität des Standorts bis hin zur allgemeinen Konjunkturentwicklung.
13 vgl. Knecht, T., a.a.O., S. 15.
14 vgl. Picot, A.; Laub, U.D.; Schneider, D., a.a.O., S. 118 ff.
15 vgl. Klandt, H. 1999, S. 23.
16 vgl. Klandt, H. 1990, S. 185 ff.
13
Kapitel I: Einleitung
Man kann dabei Kriterien mit direktem Einfluss (diese betreffen nur das individuell betrachtete Unternehmen) sowie jene mit indirektem Einfluss unterscheiden (letztere haben Auswirkungen auf alle in der Region angesiedelten Unternehmen). Untersuchungen über direkte Umfeldfaktoren analysieren u.a. die Wirkung verschiedener Förderprogramme für Unternehmensneugründungen, die Wirkung und Funktion von Gründungshelfern sowie die Auswirkungen der angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten. 17 Den indirekten Umfeldfaktoren werden politische und auch strukturelle Rahmenbedingungen einer Region zugeordnet. Untersuchungen versuchen dabei aufzudecken, welche Wirtschaftsbereiche im regionalen Markt relevant sind und welche rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen herrschen. 18 5. Gründungsinkubator
Knecht ergänzt die bereits dargestellten empirischen Forschungsfelder um den so genannten Gründungsinkubator. Darunter versteht er „eine Organisation, in welcher ein unternehmerisches Klima in der Form besteht, dass die Gründung neuer Unternehmungen insbesondere von technologiebasierten Unternehmungen (TBU) begünstigt wird.“ 19 Während Müller-Böling / Klandt den Gründungsinkubator dem Forschungsfeld der indirekten Gründungsumfeldfaktoren zuordnen, bildet er bei Knecht ein eigenständiges Forschungsfeld, da der Gründungsinkubator eine physische Größe darstellt und mit identischen Kriterien wie die Gründerperson oder die Gründungsunternehmung bemessen wird (begründet wird dies letztlich mit dem eigenen Stellenwert, der Inkubatororganisationen beizumessen ist). 20 Die Abbildung auf der nächsten Seite veranschaulicht überblicksartig nochmals die Forschungsfelder der Gründungsforschung im deutschsprachigen Raum.
17 vgl. Kulicke et al. 1993, S. 132 ff.
18 vgl. Sternberg 1988, S. 53 ff.
19 vgl. Knecht 1997, S. 19.
20 vgl. Knecht, a.a.O., S. 20.
14
Kapitel I: Einleitung
Abbildung 3: Forschungsfelder (deutscher) Gründungsforschung mit Untersuchungsschwerpunkten
1.2.3 Begriff und Prozesscharakter der Unternehmensgründung
Nachdem im vorhergehenden Abschnitt der Bezugsrahmen und die empirischen Forschungsfelder der Gründungsforschung dargestellt wurden, soll nun eine Definition des Begriffes Unternehmensgründung erfolgen. Obwohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits vielfältige Studien zur Gründungsforschung existieren, ist der Begriff der Unternehmensgründung in der Literatur nicht eindeutig definiert. Bezugnehmend auf die gesamtgesellschaftlichen Aspekte einer Gründung definiert Wenz die Unternehmensgründung „als Prozess der selbständigen Schaffung einer neuen, autonom agierenden Wirtschaftseinheit durch einen oder mehrere Gründer, wobei die entstehende Einheit im Verhältnis zum Marktvolumen im Regelfall zunächst eine kleine Betriebsgröße aufweist“ 21 .
Aus dieser Definition wird der Prozesscharakter einer Unternehmensgründung ersichtlich. Im Folgenden soll - basierend auf der Definition - der Gründungsprozess näher beschrieben
21 vgl. Wenz 1993, S. 9.
15
Kapitel I: Einleitung
werden. In einer allgemeinen Betrachtung lässt sich der Gründungsprozess in drei Hauptphasen unterteilen, die wiederum in verschiedenen Stufen ablaufen. Die erste Phase ist die Vorgründerphase, welche die Entwicklung einer Geschäftsidee sowie den Entschluss zu einer Gründung beinhaltet. Im der darauf folgenden Phase erfolgt die Gründungsdurchführung das heißt zu diesem Zeitpunkt vollzieht sich die Gründung im eigentlichen Sinne. Hier werden darüber hinaus die Sachaufgaben der Planung abgewickelt. Die letzte Phase unterteilt sich in die Frühentwicklung und die weitere Entwicklung eines Betriebes. Während der frühen Entwicklung kommt es zum Anlaufen der Umsatztätigkeit der Neugründung, womit sich gleichzeitig der Markteintritt vollzieht. Charakteristisch für das Eintreten in die Entwicklungsphase ist das Erzielen der ersten Gewinne. 22
1.2.4 Zusammenfassung
Das wissenschaftliche Interesse an Unternehmensgründungen ergibt sich zum einen aus der Funktion selbständiger Betriebe für das Wirtschaftsleben, zum anderen stellen sie einen wichtigen Faktor bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze dar. Ein weiterer Untersuchungsaspekt ergibt sich aus der Frage nach der Logik der Entwicklung von Selbständigen bzw. Kleinunternehmen. Über die Gründung von Betrieben und deren Erfolg existiert eine Vielzahl von Studien, wobei die Empirie gegenüber der theoretischen Forschung dominiert.
Häufige Probleme bei der Auseinandersetzung mit dieser Thematik sind die oft sehr unterschiedlichen sowie zumeist nicht-repräsentativen Stichproben. Als Ziel der Gründungsforschung wird die Formulierung einer Theorie zur Unternehmensgründung
22 vgl. Wenz 1993, S. 20 f.
16
Kapitel I: Einleitung
angestrebt, eine Konzeption für „eine geschlossene Theorie der Unternehmensgründung“ 23 , die aber bisher nicht vorliegt. Klandt / Kirschbaum sprechen dabei von einem „Theoriedefizit der Gründungsforschung“ speziell im Hinblick auf die ökonomische Analyse und Bewertung von innovativen Unternehmensgründungen. 24
1.3 Forschungsvorhaben und Zielsetzung der Arbeit
Inkubatororganisationen im Raum Österreich sind in der vorhandenen
betriebswirtschaftlichen Literatur noch kaum erfasst bzw. dokumentiert worden. Das aus dem angloamerikanischen Raum stammende Konzept findet zunehmend auch in Westeuropa Beachtung und die Thematik wird in der Gründungsforschung vermehrt berücksichtigt. Im Rahmen dieser Diplomarbeit soll daher - unter Berücksichtigung der in Österreich spezifischen Besonderheiten - versucht werden, einen Überblick über die praktische Umsetzung von Management in der Inkubatororganisation in Form einer Dokumentation von Geschäftsprozessen zu geben. Als theoretischer Bezugsrahmen der Betriebswirtschaftslehre soll dabei das Modell der Wertkette nach Michael Porter herangezogen werden. Die zentrale Forschungsfrage der Arbeit lautet daher:
Um die Forschungsfrage eindeutiger zu spezifizieren, soll sie zunächst in folgende Bereiche aufgegliedert werden: Erkenntnisobjekt:
Theoretische Erklärung und praktische Umsetzung des Managements unter Berücksichtigung des Modells der Wertkette nach Porter.
23 vgl. Brüderl u.a. 1996, S. 20.
24 vgl. Klandt ; Kirschbaum 1985, S. 40 f.
17
Kapitel I: Einleitung
Forschungsobjekt:
Wertkette und Wertschöpfungsstufen in universitätsnahen High-Tech Inkubator-organisationen in Österreich. Forschungsziel:
Dokumentation des Managements (Entwicklung, Gestaltung, Lenkung) der Wertkette sowie der einzelnen Wertschöpfungsstufen in universitätsnahen High-Tech Inkubatororganisationen mit Fokussierung auf den geografischen Raum Österreich.
Dabei sollen im Lauf der Arbeit folgende Teilfragen thematisiert und beantwortet werden:
1.4 Forschungsdesign
Der folgende Abschnitt erläutert das Forschungsvorgehen, das im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit angewendet wurde.
1.4.1 Forschungsprozess
Der Verlauf der empirischen Untersuchung im Rahmen dieser Arbeit läst sich wie folgt darstellen. Dieser ist idealtypisch am Ablauf eines empirischen Forschungsprozesses orientiert 25 .
25 vgl. Litz 1998, S.12 - 24.
18
Kapitel I: Einleitung
Ein idealtypischer sozialempirischer Forschungsablauf gliedert sich in fünf Stadien, wobei nach Atteslander jedes Stadium in einem spezifischen Untersuchungsansatz seine Entsprechung findet 26 : 1. Problembenennung, 2. Gegenstandsbenennung, 3. Durchführung von Forschungsmethoden 4. Analyse / Auswertungsverfahren 5. Verwendung von Ergebnissen
26 vgl. Atteslander 2000, S. 22.
19
Kapitel I: Einleitung
Am Beginn sozialwissenschaftlicher Forschungsprozesse sollten vorzugsweise qualitative Ansätze der Sozialforschung zur Anwendung kommen, weil Parameter, die die zu untersuchenden Sachverhalte zutreffend erfassen, zunächst noch unbekannt sind 27 . Zur ersten, strukturierenden Annäherung an ein neues Forschungs- und Handlungsfeld empfiehlt Diekman „qualitative Interviews mit ausgewählten Personen, eventuell Experteninterviews und unstrukturierte Beobachtungen“. 28 Ergänzend fügt er weiters hinzu: „Die Konstruktion eines strukturierten, quantitativen Fragebogens erfordert [...] erhebliches Vorwissen und sollte in einem neuen sozialen Feld, falls überhaupt zweckmäßig, erst der zweite Schritt sein“. 29
1.4.2 Forschungsmethodik
In der wissenschaftlichen Forschung lassen sich grundsätzlich zwei Forschungsansätze unterscheiden: der qualitative Ansatz und der quantitative.
Flick trifft dabei die Unterscheidung von quantitativer und qualitativer Forschung ausgehend von den Grenzen der ersteren: Gemäß dem Ideal der naturwissenschaftlichen Forschung werde mit quantitativer Forschung versucht, Phänomene in ihrer Häufigkeit und Verteilung in möglichst allgemeingültiger Form und unabhängig von konkret untersuchten Fällen zu bestimmen. Der konkrete Einzelfall mit seiner ganz spezifischen Ausprägung gehe dabei im repräsentativen Durchschnitt auf. Qualitative Forschung stelle hingegen bewusst den Einzelfall in seiner Individualität in den Vordergrund 30 .
Wessels stellt bezüglich der qualitativen Verfahren fest, dass diese in der empirischen Forschung von der Flexibilität leben: So soll eine dem individuellen Untersuchungsgegenstand jeweils angemessene Vorgehensweise gewählt werden. 31
1.4.3 Das Experteninterview und seine Funktion im Forschungsprozess
In umsetzungsorientierten Forschungsarbeiten kommt der „Befragung von Gewährspersonen“ besondere Bedeutung zu: Sie gilt gleichermaßen der Gewinnung von Faktenwissen, als auch von Ereigniswissen (Verstehen von Prozessabläufen) und Regelwissen (Normen). 32 Gerade in der Explorationsphase handlungsorientierender Forschung sind Experteninterviews ein häufig
27 vgl. Bortz 1984, S. 26.
28 vgl. Diekman 1995, S. 443 ff.
29 vgl. Diekman 1995, S. 371 ff.
30 vgl. Flick 1995, S. 109 ff.
31 vgl. Wessels 1996, S. 40.
32 vgl. Moser 1977, zit. n. Mayring 1993, S. 39.
20
Kapitel I: Einleitung
gewählter Ansatz. Dabei gilt das Experteninterview nach Meuser und Nagel zwar als „vielfach erprobt, [aber] wenig bedacht“ 33 .
Das Experteninterview ist ein Sammelbegriff für offene oder teilstandardisierte Befragungen von Experten zu einem vorgegebenen Bereich oder Thema. 34 Experteninterviews scheinen vor allem deswegen eine ideale Vorgehensweise zu sein, da sie zumeist dort eingesetzt werden, wo die Gewinnung wissenschaftlich verwertbarer Informationen auf Grund der Komplexität und Undurchsichtigkeit der jeweils aufzuklärenden Problemsituation, insbesondere für den Außenstehenden, schwierig ist. 35
Mit Experteninterviews wird nicht der Versuch unternommen, die „ganze Wahrheit“ über einen Sachzusammenhang in Erfahrung zu bringen; ihr Gegenstand sind vielmehr Wissensbestände von Experten, ihr Ziel die Rekonstruktion subjektiver Theorien des Befragten hinsichtlich eines Untersuchungsgegenstandes 36 .
Am häufigsten wird das Experteninterview, so auch von Meuser und Nagel, in den Bereich der qualitativen Sozialforschung eingegliedert. 37 Qualitative Verfahren zeichnen sich dadurch aus, dass sie, im Gegensatz zu den quantitativen Verfahren, die auf mathematischstatistischen Verfahren beruhen, nicht über formale Lösungsalgorithmen verfügen. 38 Natürlich sind auch Einschätzungen von Experten lediglich subjektive Äußerungen, die sich zudem häufig nicht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen lassen (wenn etwa Einschätzungen über zukünftige Entwicklungen gegeben werden). Doch ist in Rechnung zu stellen, dass diese Äußerungen den Hintergrund darstellen, vor dem die befragten Experten ihre Entscheidungen zur Gestaltung des Managements der Inkubatororganisation treffen (oder möglicherweise auf eben solche fördernden Maßnahmen verzichten). Expertenmeinungen sind zwar „nur“ subjektiv, dafür aber ausgesprochen machtvoll. Mit Blick auf die spätere Umsetzung sind sie als mindestens ebenso relevant anzusehen wie die Sammlung „harter Fakten“ mittels quantitativer Verfahren.
33 vgl. Meuser u. Nagel 1991, S. 441 ff.
34 vgl. Bortz ; Döring 1995, S.290.
35 vgl. Plath 1995, S. 85.
36 vgl. Flick 1995, Meuser u. Nagel 1991, S. 441 ff.
37 vgl. Kepper 1994, S. 32f.; Meuser ; Nagel 1991, S. 441ff.; Mieg ; Brunner 2001, S. 2.
38 vgl. Bruhn 2001, S.123.
21
Kapitel I: Einleitung
Im Rahmen der Experteninterviews, die für diese Arbeit durchgeführt wurden, wurden die angesprochenen Entscheidungsträger aufgefordert, das auch für sie in dem gewählten engen Zuschnitt neue Themengebiet „Wertschöpfungskette von Inkubatororganisationen im geografischen Raum Österreich“ gedanklich zu konstruieren, zu ordnen und zu entwickeln. Damit weist die vorliegende Untersuchung die klassischen Merkmale der Handlungsforschung auf, die Mayring als Pendeln charakterisiert zwischen: 39 1) Informationssammlung, 2) Diskurs mit den beteiligten Akteuren und 3) praktischen Handlungen.
1.5 Abgrenzung der Erhebungseinheiten
Im folgenden Abschnitt wird eine Abgrenzung der Erhebungseinheiten vorgenommen. Es soll dargestellt werden, welche Personen in Ihrer Funktion als Experten befragt und welche Institutionen für die Befragungen kontaktiert wurden.
1.5.1 Funktionale Qualifikation als ExpertIn
Was zeichnet eine Person als Experten aus? Eine erste Annäherung hierzu liefert Deeke mit seiner Definition des Experten als einer „Person, [...] die in Hinblick auf einen interessierenden Sachverhalt als „Sachverständige“ in besonderer Weise kompetent ist“. Mit Kompetenz bezeichnet Deeke dabei erstens „die relativ exklusive Verfügung von Wissen zu einem bestimmten Sachverhalt“ sowie zweitens den „verständigen, reflexiven Umgang mit diesem Wissen“.
Es interessiert im Experteninterview nicht die Person der Experten oder deren berufliche Position, sondern allein ihr „Wissen um Sachverhalte“ 40 . Mit der Verwendung des Begriffs Experte wird jedoch keine Aussage hinsichtlich der fachlichen Qualifikation der Befragten getroffen. Meuser und Nagel heben hervor, dass „Experte ein relationaler Status ist, der davon abhängt, wie relevant die Erfahrung des Befragten dem Forscher für die Beantwortung seiner spezifischen Untersuchungsfragen erscheint“ 41 .
Was in der vorliegenden Arbeit Entscheidungsträger zu Experten macht, ist neben ihrem vermutetem Wissen und ihrer Erfahrung (Kriterium Sachverständigkeit) ihr potenzieller
39 vgl. Mayring 1993, S. 37.
40 vgl. Deeke 1995, S. 11
41 vgl. Meuser u. Nagel 1991, S. 442 f.
22
Kapitel I: Einleitung
Einfluss bei der Gestaltung der Inkubatororganisationen innerhalb der befragten Bundesländer (Kriterium Sachzuständigkeit).
Unmittelbar im Anschluss an jedes Interview wurde der / die Befragte hinsichtlich des Grades seiner / ihrer Expertise eingestuft. Unabhängig von der hierarchischen Stellung des Befragten und seinen sonstigen fachlichen Kenntnissen wurden die Experten aufgrund der folgenden Merkmale in Klassen eingestuft:
• Aussagen sind inhaltlich differenziert (weitgehend frei von fachlichen Gemeinplätzen),
• Experten zeigen die Fähigkeit zur disziplinenübergreifenden Reflexion des Themas (sie sind in der Lage, Erfahrungen aus anderen Handlungsfeldern und Disziplinen auf den Inkubator-Sektor zu übertragen),
• Experten verfügen über hohe narrative Kompetenz (also die Fähigkeit, das Thema auch ohne unterstützende Fragen im Dialog eigenständig zu entwickeln),
• Experten kennen Aktivitäten anderer Organisationen zum befragten Thema und können sie in ihren wichtigsten Stärken und Schwächen bewerten,
• Experten sehen sich selbst als aktive Subjekte im Handlungsfeld und suchen den fachlichen Austausch in diesem Bereich, etwa indem sie Interesse zeigen für die von Kollegen gemachten Äußerungen, aber auch für die Hintergründe der vorliegenden Forschung (Auftraggeber, Methodik, Verwendung der Ergebnisse).
1.5.2 Angesprochene Institutionen
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden drei Kollektive mit den Befragungen angesprochen:
1. VertreterInnen von profitorientierten Inkubatororganisationen in Österreich
2. VertreterInnen von nicht-profitorientierten Inkubatororganisationen in Österreich
3. VertreterInnen von Venture-Capital-Gesellschaften in Österreich (Kontrollgruppe)
23
Kapitel I: Einleitung
Das Auswahlprocedere lässt sich anhand folgender Abbildung verdeutlichen:
Zunächst wurde die Anzahl der zu befragenden Unternehmen regionalstatistisch anhand der Analyse von Sekundärmaterial eingegrenzt. Auf der Basis dieser quantitativen Einschätzung konnte im nächsten Schritt eine Identifizierung konkreter Akteure (Unternehmen und Institutionen) und deren Befragung angegangen werden. Die Unternehmensadressen konnten mit den einschlägigen Unternehmensdatenbanken und Branchenverzeichnissen beschafft werden. Aufgrund der quantitativen Vorselektion erfolgte die Auswahl der oben genannten Vertreter als Experten, wobei die Gruppe der Vertreter von Venture-Capital Gesellschaften als Kontrollgruppe dienen sollte.
1.6 Befragungsmethodik
1.6.1 Das teilstrukturierte, offene Interview
Mit den Interviews sollten die komplexen Wissensbestände der befragten Experten zum Thema „Wertschöpfungskette von Inkubatororganisationen in Österreich“ erschlossen werden. Die Experteninterviews wurden anhand eines Katalogs offener Leitfragen durchgeführt. Angesichts der nur teilweise standardisierten Gesprächssituation kam dem Leitfragenkatalog eine wichtige Funktion als Strukturierungsinstrument zu, darüber hinaus auch als Merkliste der zu behandelnden Themen.
24
Arbeit zitieren:
Dr. Tina Gruber-Muecke, 2003, Prozessbezogene Analyse von High-Tech Inkubatororganisationen entlang der Wertekette, München, GRIN Verlag GmbH
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