Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
2 „Till Eulenspiegel“ 2
2.1 Ursprüngliche Intention 2
2.2 „Till Eul enspi eg el“ für Kinder 2
2.3 Medi enverbund 3
2.4 Di e Hauptfigur 4
3 Fazit 5
4 Literaturverzeichnis 7
1 Einleitung
Till Eulenspiegel ist eigentlich kein harmloser Possenreißer, auch wenn ihn das Kinderbuch zu einem solchen umfunktioniert hat. Mehr noch: Unter allen Kinderbuchfiguren ist er ein Außenseiter, denn weder Tugenden noch Weisheiten lassen sich mit seinem Wesen vereinbaren. Bis heute behält er eine überraschende Popularität, obwohl er als Schwankheld auf den ersten Blick - vielleicht aufgrund seiner vielen negativen Eigenschaften - nicht zeitgemäß wirkt. Schließlich stellt der originale Till Eulenspiegel einen „faulen Gelegenheitsarbeiter“, „Bauernfänger“ und „außerständischen Landfahrer“ dar, der mit seiner überlegenen List Schaden anrichtet, aber neben Abscheu auch Bewunderung auslöst. 1 Von dem Buch „Till Eulenspiegel“ und seinem Titelhelden ging seit jeher eine ungeheure Wirkung aus. 2 Schon im 16. Jahrhundert war das Werk vielfach überarbeitet und in mehrere Sprachen übersetzt worden. 3 Till Eulenspiegel war demnach schon damals eine der populärsten Figuren der deutschen Literatur.
Ziel dieser Arbeit ist es, die epochenübergreifende und gegenwärtige Präsenz der Figur des Till Eulenspiegel im Medienverbund nachzuweisen. Hierfür soll zunächst geklärt werden welche Intentionen der vermutete Verfasser, Hermen Bote, 4 mit der Schaffung seines Werkes verfolgte und ob diese gewünschte Wirkung erreicht wurde. Die Hauptfigur spielt hier eine wichtige Rolle, denn durch die Gleichartigkeit der Historien, die das Werk unterteilen, entsteht ein „konstruierter Held“, der sich auf keine Eigenschaft reduzieren lässt. Diese Tatsache lässt Interpretationen zu, die Till Eulenspiegel, besonders in Kinder- und Jugendmedien, auch heute noch so populär erscheinen lassen.
1 Bollenbeck, Georg: Till Eulenspiegel - Der dauerhafte Schwankheld. Zum Verhältnis von Produktions- und Rezeptionsgeschichte. Stuttgart 1985, S. V.
2 Vgl. Wunderlich, Werner: Till Eulenspiegel. München 1984, S. 7.
3 Vgl. ebd.
4 Schreibweise des Namens nach Werner Wunderlich, S. 7.
1
2 „Till Eulenspiegel“
2.1 Ursprüngliche Intention
Das Schwankbuch von „Eulenspiegel“ ist um eine zentrale Person angeordnet, in dem sich ein Handlungsverlauf mit inhaltlichem Zusammenhang nicht wiedergeben lässt, da die Handlung in Historien zerfällt. 5 Die Figur Eulenspiegel durchläuft verschiedene Lebensalter, ohne eine Persönlichkeitsentwicklung durchzumachen. 6 Sie wird schon als Schalk geboren und stirbt auch als solcher. Demnach stehen die Streiche, die Eulenspiegel in seiner Jugend verübt, denen, die er im Alter tätigt, in nichts nach.
Könneker zufolge, übt der Verfasser des „Eulenspiegel“ scharfe Gesellschaftskritik, indem er die sozialen Missstände und die moralischen Laster der damaligen Zeit anprangert, durch die eine Gefährdung der bestehenden Verhältnisse und der Ständeordnung ausgelöst werden könnte. 7 Eulenspiegels Funktion besteht jedoch lediglich darin aufzustören und nicht zu erziehen. Dies ist der gemeinsame Grundzug, der sich durch alle seine Schwänke zieht, die Pointe. 8 Es liegt also nahe, dass der Autor mithilfe seiner aufmüpfigen Figur ein warnendes und aufrüttelndes Exempel liefern wollte. Als Rebell im spezifischen Sinne wurde er von den Menschen des sechzehnten Jahrhunderts auch empfunden, und „verkörperte als ‚schalck’, als eine Art Ausweggestalt gewissermaßen das Prinzip von Individualität und Freiheit, weil er mit einer bereits allzu festen Ordnung sein Spiel trieb“. 9
2.2 „Till Eulenspiegel“ für Kinder
Das Aufmüpfige an dieser Figur faszinierte wohl auch Kinder, die zur damaligen Zeit als „kleine Erwachsene“ wahrgenommen wurden. Es gab keine Literatur, die ausschließlich für die Jugend bestimmt war, deswegen las sie das, was ihr in die Hände fiel. 10 Dabei gehörten Kinder ganz bestimmt nicht in den vom Verfasser des „Till Eulenspiegel“ vorgesehenen A-
5 Vgl. Hilsberg, Werner: Der Aufbau des Eulenspiegel-Volksbuches von 1515. Ein Beitrag zum Wesen der deutschen Schwankliteratur. Düsseldorf 1933, S. 57.
6 Vgl. ebd.
7 Vgl. Könneker, Barbara: Das Volksbuch von „Ulenspiegel“. In: Eulenspiegel-Interpretationen. Der Schalk im Spiegel der Forschung 1807-1977, hrsg. von Werner Wunderlich. München 1979, S. 119.
8 Vgl. ebd.
9 Barbara Könneker, S. 127.
10 Vgl. Georg Bollenbeck, S. 243-246.
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Arbeit zitieren:
Julia Frey, 2011, "Till Eulenspiegel" im Medienverbund, München, GRIN Verlag GmbH
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