INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. KURZE EINFÜHRUNG IN DIE SPIELTHEORIE 4
3. DAS PRISONER’S DILEMMA. 5
3.1 AUSGANGSSITUATION. 5
3.2 SPIELTHEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN 6
3.3 BESONDERHEITEN DES GEFANGENENDILEMMAS 7
4. DAS WIEDERHOLTE PRISONER’S DILEMMA 8
4.1 DAS ENDLICH WIEDERHOLTE PRISONER’S DILEMMA. 8
4.2 DAS UNENDLICH WIEDERHOLTE PRISONER’S DILEMMA 9
5. DAS PRISONER’S DILEMMA IM ALLTAG. 10
5.1 MEDIEN 10
5.2 WERBUNG. 11
5.3 WIRTSCHAFT 11
5.4 INTERNET 12
5.5 POLITIK. 13
6. FAZIT 14
7. BIBLIOGRAPHIE 16
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNG 1: Ereignismatrix 5
ABBILDUNG 2: Nutzenindex 6
ABBILDUNG 3: Auszahlungsmatrix 7
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1. EINLEITUNG
„Zwei Kriminelle werden von der Polizei verhört...“ Was klingt, wie der Beginn eines schlechten Witzes, beschreibt in Wirklichkeit die Ausgangssituation eines der bekanntesten und wichtigsten theoretischen Modelle der Game Theory (Spieltheorie) - dem Gefangenendilemma. In den 1950er Jahren entwickelt, ist das Dilemma die spielerische Veranschaulichung unendlich vieler ökonomischer und gesellschaftlicher Situationen, in denen Entscheidungen, die als individuell rational empfunden werden, zu einem kollektiv schlechteren Ergebnis führen - was durch Kooperation der beteiligten Parteien hätte verhindert werden können. Die folgende Arbeit stellt zunächst in wenigen Sätzen das Arbeitsfeld der Spieltheorie vor und legt anschließend ausführlich die Ausgangssituation des Prisoner’s Dilemma dar sowie die spieltheoretischen Überlegungen, die ihm zugrunde liegen. Sie beschreibt Besonderheiten des Dilemmas, Unterschiede beim einfachen und mehrfachen Spiel, sowie den Strategieansatz, der sich beim mehrstufigen Spiel als am erfolgreichsten erwies. Zuletzt wird die Praxisrelevanz des Dilemmas an Beispielen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verdeutlicht.
2. KURZE EINFÜHRUNG IN DIE SPIELTHEORIE 1 d.h. „Gegenstand der Spieltheorie ist die Analyse von strategischen Entscheidungssituationen,“ Situationen, „(…) in denen die Erwartungen über das Verhalten des Gegners das eigene Verhalten 2 und das des Gegners beeinflussen….“
Strategische Situationen finden sich in allen Lebensbereichen. Viele von ihnen ähneln sich stark in ihrer Struktur und den prinzipiellen Entscheidungsmöglichkeiten der Beteiligten und führen 3 Die Game Theory macht es aufgrund ihres Aufbaus zu Konflikten und Koordinationsproblemen.
sich daher zur Aufgabe, ebensolche Entscheidungssituationen in Spiele zu übersetzen, anhand derer ein allgemein gültiges Konzept zur erfolgreichen Lösung der Situation entwickelt werden kann. Dieses Konzept beurteilt alle möglichen Handlungsoptionen der Beteiligten und gibt eine Prognose ab, für welche Spielstrategie(n) die Spieler sich entscheiden werden, wenn sie rational handeln. Die in der Spieltheorie getroffenen Überlegungen und Lösungen bieten also ein 4 Instrument zur Analyse von realen Dilemmas.
1 Holler/Illing (1996), S.1
2 Sieg (2000), S.2; vgl. auch Mankiw (2004), S.380
3 vgl. Holler/Illing (1996), S.1
4 vgl. Holler/Illing (1996), S.1/2; Sieg (2000), S.6
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3. DAS PRISONER’S DILEMMA
3.1 AUSGANGSSITUATION
Wie bereits erwähnt ist das Gefangenendilemma eines der wichtigsten Modelle der Spieltheorie. Ursprünglich beschreibt es die folgende Situation: Zwei Verdächtige werden von der Polizei in Gewahrsam genommen, die annimmt, dass beide zusammen ein Verbrechen begangen haben. Sie werden in getrennten Zellen festgehalten und haben weder vor ihrer Verhaftung noch während der Verhöre die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren. Die Polizei geht davon aus, dass jedem Verdächtigen sein eigenes Wohlergehen wichtiger ist als das seines Partners. Da die Beweislage auf Indizien beruht und eine adäquate Verurteilung ohne Geständnis beinahe unmöglich ist, stellt sie daher jeden Gefangenen getrennt vor die Wahl: Gesteht er das Verbrechen, während sein Partner den Vorfall leugnet, sichern ihm die Gesetzeshüter Straffreiheit zu, während sein Partner für 20 Jahre hinter Gitter wandert (Kronzeugenregelung). Schweigt er jedoch, während sein Partner gesteht, dreht sich die Situation um und er verbüßt eine 20jährige Haftstrafe, während sein Partner freikommt. Gestehen beide, erhalten sie aufgrund ihrer Kooperation mit der Polizei eine verminderte Strafe von jeweils 5 Jahren pro Person. Leugnen jedoch beide ihre Beteiligung an dem Verbrechen, das ihnen vorgeworfen wird, haben die Gesetzeshüter aufgrund der schlechten Beweislage lediglich die Möglichkeit, die Gefangenen zu jeweils einem Jahr Gefängnis aufgrund 5 eines kleineren Vergehens zu verurteilen.
5 vgl. Riechmann (2008), S.42/43; Mankiw (2004), S.381; Sieg (2000), S.3; Holler/Illing (1996), S.2
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3.2 SPIELTHEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN
Da die Gefangenen keine Möglichkeit haben, miteinander zu kommunizieren, aber ihr Eigenwohl dem des Partners voranstellen, muss nun jeder für sich selbst entscheiden, was er für das beste Vorgehen hält, um selbst möglichst ungeschoren davon zu kommen. Dennoch ist das Ergebnis für den Einzelnen abhängig vom Verhalten seines Mitgefangenen, das er im Vorfeld seiner eigenen Entscheidung jedoch nicht kennt. Da beide keinen Einfluss auf das Verhalten des jeweils Anderen haben, wird jeder Gefangene sich also rational gesehen für die Strategie (also gestehen oder leugnen) entscheiden, die ihm individuell in jedem Fall mehr Nutzen bringt, egal für welche Strategie der Partner sich letztendlich entscheidet. Diese Strategie bezeichnet man in der 6 Spieltheorie als dominante Strategie.
Die Überlegung des Einzelnen sieht also folgendermaßen aus: „Mein Partner hat, ebenso wie ich, nur die Möglichkeit zu schweigen oder zu gestehen. Schweige ich, während er gesteht, gehe ich für 20 Jahre ins Gefängnis, gestehe ich jedoch ebenfalls verringert sich meine Zeit hinter Gittern auf 5 Jahre. Schweige ich während er ebenfalls schweigt, muss ich ein Jahr einsitzen; gestehe ich in dieser Situation jedoch, komme ich ohne Haftstrafe davon. Folglich ist es für mich am sinnvollsten, wenn ich in jedem Fall gestehe, da ich dadurch - egal was mein Partner machtimmer besser davonkomme.“
Gestehen bringt jedem der Gefangenen also einen höheren persönlichen „Nutzen“ bzw. eine höhere „Auszahlung“ (payoff); je weniger Jahre der Einzelne im Gefängnis verbringen muss, desto 7 Der hinter diesen Überlegungen stehende Nutzenindex des höher ist dieser Payoff.
Gefangenendilemmas kann beispielsweise so aussehen:
Als Auszahlungsmatrix ergibt sich (entsprechend der obigen Abbildung) folgendes Bild:
6 vgl. Mankiw (2004), S.382; Sieg (2000), S.4; Holler/Illing (1996), S.6
7 vgl. Sieg (2000), S.4; Holler/Illing (1996), S.4
8 Die Wahl der Nutzenindexzahlen erfolgt willkürlich, wobei der Nutzen der einzelnen Auswahlmöglichkeiten für jeden
Gefangenen jedoch jeweils T>R>P>S sein muss, da eine kürzere Gefängniszeit natürlich einen höheren Nutzen für den
Verbrecher hat. - vgl. Holler/Illing (1996), S.4; Stanford Encyclopedia of Philosophy (2007a)
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Arbeit zitieren:
Nicole Hein, 2009, Rationalität ist auch nicht alles, München, GRIN Verlag GmbH
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