Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriffserklärungen „Wort“ und „Wortschatz“ 4
3. Wortschatzarbeit 6
3.1. allgemeine Ziele 6
3.2. Probleme der Wortschatzarbeit / Wortschatzdefizite 7
4. Wortschatzarbeit in der Schule 8
4.1. Wortschatzarbeit - Allgemeines 8
4.2. Stellenwert im Englischunterricht 10
4.3. Stellenwert im Deutschunterricht 11
4.4. Prinzipien der WSA des Englischunterrichts 12
4.5. Übertragung der Prinzipien aus dem Englisch- auf den Deutschunterricht 13
5. Fazit und Ausblick 15
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1. Einleitung
„Am Anfang war das Wort.“ Schon die Bibel macht deutlich, welche Wichtigkeit Sprache für die Menschen hat. Daher ist der Bereich der Wortschatzarbeit an deutschen Schulen von großer Bedeutung. In der vorliegenden Arbeit geht es darum, Wortschatzarbeit im Kontext von Schule und Didaktik zu behandeln. Geschichtlich gesehen stellten sich Wissenschaftler immer wieder die Frage: „Was ist wichtiger, Grammatik oder Wortschatz?“ Zumeist wurde diese Frage mit „Grammatik“ beantwortet, doch in den 1980er Jahren kam es zu einer „Wortschatzwende“, die eine größere Wertschätzung der Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht beschrieb. In der heutigen Didaktik ist man sich jedoch sicher, dass Semantik und Syntaktik, also Wortbedeutung und grammatikalische Strukturen, miteinander verbunden sind und Wortschatzarbeit daher einen zentralen Platz in der menschlichen Sprach-und Kommunikationsfähigkeit einnehmen. Ihr Stellenwert heute zeigt sich in einer eigenständigen Forschungsrichtung, der „Lexikologie“. Es gibt eine Vielzahl von Werken, die sich mit diesem Bereich beschäftigen. Diese Arbeit bezieht sich im Wesentlichen auf folgende Werke:
Bohn, Probleme der Wortschatzarbeit, 1999
Detering, Wortschatz und Wortschatzvermittlung, 2000
Löschmann, Effiziente Wortschatzarbeit - Alte und neue Wege, 1993
Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 2002
Ulrich, Wörter, Wörter, Wörter - Wortschatzarbeit im muttersprachlichen Deutschunterricht, 2007
Kernlehrplan für die Realschule in Nordrhein-Westfalen, Englisch und Deutsch, 2004
Folgende Sprachregelungen bzw. Abkürzungen werden in der Arbeit verwendet: EU für Englischunterricht, DU für Deutschunterricht, WS für Wortschatz, WSA für Wortschatzarbeit, KLP für Kernlehrplan und Schüler für Schüler und Schülerinnen.
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2. Begriffserklärungen „Wort“ und „Wortschatz“
Bei der Einschulung verwenden Kinder etwa 5000-6000 Wörter und es werden bereits bis zu 14000 verstanden. Jedes Jahr erweitert ein Schüler seinen rezeptiven WS um mindestens 3000 Wörter. Doch betrachtet man den Wortschatz genauer, so wird deutlich, dass es nicht korrekt ist, nur von „Wörtern“ zu sprechen, denn gemeint sind neben einzelnen Wörtern auch idiomatische Wendungen oder Sprichwörter. Löschmann bietet daher den Begriff „lexikalische Einheiten“ an, damit diese Schwierigkeit umgangen wird. Ganz generell sind Wörter Zeichen, die eine lautliche bzw. schriftliche Form und einen Inhalt haben. Saussure spricht von den zwei Seiten eines Wortes, der Ausdrucks- und der Bedeutungsseite. Die Bedeutungsseite beschreibt das Konzept hinter einem Wort (z.B. das Bild eines Baumes), während sich die Ausdrucksseite auf die phonologische, graphemische, morphologische und syntaktische Umsetzung konzentriert (z.B. das Wort „Baum“). Trotz dass es keine allgemeingültige Definition von „Wort“ gibt, erklärt Bohn Wörter als „die kleinsten selbstständigen Träger einer Bedeutung und als das entscheidende Baumaterial einer Sprache, ohne dass es keine sprachliche Verständigung gibt.“ Durch die verschiedenen Ebenen der Sprache kommt es jedoch auch zu verschiedenen Definitionen. Bußmann versteht Wörter „auf phonetischphonologischer Ebene als kleinste, isolierbare Lautsegmente, die auf orthographisch-graphemischer Ebene durch Leerstellen im Schriftbild gekennzeichnet werden. Auf morphologischer Ebene sind Wörter als Grundeinheiten von grammatischen Paradigmen gekennzeichnet. Auf semantischer Ebene sind Wörter kleinste, relativ selbstständige Träger von Bedeutung und unter syntaktischem Aspekt lassen sie sich als kleinste verschiebbare und ersetzbare Einheiten des Satzes beschreiben.“
Im Unterschied zu dem „Wort“ lässt sich Wortschatz, auch Lexik genannt, nach Bußmann eindeutig als „die Gesamtmenge aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt“, also das überindividuelle Lexikon einer Sprache. Das individuelle Lexikon unterteilt sich in den produktiven und rezeptiven Wortschatz. Dieses individuelle Lexikon ist sozusagen der „innere Speicher eines Menschen“ und wird von Detering als „mentales Lexikon“ bezeichnet. Innerhalb des mentalen Lexikons ist nach Bohn zu unterscheiden
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„zwischen dem, was jemand versteht (rezeptiver Wortschatz) und dem, was jemand anwenden möchte (produktiver Wortschatz).“ Der produktive Wortschatz umfasst alle Wörter, die der Lernende verwenden kann. Dazu gehören alle Funktionswörter, weil ohne sie keine strukturierten Mitteilungen möglich sind, und eine (un)bestimmte Anzahl Inhaltswörter. Der rezeptive Wortschatz umfasst alle lexikalischen Einheiten, über die der Lernende verfügt, um Lese- und Hörtexte selbstständig zu erschließen. Dies ist etwa die fünf- bis zehnfache Menge des produktiven Wortschatzes. Zwischen produktivem und rezeptivem Wortschatz gibt es jedoch keine klaren Grenzen. Der produktive WS kommt aus dem rezeptiven - wir gebrauchen Wörter, die wir verstanden haben -, produktive Wörter gehen, wenn sich Kommunikationsbedürfnisse ändern, in den rezeptiven WS zurück. Weiter unterscheidet man den potenzieller Wortschatz, also die Wörter einer Sprache, die ein Lerner nie zuvor gehört oder gelesen hat, aber dennoch bei einer eventuellen Begegnung verstehen würde, da ihm die Bedeutung der Bestandteile klar ist, weil er entsprechende Wortbildungsregeln kennt. Der potenzielle WS bezeichnet die Fähigkeit, den Sinn unbekannter Wörter aus Bekanntem zu erschließen. Ein „Grundwortschatz ist das lexikalische Minimum einer Sprache. Er wird ausgesucht z.B. als Mindestwortschatz für Ausländer oder als Rechtschreibwortschatz für muttersprachliche Schüler.“ (Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 2002) „Ideal wäre als ‚Wortschatz‘ also jene Menge an Wörtern zu bezeichnen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt mental verankert sind und über die man im Fall realer Kommunikation sowohl rezeptiv als auch produktiv mühelos verfügt. Und zwar sowohl mündlich als auch schriftlich.“ (Detering, Wortschatz und Wortschatzvermittlung, 2000) Doch wie können Schüler ihren Wortschatz nun erweitern, d.h. mehr Wörter rezipieren und produzieren? Um dies zu beantworten, muss zunächst betrachtet werden, wie die Wörter im mentalen Lexikon gespeichert werden. Beim Speichern und Abrufen von Wörtern gilt besonderes Augenmerk den Lexemen, also den Elementen des Wortschatzes, die eng miteinander verbunden sind. Wörter werden in einem bestimmten „Netz“ gespeichert, damit sie schnell und effektiv abgerufen werden können. Diese Netze unterscheiden sich nach semantischen, morphologischen und phonologischen Gesichtspunkten. So liegen Lexeme nah beieinander, wenn sie inhaltlich miteinander assoziiert werden (Bsp.: Salz-Pfeffer), sie zu einer bestimmten Wortklasse gehören (Bsp.: Hyperonym-Hyponym-Verknüpfung:
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Arbeit zitieren:
Katrin Rippl, 2010, Prinzipien der Wortschatzarbeit des Fremdsprachen- und Fachunterrichts, München, GRIN Verlag GmbH
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