Seminar: Metaphern und Modelle in der Ethnologie
Metaphern und Modelle der Moral
Katja Kruschel
GLIEDERUNG
1. Einleitung
2. Keith Basso: ,Wise words’ of the Western Apache: Metaphor and Theory
2.1 Definition der Metapher
2.2 Charakteristika
2.3 Einsatz von Metaphern
2.4 Interpretation
3. George Lakoff: Metaphor, Morality, and Politics
3.1 Definition der Metapher
3.2 Grundlegende Modelle
3.3 Konservative Metaphern der Moral
3.4 Liberale Metaphern der Moral
3.5 Konservative und liberale Modelle - ein Vergleich
4. Metaphern und Modelle der Moral
5. Zusammenfassung
6. Begriffe
7. Literatur
1. Einleitung
Metapher bedeutet im ursprünglichen Sinne die Übertragung von Bedeutungen oder
Bezeichnungen aufgrund von Ähnlichkeiten der äußeren Gestalt, der Funktion und Ver-
wendung durch impliziten Vergleich bzw. Ineinanderfließen der Vorstellungen. Beispiele
geben „der Löwe Achill“ oder „der Gesang der Wellen“ (vgl. Lewandowski. Linguisti-
sches Wörterbuch 1990)
Wir kennen die Metapher aus dem Schulunterreicht als Ornament zur Verzierung von
Sprache. Metaphern sind jedoch nicht nur in der poetischen Sprache, sondern auch in
der Alltagssprache und in allen anderen Formen von Sprache zu finden. Keith Basso
(Professor für Linguistik an der Universität Arizona) beschäftigt sich in seinem Aufsatz
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mit Metaphern in der Alltagssprache von Apachen in Nordamerika. Er verfolgt das Ziel, die Funktion von Metaphern in einem kulturellen System zu verdeutlichen. Um das Verstehen der Bedeutung von Metaphern zu erleichtern, erstellt er Richtlinien zu deren Interpretation. Ähnlich beleuchtet George Lakoff (Professor für Literatur an der Universität Californien, Berkeley) Metaphern der Moral in der alltäglichen Sprache. Lakoff konzentriert sich dabei jedoch weitestgehend auf metaphorische Modelle im sozialen und politischen Denken der amerikanischen Gesellschaft. Als Grundlage stellt er das Modell der ‚Finanziellen Transaktion’ vor, welches er auf das allgemeine Modell der Moral überträgt. Der Begriff der Metapher soll hier in Hinsicht auf metaphorische Modelle der Moral untersucht werden. Untersuchungen der beiden genannten Autoren werden bezüglich dieser Themenstellung herangezogen. Anschießend werden einige Überlegungen zur Bedeutung und zur Funktion von Metaphern in der Gesellschaft ausgeführt. 2. Keith Basso: ‘Wise Words’ of the Western Apache: Metaphor and Semantic Theory
2.1 Definition der Metapher
Zur Definition der Metapher zieht Basso ein Zitat von Walker Percy (1981) heran: a metaphor „asserts of one thing that it is something else“. Die wichtigste Eigenschaft der Metapher liegt in ihrer Asymmetrie. In einer Metapher werden bewusst linguistische Regeln übertreten, woraus resultiert, das sie als eine widersprüchliche Aussage erscheint. Erst bei Hinzuziehen von Hintergrundinformationen kann eine Metapher als versteckter Vergleich verstanden werden. „Metaphor is simile in disguise“ (Basso 1990, S. 56).
2.2 Charakteristika
Die hier betrachteten Metaphern können nach der Klassifizierung von Max Black in die Vergleichstheorie eingeordnet werden. Max Black unterscheidet Metaphern grundsätzlich nach der Substitutionstheorie, Vergleichstheorie und Interaktionstheorie (vgl. Black 1962, S. 61). Die Metapher ist in diesem Fall das Substitut für einen wörtlichen Vergleich und weist auf Ähnlichkeiten zum wörtlichen Ausdruck hin.
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Das ‚metaphorische Statement’ besteht nach Basso aus einer offensichtlichen Verletzung von linguistischen Regeln und erscheint dem Betrachter auf den ersten Blick entweder logisch falsch oder ‚begrifflich absurd’. Die Metapher enthält demnach Wahrheit und Unwahrheit zugleich. Ein Beispiel gibt: „Oh blackbird what a boy you are!“ ( Basso 1990, S. 56). Auf den ersten Blick ergibt der Satz keinen Sinn, denn unverkennbar kann das Objekt ,Amseln' nicht mit dem Objekt ,Jungen' gleichgesetzt werden. Abgesehen von mehreren Differenzen weisen die beiden Objekte jedoch einige Gemeinsamkeiten auf. Beide neigen beispielsweise dazu, Lärm zu verursachen. Das Statement enthält also einen versteckten Vergleich. Zum besseren Verstehen einer Metapher sollte diese als eine erklärende Aussage abgewiesen und als eine vergleichende Aussage interpretiert werden.
Die Metapher der Vergleichstheorie manifestiert sich in Form von einfachen Äußerungen und charakterisiert sich durch den syntaktischen Typ Subjekt, Prädikat und Verb. In der Sprache der Apachen beschreibt das Subjekt dabei eine Kategorie natürlicher Phänomene, das Prädikat eine menschliche Kategorie. Das Verb dient als Kopula. Unter natürlichen Phänomenen werden Blitze, Regen oder auch Tiere verstanden. Die menschliche Kategorie umfasst ausschießlich das menschliche Wesen wie z.B. den weißen Mann oder den Apachen. In jedem der oben genannten Beispiele wird eine semantische Regel übertreten, d.h. das Subjekt besitzt denotative Merkmale, die mit den denotativen Merkmalen des Prädikats nicht übereinstimmen. Beispiele für ‚Western Apache Metaphors’:
Arbeit zitieren:
Katja Kruschel, 2002, Metaphern und Modelle der Moral, München, GRIN Verlag GmbH
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