Einf ührung in die Literaturwissenschaft Name
Gliederung
1. Einleitung 2
2. Analyse
2.1 Formale Analyse 3
2.2 Sprachliche Analyse 4
3. Inhaltliche Analyse und Interpretation 8
4. Schlussbemerkungen 15
Literaturverzeichnis
1
Einführung in die Literaturwissenschaft Name
1. Einleitung
Die Nonne wurde 1775 im Göttinger Musenalmanach veröffentlicht, welcher als „Forum der Sturm-und-Drang-Generation“ 1 galt. Als Mitbegründer des Göttinger Hain, ein Bund aus studentischen Dichtern, gehörte Hölty neben Johann Heinrich Voß und Christian Heinrich Boie zu den Vertretern der Epoche des Sturm und Drang. 2 Mit seinen Volksballaden Die Nonne und Adelstan und Röschen hatte er mit Gottfried August Bürger das Genre der Volksballade neu belebt, womit seine Balladen zu den frühesten deutschen Versuchen dieser Gattung gehören. 3 Seine „Vorliebe für schwarze Magie und Gespensterglauben“ 4 ist nicht nur in Die Nonne zu erkennen.
Ziel dieser Arbeit ist, das Gedicht Die Nonne von Ludwig Christoph Heinrich Hölty zu analysieren und interpretieren. Der erste Teil beschäftigt sich mit der formalen und sprachlichen Analyse des Gedichtes, beginnend mit der Untersuchung der äußeren Gestalt, unter Anderem dem Metrum, dem Strophenaufbau, der Versform, und dem Reimschema. Daraufhin folgt die sprachliche Analyse, wobei hierbei der Schwerpunkt auf der Analyse der Stilmittel und deren Wirkungsabsicht liegt. Im zweiten Teil wird auf den Inhalt des Gedichtes sowie dessen Interpretation eingegangen. Zur Interpretation der Ballade lag keinerlei Sekundärliteratur vor, sodass keine Orientierung möglich war, und ein rein eigenständiges Interpretieren ohne wissenschaftliche Literatur stattfand. In den Schlussbemerkungen werden die wichtigsten Aussagen und Ergebnisse zusammengefasst, sowie eine Bewertung abgegeben. Aufgrund des Mangels an Sekundärliteratur wurde auf eine in die Arbeit einleitende Einordnung des Werks in die Literaturgeschichte verzichtet.
1 Lutz, Bernd: Metzler-Autoren-Lexikon: deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Stuttgart 1994. S. 386.
2 Vgl. Lutz, Bernd: Metzler-Autoren-Lexikon: deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Stuttgart 1994. S. 385.
3 Vgl. Von Borries, Ernst und Erika: Deutsche Literaturgeschichte. Band 2. Aufklärung und Empfindsamkeit, Sturm und Drang. München 1991. S. 207.
4 Kemper, Hans-Georg: Deutsche Lyrik der frühen Neuzeit. Sturm und Drang. Göttinger Hain und Grenzgänger. Tübingen 2002. S. 175.
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Einführung in die Literaturwissenschaft Name
2. Analyse
2.1 Formale Analyse
Bei Höltys Die Nonne handelt es sich um eine Ballade. Merkmal dieser ist die Vereinigung der drei Gattungen der Poesie. Diese Sonderform der Lyrik weißt episches durch die geschlossene Geschichte sowie das Erzähltempus Präteritum auf. Dramatisch wirkt die Handlung durch die dramatische Gestaltung und den Einbau direkter Rede, 5 während das typisch Lyrische die Verfassung in Reimen ist. 6
Die Nonne besteht aus elf Strophen mit je acht Versen. Das durchgehende Reimschema ist der Kreuzreim (ababcdcd, efefghgh, usw.). Überwiegend sind die Endreime reine Reime, jedoch sind auch mehrere unreine Reime vorzufinden. 7 Die Strophen 4, 7 und 8 bestehen ausschließlich aus reinen Endreimen. Als Versfuß wird durchgehend der Jambus verwendet (v -). Stumpfe und klingende Kadenz wechseln sich ab, beginnend im ersten Vers mit stumpfer Kadenz, darauffolgend im zweiten Vers die klingende Kadenz, dann im Wechsel weiter. Daraus ergibt sich als Versmetrum ein abwechselnder vier- und dreihebiger Jambus, was für die Verse 1, 3, 5, 7 folgendes Metrikschema ergibt: v - v - v - v - v, für die Verse 2, 4, 6, 8 folgendes: v-v-vv-. Die Verse mit stumpfer Kadenz setzen sich folglich aus neun Silben zusammen, die Verse mit klingender Kadenz aus acht Silben.
5 Vgl. Str. 2, V. 1ff.
6 Vgl. http://odl.vwv.at/deutsch/odlres/res4/Literaturgeschichte/Die_Ballade.htm
7 Vgl. Str. 1, V. 6, 8, Str. 2, V. 1, 3, Str. 3, V. 2, 4, 6, 8, Str. 5, V. 4, 6, Str. 6, V. 1, 3, 2, 4, Str. 9, V. 1, 3, 2, 4, Str. 10, V. 2, 4, Str. 11, V. 2, 4.
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2.2 Sprachliche Analyse
Hölty verwendet in seiner Ballade überwiegend Alliterationen, Anaphern, Enjambements und charakterisierende Epitheta, aber auch andere Stilmittel kommen zum Einsatz.
Um zu Beginn dem Leser ein Bild des Ritters zu geben, arbeitet Hölty mit dem charakterisierenden Epitheton „schöner junger Ritter“ 8 , welches das Äußere des Mannes beschreibt. Durch die Anapher werden die Hauptfiguren vorgestellt und auf eine Ebene gestellt. 9 Eine weitere Gleichstellung der beiden Hauptcharaktere findet im Verlauf des Gedichtes statt, indem der Autor bei beiden Figuren das Wort „vergaß“ beim Bruch des Schwures einsetzt („sie vergaß der Nonnenpflicht“ 10 , „vergaß der alten Zärtlichkeit“ 11 ). Die Emotionen und die Leidenschaftlichkeit des Ritters werden zum einen mit der Alliteration „viel von“ 12 verdeutlicht, zum anderen mit der Verwendung und Wiederholung von Possessiv- und Personalpronomen („seinen“, „sie“ 13 ). Der in der ersten Strophe genannte Schwur wird in der zweiten Strophe in direkter Rede wiedergegeben, was dem Schwur eine große Bedeutung zukommen lässt. Um diesen überzeugend zu gestalten, setzt der Autor viele, teilweise miteinander kombinierte, Stilmittel ein. Durch die Anapher und den gleichzeitigen Parallelismus wird dem Schwur mehr Nachdruck verliehen. 14 Die direkte Anrede an Belinde (Apostrophe) verleiht der Aussage des Schwurs mehr Nachdruck, Leidenschaftlichkeit und Glaubwürdigkeit. 15 Die Alliterationen „ganzes Herz geweiht“ 16 und „Seelen Seeligkeit“ 17 betonen die Ernsthaftigkeit und die Intensität der Liebe. Auffällig ist die häufige Verwendung von Personal- und Possessivpronomen, womit der Autor eine Verbindung zwischen Ritter und Nonne aufbaut und die Aussage des Ritters personalisiert. 18
8 Str. 1, V. 2.
9 Vgl. Str. 1, V. 1f.
10 Str. 3, V. 3.
11 Str. 4, V. 5.
12 Str. 1, V. 5.
13 Vgl. Str. 1, V. 5f.
14 Vgl. Str. 2, V. 1f.
15 Vgl. Str. 2, V. 4.
16 Str. 2, V. 5.
17 Str. 2, V. 8.
18 Vgl. Str. 2, V. 4ff.
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Arbeit zitieren:
Anna Bregs, 2009, Ludwig Christoph Heinrich Hölty: "Die Nonne" - Analyse und Interpretation, München, GRIN Verlag GmbH
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