Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3-5
2. Wo liegt das Öl? 5/6
2.1. Wie sind die einzelnen Bereiche eingeteilt? 7/8
2.2. Technische Voraussetzungen 9-11
2.3. Ölraffination 11/12
3. Momentane Energiesituation auf Kuba 12/13
4. Wie stellt sich die Energiefrage im Allgemeinen auf Kuba dar? 13/14
5. Wie verhält sich die USA? 15-17
5.1. Angst vor China 17/18
5.2. Umweltschäden 18/19
5.3. Angst, dass das Öl als Druckmittel benutzt wird 19/20
5.4. Kuba im Rahmen der „Achse des Öls“ 20/21
5.5. Schräg bohren 21
5.6. Erlaubnis selbst zu bohren 22
6. Schlussbetrachtung 22-24
Literaturverzeichnis 26-28
2
1. Einleitung
Durch die wachsende Bedeutung der Energiefrage wird der Focus der Weltöffentlichkeit auf Regionen gerichtet, die dadurch eine stark überbewertete Position in der Politik einnehmen. Man spricht von Petropolitics 1; 2 , zu den Gebieten gehören Staaten, wie Aserbaidschan, Angola, Tschad, Ägypten, Guinea, Iran, Kasachstan, Nigeria, Russland, Saudi Arabien, Sudan, Usbekistan, Venezuela oder zukünftige Konfliktregionen, wie die Spradly Inseln. In der Zukunft muss auch Kuba in diese Staaten mit eingereiht werden. Ein Land, was jahrelang von der UDSSR mit Rohöl subventioniert wurde und sich durch diese Allokationen in eine starke Abhängigkeit zu der UDSSR begeben hatte, was zur Folge hatte, dass Kuba nach Glasnost und Perestroika in den 1990er Jahren fast wirtschaftlich kollabierte. Nach einer Übergangsphase „Periodo Especial“, einer Zeit des Inkrementalismus, konnte ein neues Bündnis aufgebaut werden mit dem 1998/99 gewählten Venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez, der aus seiner Seelenverwandtschaft zu Fidel Castro kein Hehl macht, man spricht von einem „transnationalem Erbe“ 3 . Dieser Hugo Chávez hält seit Jahren den sozialistische Staat in der Karibik durch Öllieferungen, die weit unter dem Marktwert geliefert werden und zum größten Teil nicht mit Geld sondern Dienstleistungen vergütet werden, am leben. Dieser Pakt wurde im Oktober 2000 unterzeichnet und wurde treffend „Öl für Dienstleistungen“ genannt. Im Jahr 2004 gab die CUBPET, die kubanische Ölgesellschaft, den Fund riesiger Öl- und Gasvorkommen bekannt.
1 Vgl.: Bodemer, Klaus, „Petropolitics“ politischer Diskurs, Geopolitik und ökonomisches Kalkül in den Beziehungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten, Lateinamerika Analysen 16, 1/2007, S. 169-201 2 Vgl.: Friedmann, Thomas, The First Law of Petropolitics, New York Times, 2006, S. 1-4
3 Vgl.: Schmidt-Häuer, Christian, Revolutions-Rentner, Die Zeit, 2007
3
Der Höchstpreis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) lag im Juli 2008 bei 147$ Dollar.
„Energie ist das wichtigste Element der Globalisierung. Erdöl, Gas und andere Energieträger werden immer knapper und teurer, während gleichzeitig die Nachfrage steigt.“ 4
„Die Jagd nach Ressourcen schafft neue Allianzen und Konflikte und führt mehr und mehr zur Verschiebung im internationalen Machtgefüge.“ 5 Man kann starke Machtverschiebungen zu Gunsten ressourcenreicher Entwicklungsländer erkennen, dies kann man in Latein Amerika sehr gut an Venezuela erkennen, wo die Außenpolitik durch den Ressourcenreichtum bestimmt wird. Bündnisse bauen oft auf Verträge, die Energielieferungen beinhalten. Die Außenpolitik beinhaltet häufig Sanktionen positiver oder negativer Art, es gibt Vorzugskonditionen für Mitglieder der Petrocaribe, Petroandino, Petrosur oder der ALBA, Auch die Rhetorik gegenüber den USA verschärfte sich im laufe der Jahre, es kommt immer wieder zu Aussagen, wie „Die Öllieferungen werden geprüft oder vermindert.“
4 Vgl.: Bodemer, Klaus, „Petropolitics“ - politischer Diskurs, Geopolitik und ökonomisches Kalkül in den Beziehungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten, Lateinamerika Analysen 16, 1/2007, S. 169-201
5 Ebd.
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Es ist auch davon auszugehen, dass das Öl als hochgradig „national“ angesehen wird, indem es diskursiv verknüpft ist mit Vorstellungen zur „Identität“ und des„nationalen Interesses“. Wegen der globalen Bedeutung von Öl, spielen schließlich transnationale und multinationale Akteure eine prominente Rolle in der Ausgestaltung seiner politischen Ökonomie sowie den sozialen, kulturellen und institutionellen Arrangements, seiner symbolischen Definition und den Modalitäten seiner Regulierung. 6
„Die Bedeutung des Erdöls für Kuba“, soll in dieser Hausarbeit dargestellt werden, zudem soll auch betrachtet werden, wie die Hegemonie Macht USA mit den neuen Gegebenheiten umgeht.
Die Recherchen für diese Hausarbeit stellten sich als äußerst schwierig dar, da kaum Informationen über dieses heikle Thema zu finden sind. Der überwiegende Teil der Literatur kommt aus den USA, da Kuba von Key West nur ca. 144 Kilometer entfernt ist. Informationen aus Kuba zu bekommen gestaltete sich als fast unmöglich.
2. Wo liegt das Öl? Geschichtlich
Die Ölindustrie auf Kuba entstand im Jahre 1881 in der Provinz Matanzas, spanische Kolonisten fanden nahe der Stadt Motembo Erdöl. Durch fehlende Technik konnte bis 1959 nur eine signifikant kleine Menge von 2000 Barrel pro Tag gefördert werden. 1971 entdeckten sowjetische Wissenschaftler an der Nordküste ein großes Reservoir an Öl, jedoch von schlechter Qualität. 7 Dieses Festland-Öl wird als „sauer“ bezeichnet und die Verarbeitung, im Gegensatz zu normalen Ölvorkommen ist recht kostspielig.
6 Vgl.: Bodemer. Klaus, „Petropolitics“ - politischer Diskurs, Geopolitik und ökonomisches Kalkül in den Beziehungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten, Lateinamerika Analysen 16, 1/2007, S. 169-201
7 Vgl.: Whelan, Carolyn, “Castro´s Revenge: Der kubanische Öl-Ansturm”, FAZ.Net,
2007
5
Die aktuellen Funde, die weltweit für Aufsehen gesorgt haben, liegen ca. 55 Kilometer östlich vor der Küste Havannas und werden von der Qualität her als recht hochwertig eingestuft, im Gegensatz zum schlechten Festland-Öl. 2004 gab die CUBPET, die kubanische Ölgesellschaft, den Fund riesiger Öl und Gasvorkommen bekannt.
Ein Bericht von der US Geological Survey bestätigte dieses. Das Nord-Becken Kubas beherbergt eine erhebliche Menge Öl, zwischen 4,6 Mrd. bis 9,3 Mrd. Barrel Rohöl und zwischen 9,8 Billionen bis 21,8 Billionen Kubikfuß Erdgas. Kuba verschwendete keine Zeit, für die Teilung der 74000 Quadratmeilen (111000 Quadratkilometer). 8;9
Quelle: Havanna Jornal
Die Wassertiefe, in der sich die Lagerstätten befinden, sollen zwischen 1200 und 3500 Metern liegen. 10
Dieser Bereich wird als Tiefseebereich bezeichnet.
8 Vgl.: Whelan, Carolyn, “Castro´s Revenge: Der kubanische Öl-Ansturm”, FAZ.Net, 2007 9 Vgl.: Maidment, Paul, “Cuba Libre?”, Forbes, 2006
10 Vgl.: Umann, Ulrich, Bundesagentur für Außenwirtschaft, „ Kuba erweitert Erdölförderung und- verarbeitung“, 2007
6
2.1. Wie sind die einzelnen Bereiche eingeteilt? Erstes Paket
Es gibt eine Wirtschaftszone in der Tiefsee des Golfes von Mexiko, die Ausbreitung beträgt 111.000 qkm, dieser Bereich wurde in 59 Zonen (Blöcke) eingeteilt, wovon in 49 die Exploration der Lagerstätten stattfinden darf. Die Tiefe der See soll hier bei ca. 1800 Metern liegen (andere Zahlen sagen 1200-3500Meter). 11 Die Konzessionsverteilung ist wie folgt angelegt:
7 Blöcke für die spanische Ölgesellschaft „Repsol-YPF“, die nach Angaben auf ihrer Internetseite die Blöcke (N25, N26, N27, N28, N29 und N35)erhalten haben, sowie zusätzlich N 36. 12
6 Blöcke für die Norwegische Öl-Gesellschaft „Norsk Hydro“. 6 Blöcke für die indische Gesellschaft „ONGC“. 13 4 Blöcke für „Sherrit Oil and Gas“ aus Kanada. 4 Blöcke sind an „Petronas“ aus Malaysia vergeben worden. 4 Blöcke an die „PDVSA“ aus Venezuela.
Zusätzlich soll „Petrobas“ aus Brasilien eine noch nicht veröffentlichte Anzahl von Blöcken erworben haben.
11 Vgl. Umann, Ulrich, Bundesagentur für Außenwirtschaft, „ Kuba erweitert Erdölförderung und- verarbeitung“, 2007
12 Vgl.: Internetseite: www.repsol.com [Stand 04.08.2008]
13 Vgl.: The Times of India, „ONGC inks oil pact with cuba“, 2006
7
Das zweite Paket
Das zweite Paket besteht aus 43 Zonen, wovon sich auf dem Festlandsockel 28 Blöcke und im seichten Küstengewässer 15 befinden. Die Verteilung der Explorationsrechte ist wie folgt aufgeteilt: 5 Blöcke für „Sherrit Oil and Gas“, sowie 5 Blöcke für “PEBERCO” beide aus Kanada, 5 Blöcke für die zweitgrößte Ölfirma Chinas „SINOPEC“. Verhandlungen für weitere Konzessionen laufen derzeit mit asiatischen und Lateinamerikanischen Unternehmen. 14; 15
Beim ersten Paket werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet, zudem soll die Qualität besser sein als das Erdöl vom Festland, dies wird als „sauer“ bezeichnet. Die ausländischen Ölgesellschaften konnten ihre Blöcke nur erwerben, indem sie eine Production-Sharing-Vereinbarung mit der kubanischen Ölgesellschaft „CUPBET“ unterzeichneten, was aber nicht ungewöhnlich ist, da laut Tina Rosenberg, 77% der Weltölreserven staatlichen Ölkonzernen gehören. 16 Die einzige Firma die kein „Joint and Venture Zwang“ hatte, ist die venezolanische Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA), was den Hintergrund hat, dass die Venezolanische Regierung unter Hugo Chávez Kuba mit Öllieferungen subventioniert.
14 Vgl.: Maidment, Paul, “Cuba Libre?“, Forbes, 2006 15 Vgl.: Whelan, Carolyn, „ Castros Revenge“, Forbes, 2007
16 Vgl.: Rosenberg, Tina, “The Perils of Petrocracy”, The New York Times, 2007
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Arbeit zitieren:
Björn Barchmann, 2008, Die Bedeutung des Erdöls für Kuba, München, GRIN Verlag GmbH
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