Universität Leipzig Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft Lehrstuhl Buchwissenschaft / Buchwirtschaft Seminar: Der Sortimentsbuchhandel
Neue Vertriebswege im Buchhandel
Der Internetbuchhandel
Eingereicht von:
Cornelia Weinreich
Inhaltsverzeichnis
A ) T h e o r e t i s c h e r T e i l
1. Charakterisierung des Internetbuchhandels 3
1.1 Definition des Internetbuchhandels 3
1.2 Der Internetbuchhandel in Zahlen 5
2. Geschichte des Internetbuchhandels 7
2.1 Entwicklung in den USA 7
2.2 Entwicklung in Deutschland 8
3. Spezifika des Internetbuchhandels 8
B ) P r a k t i s c h e r T e i l
4. Reine Internetbuchhändler in Deutschland 13
4.1 amazon de 13
4.2 Weitere Anbieter 16
5. Fazit Ausblick 19
Literatur 21
2 NA
1. Charakterisierung des Internetbuchhandels
1.1 Definition des Internetbuchhandels
Eine eindeutige und übereinstimmende Definition vom Internetbuchhandel, oder auch Online-Buchhandel genannt, findet sich in der Literatur nicht. Vielmehr gibt es Versuche der Unterteilung und Spezifizierung. Diese Schwierigkeit und unterschied- liche Handhabung mit diesem Begriff liegt zum einen in der Neuartigkeit dieses Ver- triebweges begründet, aber auch in den ständigen Erweiterungen und technischen Innovationen auf dem Gebiet des Electronic Commerce, kurz E-Commerce, dem Handel mit Waren oder Dienstleistungen, deren Auswahl und Bestellabwicklung auf elektronischem Weg erfolgt.
findet sich die allgemein gehaltene Definition:
„Allgemeine Bezeichnung für Buchhandel auf elektronischem Wege, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Im Jahr 2000 wurden in Deutschland Bücher im Wert von 378 Mio. DM (2,3 % des Buchumsatzes) über das Netz vertrieben, davon ca. 75 % vom reinen Internet- buchhandel, 25 % von Sortimentern, die diesen Zusatzdienst anbieten. Weltweiter größter Händler ist Amazon.“
An dieser Stelle muss der eben verwendete Begriff „reiner Internetbuchhandel“ ge- klärt werden, der in der Literatur von mehreren, u.a. HARTMANN, RIEHM und YOM, gebraucht wird. Hierunter subsumiert man nur jene Anbieter, die ihre Ware Buch ausschließlich über das Internet vertreiben, deren Auswahl und Bestellung on- line erfolgt und die Zustellung der Bücher auf postalischem Wege. Reine Internet- buchhändler zeichnen sich zusätzlich dadurch aus, dass sie kein Zwischenhändler sind, trotzdem aber nicht über einen stationären Vertrieb verfügen. Ihre Angebotspa- lette können sie nur online offerieren; auch Kataloge gehören nicht zu ihrer Präsenta- tion. Reine Internetbuchhändler charakterisieren sich demnach durch die alleinige Kommunikation mit dem Kunden per Internet, weshalb all jene Händler, die das In- ternet als zusätzliche Möglichkeit des Handelns nutzen, nicht zu den reinen Internet- buchhändlern zählen. HARTMANN spricht nach seiner Definition von zzt. vier rei-
HILLER / FÜSSEL, 2002, S. 166
3
nen Händlern 2 , während sich bei RIEHM, der sich auf die Umfragen des Börsenver- eins stützt, die Angabe findet, dass es im Jahre 2001 87 reine Internetbuchhändler gab. 3 Die bekanntesten und größten lassen sich jedoch auf wenige reduzieren: ama- zon.de, buch.de, buecher.de und booxtra.de, wobei buch.de seit 1.12.2002 bol.de übernommen hat und buecher.de und booxtra.de seit 1. November 2001 zusammen gehören.
Jene Händler, die das Internet als zusätzlichen Vertriebsweg nutzen, sind zum einen die Verlage, die direkt an ihre Kunden aufgrund einer Online-Bestellung Bücher versenden, und zum anderen stationäre Händler, die auch im Internet mit einer eige- nen Webseite und einem Bestellformular vertreten sind. 4 Bei den Verlagen, die direkt an die Kunden liefern und somit den Zwischenhändler umgehen, handelt es sich meistens um kleinere bzw. Fachbuchverlage, die entweder nicht bei einem großen Zwischenbuchhändler vertreten sind oder ein sehr spezielles Themengebiet vertreten, so dass sich der Kunde direkt an den Verlag wendet. Die stationären Händler, die auch im World Wide Web offerieren 5 , sind zum großen Teil Spezialsortimente, die deutschlandweit bzw. weltweit Kunden besitzen, oder aber Sortimente, die die Aus- gaben für eine Internetpräsenz aufbringen können 6 . Die Kosten für die Erstellung und Wartung einer Internetseite müssen sowohl finanziell als auch personell berech- net werden und stellen für manchen Sortimenter eine zu hohe Belastung dar, so dass nicht jeder Sortimenter auf diese zusätzliche Möglichkeit des Handelns zurückgreift. Weiterhin zählen die Online-Angebote der Zwischenbuchhändler wie beispielsweise libri.de sowie die Produzenten und Vertreiber von elektronischen Büchern (e-books), wie z.B. dibi.de, ebenso zum Online-Buchhandel. 7 Im folgenden sollen jedoch die reinen Internetbuchhändler im Mittelpunkt stehen. Der reine Internetbuchhandel darf jedoch nicht mit dem traditionellen Versandbuch- handel verwechselt werden, den es seit über 30 Jahren gibt und der sein Angebot per Katalog, der an die Kunden verschickt wird, anbietet und die Bestellung per Telefon oder Telefax annimmt. 8
2
HARTMANN, 2001, S. 92
3
RIEHM et. al., 2001, S. 73
4
Auch bei diesen Händlern erfolgt die Auslieferung der Ware auf traditionellem, ergo postalischem Wege.
5 z.B. www.lob.de; Internetseite des medizinischen Fachbuchhandels „Lehmann“ 6 z.B. Hugendubel 7 vgl. RIEHM et. al., 2001, S. 76 8 z.B. Mail:Order:Kaiser, zweitausendundeins
4
1.2 Der Internetbuchhandel in Zahlen
Betrachtet man nun den reinen Internetbuchhandel näher und schaut auf die Statistik, so fällt auf, dass diese Branche in allen Bereichen Zuwächse und Steigerungen er- fährt. Das liegt zum einen an dem generellen Zuwachs der Internetnutzung und dem steigenden Umwachs im E-Commerce. Wie die Abbildung 1 zeigt, steigt der Umsatz im Bereich des E-Commerce (EC) von nahezu 0 im Jahre 1998 auf für 2003 prog- nostizierte 1,35 Billion US-Dollar weltweit.
Abb. 1: REIF, Wolfgang (2001): Universität Augsburg, Lehrstuhl für Softwaretechnik und Program- miersprachen 9
Laut der aktuellen Studie „Online Reichweiten Monitor 2003 I“ sind rund 61 %, das sind 15,4 Mio., der Online-Nutzer auch Käufer von Waren oder Dienstleistungen. Dabei gehört zu den häufigsten im Internet bestellten Produkten das Buch an erster Stelle mit 6,63 Mio Exemplaren, noch vor den Musik-CDs mit 5,21 Mio. Stück 10 . Im Jahre 2000 waren es lediglich 5,9 Mio Online-Nutzer, die auch etwas gekauft haben. Damals waren es 3,4 Mio. Bücher, die gekauft wurden. 11 Diese Steigerung im Bereich der Nutzer und Verkäufe spiegelt sich auch in den Um- satzzahlen wider: Im Jahre 2001 betrug der Gesamtumsatz in der Buchbranche 9,4 Mrd. Euro und fiel damit um 0,1 % zum Vorjahr. Interessant dabei ist, dass der stati-
9
http://www.informatik.uni-augsburg.de/lehrstuehle/info1/lehre/ss01/e- commerce/folien/III.1Statistik.pdf
10
www.agirev.de/index_ka69.php, 01.06.2003
11
HARTMANN, 2001, S. 39f.
5
Quote paper:
Cornelia Weinreich, 2003, Neue Vertriebswege im Buchhandel - Der Internet-Buchhandel, Munich, GRIN Publishing GmbH
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