Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
1 Einführung 3
2 Grundlagen der Christologie 4
3 Christologische Logos-Modelle 8
3.1 Das Logos-Sarx Modell unter Appolinaris von Laudicaea 10
3.2 Das Logos-Antropos-Modell alexandrinischer und antiochenischer Schule 11
3.2.1 Die antiochenische Christologie 12
3.2.2 Die alexandrinische Christologie 13
3.3 Cyrill gegen Nestorius - der Zusammenprall der beiden Christologien 14
4 Das Christus-Dogma des Konzils von Chalcedon 16
Monographien 18
Einführung 3
1 Einführung
„Das spezifische des christlichen Glaubens ist nicht die bloße Überzeugung von einem lebendigen Gott, sondern der Glaube an den Gott, den Jesus von Nazareth uns erschlossen, an den Gott, der sich uns in Jesu Schicksal kundgetan hat“ 1 , so die einführenden Worte von Theodor Schneider in das zweite Kapitel seines Buches „Was wir glauben - eine Auslegung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses“. Davon ausgehend, dass sich Gott den Menschen eben durch Jesus und sein Schicksal offenbart hat und sich auch heute noch Christen in ihrem Leben von der Gegenwart Jesu Christi bestimmen lassen, zeigt, dass Jesu „mehr als eine Figur der Vergangenheit, mehr als ein moralisches Vorbild“ 2 ist. Hier wird deutlich: zu einer Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben gehört damit ganz zentral die Frage danach wer Jesus von Nazareth war und was er eigentlich wollte um somit die heutige Bedeutung von ihm, im Leben derer, die ihr Leben von seiner Gegenwart bestimmen lassen, zu verstehen. 3 Zudem ist, um die Bedeutung Jesu für „seine“ Gemeinschaft vollends zu verstehen, nicht nur ein Blick auf die Historie und seine Botschaft notwendig. Viel mehr ist, um das Wirken von Jesus und Botschaft in der Gesamtheit zu verstehen, auch eine Auseinanderssetzung mit der Bedeutung seines Todes am Kreuz, sowie der Entstehung des Glaubens an seine Auferstehung notwendig. Dem Christus-Dogma des Konzils von Chalcedon (451), welches eben ein entscheidender Schlüssel auf dem Weg zum Verständnis des Wirkens und der Botschaft von Jesus ist, geht eine längere christologische Debatte mit entscheidenden Impulsen von mehreren altkirchlichen Konzilien voraus. Ziel dieser Ausarbeitung ist es, sich eben mit der theologischen Vorgeschichte, die zum Christus-Dogma des Konzils von Chalcedon führte, zu beschäftigen. Dafür werden innerhalb dieser Ausarbeitung zentrale Lehren und Strömungen, die letztendlich zur Entstehung jenes Christus-Dogmas beigetragen haben
1 Schneider, Theodor: Was wir glauben, Düsseldorf: Patmos Verlag, 5 1998, S. 186.
2 Tück, Jan-Heiner: Jesus Christus - Gottes Heil für uns - eine dogmatische Skizze, in:
Hotze, Gerhard; Nicklas, Tobias; Tomberg, Markus; Tück, Jan-Heiner: Jesus begegnen - Zugänge zur Christologie
Freiburg im Breisgau: Herder, 2007, S. 119 - 176, hier S. 119.
3 Vgl. ebd.
Grundlagen der Christologie 4
wie z.B. der Arianismus oder der Appolinarismus, dargestellt und kritisch reflektiert. Um diese jedoch korrekt einordnen zu können ist vorweg eine einführende Auseinandersetzung um das Heilswirken und die Person von Jesus notwendig.
2 Grundlagen der Christologie
Die Frage danach wer Jesus von Nazareth war, lässt sich auf rein historischer Ebene nicht vollständig ergründen. Denn auch die ältesten Quellen über Jesus, zu denen das Markusevangelium, die Redenquelle Q, sowie wahrscheinlich Teile des Thomasevangeliums zählen, bieten nicht das Datenmaterial, was für eine historisch zuverlässige Biographie von Jesus notwendig wäre, da keines der Quellen eine rein chronologische Darstellung des Lebens Jesu vornimmt. Zudem sind die Quellen nicht primär auf eine (rein) geschichtliche Wiedergabe des Lebens Jesu ausgerichtet. 4 Die Evangelien berichten zwar von Jesus, „indem sie von seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferweckung erzählen“ 5 , die Intention ist aber viel mehr eine „theologische Deutung des Lebens und Wirkens Jesu“ 6 . Die Entstehung des Glaubens an die Auferstehung Jesu Christi beginnt jedoch erst mit der Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen. Diese, wie z.B. die von Kleopas und einem weiteren Jünger einen Tag nach Pessach, auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus, vermittelt die Erkenntnis: Jesus lebt! (vgl. LK 24, 31). Sein Tod bedeutete damit nicht das Ende, sondern eröffnet eine neue Dimension. Denn er war der Messias, der leiden musste und am dritten Tage von dem Toten auferstanden ist, damit gepredigt werde in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern, wie von ihm geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen (vgl. Lk 24, 42). Schon bald nach seinem Tod und der Erfahrung seiner Auferstehung werden Jesus diverse Hoheitstitel zugeschrieben, wie z.B. Christus, Herr oder auch Sohn,
4 Vgl. Nicklas, Tobias: Wer war Jesus von Nazaret? Jesus im Spiegel der Evangelien, in:
Hotze, Gerhard; Nicklas, Tobias; Tomberg, Markus; Tück, Jan-Heiner: Jesus begegnen - Zugänge zur Christologie,
Freiburg im Breisgau: Herder, 2007, S. 7 - 78, hier S. 10
5 Tück,, S. 121.
6 Nicklas, S. 9.
Grundlagen der Christologie 5
„die seine Einzigkeit und Göttlichkeit zum Ausdruck bringen“, 7 um somit auch auf diese Weise den Glauben an den auferweckten Jesus zu bekunden. 8 Diese Hoheitstitel sind in einer Linie mit den diversen Bekenntnisformeln zu sehen, mit denen die Christen der Urkirche ihren Glauben an Jesus zum Ausdruck brachten, wie z.B. der Auferweckungs-formel (Röm 10,9), in der die Ostererfahrung, also dass Jesus auferstanden ist, kurz wiedergegeben wird. 9
Trotz der geschilderten Problematik, dass kaum verlässliche Quellen zur Erstellung einer Biographie von Jesus vorhanden sind und viele der verfügbaren Quellen eben die Glaubenserfahrung in den Vordergrund stellen, lassen sich doch einige (entscheidende) Grundlinien des Lebens Jesu und seiner Botschaft nachzeichnen. 10 Aus diesen ergibt sich auch, dass er Mensch Jesus von Nazareth ein zutiefst jüdischer Mensch war und als solcher seine Wurzel im vielfältigen und lebendigen gelebten Judentum seiner Zeit und seines Umfelds fand. 11 Daher sind sowohl seine Botschaft, als auch die Deutung seiner Gestalt durch seine Anhänger, vor dem Hintergrund jüdischen Denkens zu verstehen. Die Bedeutung und Tragweite der Hoheitstitel, die Jesu zugeschrieben werden, wie z.B. Christus oder Sohn Gottes können daher ebenfalls nur verstanden werden, wenn man sich mit der Bedeutung der Begriffe im Kontext des jüdischern Hintergrundes beschäftigt. Durch die Zuschreibung von Hoheitstiteln und das Betonen der heilsgeschichtlichen Bedeutung vom Tod und Auferstehung Jesu durch die Evangelien und der ersten nachösterlichen Gemeinde wird eben die „heilsgeschichtliche Sicht der Wirklichkeit“ 12 im Kontext jüdischen Verstehens in den Vordergrund gerückt. 13 Der Tod und die
7 Tück, Jan-Heiner, 2007, S. 121.
8 Vgl. Hotze, Gerhard: Das Christusbekenntnis im Neuen Testament, in:
Hotze, Gerhard; Nicklas, Tobias; Tomberg, Markus; Tück, Jan-Heiner: Jesus begegnen - Zugänge zur Christologie,
Freiburg im Breisgau: Herder, 2007, S. 79 - 118, hier S. 83.
9 Vgl. Hotze, S. 80.
10 Vgl. Nicklas, S. 9.
11 Vgl. ebd., S. 31.
12 Tück, S.121.
13 Nicklas, S. 8.
Arbeit zitieren:
Hans Kottemann, 2009, Der Weg zur Entstehung des Christus-Dogmas von Chalcedon, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: Der Weg zur Entstehung des Christus-Dogmas von Chalcedon ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: neuer Titel erschienen: Der Weg zur Entstehung des Christus-Dogmas von Chalcedon
Hans Kottemann hat einen neuen Text hochgeladen
Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche
Grundlagen Theologie
Franz Dünzl
Kommunikative Theologie: Zugänge - Auseinandersetzungen - Ausdifferenz...
Communicative Theology: Approa...
Matthias Scharer, Bradford E. Hinze, Bernd Jochen Hilberath
Die Entstehung einer Weltreligion I
Von der koranischen Bewegung z...
Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig
Modern Dogma and the Rhetoric of Assent Modern Dogma and the Rhetoric ...
Wayne C. Booth, Wayne Booth
Christus Jesus - Mitte der Geschichte? Christ Jesus - the Center of Hi...
Beiträge des X. Internationale...
Peter Haigis, Gert Hummel, Doris Lax
Christ in Christian Tradition: From the Council of Chalcedon (451) to ...
Aloys Grillmeier, Pauline Allen, John Cawte
0 Kommentare