Inhaltsverzeichnis:
Anmerkungen der Autoren 5
Lebensweg von Georg Schendel 6
Georg Schendel in Berlin-Johannisthal 14
Melli Beese-Boutard und Georg Schendel 17
Bekanntes über seinen Monteur August Voß 23
Nationale Flugwoche vom 4. bis 11. Juni 1911 auf dem Flugplatz Johannisthal 24
Die letzten Tage vor dem tödlichen Absturz von G. Schendel und A. Voß 26
Gedicht über den Rekordflug Georg Schendels 27
9. Juni 1911 - der letzte Flug von Georg Schendel und August Voß 28
Gaststätte Tolinski und Cafe Senftleben, Treffpunkt der Flugzeugführer 30
Todesanzeigen der Fluggesellschaft Dorner 32
Die Beisetzung Georg Schendels 33
Spenden für die Witwe von August Voß 37
Ursachenforschungen zum Flugzeugabsturz am 9. Juni 1911 38
Personenregister 47
Quellen 48
Literatur 48
Zeitungen und Periodika 49
Bildnachweis 49
Anlage 1 - Dorner Fluggesellschaft mbH, der Arbeitgeber von Schendel und 50
Voß.
4
Anmerkungen der Autoren
Der Johannisthaler Flugplatz - der erste zivile Motorflugplatz Deutschlands - existiert nicht mehr. Er wurde am 26. September 1909 eröffnet und hat im September 1995 mit einer historischen Flugschau endgültig ausgedient.
Heute stehen viele neue Siedlungshäuser auf dem Flugfeld. Fast nichts erinnert mehr an diesen historischen Ort. Kennen die jetzt dort angesiedelten Haus- und Grundstückbesitzer die Geschichten, die mit den Straßen - benannt nach Luftfahrtpionieren - verbunden sind? Wir bemühen uns mit einer Dokumentenreihe auch den neuen Eigentümern die Geschichte des Areals sowie die Luftfahrtgeschichte nahe zu bringen.
Wir begannen zu recherchieren, nachzulesen und zusammenzutragen. Während unserer Spurensuche hatten wir Kontakt mit vielen uns bisher unbekannten Menschen, die uns ausnahmslos freundlich anhörten und - soweit es ihnen möglich war - aktiv und mit Interesse unterstützten.
Besonders danken möchten wir Bronislaw Lis vom Heimatverein Lebork, seiner Tochter Malgorzata Lis und der Leiterin des Museums in Lebork, Mariola Pruska.
Dieser Bericht ist keine wissenschaftliche Arbeit und kann auch nicht als vollständiger Lebenslauf betrachtet werden. Sie soll den interessierten Lesern zum zurückschauen und erinnern an die couragierten Männer dienen.
Zur Vervollständigung und Ergänzung sind wir weiterhin an Erlebnisberichten, Dokumenten und Fotografien über den Flugzeugführer Georg Schendel und seinem Freund August Voß interessiert.
Berlin-Johannisthal im November 2011
Straßenschild 2 in Berlin-Adlershof.
5
Georg Schendel
* 10.08.1885 Lauenburg i. Pommern (heute Lebork) + 09.06.1911 Glienicker Weg in Berlin-Adlershof (Er war der zweite tödlich verunglückte Johannisthaler Flieger auf dem dortigen Flugfeld.)
2008.
1 Im Telefonbuch um 1943 unter der Nummer 370 war Wilhelm Schendel mit dem Wohnort Horst-Wessel-Platz 7 eingetragen.
6
Geburtshaus von Georg Schendel in Lauenburg. Auftragszeichnung 2008 von Bronislaw Lis aus Lebork für die Schendel Dokumentation.
7
Georg Schendel war der einzige Sohn des pommerschen Kaufmanns, Fabrikanten und Stadtverordneten Friedrich Wilhelm Tobias Schendel (geb. 13. Juni 1852) und seiner Ehefrau Sophia Margarethe Schendel, geb. Bethge (geb. 8. Juli 1859 in Luckau/bei Magdeburg, gestorben 22. Oktober 1941 in Lauenburg an Herzmuskelentzündung und Wassersucht).
Seine Eltern kamen in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts nach Lauenburg und heirateten dort am 14. Oktober 1881. 2
Aus Archiven ist bekannt, dass Wilhelm Schendel mit folgenden Immobilien eingetragen war: 1886-1935 Schützenstraße 13
o (Heute ul. Kard. Stf. Wyszynskiego) 1902-1938 Salvatorkirchplatz 7
o (Heute Plac Kopernika) 3
Wilhelm Schendel, Foto 1929 4
Wilhelm Schendel hatte in der Schützenstraße 11 seine Kolonialwaren-Handlung, was die Reklame von 1897 in der „Lauenburger Zeitung“ beweist:
Wilhelm Schendel war seit 15. August 1883 im Lauenburger Schützenverein. Er wurde am 20. Juli 1889 zum Schatzmeister gewählt und am 20. Juli 1914 zum Ehrenmitglied ernannt. Zur Schützengilde gehörten vor allem selbstständige Handwerker, Kaufleute, Akademiker, Beamte, aber auch Gutsbesitzer und Bauern des Kreises.
Gemeinsam mit Wilhelm Schendel gehörte auch der Kassendirektor, später Stadtsparkassendirektor bis zum 01. April 1924 in Lauenburg, Max Groth (geb. 26. März 1850), dem Vorstand der Schützengilde an.
Max Groth wurde am 20. Juli 1889 zum Vorsitzenden gewählt und ebenfalls am 20. Juli 1914 zum Ehrenmitglied ernannt.
2 Standesamt Lauenburg, Nr. 34/1881 und Sterbeurkunde Nr. 264 über Margarethe Schendel. 3 Danziger Stadtarchiv, Dokumente des Bauamtes 1850-1945, Museum Lebork. 4 Foto vom Heimatmuseum in Lebork, Lauenburger Zeitung von 1929.
8
Diese beiden hochgeehrten, unzertrennlichen
Schützenbrüder hatten über 50 Jahre bis zu ihrem Tode die Gilde geführt und sind dann in den 1930er Jahren gestorben.
Im 50jährigen Gildejubiläum hieß es über Wilhelm Schendel und Max Groth:
„Die beiden Herren seien die Pfeiler des Vereins, die Stütze und Grundstock“. 5
Max Groth, Foto 1929 6
2008: Wohnhaus von Max Groth in Lauenburg, St. Salvator Kirchplatz 10 in der Nähe vom Wohnhaus der Familie Schendel 7
Wohnhaus der Familie Max Groth und Wilhelm Schendel.
5 Lauenburger Zeitung 1929 „Die Jubilare der Lauenburger Schützengilde“. 6 Foto vom Heimatmuseum in Lebork, Lauenburger Zeitung von 1929. 7 Alle Fotos von Bronislaw Lis aus Lebork erhalten
9
Stadtplan Lauenburg um den Kirchplatz aus dem Museum im heutigen Lebork.
In der Stadt Lauenburg gab es die Wilhelm-Schendel-Straße in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Bis zur Umbenennung trug sie den Namen Cronau-Straße, dann Gaswerkstraße und heute ist es die Warszawska (Warschauer Straße). Nähere Hinweise zur Namensnennung der Wilhelm-Schendel-Straße sind nicht bekannt. 8 Vermutlich erfolgte die Benennung der Straße aufgrund der Tätigkeit Wilhelm Schendels als Stadtverordneter. Georg Schendel besuchte ab 1892 die
Vorschule in der Gerberstraße, dann das Realgymnasium zu Colberg und schloss seine Schulzeit am Progymnasium zu Lauenburg i. Pommern mit dem Abschluss der „Reife für die Obersekunda eines Realgymnasiums“ 1903 ab. Er nahm am Ersatzunterricht für Griechisch teil.
Die Volksschule in der Gerberstraße. Links neben der Kirche das Wohnhaus von Schendel.
8 Hinweis und Fotos vom Museum in Lebork.
10
Im Programm des "Königlichen Domgymnasium und Königlichen Realgymnasium zu Colberg 1904" (Schuljahr 1903/04) befanden sich zwar, wie in den Programmen davor und danach, keine Schülerlisten, Abiturientenverzeichnisse.
Auf Seite 32 des Schul-Programms wurden die Abiturienten des Realgymnasiums aufgelistet. Es sind nur acht Namen, an zweiter Stelle wird Georg Schendel wie folgt genannt:
„ 2. Georg Schendel, geb. 10.8.1885 zu Lauenburg i. Pommern, ev. Bek., Sohn des Kaufmanns Herrn W. Schendel zu Lauenburg, war 3 Jahre auf dem Realgymnasium, 2 Jahre in Prima, wird Schiffsbau-Ingenieur“.
Anlässlich des 50jährigen Bestehens des Gymnasiums in Lauenburg wurde eine Chronik durch den damaligen Direktor geschrieben. Im Verzeichnis der seit 1860 an der Anstalt tätig gewesenen Lehrer, Hilfslehrer, Religionslehrer und Abiturienten der „Höheren Bürgerschule, des Progymnasiums und des Gymnasiums ist im Eintrag Ostern 1901 als Prüfungstermin zu finden:
Mit „R“ gekennzeichnet bedeutet: Abschluss im Realgymnasium.
11
Arbeit zitieren:
Alexander Kauther, 2011, "Mach mir den Brummer fertig!" - Aus dem Leben des Flugzeugführers Georg Schendel (1885-1911) und seinem Freund und Schüler, Obermonteur August Voß (1881-1911), München, GRIN Verlag GmbH
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