Inhaltsangabe:
1. Einleitung 2
2. Begrifflichkeiten: Querschnittstudie, Längsschnittstudie, Reliabilität, 3
Validität, Signifikanz, Underachiever
3. Die Münchner Hochbegabtenstudie
3.1. Definition: Hochbegabung 5
3.2. Grundlagen, Zeitraum, Durchführung 6
3.3. Ziele und Ergebnisse der ersten Testphase (1986/87) 8
3.4. Ziele und Ergebnisse der zweiten Testphase (1987/88)
3.4.1. Ziele 9
3.4.2. Allgemeine Ergebnisse 10
3.4.3. Ergebnisse bei Underachievern 12
3.4.4. Geschlechtsspezifische Ergebnisse 12
4. Thesen und Kritik 14
6. Zusammenfassung 15
7. Literatur 16
1
1. Einleitung
Die Entwicklungspsychologie befasst sich mit der systematischen Erforschung von Veränderungs- und Umformungsprozessen in den Motiven und den Verhaltensweisen von Menschen. Sie will wissen, welche Verläufe kontinuierlich bzw. diskontinuierlich sind und unter welchen Bedingungen. Verhaltensveränderungen ereignen sich über die gesamte Lebensspanne. Die Entwicklungspsychologie will vor allem erforschen, welche Zusammenhänge zwischen Bedingungsfaktoren, genetischer oder sozialer Art und dem tatsächlichen Verhalten eines Menschen bestehen. Entwicklung ist immer zweiseitig bestimmt, von der Natur (Anlage) und der Umgebung. So suchen wir beispielsweise Freunde und Freizeitaktivitäten, die mit unseren eigenen Neigungen übereinstimmen und unabhängig vom Kalenderalter sind. Das Kalenderalter ist als soziale Richtschnur gerade für hochbegabte Kinder oft ein Entwicklungshindernis und gerade intellektuell hochbegabte Kinder sind auf Grund ihres Entwicklungsvorsprunges nicht nach chronologischem Alter einzuteilen. So dürfen intellektuell frühreife Kinder erst ab sechs Jahren zur Grundschule zugelassen werden. Warum aber sollten Schulgesetze, die sich am Durchschnitt orientieren, auch für Kinder gelten, die einen deutlichen Entwicklungsvorsprung haben? Diese und andere Umgebungsvariablen können die individuelle Entwicklung im positiven, aber auch im negativen Sinne beeinflussen. So ist im Grunde die Kreativität und Anstrengungsbereitschaft von Eltern und anderen Erziehern oft entscheidend dafür, ob sich beispielsweise ein musikalisch oder intellektuell hoch begabtes Kind so entwickelt, dass es entsprechende Leistungen (Leistungsexzellenz) zustande bringt. Eltern müssen gute Lehrer finden, geeignete Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung stellen, und sie müssen vor allem das Kind so erziehen, dass es motiviert bleibt, sich anzustrengen und Leistungen zu erbringen. Entscheidend ist nämlich, dass das Kind von sich aus keine Anstrengungen scheut und auch Entbehrungen nicht aus dem Wege geht. Diese Zielerreichung muss dann oft gegen Widerstände oder entgegen ungünstigen Bedingungen durchgesetzt werden. Wenn das Motiv innerlich stark genug ist, sind Ziele auch erreichbar. Jede Begabung braucht fördernde und stimulierende Entwicklungshilfe! Diese allgemeine Feststellung stimmt natürlich immer und für alle Kinder. Die Fragen, die hier jedoch im Hinblick auf begabte Kinder gestellt werden müssen, lauten: Habe sie, verglichen mit durchschnittlich begabten Kindern, andere sozialemotionale Bedürfnisse und wie erkennt man sie? Diese Hausarbeit will an Hand der Münchener Hochbegabtenstudie von Heller und Perleth diesen Fragen nachgehen.
2. Begrifflichkeiten
Querschnittstudie:
Eine Querschnittstudie kann in verschiedenen Forschungsgebieten und unterschiedlichen Forschungsbereichen angefertigt werden. In der empirischen Forschung spricht man von einer solchen Studie, wenn eine einmalige empirische Untersuchung durchgeführt wird, aus der eine gesellschaftliche Momentaufnahme von derzeitigen Fakten, Meinungen und Verhaltensweisen erstellt werden kann.
Längsschnittstudie:
Eine Längsschnittstudie ist ein Forschungsdesign welches in der empirischen Forschung zum Erfassen von sozialen und individuellen Wandlungsprozessen dient. Diese Studie wird mehrfach durchgeführt und die Ergebnisse miteinander verglichen. Eine homogene Gruppe wird über Jahre begleitet und befragt und entwicklungsbedingte Veränderungen werden festgehalten.
Reliabilität:
Die Reliabilität (Zuverlässigkeit) ist ein Maß der Genauigkeit und Verlässlichkeit wissenschaftlicher Messungen, die den tatsächlichen Unterschied beschreibt, der nicht durch Messfehler zustande kommt und erklärt werden kann. Der Grad der Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse bestimmt also die Replizierbarkeit von Ergebnissen bei gleichen Bedingungen und stellt eine der Gütekriterien für empirische Untersuchungen dar. 1
Validität:
Der Begriff Validität ist vom lateinischen Wort validus (kräftig, wirksam, Gültigkeit) abgeleitet und wird als argumentatives Gewicht einer Untersuchung bezeichnet. Sie bezeichnet die Belastbarkeit einer Annahme und ist wie die Reliabilität und Objektivität ein Gütekriterium für Aussagen aus empirischen Untersuchungen. Weiterhin ist sie die Belastbarkeit der Art und Weise, wie ein theoretisches Konstrukt gemessen werden soll, genannt Operationalisierung. 2
1 Vgl.: Heller, Kurt A. (Hrsg.): Begabungsdiagnostik in der Schul- und Erziehungsberatung. Bern, Göttingen,
Toronto 1991, S. 49f
2 Vgl.: Heller (1991), S. 50.
Signifikanz:
Die Signifikanz, auch Bedeutung oder Bedeutsamkeit genannt, steht für die Unterschiede zwischen Messgrößen, die mit einer geringen Wahrscheinlichkeit durch Zufall entstanden sind. Liegt also Signifikanz vor, wird darauf geschlossen, dass tatsächlich Unterschiede vorliegen. Dabei können Unterschiede, die signifikant sind, trotzdem zufällig sein und zwischen 0% und 100% liegen. Überprüft wird Signifikanz durch statistische Tests, die an das Datenmaterial angepasst sind und eine Irrtumswahrscheinlichkeit erlauben.
Underachiever:
Der Begriff Underachiever kommt aus dem Englischen von to achieve: etwas zustande bringen und heißt übersetzt Minderleister. Minderleister bezeichnet eine Person, die unter ihrer Leistung und Möglichkeit bleibt. Ihr kognitives Leistungsvermögen steht im Gegensatz zur erbrachten Leistung, denn der Minderleister erbringt weniger Leistung als er im Stande wäre zu erbringen. Bis heute gibt es noch keine eindeutige Definition des Begriffs. Lediglich konzeptuelle und operationale Erklärungen sind in der Literatur zu finden. Die konzeptuelle Erklärung ist häufig sehr weitgegriffen und beleuchtet nur Teilgebiete eines Underachievers. Demnach sind alle, die in irgendeinem Gebiet unter ihren Möglichkeiten bleiben, als Underachiever zu bezeichnen, was so etwa jede Person mehr oder minder einschließt. Die operationale Erklärung begründet das Phänomen mit der Abweichung von Intelligenzquotienten und Leistungstests wie Schularbeiten, die mit einem Schulnotenmittelwert ausgedrückt werden. 3
3 Vgl.: Heller, Kurt A.: Zielsetzung, Methode und Ergebnisse der Münchener Längsschnittstudie zur
Hochbegabung. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht. Zeitschrift für Forschung und Praxis. München
1990, Jg. 37, S. 94f.
Arbeit zitieren:
Stephan Lembke, 2010, Die Münchner Längsschnittstudie zur Hochbegabung, München, GRIN Verlag GmbH
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