Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Schulen in freier Trägerschaft 4
1.1 Was sind Schulen in freier Trägerschaft 4
1.2 Baden-Württembergs Vielfalt an Schulen in freier Trägerschaft 5
2 Landerziehungsheime 7
2.1 Was heißt Landerziehungsheim (LEH)? 7
2.2 Charakter der Landerziehungsheime 8
3 Die Odenwaldschule Ober-Hambach 9
3.1 Wichtige Fakten 9
3.2 Die Geschichte der Odenwaldschule 10
3.3 Das Schulprofil 12
3.3.1 Wie wir lernen 12
3.3.2 Organisation des Unterrichts 13
3.3.3 Werkstätten 14
3.4 Das Leben an der Odenwaldschule 15
3.4.1 Wohnen 15
3.4.2 Aktivitäten 16
3.4.3 Tagesplan 17
Schluss 18
Literaturverzeichnis 19
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis 20
2
Einleitung
„Entwicklung der Kinder zu Menschen und zur Menschheit - das ist die überzeitliche Aufgabe, zu deren Lösung die Odenwaldschule gegründet wurde, und der sie, unabhängig von den Wandlungen der sozialen und politischen Verhältnisse, in alle Zukunft dienen soll“ 1 , sprach Paul Geheeb 1910 zur Gründung der Odenwaldschule.
Die folgende Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt mehr Licht ins Dunkle des Privatschuldschungels zu werfen und das Chaos von Ersatzschulen, Ergänzungsschulen, Internaten, staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft verständlich zu strukturieren.
Das Augenmerk liegt hierbei ins Besondere auf den Landerziehungsheimen, sowie deren Geschichte und Realisierung. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich dann mit einem ausgewählten Beispiel dieser Art: Die Odenwaldschule Ober-Hambach, die vom Reformpädagogen Paul Geheeb im Jahre 1910 gegründet wurde.
Wie sieht das Leben an einer solchen Schule heutzutage aus? Ist es überhaupt zeitgemäß, dass sich [Schülerinnen und Schüler] 2 hinter Efeu berankten Mauern alterwürdiger Gebäude einengen lassen, sich abgeschieden in der Natur und nur in Verbundenheit mit ausgewählten Kameraden und Lehrern auf ein Leben in einer hektischen und rauen Welt vorbereiten? Wie lebt es sich als Elite kontrolliert durch Alkohol- und Drogentests? Was für Menschen besuchen solche Einrichtungen und was bedeutet es als Lehrkörper an einer solchen Bildungseinrichtung angestellt zu sein?
1 Schäfer (1960), S.3.
2 Wird im Folgenden geschlechtsneutral als ‚Schüler’ bezeichnet.
3
1 Schulen in freier Trägerschaft
1.1 Was sind Schulen in freier Trägerschaft?
Das öffentliche Schulwesen in Baden-Württemberg besteht aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Schulen. So gibt es neben den herkömmlichen staatlichen Schulen auch zahlreiche Schulen in freier Trägerschaft. 3 Diese Schulen können konfessionell, weltanschaulich oder durch besondere pädagogische Interessen und Konzepte geprägt sein. In ihrer Vielfalt ergänzen die Schulen in freier Trägerschaft das staatliche Schulangebot und ermöglichen so den Eltern und deren Kindern eine größere Auswahl. Allen Schülern steht es offen eine Schule in freier Trägerschaft zu besuchen und sie haben dort ebenfalls die Möglichkeit einen anerkannten Schulabschluss zu erwerben. 4
Trotz ihrer Individualität stehen die Schulen in freier Trägerschaft unter der Aufsicht des Staates. Denn wie es schon in Artikel 7 Absatz 1 im Grundgesetz verankert ist, steht das gesamte Schulwesen unter staatlicher Aufsicht. 5 Obwohl die Schulen in freier Trägerschaft weder vom Land noch von der Kommune finanziell unterstütz werden, werden sie dennoch durch das Grundgesetzt geschützt. In Artikel 7 Absatz 4 heißt es „das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet“. 6 Übernimmt eine Schule in freier Trägerschaft jedoch Aufgaben, die der Staat ansonst selbst übernehmen müsste, übernimmt der Staat einen Teil der Kosten. Solche Schulen werden Ersatzschulen genannt. „Eine Schule in freier Trägerschaft ist [eine] Ersatzschule, wenn im Lande entsprechende öffentliche Schulen bestehen.“ (§3, 1) 7 Zum einen können Schulen in freier Trägerschaft gezielter auf Veränderungen und Entwicklungen im Lernverhalten ihrer Schüler eingehen, zum anderen können sie im Vergleich zu öffentlichen Schulen unmittelbarer auf gesellschaftliche
Herausforderungen reagieren. Durch Schulen in freier Trägerschaft, die Neues ausprobieren und weiterentwickeln, kommt es zur Innovation in der Bildung. 8
3
Vgl.
4
Vgl.
5
Vgl.
am: 16.09.2009]
6 Ebd.
7
Vgl.
8
4
1.2 Baden-Württembergs Vielfalt an Schulen in freier Trägerschaft
In Baden-Württemberg gibt es eine große Vielfalt an Schulen in freier Trägerschaft. Freie Schulen gibt es nicht nur im allgemeinbildenden Bereich, sondern auch in der Berufswelt. An vielen freien Schulen kann man eine schulische Vollzeitausbildung in anerkannten Berufen absolvieren. Zudem gehören auch private Fachhochschulen, Hochschulen und Träger der Erwachsenen und Weiterbildung in den Kreis der Schulen in freier Trägerschaft. 9
Im Folgenden werden die wichtigsten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen in Baden Württemberg vorgestellt:
Evangelisches Schulwerk in Baden-Württemberg
„Mit der Gründung des Evang[elischen] Schulwerks wollte die Kirche der Reformation in Württemberg ihren Beitrag zur Bildung, Erziehung und Unterricht in Staat und Gesellschaft verdeutlichen.“ 10 Das Evangelische Schulwerk besteht aus 50 Trägern, die sowohl allgemeinbildende und berufliche Schulen, als auch Sonderschulen unterhalten. Schüler lernen vor allem, „wie sie ein vor Gott selbstverantwortetes Leben führen können“. 11
Evangelischer Schulbund in Südwestdeutschland
‚Erziehung im Sinne des Evangeliums’ - nach diesem Motto möchte der Evangelische Schulbund in Südwestdeutschland den Schülern einen Möglichkeit geben, nicht nur in einer Konsumgesellschaft heranzuwachsen, sondern vielmehr in einer Werkstatt der Menschlichkeit. 12 Der Evangelische Schulbund in Südwestdeutschland zählt etwas mehr als 30 staatlich anerkannte Schulen.
9
Vgl.
10
wuerttemberg.de/fileadmin/mediapool/bezirke/schulwerk/Dokumente/Leitbild_ESW.pdf> [eingesehen
am: 16.09.2009]
11
12
Vgl.
am: 16.09.2009]
5
Im Vordergrund stehen dabei eine christliche Erziehung und die Vermittlung von Werten, die den Schülern und Schülerinnen dabei helfen sollen, sich den Veränderungen und Herausforderungen unserer heutigen Gesellschaft zu stellen. 13
Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg
Eine der grundlegendsten Aufgaben der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg ist die Erziehung der Schüler zu christlicher Weltverantwortung, basierend auf dem katholischen Glauben. In den 27 freien Schulen sind die soziale Verantwortung, der Einsatz für die eine Welt und die Verantwortung für die Schöpfung zentrale Schwerpunkte. 14
Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart
In den ungefähr 83 Katholischen Freien Schulen werden die Schüler nach dem Marchtaler Plan erzogen und unterrichtet. Im Zentrum steht neben dem katholischen Glauben, die Erziehung und Bildung auf den Grundlagen des christlichen Menschenbildes. 15
Verband Deutscher Privatschulen
Der Verband Deutscher Privatschulen sieht sich als Wegbereiter für das gesamte Schulwesen. „Die Vielfalt des heutigen Bildungswesens ist ohne freie Ideen und individuelle Initiativen undenkbar“. 16 Durch die Entwicklung besonderer pädagogischer Inhalte und Formen ergänzt der Verband Deutscher Privatschulen somit das deutsche Bildungswesen. Zum VDP gehören über 250 allgemeinbildende und berufliche Schulen, sowie sieben Hochschulen. 17
13
Vgl.
14
Vgl.
15
Vgl.
16
17
Vgl.
6
Arbeit zitieren:
Katrin O., 2009, Schulen in freier Trägerschaft: Das Modell der Landerziehungsheime am Beispiel der Odenwaldschule, München, GRIN Verlag GmbH
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