Thema „Kooperation“ Spiel: „Die schwächste Maus“
Alle sind Mäuse, ein Kind ist die Katze und somit Fänger. Die Mäuse machen sich aus, wer unter ihnen die schwächste Maus ist, die sie gemeinsam beschützen müssen. Ihr Ziel ist es, dass diese Maus zuletzt gefangen wird. Im Spiel verhalten sich die Mäuse dann dementsprechend taktisch. Wird die schwächste Maus trotzdem schon früher abgeschlagen, hat die Katze gewonnen und die gefangene schwächste Maus ist der neue Fänger. Spiel: „Gruppenstern“
Die Kinder stehen in einem Kreis mit Handfassung; es wird zu zweit abgezählt (1,2,1,2,....). Auf ein Signal lehnen sich alle Einser nach vor (zur Mitte des Kreises) und alle Zweier zurück. So entsteht ein Stern; danach umgekehrt versuchen!
Thema „Mädchen-Jungen“
Spiel: „Gruppenburg“
Es werden eine Jungen- und eine Mädchengruppe gebildet. Jede Gruppe denkt sich eine Methode bzw. Berührung aus, bei der sie ihre Burg (einen engen Kreis) für die anderen öffnet. Dann beginnt eine Gruppe mit der Eroberung der „gegnerischen“ Burg. Ist ihr das Eindringen gelungen, Wechsel! Spiel. „Fotos“
Es werden verschiedenste Bilder (z.B:Tierfotos, Stilleben,....) auf dem Boden aufgelegt. Dazu gibt es zwei Packpapierbögen, auf dem einen Steht „Frau“, auf dem anderen „Mann“. Jeder Mitspieler sucht sich gedanklich ein Bild aus, das seiner Meinung nach besonders gut zu „Mann“ bzw. „Frau“ passt. Danach wird reihum nach den Begründungen gefragt und stichwortartig auf dem jeweiligen Bogen aufgeschrieben. Anschließend werden eine Jungen- und eine Mädchengruppe gebildet, die zunächst jeweils getrennt über „ihr“ Rollenplakat diskutieren. Zum Abschluss gibt es noch ein gemeinsames Gespräch.
Thema „Aggressionen“
Spiel: „Stop“ and „Go“ (und alle anderen Bewegungsspiele) Alle Kinder stehen verstreut im Raum/auf der Wiese. Sobald ein Spieler „Go!“ ruft, laufen alle herum. Ruft dann jemand „Stop!“ bleiben alle stehen u.s.w. Spiel: „Du bist das Tier“
Alle sitzen im Kreis. Im Gespräch wird jedem ein Tier zugeordnet und die Begründung für die Wahl besprochen. Anschließend darf der Angesprochene zu der Auswahl etwas sagen und erklären, welches Tier er sich selbst ausgesucht hätte.
SPIELTHERAPIE:
Die klientenzentrierte Kinderpsychotherapie (und somit die sog. „Spieltherapie“) hat sich seit ihren Anfängen in den 70er Jahren stark verändert und weiterentwickelt. Die bedeutendste Veränderung ist, dass der Therapeut nicht nur beobachtet und kommentiert, sondern aktiv so mitspielt, dass das Kind auf der Spielebene hilfreiche Anregungen zur Entwicklungsförderung und Heilung seiner Probleme bekommt. Ein bedeutender Vertreter der nicht-direktiven Spieltherapie aus Deutschland ist Zulliger.
Für ihn wird das Kind durch das Spiel selbst geheilt. Zulliger greift immer dann ein, wenn er eine Möglichkeit sieht, das Spiel des Kindes aktiv voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Er gibt Impulse, stellt eigene Materialien her und arrangiert Situationen so, wie er es für richtig hält. Das Kind kann im Spiel mit dem Therapeuten emotionale Spannungen abbauen und soziale Konflikte lösen. Zulliger verzichtet auf jegliche Deutungen dem Kind gegenüber, variiert dafür aber in hohem Ausmaß das Angebot von Spielen und Spielpraktiken.
Eine weitere wichtige Veränderung betrifft die Einbeziehung der Familie in die Therapie. Durch die Kombination von Spiel- und Familientherapie lassen sich die im Spiel auftretenden heilsamen Effekte auch auf die familiäre Alltagssituation übertragen.
Heilungsfördernde Merkmale von Spieltätigkeiten:
Welch enorme Bedeutung dem spielerischen Handeln des Kindes zukommt, wird in empirischen Befunden von Schmidtchen u. a. (1977) ersichtlich, welche zeigen, dass die Kinder von 45 Minuten Therapiezeit 41,9 Minuten spielen (also in 95% der zur Verfügung stehenden Zeit). Die restlichen Minuten fallen auf Tätigkeiten wie alleiniges Sprechen, Nichtstun, Aufräumen oder etwas suchen. Das Spielmedium in der Spieltherapie entspricht dem Gesprächsmedium in der Erwachsenentherapie und hat zwei Funktionen: -) Es ist Mittel der Informationsübertragung und Erlebnisgestaltung zw. Klient und Therapeut bzw zw. Klient und Klient (in Gruppentherapien): Das Spiel wird dazu verwendet, dem Spielpartner wichtige Erlebnisse, Gedanken, Erkenntnisse, Phantasien,.... mitzuteilen; z.B. kann ein Kind im Rahmen der Spielhandlung vermitteln, dass es sich gegenüber seinem älteren Bruder benachteiligt fühlt und wie es damit umgeht. Auf der anderen Seite kann der Therapeut durch die Art seines Mitspielens Verständnis vermitteln und Hilfe bei der Verarbeitung von Gefühlen geben. -) Es ist Mittel der Selbstkommunikation des Klienten: Hier kann das Kind das Spiel dazu verwenden, in heilungsfördernder Weise unangenehme Erfahrungen zu verarbeiten oder realistischere Anpassungsformen an die Anforderungen von Außen- und Innenwelt zu finden. Piaget (1969) nennt diese beiden Verarbeitungsformen Assimilation (wenn alte Verhaltensschemata ergänzt werden) und Akkomodation (wenn die Schemata neu entwickelt werden). Das Spiel ermöglicht dabei ein emotional-geistiges Probehandeln, das dem des leisen oder lauten Durchdenkens vergleichbar ist.
Das Kind sollte durch seine Spieltätigkeit in hohem Ausmaß eigenständig lernen, was durch folgende Merkmale begünstigt werden kann und so eine effiziente Heilung förden kann:
Arbeit zitieren:
Elisabeth Turecek, 2000, Spielpädagogik und Spieltherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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