Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union
Seminararbeit von Christian Stöhr
Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union
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Seminararbeit von Christian Stöhr
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 4
2. Entwicklung der Energiepolitik der Europäischen Union 6
2.1 Prioritätensetzung der Europäischen Union bezüglich des Klimawandels 8
3. Vorteile der Förderung von reg. Energien für die EU 9
4. Bisher getroffene Maßnahmen der Europäischen Union um die Nutzung regenerativer
Energien zu fördern 10
4.1 innerhalb der EU 10
4.2 außerhalb der EU 12
4.3 EU Emissionshandelssystem (ETS) 13
5. Anteile regenerativer Energien in der EU 14
6. Energieeffizienzplan 2011 15
7. Potenziale der erneuerbaren Energien in Europa 17
7.1 Solarkraft 17
7.1.1 Photovoltaik 17
7.1.2 Solarthermische Kraftwerke 18
7.1.3 Sonnenkollektoren 19
7.2 Wasserkraft 20
7.3 Windkraft 21
7.3.1 Offshore Windparks 22
8. Schlusswort 23
9. Anhang 24
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Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union
Seminararbeit von Christian Stöhr
„Es wird zunehmend deutlich, dass uns die Verringerung von Emissionen heute billiger kommt als später der Kampf gegen ihre Folgen.“
Kofi Annan, ehemaliger UN‐Generalsekretär (2006)
Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union
Seminararbeit von Christian Stöhr
1. Vorwort
Wissenschaftler und Politiker sind sich in einem Punkt einig. Um eine globale Katastrophe unbekannten Ausmaßes zu verhindern, dürfen in den nächsten 40 Jahren nicht mehr als 750 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid emittiert werden. 1 Mit jeder weiteren in die Atmosphäre abgegebenen Tonne an CO 2 erhöht sich das Risiko, den weltweiten Klima‐Gau ins Rollen zu bringen. Die acht bedeutendsten Industriestaaten, sowie Schwellenländer wie China, Brasilien, Mexico und Indien einigten sich auf dem G8‐Gipfel 2009 auf einen global geltenden Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius. 2 Wie reagiert die Regierung der Europäischen Union auf diese Forderung, was unternimmt sie und wie wirken sich die Maßnahmen international und national auf die Mitgliedsstaaten aus?
Einen ersten Schritt in eine zukunftsorientierte Richtung macht die Regierung der Europäischen Union mit Überlegungen zur Nutzung von regenerativen Energiequellen.
Regenerative Energien ‐ auch erneuerbare Energien oder alternative Energien ‐ sind für die europäische Klima‐ und Energiepolitik, sowie auch global, ein viel diskutiertes und bedeutendes Thema der heutigen Zeit. Seit mehr als einem Jahrhundert stehen dem Menschen fossile Brennstoffe (Öl, Gas und Kohle) als Energiebasis zur Verfügung. Vor ca. 60 Jahren etablierte sich die Kernkraft als weiterer Energieträger hinzu. Sämtliche Wege der Energieerzeugung hatten von Anfang an ihre negativen Begleiterscheinungen mit sich gebracht. Durch Verbrennung fossiler Brennstoffe emittieren Schadstoffe, welche der Atmosphäre unserer Erde zu Schaden kommen. Diese Brennstoffe sind nur endlich vorhanden (d.h. die Vorkommen sind begrenzt) und werden den Menschen nicht immer eine zuverlässige Energiegrundlage sein. Die Kernspaltung ist ein äußerst gefährlicher Akt der Energieerzeugung und kann bei falscher Anwendung verheerende Folgen mit sich bringen. Zudem bereitet uns die Entsorgung des atomaren Abfalls extreme Schwierigkeiten.
Aufgrund dieser umweltbelastenden Tatsachen liegt es an den Politikern und Regierungschefs, die Energiepolitik so zu gestalten, dass die nachhaltige Energieversorgung gesichert wird und somit effektive Alternativen zum Zuge kommen; die regenerativen Energien.
Die regenerativen Energien werden außerdem auch als saubere Energien bezeichnet, da jeglicher Schadstoffausstoß minimal ist.
*Vgl. Dr. Wolfhart Dürrschmidt u. Elke Hammer: (2009) Erneuerbare Energien ‐ Innovationen für eine nachhaltige (BMU, Bundesministerium für Umwelt) Seite8
1 Dr. Johannes D. Hengstenberg [Inhaltlich Verantwortlicher] (2011): . www.klima‐sucht‐schutz.de. von http://www.klima‐sucht‐schutz.de/klimaschutz/klimaschutz/das‐2‐grad‐ziel.html 18. 02. 2011
2 Raimund Schwarze (14. 07. 2009): Zentrum für Umweltforschung UFZ. von http://www.ufz.de/index.php?de=18404 Abgerufen am 18. 02. 2011
Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union
Seminararbeit von Christian Stöhr
Wirtschaftlich gesehen machen erneuerbare Energien die Staaten energiepolitisch unabhängiger voneinander. Momentan wird mehr als die Hälfte des europäischen Energiebedarfs aus Importen anderer Länder gedeckt. 3 Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen, welche nur in einigen Ländern gefördert werden können, erzeugt Energie aus regenerativen Energiequellen keine zusätzlichen Importkosten. Die neuen Energiequellen können im eigenen Land konstruiert und genutzt werden. Mit schwindender Abhängigkeit von Öl und sonstigen Brennstoffen würden die Staatsausgaben für Energieimporte langfristig gesenkt werden. Die Staaten wären somit auch weniger anfällig für Energiekrisen, wie es bei den Ölkrisen 1973 und 1978 der Fall war.
In meiner Seminararbeit werde ich untersuchen, welche Maßnahmen die Europäische Union in Bezug auf die Entwicklung erneuerbarer Energien getroffen hat und welche Auswirkungen diese mit sich brachten. Ich werde die Leser mit geschichtlichen Hintergründen und Tatsachen auf die Notwendigkeit der Einführung und Verbreitung der regenerativen Energien hinführen. In dem ich die geschichtliche Entwicklung der Energiepolitik der EU chronologisch darstelle, lege ich den Fokus auf die von Zeit zu Zeit politisch‐ und wirtschaftlich veränderte Einstellung gegenüber den regenerativen Energien. Die Leser sollen verstehen, warum sich die Energiepolitik der EU in Richtung der sauberen Energien entwickelte. Des Weiteren möchte ich das Augenmerk auf die Maßnahmen, Regelungen und Richtlinien zur Weiterentwicklung der regenerativen Energien innerhalb der Europäischen Union richten. Im Gegenzug zu außereuropäischen Aktivitäten gehe ich intensiver auf die EU‐Entscheide innerhalb der Mitgliedsstaaten ein, da diese für uns EU‐Bürger von weit mehr Bedeutung sind. Außerdem werde ich detailliert auf das Prinzip des Europäischen Emissionshandelssystems, eine Initiative zur Verringerung von Kohlendioxid in der Atmosphäre, eingehen. Das Emissionshandelssystem bewies sich im Kampf gegen CO2 als effizient und wirkt sich positiv auf die Verbreitung regenerativer Energien in der Industrie aus, wodurch dessen Weiterentwicklung unterstützt wird. Nach einer kurzen Gegenüberstellung der prozentualen Anteilswerte von erneuerbarer Energietechnologie in den Mitgliedsstaaten untersuche ich den erst vor kurzem veröffentlichten Energieeffizienzplan 2011 und werde auf die dort genannten Schwerpunkte genauer eingehen. Zu guter Letzt werde ich die Nutzen, Wirkungen und Einsetzungsbereiche der drei wichtigsten erneuerbaren Energiequellen: Solar‐, Wasser‐ und Windkraft darstellen.
Meine Themenwahl begründe ich damit, dass die energiepolitischen Entscheidungen in Bezug auf regenerative Energienutzung in der EU für alle Bürger der 27 Mitgliedsstaaten von wachsender Bedeutung sind. Da heute getroffene Entscheidungen Menschen aus meiner Generation und darüber hinaus später selbst betreffen werden, möchte ich möglichst aufgeklärt darüber sein, welche Hintergründe sich hinter den Argumenten eines Abgeordneten des Europäischen Parlaments befinden, welcher sich mit seinen Kollegen mit diesem Thema auseinandersetzt.
3 Dr. Wolfhart Dürrschmidt u. Elke Hammer: (2009) Erneuerbare Energien ‐ Innovationen für eine nachhaltige (BMU, Bundesministerium für Umwelt) 07.02.2011
Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union
Seminararbeit von Christian Stöhr
2. Entwicklung der Energiepolitik der Europäischen Union
Die Europäische Union bildete sich ursprünglich am 5. Mai 1949 mit der Gründung des Europarates. 4 Drei Jahre später wurde die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet 5 (auch EGKS oder Montanunion) um Deutschland, Frankreich, Italien und die Benelux‐Staaten wirtschaftlich und politisch zu vereinen 6 , sowie weitere ernste Streitigkeiten der Länder zu verhindern. 7 Die Montanunion war die erste supranationale europäische Organisation, welche von anderen Staaten unabhängig und selbstständig war. Das Ziel dieser Union war die Anhebung des allgemeinen Lebensstandards der Mitgliedsstaaten durch erhöhte Produktivität und Ausweitung der Kohle‐ und Stahlerzeugung. 8 Schließlich wurde 1953 der gemeinsame Markt für Kohle und Eisenerz eröffnet, welcher Zölle und mengenmäßige Beschränkungen aufhebt. 1957 war die Gründung der Europäischen Kernenergie‐Agentur zur Förderung der Produktion, Entwicklung und friedlicher Anwendung der Atomenergie in den damaligen Mitgliedsstaaten. In Paris wurde 1974 das Abkommen über ein Internationales Energieprogramm (IEP) sowie die Gründungsurkunde der Internationalen Energieagentur (IEA) unterzeichnet, um eine weitere Energiekrise wie jene im vorangegangenen Jahr zu verhindern (erste Ölkrise). Die beiden Krisen im Jahre 1973 und die darauffolgende im Jahre 1978 ließen Mitgliedsstaaten, welche ihre Energie zum größten Teil selbst produzierten, zu dem Schluss kommen, dass ein Alleingang der Energieproduktion die nationalen Energieprobleme nicht lösen konnte. Frankreich, beispielsweise, deckte 70% des nationalen Energiebedarfs mit Kernkraftwerken selbst. Aufgrund der Absehbarkeit der zukünftigen Energieknappheit der EU und des drohenden Klimawandels etablierte sich Anfang der 1990er Jahre der Europäische Energiebinnenmarkt 9 , welcher den Staaten erlaubte, untereinander Energie zu handeln. Bis heute ist der Energiebinnenmarkt für Gas und Strom mangelhaft ausgestaltet, was bedeutet, dass die nationalen Energiemärkte allenfalls minimal grenzüberschreitend miteinander verknüpft sind. 10
4 Vgl. Schmuck, Otto: (Nov. 2006) in Informationen zur politischen Bildung ‐ Europäische Union; Motive, Leitbilder und Etappen der europäischen Einigung, Etappen der Einigung, Heft 279, Bonn, S.14 Z.64
5 Siehe Fußnote 2, S.14 Z.94 ff
6 Vgl. EUROPA.eu: (23. 05. 2008) von http://europa.eu/abc/history/index_de.htm Abgerufen am 29. 12. 2010
7 Vgl. Reuters: www.Focus.de. von http://www.focus.de/politik/ausland/chronologie_aid_51244.html Abgerufen am 29. 12. 2010
8 Vgl. Wissen Media Verlag www.wissen.de ‐ Geschichte. von
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/geschichte/zeitgeschehen/index,page=1193724.html Abgerufen am 29. 12. 2010
9 Vgl. Schäfer, Dr. Anton: (17. 10. 2005) Die Entwicklung der EU‐Energiepolitik. von http://www.europa‐ digital.de/dschungelbuch/polfeld/energie/ Abgerufen am 29. 12. 2010
10 Vgl. Geden, Dr. Oliver: (05. 09. 2008) Der Energiebinnenmarkt der EU. von http://www.bpb.de/themen/X082BT,0,0,Der_Energiebinnenmarkt_der_EU.html Abgerufen am 29. 12. 2010
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Christian Stöhr, 2011, Entwicklung regenerativer Energien in der Energiepolitik der Europäischen Union, München, GRIN Verlag GmbH
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