Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 4
2. Entstehung des Beschlusstextes 5
3. Inhalt des Beschlusstextes 8
3.1. Einleitung: „Rechenschaft über unsere Hoffnung“ als Aufgabe der
Kirche 8
3.2. Teil 1: Zeugnis der Hoffnung in unserer Gesellschaft 9
3.2.1. Gott unserer Hoffnung 9
3.2.2. Leben und Sterben Jesu Christi 11
3.2.3. Auferweckung der Toten. 12
3.2.4. Gericht 13
3.2.5. Vergebung der Sünden 13
3.2.6. Reich Gottes 15
3.2.7. Schöpfung 16
3.2.8. Gemeinschaft der Kirche. 16
3.3. Teil II: Das eine Zeugnis und die vielen Träger der Hoffnung 18
3.3.1. Inmitten unserer Lebenswelt 18
3.3.2. Das Zeugnis gelebter Hoffnung 18
3.3.3. Gleichförmig mit Jesus Christus 18
3.3.4. Das Volk Gottes als Träger der Hoffnung 19
3.4. Teil III: Wege in die Nachfolge 20
3.4.1. Weg in den Gehorsam des Kreuzes 20
3.4.2. Weg in die Armut 21
3.4.3. Weg in die Freiheit 21
3.4.4. Weg in die Freude 22
2
3.5. Teil IV: Sendungen für Gesamtkirche und Gesamtgesellschaft 23
3.5.1. Für eine lebendige Einheit der Christen 23
3.5.2. Für ein neues Verhältnis zur Glaubensgeschichte des jüdischen
Volkes 23
3.5.3. Für die Tischgemeinschaft mit den armen Kirchen 24
3.5.4. Für eine lebenswürdige Zukunft der Menschheit. 24
4. Fazit 26
5. Literaturverzeichnis 27
3
1. Einleitung
Die Würzburger Synode, die im Zeitraum vom 3. Januar 1971 bis zum 30.November 1975 unter der Leitung von Julius Kardinal Döpfner stattfand, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils für die heute lebenden Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zugänglich zu machen und die Aufgaben der Kirche klar zu definieren. 1 Papst Johannes XXIII. wollte mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Kirche und den Glauben erneuern. „Der Graben“ 2 zwischen der Welt und der Kirche sollte überwunden werden, indem „alte Glaubensformeln [...] mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit verknüpft“ 3 werden. Sein Anliegen kommt am deutlichsten in der Konstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes zum Ausdruck. Die Synode hatte sich der Aufgabe zu stellen, diese Konstitution den Menschen in Deutschland nahe zu bringen, weil Antworten auf eine Umfrage ergaben 4 , dass die Gläubigen sich in einer „Glaubensnot, eine(r) Unsicherheit, den christlichen Glauben zu leben“ 5 sahen. Die Gläubigen waren der Meinung, dass die Kirche ihren Blick mehr auf ihre Situationen zu richten habe. Aus diesem Grund entstand der Beschlusstext Unsere Hoffnung - Ein Bekenntnis zum Glauben in dieser Zeit, um sich der Vermittlungsaufgabe von der heutigen Kirche zu stellen. 6 Im Folgendem wird aufgezeigt, wie dieser Beschlusstext entstanden ist, der als der theologische Grundlagenbeschluss der Würzburger Synode gilt. Daraufhin wird sein Inhalt erläutert. Während dieser Erläuterung findet ein Vergleich mit dem Grundlagentext von Johann Baptist Metz Unsere Hoffnung - Die Kraft des Evangeliums zur Gestaltung der Zukunft statt. Es wird darauf eingegangen, warum die Gemeinsame Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland
1 Vgl. LEHMANN, KARL, Allgemeine Einleitung, 21-67.
2 KLUGER, FLORIAN, „Unsere Hoffnung“, 31.
3 Ebd.
4 Vom 1. Mai bis zum 30. Juni 1970 fanden Fragebogenaktionen unter den Katholiken der
Bundesrepublik Deutschland statt, die aufzeigen sollten, wie sie die Kirche heutzutage sehen (vgl.
POW, Stationen im Detail).
5 KLUGER, FLORIAN, „Unsere Hoffnung“, 31.
6 Vgl. SCHNEIDER, THEODOR, Unsere Hoffnung. Einleitung, 71.
4
bestimmte Formulierungen verändert und vieles hinzugefügt hat, vor allem den Teil IV.
2. Entstehung des Beschlusstextes
Die Sachkommission I, die für die Glaubensfragen zuständig war, 7 hatte in einer Sitzung schon eine Art Grundlagenpapier im Blick gehabt, das sich grundsätzlich mit der religiösen Gesamtsituation der Kirche in der Bundesrepublik Deutschland auseinandersetzen sollte. Zunächst versuchte eine Arbeitsgruppe mit Rückbindung an die Gesamtkommission „in einem mühsamen Erkenntnisprozess [das Problemfeld] zu sichten und zu strukturieren.“ 8 Es wurde über potenzielle Inhalte für einen Beschlusstext diskutiert mithilfe von „Diskussionspapieren und Problemskizzen.“ 9 Dadurch wurde erstmals bewusst, auf wie vielen unterschiedlichen Wegen über die Not der Gläubigen geredet werden kann und versucht werden kann sie zu lösen. Nur „auf einem gewissen Reflexionsniveau“ 10 schien es plausibel, Glaubensaussagen mit der Situation und den Erfahrungen der heute Gläubigen anzusprechen, wobei die „Erfahrung der konkreten Kirche“ 11 sehr wichtig erschien.
Die Sachkommission I hatte zunächst im Blick, zwei getrennte Arbeiten herauszugeben, aber im Februar 1972 wurde beschlossen nur eine Vorlage zu erstellen. Der vorläufige Titel lautete „Unsere Hoffnung. Vom Versuch, heute Kirche zu sein“. 12 Es sollte im Anbetracht der Probleme heute als Christ zu leben, aufgezeigt werden, dass die Kirche eine „Kirche Jesu Christi“ 13 sein solle. Im Januar 1973 wurde festgelegt, eine Vorlage über eine grundsätzliche Anschauung über den Glauben anzufertigen. Johann Baptist Metz, ein Berater und Berichterstatter der Sachkommission I, wurde im April 1973 von der Sachkommission I für diesen Grundlagenentwurf beauftragt, da er als der Richtige
7 Vgl. METZ, JOHANN BAPTIST, Unsere Hoffnung, 710.
8 SCHNEIDER, THEODOR, Unsere Hoffnung. Einleitung, 72.
9 Ebd.
10 Ebd.
11 Ebd.
12 Ebd.
13 Ebd.
5
erschien, um diesem Entwurf „eine gedankliche, stilistische und sprachliche Einheit“ 14 zu verleihen. Er sollte einen von ihm vorgeschlagenen Gliederungsentwurf ausarbeiten. Im Januar 1974 wurde in der Gesamtkommission über den Entwurf, den Metz Unsere Hoffnung - Die Kraft des Evangeliums zur Gestaltung der Zukunft betitelte, diskutiert und im Großen und Ganzen als gut befunden. Am 25./ 26. Oktober 1974 wurde der Text von der Sachkommission bearbeitet. Dabei wurde unter anderem ein anderer Titel gewählt, der mehr auf den Inhalt andeuten sollte. Er lautete nun „Unsere Hoffnung - Ein Glaubensbekenntnis in dieser Zeit.“ 15 Schließlich entstand im Verlauf der ersten und zweiten Lesung in der Vollversammlung der Synode der endgültige Titel Unsere Hoffnung - Ein Bekenntnis zum Glauben in dieser Zeit. 16 Es stand zur Diskussion, ob man nicht besser von einem „Zeugnis des Glaubens“ 17 sprechen sollte, aber da es sich um ein Bekenntnistext handelt, der zum Zeugnis führen soll, fand der Vorschlag keine Mehrheit.
Am 8. Mai 1975 fand auf der 7. Sitzungsperiode der Würzburger Synode die erste Lesung statt. Dabei hob vor allem Johann Baptist Metz die Absicht hervor, die Inhalte des Glaubens im Hinblick auf die Probleme des Glaubens und auf das Leben der heute lebenden Menschen zu sehen. Es gab rund sechzig „schriftliche Änderungsanträge“ 18 der Mitglieder der Synode, die auf die Veränderung der Vorlage des Beschlusstextes abzielten. Im Allgemeinen betrachtet gab es drei Neigungen. Zum einen wollten viele, dass die Anliegen der Synode sprachlich und inhaltlich verdeutlicht werden sollen. Zum anderen sollte der Grundtext ergänzt werden im Hinblick auf eine inhaltliche Komplexität. Diese Anträge wurden weitesgehend berücksichtigt. Zudem waren viele der Meinung, dass die Kirche sich nicht zu stark selbstkritisch zeigen solle. Es stand die Frage im Raum, ob in der Selbstkritik „historische Zusammenhänge verkürzt werden“. 19 Jedoch wurde diese Ansicht von der Vollversammlung nicht geteilt und die selbstkritischen Textpassagen der Kirche wurden nicht abgeschwächt oder sogar
14 Ebd.
15 Ebd., 73.
16 Ebd.
17 Ebd.
18 Ebd.
19 Ebd., 77.
6
entfernt. Im Ganzen betrachtet fand die Vorlage positive Stimmen und die Deutsche Bischofskonferenz erachtete ihn auch als adäquat für die sich zu stellenden Aufgaben der Würzburger Synode. Er sei „ein eindrucksvolles Zeugnis lebendigen Glaubens.“ 20 Die Vorlage wurde mit 220 Für- und 20 Gegenstimmen bei 8 Enthaltungen als Grundlage für die weitere Bearbeitung des Beschlusstextes genehmigt.
Im Herbst desselben Jahres fand die zweite Lesung statt, für die die Sachkommission I die Vorlage überarbeiten musste. Die Bearbeitung beinhaltete manche Einfügungen, kleinere Änderungen oder auch Betonungen, damit die Formulierungen über „Gott, Jesus Christus, den Heiligen Geist, die Heilsgegenwart in der Kirche“ 21 deutlicher wurden. Zudem wurde der Kontext zwischen der Vorlage mit dem kirchlichen Credo mehr hervorgehoben. Nach der zweiten Lesung wurden „Ziele und Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit, christlich gelebte Ehe und Familie, die pastoralen Dienste in der Gemeinde [und] Verantwortung des ganzen Gottesvolkes für die Sendung der Kirche“ 22 in Kraft gesetzt. Am 6./ 7. Juni 1975 wurde der überarbeitete Text einstimmig verabschiedet. Jedoch kamen nach der Veröffentlichung der überarbeiteten Vorlage viele unterschiedliche Änderungsanträge hinzu, die die Sachkommission I berücksichtigen musste. 70 Anträge wurden in überarbeiteter Form angenommen.
Vom 18.- 23. November 1975 fand die 8. Sitzungsperiode der Würzburger Synode statt. 23 Neben der Inkraftsetzung von den Beschlüssen „der Beitrag der katholischen Kirche in der Bundesrepublik Deutschland für Entwicklung und Frieden, Missionarischer Dienst an der Welt, Ordnung für die Schiedsstellen und Verwaltungsgerichte der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, Kirche und Arbeiterschaft [und] Gottesdienst“ 24 wurde am 22. November schließlich mit 225 Ja- und 26 Nein- Stimmen mit 15 Enthaltungen mehrheitlich für den letzten
20 Ebd., 73.
21 Ebd., 74.
22 POW, Stationen im Detail.
23 Vgl. ebd.
24 Ebd.
7
Arbeit zitieren:
Elisabeth Esch, 2011, Unsere Hoffnung – Ein Bekenntnis zum Glauben in dieser Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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