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Elisabeth Turecek
• Angst vor den eigenen negativen Gefühlen und daraus resultierendem Liebesverlust:
Das Kind braucht in dieser Phase die absolute Trennung von "Gut" und "Böse" und die Gewissheit, dass letztlich doch das "Gute" siegt. Nur so verliert es die Angst vor dem "Bösen". Auch hier sind Märchen eine große Hilfe, da sie das klassische Schema von Schwarz und Weiß vertreten.
• Angst, verloren zu gehen oder nicht mehr nach Hause zu finden
• Angst vor Entführung oder Ermordung
• Kindergarten- und Schulangst ( Diese Angst beruht teilweise darauf, dass die Trennung von geliebten Personen und von der vertrauten Umgebung wiedererlebt wird.)
• Angst vor Verletzung, (einschließlich der "Kastrationsangst") Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalt
Bücher: " Kannst du nicht schlafen, kleiner Bär?" (Waddel,
-) Ängste in der "magischen Phase"
Mit ca. einem Jahr, mit dem Laufenlernen und den damit vorhandenen neuen Möglichkeiten, die Welt zu erobern, tritt das Kind in ein anderes Bewusstseinsstadium ein.
Es kann nun Ereignisse und Reaktionen "herbeizaubern": z.B. drückt es auf einen Knopf und der Mann im Fernsehen fängt an zu sprechen;
es zieht die Katze am Schwanz - diese springt fauchend auf und läuft weg,... Das Kind erlebt ein Machtgefühl, weil es bestimmen kann, was passiert. Erlebt das Kind in dieser Phase Ereignisse, auf die es keinen Einfluss hat, kann das
von Ängsten begleitet sein
• Angst vor der Dunkelheit
• Angst vor Gewittern
• Angst vor dem Meer oder anderen großen Wasserflächen
• Angst vor Tieren (Hunde, Spinnen, Schlangen,...)
• Angst vor verschiedenen Geräten, bei denen Ursache und Wirkung noch nicht durchschaut werden können
z.B. Angst vor dem Staubsauger, der Papierschnitzel und kleines Spielzeug verschluckt
• Angst vor dem eigenen Schatten etc.
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Elisabeth Turecek
Bücher: " Ein Pilzkorb ist kein Regenschirm" (M. Lobe, 1983) " Ich hab so Angst vor Tieren" (Babette Cole, Verlag Gerstenberg, 2000): ab 3J. "Plotter will nicht schwimmen" (Hilde Schuurmans,
Im "magischen Alter" haben Kinder Angst vor fremden Personen, aber auch vor Figuren aus Filmen und Büchern (vor Gespenstern, Hexen,...), die es in bösen Träumen und in der Fantasie verfolgen.
Im Alter zwischen vier und fünf Jahren kennt das Kind dann schon die meisten Gesetzmäßigkeiten und findet Spaß an Fantasiegeschichten, weil es die Unterschiede zur Realität erkennen kann. Angst setzt nur noch dann ein, wenn bekannte eigene Erklärungen nicht passen.
Im Fernsehen wechseln Nachrichten über tatsächlich passierte Grausamkeiten und erfundene Geschichten ab. Je jünger die Kinder sind, desto gefährdeter sind sie, Fantasie und Wirklichkeit in einen Sack zu packen, was Ursache für diffuse Ängste sein kann.
Manche Kinder haben "magischen Ängste" bis weit ins Volksschulalter hinein und fürchten sich weiterhin vor dunklen Kellern oder glauben, dass sich jemand oder etwas unter ihrem Bett versteckt.
Bücher: "Monster unter Willis Bett" (A. Glitz, Verlag Thienemann, 2000) "Rosa Riedl Schutzgespenst" (Ch. Nöstlinger,
-) Realängste
Diese Ängste werden von vielen Autoren erst ab dem 9. oder 10. Lebensjahr des Kindes in ihren Büchern behandelt, da in diesem Alter die kognitive Entwicklung des Kindes soweit fortgeschritten ist, dass es sich mit Problembereichen wie Sexualität, Krankheit, Gewalt, Tod, Arbeitslosigkeit,... auseinandersetzen kann.
• Angst vor Umweltzerstörung
• Angst vor der Arbeitslosigkeit der Eltern
• Angst vor dem Sterben und dem Tod
• Angst vor körperlicher und seelischer Gewalt
• Angst vor sexuellem Missbrauch
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Elisabeth Turecek
Bücher: "Die Kinder dieser Erde"(Pausewang,Verlag Jungbrunnen,1998) "Lena hat Angst" (Baumann&delMonte, Verlag Donna vita1994): Bilderbuch zum Thema "sexueller Missbrauch" "Willi und die Angst" (Ch.Nöstlinger, Dachs -Verlag,1999): ab 5J.
Geschichtensammlungen zum Thema ANGST:
"Märchen, die Kindern helfen" (G. Ortner, Verlag dtv) "Von Krokodilen und ganz anderen Ungeheuerlichkeiten" (I.Breitmeier, Ökotopia Verlag, 1997): Ermutigende Geschichten gegen Ängste und Stress mit Entspannungsteilen "Geschichten gegen die Angst" (Linde von Keyserlingk, Verlag Herder, 1999)
"Drachentanz und andere Geschichten von Mut und Angst" (N.Schindler, Verlag Esslinger, 1996)
ANGSTVERARBEITUNGSSTRATEGIEN in Kinder- und Jugendbüchern
Angstverarbeitungsstrategien sind Verhaltensweisen, die von einem Menschen eingesetzt werden, um das Gefühl der Angst zu reduzieren oder zu vermeiden. Kinder übernehmen diese größtenteils von ihren Erziehungspersonen und können durch Kinderbücher auch andere Strategien erleben, Vor- und Nachteile abwiegen, ausprobieren.
-) Ausleben von Emotionen
Weinen, schreien, stampfen und ähnliche Reaktionen werden in Bilderbüchern und Kinderromanen oft als erster Schritt der Angstverarbeitung angeboten. Hier übernimmt das Buch die wichtige Funktion der Impulsverarbeitung und Spannungsentlastung, die das Kind in der Identifikation wiederfinden, nach- und wiedererleben kann.
Meist folgen dann noch weitere Schritte der aktiven Angstbewältigung.
-) Vermeidungsstrategie
Das angsthabende Kind der Geschichte zieht sich zurück, will alleine sein und beginnt zu grübeln.
Der Leser nimmt dabei unbewusst Stellung zu eigenen Ängsten.
Arbeit zitieren:
Elisabeth Turecek, 2001, Das Thema ANGST in der Kinder- und Jugendliteratur, München, GRIN Verlag GmbH
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