Computergestützte Lernumgebungen, sogenannte Electronic Classrooms, bieten multimediale Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht und ermöglichen ortsunabhängiges Lernen, erfordern jedoch oft speziell eingerichtete Hardware und aufwendige Konguration.
Diese Arbeit beschreibt, wie unter Nutzung existierender Remote-Desktop-Technologien eine von mehreren Nutzenden gleichzeitig bedienbare Kollabo-rationsplattform realisierbar ist, die auf vorhandener Hardware und ohne aufwendige Konguration eingerichtet werden kann. Eine solche Kollaborationsplattform kann vor allem in der Lehre als Electronic Classroom eingesetzt werden, andere Verwendungszwecke sind jedoch ebenso denkbar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Anwendungsszenarien 2
2
2.1 Präsentationen
3
2.2 Schulungen
4
2.3 Meetings
3 Anforderungsanalyse 4
4
3.1 Funktionalität
6
3.2 Benutzbarkeit
6
3.3 Performance
7
3.4 Sicherheit
4 Verfügbare Basistechnologien und Tools 7
7
4.1 X Window System
7
4.1.1 Remote Desktop Software
9
4.1.2 Kollaborative Software
10
4.1.3 Annotationssoftware
10
4.2 Virtual Network Computing
11
4.2.1 Remote Desktop Software
12
4.2.2 Kollaborative Software
13
4.2.3 Annotationssoftware
13
4.3 Ergebnisse der Recherche
5 Überlegungen zur Implementation 15
5.1 Implementationsziele . . . . . . . . . . . 17
6 Implementation 18
6.1 Grundvoraussetzung: X11 mit MPX . . 18 6.1.1 Installation . . . . . . . . . . . . 18
6.2 Export von Kontrolle und Bildschirminhalt des Beamer Adapters mit Unter-
6.3 Annotationen mit mehreren Mauszeigern gleichzeitig . . . . . . . . . . . . . . 22
6.4 Eine einfache Benutzeroberäche auf Client-Seite . . . . . . . . . . . . . . . . 27
7 Evaluierung in Anwendungsfällen 28
7.1 Präsentationen . . . . . . . . . . . . . . 29 7.2 Schulungen . . . . . . . . . . . . . . . . 33 7.3 Meetings . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
8 Zusammenfassung und Ausblick 36
Literatur 38
Mit einer solchen Wireless Beamer Adapter-Lösung für einen elektronischen Klassenraum soll es für die Nutzenden einfach und schnell möglich sein, mit schon vorhandener Hardware ohne komplizierte Konguration am Beamerbild mit den dargestellten Lehrmaterialien und miteinander zu interagieren.
Dazu wird untersucht, wie spezische Anwendungsszenarien aussehen können und welche genauen Anforderungen diese an eine Lösung stellen. Unter Einbeziehung dieser Anforderungen wird eine Bestandsaufnahme der verfügbaren Basistechnologien gemacht. Dazu betrachte ich existierende Remote-Desktop-Technologien wie das X Window System, Virtual Network Computing (VNC) und das Remote Desktop Protocol RDP. Besonderes Augenmerk wird auf Funktionalität für kollaboratives Arbeiten gelegt, die eine gleichzeitige Interaktion der verbundenen Clients ermöglicht. Aufbauend auf den Ergebnissen der Recherche werden die grundlegenden Implementationsziele für eine Wireless Beamer Adapter-Lösung identiziert und der Implementationsprozess selbst dokumentiert. Eine Evaluation des erstellten Softwarepakets schlieÿt sich an.
2 Anwendungsszenarien
Für die beschriebene Wireless Beamer Adapter-Lösung und den dadurch möglichen Ad-Hoc Electronic Classroom existiert eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten nicht nur in Lehr- und Lernumgebungen. Auch in Arbeitsumgebungen, in denen gemeinsam an elektronischen Dokumenten gearbeitet werden soll, ist der Einsatz eines solchen Beamer Adapters vorstellbar. Von einfachen Präsentationen bis hin zu kollaborativem Arbeiten von mehreren verbundenen Nutzenden sind also verschiedenste Szenarien denkbar, die ich im Folgenden näher beschreibe.
2.1 Präsentationen
Präsentationen mittels Laptop und Beamer werden heute in vielen Bereichen von Schule über Universität bis Wirtschaft gehalten. Die Vorgehensweisen sind dabei oft sehr ähnlich. Der/die Vortragende steht vor den Zuhörenden und stellt anhand projizierter Folien ein Konzept oder ein Idee vor. Die Zuhörenden sind hierbei normalerweise mehr oder weniger passiv.
Für die vortragende Seite ist das bekannteste Problem wohl das Blättern der Folien. Wenn keine Fernbedienung verfügbar ist, muss jedes Mal von der eigentlichen Präsentation abgelassen und der Rechner bedient werden. Ein ähnliches Problem besteht, wenn am angeschlossenen Rechner etwas demonstriert werden soll: der/die Vortragende muss zum Rechner gehen und von dort aus die Demonstration bedienen. Das Eingehen auf Anmerkungen oder Hinweise auf bestimmte Teile des Beamerbildes sind so nur schwer möglich. Gewünscht wäre hier zusammen mit dem Beamer Adapter ein handlicher Rechner (ein Subnotebook, ein Smartphone), der in der Hand gehalten werden kann und von
2
dem aus der Beamer Adapter bedient werden kann. Auf diese Weise kann die Präsentation bedient und gleichzeitig auf die Zuhörenden eingegangen werden.
Abbildung 2: Typisches Problem bei Präsentationen: Gleichzeitiges Erklären und Bedienen
Aus Sicht der Zuhörenden kommt es oft vor, dass Interaktionen mit dem am Beamer Dargestellten zwar erwünscht, aber nicht möglich sind. Bisher ist bei Anmerkungen nur sprachliche Interaktion möglich. Will ein/e Zuhörer/in etwas zeigen, ist das nur sehr umständlich zu realisieren. Sehr viel nützlicher wäre es dagegen, wenn die Zuhörenden auf das Beamerbild Einuss nehmen könnten, z. B. Annotationen vornehmen oder eine Anwendung von ihrem Rechner aus am Beamer vorführen könnten.
2.2 Schulungen
Als Schulungen betrachte ich hier Lehrveranstaltungen, in denen sich eine relativ kleine Gruppe intensiv, oft auch praktisch, mit einem bestimmten Thema auseinandersetzt. Lehrmaterialien können hier einfache Textdokumente, multimediale Audio- und Videodokumente oder auch Simulationen zur Darstellung komplexer Sachverhalte sein. Lehrveranstaltungen zur Benutzung einer bestimmten Anwendung sind ein weiteres groÿes Feld: Die Lehrenden demonstrieren einen Arbeitsablauf, die Gruppe versucht, ihn nachzuvollziehen.
Hier ist es für die Lernenden vorteilhaft, wenn sie (eingeschränkten) Zugri auf den Desktop des Vorführrechners haben: Beispielsweise können Fragen zu bestimmten Bedienelementen einer komplexen Software so viel schneller und exakter gestellt werden. Sollen die Lernenden auf den eigenen Rechnern einen komplizierten Arbeitsablauf nachvollziehen, kann es von Nutzen sein, wenn die Möglichkeit besteht, den eigenen Desktop auf den Beamer Adapter zu exportieren und so den anderen zeigen zu können, wo das Problem liegt.
Schlieÿlich erönen sich neue Möglichkeiten zum kollaborativen Lernen: Können die Lernenden gemeinsam auf das Beamerbild zugreifen, wird es möglich, in am Beamer visualisierter Gruppenarbeit Dokumente zu erstellen oder gemeinsam eine neue Anwendung zu erkunden. Durch die Möglichkeit, gemeinsam mit komplexen Objekten am Bildschirm zu interagieren, können sich völlig neue Lernparadigmen ergeben[1, S. 132][2, S. 7] und
3
Arbeit zitieren:
Christian Beier, 2009, CollabKit, München, GRIN Verlag GmbH
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