Eva Glanze Behavioral Economics und Neurofinance 2
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Einführung in die Forschung der Behavioral Economics 4
1.1. Analyse des Forschungsgebietes 4
1.2. Begriffsbestimmung 5
2. Vorstellung wichtiger Teil- und Spezialgebiete. 7
2.1. Behavioral Finance 7
2.2. Neuroeconomics 7
2.3. Neurofinance 8
3. Stand der Forschung in der Neurofinance 10
3.1. Thesen der Neurofinance 10
3.2. Praktische Relevanz 11
4. Fazit und Ausblick 14
Literaturverzeichnis 15
Eva Glanze Behavioral Economics und Neurofinance 3
Einleitung
Die Zahl der Publikationen über Behavioral Economics und das Spezialgebiet der Neurofinance steigt stetig. In den Medien werden immer häufiger bahnbrechende Forschungsergebnisse verkündet - Die Basisannahme, dass etwas anderes als die reine Vernunft die vom Menschen getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen bestimmt, ist jedoch nicht neu. Schon 1841 beschrieb Charles Mackay in „Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds“, wie menschliche Emotionen und Gefühle Entscheidungen beeinflussen 1 . Nach der aktuellen Lehrmeinung der Behavioral Economics entspricht die Annahme eines rein am Zweck orientierten Verhaltens des Menschen nicht der Realität. 2
Wie ist das menschliche Verhalten in wirtschaftlichen Entscheidungssituationen, besonders in Bezug auf Finanzfragen, dann zu erklären? Die vorliegende Seminararbeit stellt zu einer möglichen Beantwortung dieser Frage das vielfältige Forschungsgebiet der Behavioral Economics mit dem Schwerpunkt Neurofinance vor.
Der erste Teil führt mit einer Analyse des Forschungsgebietes in die Disziplin Behavioral Economics ein. Der zweite Teil gibt einen Überblick über die Teilgebiete Behavioral Finance, Neuroeconomics und das Spezialgebiet der Neurofinance. Im dritten Teil wird der Stand der Forschung der Neurofinance vorgestellt sowie ihre praktische Relevanz beurteilt. Den Abschluss der Untersuchung bildet ein Fazit, dass
Eine fundierte Auseinandersetzung darüber hinaus könnte die Verwendung der Erkenntnisse der Neurofinance für eine mögliche Regulierung der Finanzmärkte untersuchen. Dies würde jedoch den Rahmen der Seminararbeit übersteigen.
1 vgl. Mackay, zit. nach Levy (2006)
2 vgl.Elger/Schwarz (2009), S. 101
1. Einführung in die Forschung der Behavioral Economics
Dieses Kapitel führt in die Begrifflichkeiten der Behavioral Economics mit seinen Teil- und Spezialgebieten Behavioral Finance, Neuroeconomics und Neurofinance ein. Es erfolgt die Abgrenzung der Forschungsgebiete.
1.1. Analyse des Forschungsgebietes
Der Oberbegriff der Behavioral Economis (englisch für verhaltensorientierte Ökonomik) umfasst eine Vielzahl verschiedener Forschungsgebiete. Für die vorliegende Untersuchung erfolgte eine Schwerpunktsetzung - sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
In der Auseinandersetzung mit der Literatur entstand die folgende Grafik, die die Neuroökonomie und die Behavioral Finance als Teilgebiete der Behavioral Economics identifiziert. Der gepunktete Bereich verdeutlicht, dass sich die Forschungsergebnisse der Neurofinance mindestens einem der Gebiete zuordnen lassen.
Eva Glanze Behavioral Economics und Neurofinance 5
In den letzten Jahren entstand ein Begriffsdickicht, das eine eindeutige Einordnung der Forschungsergebnisse erschwert macht. In der Literatur erfolgt oftmals eine Vermischung der Begriffe. Zur eindeutigen Verwendung der Bezeichnungen in dieser Seminararbeit erfolgt aus diesem Grund im Folgenden eine Begriffsbestimmung.
1.2. Begriffsbestimmung
In den 70-er Jahren entwickelte sich die Forschung der Behavioral Economics (englisch für verhaltensorientierte Ökonomik) aus den Disziplinen Ökonomik, Psychologie, Soziologie und Mathematik 1 . Bisher war der „homo oeconomicus“ als vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit der zentrale Handlungsträger in wirtschaftlichen Modellen. Dieses Bild des rein rational handelnden Menschen, der über vollkommene Information verfügt, sollte nun der Realität angeglichen werden 2 .
Das menschliche Verhalten ist nach Meinung der Verhaltensforscher mehrheitlich von anderen Motiven bestimmt als dem ökonomischen Prinzip. Generell wird kooperatives Verhalten einzelkämpferischen Strategien vorgezogen, da das menschliche Motivationssystem von Kooperation, Altruismus und Empathie geprägt ist 3 . Die Revision des „homo oeconomicus“ führte zur zentralen Forschungsfrage der Behavioral Economics: Wie trifft der Mensch wirtschaftliche Entscheidungen?
Die aktuelle Forschungsmeinung besagt, dass der Mensch bei der Entscheidungsfindung nicht alle ihm vorliegenden Informationen auswertet. Vielmehr verwendet er Heuristiken und vertraut auf sein „Bauchgefühl“. Generell erzielt er so auch bessere Resultate als mit komplizierten Informationsverarbeitungsprozessen 4 .
1 vgl. Roßbach (2007)
2 vgl. Herzog (2010)
3 Absatz nach Herzog (2010)
4 vgl. Pauen (2007), S. 7
Arbeit zitieren:
Eva Glanze, 2010, Behavioral Economics und Neurofinance, München, GRIN Verlag GmbH
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