Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Digitale, mobile Lernwelten 6
2.1 Mobile Learning 6
2.1.1 Definitionen 7
2.1.2 Facetten der Mobilität 9
2.2 Technische Grundlagen 11
2.2.1 Drahtlose Kommunikationstechniken 12
2.2.2 Mobile Endgeräte 13
2.2.3 Problemfelder der Technik 15
3 Microlearning 17
3.1 Definition Microlearning 17
3.1.1 Digitales Storytelling und Narration 20
3.2 Angebotsstrukturen 22
3.2.1 Soziale Netzwerke 22
3.2.2 Weblog 24
3.2.3 SMS 26
4 Pädagogische Grundlagen 27
4.1 Lerntheorien 27
4.1.1 Behaviorismus 28
4.1.2 Kognitivismus 30
4.1.3 Konstruktivismus 31
4.1.4 Konnektivismus 31
4.2 Lernformen 33
4.2.1 Formales Lernen 34
4.2.2 Informelles Lernen 34
4.2.3 Selbstgesteuertes Lernen 36
4.3 Volitional gestütztes Lernen 37
4.3.1 Theorie der Handlungskontrolle 37
4.3.2 Das Rubikon-Modell der Handlungsphasen 38
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5 Microlearning als flexible, dynamische Antwort 41
5.1 Lernarrangements 41
5.2 Mobiles Lernen in der Schule 43
5.3 Learning Content Management Systeme (LCMS) 46
5.4 Microlearning im Internet/Intranet 48
5.5 Web 2.0 und Microcontents 49
6 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick 51
Literaturverzeichnis 54
Abbildungsverzeichnis :
Abbildung 1: Kontext des Mobile Learning 7
Abbildung 2: Unterschiedliche Smartphones 14
Abbildung 3: Versionen des Microlearning nach Theo Hug 20
Abbildung 4: Screenshot Twitter: Flash Cards 25
Abbildung 5: Übersicht der Lerntheorien 29
Abbildung 6: Dimensionen von Lernformen 33
Abbildung 7: Aussagenlogische Sequenz von Fragen und Antworten 39
Abbildung 8: Struktur von Drill Practice Programmen 43
Abbildung 9: iPhone App Vokabeltraine 44
Abbildung 11: Screenshot MIT Open Course Ware 46
Abbildung 12: Sceenshot: MIT Open Course Ware führt iPhone App ein 47
Abbildung 13: Screenshot: 140 University bei Twitter 50
Tabellenverzeichnis :
Tabelle 1: Ubiquitäres und mobiles Lernen 11
Tabelle 2: Kategorisierung partizipativer Medien 42
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1 Einleitung
In der Bildungsarbeit der letzten Jahre haben sich mit zunehmender Akzeptanz und Verbreitung der Computertechnologie Lerninstrumente wie Computer Based Training (CBT) und mit der weitflächigen Erreichbarkeit des Internets Web Based Training (WBT) etabliert. Durch e-Business und e-Commerce entwickelte sich auch der Begriff des E-Learning (E für Electronic). Die technologischen Fortschritte bei Hard- und Software führten zur Entwicklung von Mobile Business, Mobile Commerce und Mobile Learning.
Die Mobiltechnologie hat das Alltagsleben erheblich beeinflusst und verändert. Menschen sind durch mobile Telefonie zu jeder Zeit erreichbar. SMS-Kommunikation, eigentlich bedienungsunfreundlich und umständlich, hat sich als alltagstauglich durchgesetzt und sorgt mit einer sich immer noch erweiternden Angebotspallette bei Mobilfunkanbietern für große Umsätze. Mobiles Internet ist für die meisten Geräte standardmäßig zumindest möglich. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld ist Kommunikation flexibler geworden und ermöglicht z.B. mit den sogenannten Web 2.0 Anwendungen wie Facebook, Xing, Twitter und Co immer neue Möglichkeiten.
Diese Vielfalt eröffnet neue Zugangswege, die mit herkömmlichem Bildungsinstrumentarium nicht ohne weiteres zu erschließen sind. Grundsätzlich sollte ein zeitgemäßer Bildungsbegriff Basis für Überlegungen zur Anpassung und vielleicht auch der Schaffung eines neuen Instrumentariums sein. Zeitgemäße Bildung wird immer mehr als Ware verstanden, mit dem Ziel, sich auf der Höhe der Zeit zu bewegen, ein learning on demand. Der Mensch wird als Humankapital betrachtet, dessen Wert sich daran bemisst wie viel er aufgrund seiner Bildung erwirtschaftet. Bildung ist somit eine Ware, deren Erwerb sich durch mögliche Laufbahnen rentieren muss (vgl. Dörpinghaus u.a 2009, S. 96), wie Dörpinghaus (2009) kritisch und die Realität doch treffend beschreibend, anmerkt. Dies bedeutet, dass ein Mensch gerade so viele Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt, wie im Interesse des Erwerbs notwendig sind. Betrachtet man den Faktor
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Zeitaufwand von Bildung, dann gehen die Bestrebungen dahin, Zeitverluste zu verhindern, um schnell produktiv werden zu können.
Das Lernen „auf Vorrat“, mit dem Ergebnis, dass viel von dem Erlernten in der Praxis nicht benötigt wird, kann in dem Konzept „Mensch als Humankapital“ nicht sinnvoll integriert werden. Da aufgrund der immer stärkeren Vernetzung mit modernen Medien jede Information überall und zu jeder Zeit abrufbar ist, muss das Lernen „auf Vorrat“ zwangsläufig in den Hintergrund treten und die Frage danach, welches Basis- Knowhow verfügbar sein muss und was aktuell an Wissen abgerufen werden muss, tritt in den Vordergrund.
Mobiles Lernen wird als Lernen in und durch sich ständig verändernde Kontexte mithilfe von Mobilgeräten (vgl. Pachler, Bachmair und Cook 2010, S.7) charakterisiert. Neue Konzepte und das Angebot moderner Lehrmethoden mit modernen Lernmedien werden in Zukunft ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor für junge, technikorientierte Menschen sein, die bereits heute multitaskingfähig mit z.B. Internet, Telefon und Smartphone usw. umgehen.
Microlearning könnte die komplementäre Komponente sein, die die Ausschöpfung mobilen Lernens vor diesem Anforderungskanon ermöglicht. Microlearning, das Lernen mit kleinen und kleinsten Lerninhalten, kann als Sammelbegriff für verschiedene Lernaktivitäten und Modelle in unterschiedlichste lerntheoretische und didaktische Zusammenhänge eingebunden sein. Die Verbindung mit mobiler Technologie ermöglicht Microlearning ein ubiquitäres (allgegenwärtiges) Lernen und unterstützt so den kontinuierlichen Lernprozess im Alltag in kleinen Einheiten, sowohl hinsichtlich der zeitlichen Ressourcen als auch des Umfangs (vgl. Hug 2010, S. 221-222).
Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, ob nach dem jetzigen Stand der Forschung Mobile Learning mehr ist, als nur der flexibel gestaltete Konsum von elektronischem Lernmaterial und inwieweit Microlearning eine sinnvolle bzw. sogar notwendige Ergänzung darstellt. Weiter soll die Relevanz der pädagogischen Implikationen herausgearbeitet werden. Technische Details und Möglichkeiten sollen Eingang in die Ausarbeitung finden. Jedoch sollen diese Aspekte eher der Verdeutlichung und
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Vervollständigung des Themas dienen. Herausgestellt werden soll, dass es beim mobilen Lernen nicht alleine um die „Übertragung von Content“ mittels mobiler Devices (Übertragungsvorrichtungen) und dergleichen geht, sondern vielmehr um die Befähigung zur Aneignung und Entwicklung jenes Wissens, das für erfolgreiches Handeln in veränderlichen Lagen und Kontexten sowie sich wandelnden Lernräumen erforderlich ist (vgl. Hug 2010a, S. 200). Forschungsleitend sollen folgende Fragestellungen berücksichtigt werden: Inwiefern sind Mobile Learning und Microlearning kompatibel und komplementär und stellen mit ihrem Einsatz ein wichtiges Element für den lebenslang und selbst-organisiert Lernenden dar?
Inwiefern kann die Verbindung von Microlearning und Mobile Learning als Chance zur Erweiterung bestehender E-Learning-Strukturen gesehen werden, die es ermöglicht, formale Qualifizierungsangebote in Richtung Wissensmanagement und informelles Lernen zu öffnen?
Nach einer grundlegenden Betrachtung der Bereiche Mobile Learning und Microlearning werden die Lerntheorien im Kontext dargestellt. Relevante Lernformen und didaktische Konzepte bilden die Ausgangslage, um auf Besonderheiten mobiler Lernformen eingehen zu können. Abschließend werden konkrete Projekte dargestellt, die die theoretischen Überlegungen ergänzen und die Relevanz der Thematik für die Praxis verdeutlichen.
Die im Text verwendeten männlichen Formulierungen (z.B. Nutzer, Anwender) verstehen sich nicht als wertend geschlechtsspezifisch, sondern als neutrale Formulierungen, die im Sinne einer vereinfachten Lesbarkeit verwendet werden.
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2 Digitale, mobile Lernwelten
Mobile Technologien sind heute Teil der Alltagswelt. Es ist selbstverständlich geworden, zu jeder Zeit mit Jedem in Kontakt treten können und das sogar noch unabhängig vom Standort. Es ist alltäglich Zugang zu Informationen zu haben, Fotos zu machen, Musik zu hören und persönliche Gedanken aufzuzeichnen. Und das alles mit z.B. nur einem technischen Gerät. Zusätzlich besteht die Möglichkeit all dies mit anderen zu teilen. Die fortschreitende Miniaturisierung der Hardware lässt immer kleinere und rechenstärkere Generationen von mobilen Endgeräten zu. Immer mehr neue Entwicklungen in der mobilen Technologie erschließen ein immer größeres Potential von vielfältigen Multimedia Erfahrungen und Ressourcen, das von den Nutzern auch angenommen wird, wie das folgende Beispiel zeigt. Im Jahr 2002 wurden drei Millionen multimediale Nachrichten mit MMS (Multimedia Messaging Service) in Deutschland verschickt. Im Jahr 2003 hatte sich die Menge dieser Nachrichten auf 31 Millionen erhöht (vgl. Nösekabel 2010, S.2). Im Jahr 2006 besaßen ungefähr 40 Prozent der Weltbevölkerung ein Handy (vgl. Logara 2008, S. 13). Die aus diesen Entwicklungen resultierende Herausforderung ist es, diese Technologien zu verstehen und zu untersuchen. Ziel ist es herauszufinden, wie diese Ressourcen eingesetzt werden können, um Lernprozesse zu unterstützen, die als Erweiterung des Wissens, der Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung von Lebenssituationen dienen (vgl. Siebert 2001, S. 195). Deshalb soll in diesem Kapitel aufgezeigt werden, was Mobile Learning, in Begriffsabgrenzung zu E-Learning, ist und welche Technologien zur Unterstützung sinnvoll eingesetzt werden können.
2.1 Mobile Learning
Im Folgenden werden unterschiedliche Definitionen für Mobile Learning genannt und auf die besonderen Aspekte von Mobilität hingewiesen.
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2.1.1 Definitionen
Um den Begriff Mobile Learning zu klären, ist es sinnvoll in Abgrenzung dazu den Begriff des E-Learning kurz zu betrachten und eine Positionierung der beiden Begriffe zu versuchen. Für den Begriff E-Learning (Electronic-Learning) gibt es verschiedene Definitionen. Allen gemein ist dabei die Nutzung von Informations-und Kommunikationstechnologien. E-Learning ist die Erweiterung des Wissens, der Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung von Lebenssituationen mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien. Es finden sich allerdings keine detaillierten Angaben zu den Aspekten der verwendeten Technologie, der Lehr- und Lernprozesse sowie des Wissens und Lerninhalts (vgl. Krause 2006, S. 22-27). Eine mögliche Konkretisierung findet sich in der folgenden Definition: „E-Learning findet statt, wenn Lernprozesse in Szenarien ablaufen, in denen gezielt multimediale und (tele) kommunikative Technologien integriert sind.“ (Seufert, Mayr 2002, S. 45).
Die folgende Abbildung soll die unterschiedlichen Überschneidungen von Lern-formen aufzeigen und insbesondere die Relation von E-Learning und Mobile Learning sichtbar machen:
Abbildung 1: Kontext des Mobile Learning (Bartel 2007, S. 10)
Das Postulat „Mobiles Lernen ist mehr als `eLearning light´“ (Schwabe, Frohberg 2004, S. 171) zeigt, dass es Aussagen gibt, die Mobile Learning lediglich als Variante des E-Learning beschreiben, in der bewährte Konzepte auf mobile Geräte übertragen werden. Am exponentiell zunehmenden Interesse an Mobile Learning,
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welches sich alleine schon durch die Zunahme der Einträge im Internet zeigt (vgl. Laouris, Eteokleous 2005, S. 1), ist auf jeden Fall zu erkennen, dass es sich nicht um eine kurzlebige Modeerscheinung handelt. Eine Google Suche im Januar 2005 mit der Kombination der Begriffe „Mobile Learning“ und „Definition“ erbrachte 1240 Einträge. Die gleiche Abfrage nur ein halbes Jahr später zeigte 22700 Einträge (vgl. Laouris, Eteokleous 2005, S. 1). Es ist wichtig darzustellen, dass Mobile Learning nicht lediglich eine Neuverpackung bereits existierender Konzepte ist und für sich versucht, einen Nischenplatz im Bereich Bildung zu besetzen, sondern als eigenständiges Konzept tragfähig ist (vgl. Laouris, Eteokleous 2005, S. 1). Die Ermittlung einer einheitlichen Definition für den Begriff des Mobile Learning zeigt sich als problematisch. Selbst das Verständnis darüber, was die beiden Begriffskomponenten Lernen und Mobilität einzeln und zusammengesetzt beinhalten, geht deutlich auseinander (vgl. Parsons u.a. 2006, S.96). In vielen älteren Definitionen wird Mobile Learning als eine Erweiterung von E-Learning beschrieben, bei der Lernen durch digitale, „elektronische“ Werkzeuge und Medien unterstützt wird (vgl. Pinkwart u.a. 2003, S. 384). Eine weitere Definition beschreibt Mobile Learning einfach als ein Lernen, welches mit Hilfe von mobilen Geräten stattfindet und so eine Kombination von Arbeit, Lernen und Freizeit sinnvoll verbindet (vgl. Turunen u.a. 2003, S. 209). Mobile Learning beschäftigt sich nach einer weiteren Definition mit jenen digitalen Technologien, welche zunehmend durch Miniaturisierung, Flexibilität und Ortsungebundenheit ausgezeichnet sind, bzw. als „ubiquitous computing“ (Rechnerallgegenwart) bezeichnet werden. Gerade in ihrem Zusammenspiel wird es dem Lernenden ermöglicht unterwegs zu sein und überall sowie jederzeit Zugang zu Lernmöglichkeiten zu finden (vgl. Price 2007, S. 33). O´Malley definiert mobiles Lernen als „alle Arten von Lernen, die dann vorkommen, wenn die Lernenden nicht an einem fixen, vorgegebenen Ort gebunden sind, sowie jenes Lernen, dass geschieht, wenn die Lernenden jene Lernmöglichkeiten ergreifen, die durch mobile Technologie eröffnet werden“ (O´Malley 2003, S. 6). Mobiles Lernen wird in der neueren Literatur als Lernen in und durch sich ständig verändernde Kontexte mithilfe von Mobilgeräten (vgl. Pachler, Bachmair und Cook 2010, S.7) charakterisiert.
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Betrachtet man die verschiedenen Definitionen, ist zu erkennen, dass unterschiedliche Bedürfnisse natürlich auch unterschiedliche Anforderungen bedingen. In unterschiedlichen Kontexten wurden Definitionen von Mobile Learning auf spezielle Erfahrungen, Nutzungen und Hintergründe angepasst, was natürlich die Bandbreite des Verständnisses erheblich vergrößert und es schwierig macht einen Konsens zu finden (vgl. Winters 2006, S. 5). Vom technischen Standpunkt her ist es sehr einfach eine Übereinstimmung für eine einheitliche Definition zu erzielen. Aus z.B. pädagogischer, medientheoretischer oder didaktischer Sicht wird dies entsprechend schwieriger. Eins ist jedoch eindeutig erkennbar. Bei der Definition von Mobile Learning verschiebt sich der Akzent immer mehr von den Aspekten der Technik hin zu den Aspekten des Lernens und ganz speziell auf den Lernenden (vgl. Winters 2006, S. 6). Nösekabel nennt vier konstituierende Merkmale, die eine mögliche Herangehensweise bei der Betrachtung ermöglichen: * Die einzelne Person steht als Nutzer im Fokus, * Zugriffe auf Informationen erfolgen dezentral, * die Endgeräte sind miteinander verbunden und * die Nutzung erfolgt beiläufig (Nösekabel 2010, S. 1).
Abschließend lässt sich feststellen, dass der Begriff Mobile Learning tatsächlich nicht eindeutig definiert werden kann. Allgemein anerkannt und als kleinster gemeinsamer Nenner zu erkennen, ist die Aussage, dass Mobile Learning als das Lernen mit portablen ubiquitären Medien bzw. mobilen Medien überall und zu jeder Zeit verstanden wird.
2.1.2 Facetten der Mobilität
Mobile Learning wird eine Vielzahl von einzigartigen Attributen zuerkannt (vgl. Traxler 2009, S. 10). Um das Einzigartige an Mobile Learning zu erfassen ist es zunächst wichtig, sich einen Überblick über die Charakteristika zu verschaffen.
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Ein zentraler Bestandteil des Begriffs Mobile Learning ist „Mobil“ und Moser (2008) beschreibt Lernen als „Mobil“ gleich in einem mehrfachen Sinn:
Winters nähert sich den Bemühungen der inhaltlichen Begriffsklärung von Mobile Learning mit der Nennung einiger Schlüsselcharakteristiken, die die oben genannten Aspekte zur Mobilität ergänzen. Mobile Learning ermöglicht dem Lernenden den Aufbau von Wissen in unterschiedlichen Kontexten und befähigt ihn sich Erkenntnisse zu erarbeiten. Mobile Technologie verändert oft das Muster von Lern/Arbeitsaktivitäten und im Kontext von Mobile Learning geht es um mehr als Zeit und Raum (vgl. Winters 2006, S. 6).
Die folgende Tabelle zeigt schematisch den Beitrag neuer Technologien für die Schaffung einer durchgängigen, ubiquitären elektronischen Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen:
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Moser (2008) zieht den Schluss, dass durch die Gegenüberstellung in der Tabelle die Nähe des Mobile Learning zu den zeitgenössischen Lehr-Lerntheorien deutlich wird. “Das aktive und personalisierte Lernen entspricht den persönlichen Dienstleistungen der neuen Medien, welche den Lernenden zur Verfügung stehen. Wird zudem Lernen als situierte und kollaborative Tätigkeit konzipiert, so stehen mobil vernetzte Technologien zu dessen Unterstützung fast überall zur Verfügung. Ubiquitär ist dabei nicht nur das Lernen, sondern digitale Interfaces sind in eine Vielzahl von Geräten … eingebaut, die neue Vernetzungsmöglichkeiten bieten.“ (Moser 2008, S. 143) Moser (2008) weist vor allem auf die Notwendigkeit der Konzeption einer Netzdidaktik in Bezug auf die Möglichkeiten des Mobile Learning hin, in der zukünftige Entwicklungen sowohl im Bereich des Lernens wie auch der Technologien einzubeziehen sind (vgl. Moser 2008, S. 144).
2.2 Technische Grundlagen
Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen mobiler Technologien, die Grund-voraussetzung für Mobile Learning sind, vorgestellt. Die breite Verfügbarkeit mobiler Technologien eröffnen zahlreiche neue Möglichkeiten. Der Einsatz von In-formations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht eine Überbrückung örtlicher Distanz und bedeutet somit eine flexible Zusammenführung von zusam-
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mengehörenden Vorgängen und Prozessen (vgl. Lehner, 2003, S. 5). Die folgenden Ausführungen müssen vor dem Hintergrund der sich ständig weiter entwickelnden Technologie als Momentaufnahme gewertet werden und sind deshalb auch so ausgewählt, dass sie eine Basis darstellen, um ein generelles Verständnis für den Themenkomplex zu erzeugen.
2.2.1 Drahtlose Kommunikationstechniken
Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen von Mobile Learning gehört die orts- und zeitunabhänige Möglichkeit auf Informationen zuzugreifen. Dies geschieht hauptsächlich über den Zugriff auf Mobilfunknetze. Bei den unterschiedlichen Netzzugangsmöglichkeiten wird zwischen unterschiedlichen Generationen von Mobilfunknetzen unterschieden. Die Netze der ersten Generation, durchweg auf analogen Technologien basierend, sind bereits eingestellt. Das der zweiten Generation zugerechnete GSM (Global System for Mobile Communications) ist ein seit 1990 weltweit etablierter Mobilfunkstandard, der neben der Sprachübermittelung die Übertragung von Textnachrichten (SMS Short Message Service), auch die Übertragung von Informationsseiten (WAP Wireless Application Protocol), ähnlich dem WWW (WorldWideWeb), ermöglicht (vgl. Sauter 2008, S. 3). Mit der Einführung von GPRS (General Packet Radio Service) in 2001, ebenfalls der zweiten Generation zugerechnet, wurde ein weiterentwickelter Mobilfunkstandard fast flächendeckend eingeführt (vgl. Sauter 2008, S. 88). Besonders ist hier als zusätzliche Anwendung der MMS (Multimedia Messaging Service) zu nennen. Wichtige Faktoren bei der Akzeptanz von unterschiedlichen Standards sind neben den Kosten die mögliche Größe der zu übertragenden Datenmengen und die geographische Abdeckung. Die Optimierung dieser Faktoren ermöglicht die Nutzung datenintensiver Internetapplikationen in den Mobilfunknetzen. Die dritte Generation der Mobilfunknetze wurde in 2004 mit der kommerziellen Einführung von UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) in Deutschland eingeführt (vgl. Alby 2008, S. 8). Erhebliche Vorteile bietet UMTS neben den bereits durch GSM eingeführten Diensten, durch die erheblich höhere Datenrate. Der Zugang zu multimedialen Internetdiensten wird problemlos mög-
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Arbeit zitieren:
Ute Lüger, 2011, Microlearning im Kontext digitaler Lernformen, München, GRIN Verlag GmbH
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