Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
1.1 Zielsetzung. 4
1.2 Hip-Hop, das Ghetto und weite Hosen 4
1.3 Begriffsdefinitionen. 5
2. Musikalische Merkmale. 6
3. Gesellschaftliche und musikalische Ursprünge 8
3.1 Die Ahnen des Rap 8
3.2 Die Anfänge des Hip-Hop. 9
3.3 Die ersten Hip-Hop Hits. 12
3.4 Hip-Hop wird Pop 13
3.5 Der Einfluss der „Weißen“ auf Hip-Hop 14
3.6 Von der alten zur neuen Schule 15
3.7 Gangsta-Rap. 16
3.8 Back to the roots 18
4. Soziokulturelle Hintergründe des Hip-Hop 19
5. Literatur 24
3
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
Es war das Ziel aufbauend auf einer Literaturrecherche einen kurzen, aber doch grundsätzlichen Überblick über das kulturelle Phänomen HipHop zu erhalten. Dabei sollten nicht nur die musikalischen Ursprünge und Verflechtungen mit anderen Musikstilen, sondern auch die gesellschaftlichen Bezüge aufgezeigt werden.
1.2 Hip-Hop, das Ghetto und weite Hosen
Hip-Hop ist ist in unserer heutigen Zeit fast unübersehbar und allgegenwärtig. Die so vielseitige und heutzutage weltweit verbreitete Jugendkultur ist in jeder Stadt hörbar, sichtbar und fühlbar. Besonders der sichtbare Teil - das Writing oder Grafitti- ist aus keiner Stadt und keinem Dorf mehr wegzudenken. Hip-Hop ist eine eigene, neue Art zu denken, zu reden und sich auszudrücken. Aus diesem Grund wird diese Kultur von vielen missverstanden. Vor allem für manche 'Erwachsene' verkörpert vor allem das musikalische Element des Hip-Hop das durch manche amerikanische Medien suggerierte Bild von Gewalt und Brutalität, von Arbeitslosigkeit bis hin zu Rassismus. Was aber macht Hip-Hop wirklich aus, welches sind seine musikalischen und gesellschaftlichen Wurzeln und warum ist Hip-Hop schon seit über 30 Jahren (zumindest in Amerika) ein wichtiger Bestandteil des Zeitgeists bzw. eine eigenständige Subkultur? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit geklärt oder zumindest angerissen werden.
1 Zitat eines Hip-Hop-Bandmitgliedes (ROHMANN, S. 72).
4
1.3 Begriffsdefinitionen
Hip-Hop ist kein rein musikalischer sondern ein sozio-kultureller Begrif. der auch das kulturelle Umfeld, also "[...] Stile, Mode, Breakdancing, Graffitti, Ideologien, Auftreten und Geisteshaltungen" (POSCHARDT 1997, S. 154f.), mit einschliesst. Der Ursprung des Ausdrucks ist umstritten. POSCHARDT (ebda.) nennt drei Möglichkeiten: Er könnnte erstens auf die von 'DJ Hollywood' 3 genutzte Art zurückzuführen sein, Platten mit Worten wie "To the hip-hop the hippy hippy hippy hop and you don’t stop." (ebda., S. 187) zu kommentieren. Eine andere Version besagt, dass "[...] der Ausdruck 'hip-hop' seit den Tagen von Malcolm X benutzt wurde, um die Tanzparties von Jugendlichen zu bezeichnen; erst DJ Africa Bambaata habe ihn redefiniert, um das Ganze der Hip-Hop-Kultur einzuschließen" (vgl. FERNANDO 1994). Ferner sieht sich DJ Africa Bambaataa selbst als Erfinder des Ausdrucks 'hip-hop'. Fest steht aber, dass Hip-Hop Mitte der 70er Jahre schnell zur allgemeinen Bezeichnung für die um die Rap-Musik herum entstandene amerikanische Jugendkultur wurde.
Rap, umgangssprachlich oft als Synonym für Hip-Hop gebraucht, bezeichnet hingegen nur die Musik des Hip-Hop und innerhalb dieser, im engeren Sinne, den für die Hip-Hop-Musik typischen Sprechgesang. Das englische Verb to 'rap' (klopfen, schlagen, pochen) ist bereits seit 1870 als Ausdruck für eine aggressive Art des Sprechens bekannt, so wurden z.B. Informanten der Polizei als 'Rapper' bezeichnet (POSCHARDT 1997, S. 153f.). Der Bezug zum rhythmischen Sprechen mit (und auch ohne) Musik entwickelte sich in den 40er, 50er Jahren, wobei in der damaligen Zeit nicht nur Musiker oder Radio-DJs 'rappten' sondern auch Politiker. Jeder, der 'das Maul aufmachte', um andere 'niederzurappen', eine 'große Klappe riskierte' oder 'auf sein Recht pochte' befleißigte sich demnach eines Rap-Sprach-Stils. Die heute noch übliche rein musikalische Verwendung des Ausdrucks entstand erst mit der Entwicklung der Breakbeats in der Hip-Hop-Musik Anfang der 70er Jahre (vgl. die Rolle von 'DJ Kool Herc' im Kapitel 3.1.2).
2 ROSE 1994, S. 71.
3 Laut POSCHARDT (1997, S. 186) "[...] ein charmanter Entertainer, der schwarzen (afroamerikanischen) Humor , veritable DJ-Qualitäten und ein sicheres Gespür für die neuesten Dance-Hits ver-band." Er gelang Mitte der 70er Jahre in New York zu lokaler Berühmtheit, verschwand aber Ende des Jahrzehnts schon wieder von der Bildfläche.
5
2. Musikalische Merkmale
Die musikalische Unterteilung von Rap in ein Schema ist aufgrund der enormen stilistischen Bandbreite schwierig. Im Wesentlichen ist Rapmusik jedoch pattern-orientiert aufgebaut, d.h., dass bestimmte Sequenzen ('Samples') mit einem hohen Wiedererkennungswert für die Dauer des Verses, des Refrains, oder meistens sogar des gesamten Stücks geloopt, also fortlaufend wiederholt werden. Hip-Hop wird von jeweils ein oder mehreren DJ's und MC’s gemacht. Der MC (Master of ceremony, vgl. Kap. 3.1.2) ist der Rapper, d. h. der Mann oder die Frau, die auf der Bühne die Texte und Melodien singen und meist auch die Show machen. Die Zahl der aktiven MC’s und DJ’s auf der Bühne kann stark variieren. Der DJ wiederum ist - sozusagen als "one man band" - für alles andere zuständig. Grundlage der Musik bilden dabei eine beliebige Anzahl von Tonträgern, die auf mindestens zwei Plattentellern ('turntables') ineinandergemischt werden und sowohl den Beat, den Sound, als auch die Struktur des Stückes vorgeben. Unterstützend dabei werden auch computergestützte Drummachines 4 oder Sequenzer eingesetzt, sodass der DJ sich z. B. mehr aufs 'scratching' konzentrieren und damit seine Virtuosität zur Schau stellen kann als nur den Rhythmus-background für die MC’s liefern zu müssen. Besonders charakteristisch für Hip-Hop-Musik ist zunächst der Rap, der Sprechgesang, der auf unterschiedlichste Art und Weise, aber immer betont rhythmisch vorgetragen wird und sich meist reimt. Rap kann hart oder sanft klingen, bezieht sich meist auf die Alltagssprache, den Slang, und hat im Laufe der Jahre viele eigene wiederkehrende Floskeln entstehen lassen (z. B. „Ya rock ya and ya don’t stop!“, „Wave your hands in the air and wave them like you just don’t care!“, „Clap your hands to the beat.“). Rap, zumindest der amerikanische, zeichnet sich durch eine gewisse Coolness aus, d. h. schwierige Textpassagen werden möglichst locker durchschritten, emotional herrschen Abgeklärtheit und Sarkasmus vor. Entstanden ist der Rap im engeren Sinne, indem die DJ’s über den 'Breakbeats' angefangen haben, dem Publikum kurze Sequenzen aus ihrem Alltag zu erzählen. Als 'Breakbeats' werden die Passagen bezeichnet, die entstehen, wenn die DJ’s rhythmisch eingän- 4 AlsVorläufer der drummachine erfand Grandmaster Flash - wie später erwähnt verfügte er über eine Elektrikerausbildung - die Beatbox, die einige charakteristische Rhythmen auf Knopfdruck abspielte und so dem DJ bereits mehr Freiheiten bei der Gestaltung der Musik ließ.
6
Arbeit zitieren:
Sandor Samu, 2003, Zum musikalischen und (sub-)kulturellen Phänomen HipHop, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Hip Hop Kiddys - Die Jugendkultur der HipHop-Szene
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 18 Seiten
Die Subkultur Hip-Hop und deren Bedeutung für die Jugendarbeit
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 79 Seiten
Leitfaden- und Tiefeninterviews
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 15 Seiten
Die NATO-Intervention im Kosovo
Wie legitimiert sich die NATO-...
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Seminararbeit, 20 Seiten
Supply-Chain-Management und Logistik-Controlling: Abgrenzung, Gemeinsa...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 25 Seiten
Zur Bedeutung der Freinet-Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung ...
Zwischenprüfungsarbeit, 32 Seiten
Gegenwelten der Jugend dargestellt am Beispiel Hip Hop
Examensarbeit, 68 Seiten
Jürgen Habermas - Faktizität und Geltung - Wandel der Rechtsparadigmen
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 14 Seiten
Friedenskonsolidierung und Statebuilding am Beispiel Kosovo
Politik - Internationale Politik - Region: Südosteuropa, Balkan
Hausarbeit, 17 Seiten
Die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von demokratischer Ju...
Eine Untersuchung am Beispiel ...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 157 Seiten
Shake it!- Frauenbild und Sexismus in der Jugendkultur des HipHop
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 81 Seiten
Musik-Fans als Teil von Jugendkultur am Beispiel der Fans der Band Dep...
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Magisterarbeit, 106 Seiten
Sandor Samu's Text Zum musikalischen und (sub-)kulturellen Phänomen HipHop ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sandor Samu hat den Text Zum musikalischen und (sub-)kulturellen Phänomen HipHop veröffentlicht
Sandor Samu hat einen neuen Text hochgeladen
Rock- und Popmusik im Religions- und Ethikunterricht der Klassen 6-13
Achim Linsen, Alexander Schmidt
Rock- und Popmusik im Religions- und Ethikunterricht der Klassen 6-13....
Achim Linsen, Alexander Schmidt
Geological Resources and Good Governance in Sub-Saharan Africa: Holist...
James Shikwati, Jurgen Runge
0 Kommentare