Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Grundlagen der Chicagoer Schule 1
2.1 Sozialökologie 1
2.2 Humanökologie 1
2.3 Journalismus 2
3. Stadtforschung 3
3.1 Das Ringmodell 4
3.2 Das Sektorenmodell 5
3.3 Das Mehrkernmodell 6
3.4 Kritik an den Modellen 7
4. Fazit 8
Abbildungsverzeichnis : 9
Literaturverzeichnis : 10
1. Einleitung
Die Chicagoer Schule ist bis heute die wichtigste Strömung in der Stadtforschung und beruht vor allem auf den Theorien von Park, Burgess und McKenzie. Ihre Hochzeit hatte die Chicagoer Schule während der Lehre und Forschung von Robert E. Park in den Jahren 1915 bis 1932. (LINDNER 2004) Die Forschung der Chicagoer Soziologen verfolgt mehrere grundlegende theoretische Ansätze. Einer dieser Ansätze ist der biologische, bzw. der ökologische Ansatz, der auf die darwinistischen Ideen des Wettbewerbs der Arten zurückzuführen ist. Der andere Ansatz ist der des sich schnell entwickelnde Journalismus, welcher einen praktischen Ansatz für die Feldarbeit der Chicagoer Soziologen liefert. Mittels dieser Konzepte versuchte man Regelhaftigkeiten von wechselseitigen Abhängigkeiten des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in der Stadt zu erforschen und in ihrer räumlichen Entwicklung aufzuzeigen (LINDNER 2004; HEINEBERG 2006; WALTER ET AL. 2008).
2. Grundlagen der Chicagoer Schule
Die Forschungen und Theorien der Chicagoer Schule sind auf drei unterschiedliche Grundlagen zurückzuführen. Die erste Grundlage war die Tatsache, dass Chicago als erste Universität überhaupt im Jahr 1892 einen soziologischen Lehrstuhl bekam. Die zweite Grundlage auf der die Chicagoer Schule beruht, ist dass die Stadt Chicago ein hohes Bevölkerungswachstum bei einer großen Anzahl von ethnischen Gruppen mit vielen sozialen und ökonomischen Konflikten aufwies. Die dritte und letzte Grundlage in Chicago waren Zensusdaten, die für die Stadt seit 1920 in 70 Teilgebieten und seit 1930 sogar in 75 Teilgebieten vorlagen (FRIEDRICHS 1981).
2.1 Sozialökologie
Der Begriff Sozialökologie, welcher in enger Verknüpfung mit der Humanökologie steht, wurde im Jahr 1920 von Park und Burgess eingeführt. Die Sozialökologie ist ein interdisziplinärer Fachbereich, der von der Geographie, Psychologie, Ökonomie und der politischen Soziologie rezipiert wurde. Trotzdem wird die Sozialökologie keinem dieser Bereiche untergeordnet (FRIEDRICHS 1981).
2.2 Humanökologie
Unter Humanökologie, die wie im vorherigen Abschnitt schon erwähnt, eng mit der Sozialökologie verbunden ist, versteht man eine wissenschaftliche Perspektive, die sich mit der Signifikanz und der Folge von räumlicher und zeitlicher Positionierung von verschiedenen
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Bevölkerungsgruppen und Institutionen beschäftigt. Die Humanökologie wurde vom Chicagoer Soziologen Robert E. Park aus der Tier- und Pflanzenökologie entlehnt. Die sozialräumliche Struktur der Stadt wird somit als eine Analogie zur Tier- und Pflanzenwelt beschrieben und erklärt. Man bediente sich mit Begriffen wie zum Beispiel: comunities (Gemeinschaft) und natural area (physische und soziale Einheiten), sozialwissenschaftlichem Vokabular und fasste auch das menschliche Handeln in der Stadt im biologischen Sinne auf. Das Verhältnis von sozialer Konkurrenz und sozialer Kontrolle wird in der Stadt, wie beim Darwinismus, als Kampf ums Dasein aufgefasst. Der am besten angepasste überlebt, bzw. setzt sich durch. Die Gesellschaft ist in der Humanökologie also nichts anderes als ein Anpassungsmechanismus der Natur (HEINEBERG 2006; HÄUSSERMAN UND SIEBEL 2004). Aus diesem natürlichen Anpassungsmechanismus entsteht eine Verteilung der verschiedenen comunities über die gesamte Stadt. Dies führt dazu, dass jede soziale Gruppe in der Stadt die natural area besetzt, die für ihre Lebensweise die besten Bedingungen aufweist. Die Mitglieder der jeweiligen sozialen Gruppen werden von dieser natural area dann immer weiter angezogen, da sie dort ethnische Homogenität, gemeinsame Interessen und gleiche Lebensstile wieder finden. Sie sind also unter ihres Gleichen. Es entstehen immer soziale Gebilde, die sich durch eigene Normen, Traditionen und Verhaltensmuster als eine eigene räumliche Einheit abgrenzen lassen. Diese natural areas bieten eine optimale Anpassung zwischen Bewohnern und ihrer Umwelt und verdeutlichen den erwähnten natürlichen Konkurrenzkamp aus dem Darwinismus (HÄUSSERMAN UND SIEBEL 2004). Für Park wurde die Stadt dadurch zu einem sozialen Labor der Forschung, welches sich zum Studium der menschlichen Verhaltensweisen und sozialen Prozesse bestens eignete (LINDNER 2004; WALTER ET AL. 2010; SCHUBERT 2005).
2.3 Journalismus
Der Chicagoer Park hat mit seiner Forschung und Lehre die Chicagoer Schule geprägt wie kaum ein Anderer. Seine soziologischen Inhalte und Methoden wären ohne Berücksichtigung seiner journalistischen Vorkenntnisse kaum zu verstehen gewesen. Nach seinem Bachelor Abschluss in Philosophie arbeitete er nämlich elf Jahre als Reporter und Redakteur in verschiedenen Städten. Diese journalistische Prägung führte bei Park zu einer völlig anderen Wahrnehmung der Stadt. Er wollte die Stadtkultur mit dem Auge erkennen und gab diese Einstellung auch in seiner Lehre weiter. Es ging ihm um die Kunst des Sehens und darum, ein besonderes Gefühl für die Stadt zu bekommen. Er schickte seine Studenten los um die Stadt zu Fuß zu erkunden und vergab kleine Forschungsaufgaben, damit seine Studenten ein
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Arbeit zitieren:
Daniel Berendsen, 2011, Die Chicagoer Schule der Stadtforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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