Veranstaltung: Proseminar „Musik und neue Medien“ Semester: Wintersemester 1999/2000
Die Geschichte der
Tonträger und Tondokumente
Name: Sebastian Gosmann
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Inhaltsverzeichnis
Abschnitt Seite
I. Einleitung 3
II. Musikindustrie und Tonträger
1) Allgemeines 4
2) Eine Chronologie 6
III. Tonträger und Tondokumente
1) Allgemeines 11
2) Von der Walze bis zur Mini Disc 13
IV. Die Berührungspunkte der Seminarthemen untereinander 19
V. Bezugnahme auf Marshall McLuhan: „The medium is the message“ 21
VI. Anhang:
Kurzbiographien von Tonträgerfirmen
1) die Allerersten 23
2) die Großen der 30er und 40er Jahre 24
VII. Literaturverzeichnis 25
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I. Einleitung
In der vorliegenden Seminararbeit befasse ich mich mit der Geschichte der Tonträger und Tondokumente als Teilgebiet des Themas „Musikindustrie“. Beide Themengebiete wurden schon im Rahmen des Proseminars „Musik und neue Medien“ in Form von Referaten vorgestellt. Über die „Tonträger und Tondokumente“ habe ich selbst referiert, weshalb dieses Thema auch den Hauptteil dieser Arbeit darstellt.
Der Großteil der zugrundeliegenden Informationen stammt aus den Abschnitten „Musikindustrie“ (verfasst von Peter Wicke) und „Tonträger und Tondokumente“ (verfasst von Martin Elste) aus der „allgemeinen Enzyklopädie der Musik: Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ (herausgegeben von Friedrich Blume).
Bei der Niederschrift des Abschnitts II habe ich bewusst auf die Nennung von Firmennamen weitestgehend verzichtet, da dies meiner Meinung nach den Lesefluss erheblich stören würde.
Des weiteren zeige ich die Berührungspunkte der verschiedenen Seminarthemen unter-einander auf und untersuche abschließend Marshall McLuhan’s Aussage „The medium is the message“ auf ihre Gültigkeit im Musikbereich.
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II. Musikindustrie und Tonträger
1) Allgemeines
Definition des Begriffs „Musikindustrie“:
„Der Begriff tauchte erstmals im wirtschaftsjournalistischen Umfeld auf und bezeichnete den Gesamtzusammenhang von Musikherstellung- und verwertung und industrieller Massenproduktion. Damit ist also z. B. nicht der kreative Vorgang des Komponierens gemeint, sondern die Verbreitung der Tonträger, auf denen sich dieses komponierte Musikstück nach der Aufnahme befindet. Allerdings gehört zur `Musikindustrie´ nicht nur die Tonträgerindustrie, sondern ebenso der Rundfunk und das Fernsehen sowie der Han-delssektor und die Begleitmedien wie Werbung und Zeitschriften.“ 1
Einordnung der Musikindustrie in das Wirtschaftssystem
„Die Musikindustrie hat sich in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem hochgradig integrierten und global organisierten Industriezweig entwickelt, der von nur wenigen, meist der Elektronik- oder Medienbranche angehörenden Unternehmen, dominiert ist.“ 2
Aufgrund der wenigen Anbieter wird die Musikindustrie ökonomisch als Oligopol beschrieben. Trotz dieser Tatsache ist es schwierig, hier den Überblick zu behalten, da dieser Industriezweig einem ständigen Strukturwandel unterliegt. Immer wieder werden Segmente oder auch komplette Firmen von Mitkonkurrenten aufgekauft oder verschmelzen mit ihnen. Deshalb kann man die dadurch ständig gewachsene Zahl an Labels nur sehr schwer den jeweiligen Muttergesellschaften zuordnen.
In dieser oligopolistischen Marktstruktur gibt es neben den großen Firmenkonglomeraten, den sogenannten „Majors“ wie Warner oder BMG, aber auch kleine unabhängige Unternehmen, die „Independents“. Diese ehemals von den „Majors“ (wirtschaftlich) nicht abhängigen Labels haben ihre Unabhängigkeit bis heute allerdings größtenteils verloren, und es gibt nur noch wenige tatsächliche „Independent Labels“. Meist steht eines der „Major Labels“ hinter ihnen und nimmt durch Vertriebs- und Beteiligungsabkommen Einfluss auf sie. Sie sind heute als Talentsucher- und entwickler geschätzt.
1 vgl.: Wicke, Peter: Musikindustrie. In: Allgemeine Enzyklopädie der Musik: Die Musik in Geschichte und
Gegenwart, Bd. 6, Kassel / Stuttgart 1997, Sp. 1343
2 ebd., Sp. 1344
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Innerhalb der einzelnen Labels haben sich folgende Teilbereiche herausgebildet: A&R (Artist- und Repertoirebetreuung) Marketing & Promotion (Produktmanagement und Absatzförderung) Vertrags- und Rechnungswesen Herstellung und Vertrieb
Zahlen und Fakten zur heutigen Musikindustrie
Im Jahre 1995 waren es die folgenden sechs Firmenkonglomerate, die den weit größten Teil des weltweiten Tonträgergesamtumsatzes ausmachten:
Warner Music (Tochter des US-Medienkonzerns Time-Warner)
PolyGram (Tochter des niederländischen Elektro- und Elektronikkonzerns Philips) Sony Music Entertainment (Tochter des japan. Unterhaltungselektronikkonzerns Sony) EMI/Virgin (Tochter des britischen Elektronik- und Rüstungskonzerns Thorn) Bertelsmann Music Group (Tochter des deutschen Verlagshauses Bertelsmann AG) Music Corporation of America (Tochter des US-Nahrungsmittelkonzerns Seagram)
Es wurden in dem Jahr etwa 4,5 Mrd. Tonträger verkauft. 95% des entsprechenden Gesamtumsatzes von ca. 40 Mrd. US-Dollar teilten sich die o. g. sechs Firmen wie folgt*:
Deutschland ist nach den USA und Japan der drittgrößte Tonträgermarkt der Welt. Hier wurden im selben Jahr ca. 250 Millionen Tonträger im Gesamtwert von 4,68 Mrd. DM verkauft. Die Rangfolge der großen Sechs sah hierzulande wie folgt aus*:
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2) Eine Chronologie
Die Entstehung der Musikindustrie hängt unmittelbar zusammen mit der Entwicklung der Tonträger (Definitionen „Tonträger“ und „Tondokumente“ im nächsten Abschnitt). Das Ereignis, ohne das sich die Musikindustrie nie in dem Maße hätte entwickeln können, ist zweifelsfrei die Erfindung des Phonographen im Jahre 1877 durch den Amerikaner Thomas Alva Edison, der Walzen als Tonträger benutzte. Zu dem schriftlichen, primären Dokument der Partitur und den sekundären, verbalen Dokumenten (Aufführungsberichte, Traktate, Briefe und andere literarische Quellen) trat ein weiteres, rein akusti- 3 EineSensation. sches hinzu: die Schallaufzeichnung.“
1885/86 wurde Edison’s Verfahren von Chichester Bell und Charles S. Tainter noch verbessert; sie benutzten andere Walzen und nannten ihr Gerät Graphophone. 1887 stellte Emile Berliner seine Erfindung vor: das Gramophone, das plattenförmige Tonträger benutzte, welche wesentlich besser zu vervielfältigen waren als die o. g. Walzen.
Genau genommen gab es schon vor diesen Erfindungen eine „Musikindustrie“. Hierbei ging es jedoch ausschließlich um den Druck und Handel von Notenbüchern. Diese wurden nur von wenigen, im Notenlesen bewanderten, Menschen erstanden; und somit hatte dies noch nicht allzu viel gemein mit dem heutigen Begriff „Musikindustrie“, bei dem sich solche Schlagworte wie „Massenproduktion“ und „Profit“ geradezu aufdrängen. Die Musikindustrie im heutigen Sinne nimmt ihren Anfang eigentlich erst mit der Entwicklung der Hartgummi-Schallplatten (Verwendung von 1889-1897) und später der Schellackplatten (ab 1897).
„Doch bevor die Entwicklung der Musikindustrie [in den USA, S. G.] richtig in Gang kam, blockierten sich die frühen Initiatoren in langwierigen Patentstreitigkeiten gegenseitig.“ 4
In Europa hingegen wurde bereits 1898 die erste Tochter einer amerikanischen Gramophone-Firma in London eröffnet. Danach gründeten weitere US-Unternehmen europäische Filialen. Aber auch eigenständige europäische, darunter auch deutsche, Unternehmen entstanden.
3 Elste, Martin: Tonträger und Tondokumente. In: Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Die Musik in Ge-
schichte und Gegenwart, Bd. 9, Sp. 647
4 Wicke, Peter: Musikindustrie. In: Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Die Musik in Geschichte und
Gegenwart, Bd. 6, Kassel / Stuttgart 1997, Sp. 1348
Arbeit zitieren:
Sebastian Gosmann, 2000, Die Geschichte der Tonträger und Tondokumente, München, GRIN Verlag GmbH
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