Inhalt
1. Einleitung 3
2. Die SADC - Geschichte und Aufbau 4
2.1 Entscheidende Probleme und Chancen 6
3. Die IGAD - Geschichte und Aufbau 8
3.1 Entscheidende Probleme und Chancen 9
4. Die ECOWAS - Geschichte und Aufbau 12
4.1 Entscheidende Probleme und Chancen 13
5. Fazit 15
Literatur 17
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1. Einleitung
Das Netzwerk der zwischenstaatlichen und überregionalen Beziehungen und Verträgen innerhalb von Afrika ist von kaum zu überschauender Vielfalt und Komplexität geprägt, was diesem System auch den Titel „Spaghetti Bowl“ eingebracht hat. Dieses komplexe Netzwerk, welches ja eigentlich Integration und Kooperation auf dem afrikanischen Kontinent steigern soll, wirkt aufgrund der mannigfaltigen Vertragsverpflichtungen, die teilweise auch widersprüchlich sind, aber letztlich integrationshemmend. Einen Ausweg aus diesem Dilemma soll eine Fixierung auf die von der AU anerkannten Regional Economic Communities (RECs) bieten, welche auch einen Kern der Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur bilden. Diese anerkannten RECs sind: die Arab Maghreb Union (UMA), Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA), Community of Sahel-Saharan States (CEN-SAD), East African Community (EAC), Economic Community of Central African States (ECCAS), Economic Community of West African States (ECOWAS), Intergovernmental Authority on Development (IGAD) sowie die Southern African Development Community (SADC). Einige dieser RECs, wie z.B. COMESA, sind aufgrund ihrer schieren regionsüberschreitenden Größe nicht geeignet, eine hohe integrative Kraft zu entfalten. Diese Arbeit wird sich daher exemplarisch auf die drei am Besten bekannten und regional beschränkten RECs SADC, ECOWAS und IGAD beschränken. Ich werde diese drei Organisationen kurz in Geschichte und Struktur vorstellen und dann als jeweiligen Schwerpunkt auf die Herausforderungen, Probleme und Chancen dieser Organisationen eingehen. Am Ende werde ich mit einem vergleichenden Fazit schließen und bewerten, welche REC die besten Zukunftsperspektiven besitzt. Aus theoretischer Sicht bietet es sich an, diese Organisationen mit Hilfe der Regional Security Complex Theory der Kopenhagener Schule zu betrachten, da es sich bei diesen RECs im Prinzip um institutionalisierte RSCs handelt. Aufgrund des Umfangs dieser Arbeit ist mir eine explizite Einbindung der Theorie nicht möglich, ich werde allerdings auf Aspekte der Kopenhagener Schule bei meiner Bewertung
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zurückgreifen. Hierbei werde ich mich insbesondere der Agenda und Stabilität der jeweiligen Ankerstaaten widmen. Zuerst möchte ich im Folgenden die SADC näher betrachten.
2. Die SADC
Die südafrikanische SADC-Region bildet einen klassischen, unipolaren RSC mit Südafrika in seinem Zentrum. Der Hauptgrund für die südafrikanische Dominanz ist in der geschichtlichen Entwicklung zu sehen. Südafrika wurde viele Jahrzehnte vor allen anderen Staaten im südlichen Afrika unabhängig und konnte in dieser Zeit eine erhebliche wirtschaftliche und militärische Stärke aufbauen, welche von den angrenzenden Staaten bis heute nie aufgeholt werden konnte (vgl. Buzan; Waever 2003; 234). Mit dem Beginn der Unabhängigkeit der bisherigen Kolonien und dem Zusammenbruch des rhodesischen Apartheidsregimes Ende der 1970er Jahre wurde Südafrika zunehmend in der Region isoliert, ohne das die angrenzenden Staaten jedoch ein machtpolitisches Gegengewicht formen konnten. Bis zum Ende der Apartheid in Südafrika blieb die heutige SADC-Region eine klassische „conflict formation“, was sich auch in einer Vielzahl südafrikanischer Militärinterventionen zeigte (vgl. ebd). Als Versuch einer Gegenkraftbildung gründeten die Frontlinienstaaten 1980 die SADCC (Southern African Development Conference) als intergouvernementale Organisation, um vor Allem die wirtschaftliche Übermacht Südafrikas zu brechen. Erst mit dem Zusammenbruch des Apartheidsregimes wandelte sich der südafrikanische RSC relativ schnell zu einem security regime, was auch zu einer Umbildung der anti-Apartheidsorganisation SADCC (Southern African Development Conference), zur neuen SADC unter Einschluss Südafrikas im Jahre 1992 führte (vgl. ebd.; 235). Wichtige erklärte Ziele der SADC sind der Abbau von Zollschranken, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Entwicklungszusammenarbeit und Generierung von Sicherheit (vgl. SADC Website 2011). In den 1990er Jahren zeigten sich auch erste Tendenzen der SADC sich zu einer Security Community zu entwickeln, was an den Interventionen in Lesotho und Mosambik gut zu erkennen ist. Trotz dieser vielversprechenden Ansätze und den auf dem „human security“ Begriff fußenden Sicherheitsverständnis der SADC gelang es nicht, diesen Trend
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fortzusetzen. Südafrika unter Mbeki begann an der Schwelle zum neuen Jahrtausend sich verstärkt nach innen auszurichten und nach außen vor allem symbolische Politik zu betreiben. Die Securisierung sozialer und gesellschaftlicher Fragen wie z.B. AIDS trug ein übriges zur beinahe schon solipsistischen Innenwendung Südafrikas bei (vgl. Buzan, Waever 2003; 236ff.). Auch die „quiet diplomacy“ gegenüber Simbabwe ordnet sich nahtlos in dieses Schema ein. Die Grundgliederung der SADC zum heutigen Tag (April 2011) ähnelt vom Aufbauprinzip dem anderer intergouvernementale Organisationen und stellt sich wie folgt dar: An der Spitze steht der „Summit“, also das jährliche Treffen der Staats-und Regierungschefs der SADC (vgl. SADC Website 2011), auf welchem nach dem Einstimmigkeitsprinzip die Leitrichtung der Organisation sowie die Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten entschieden wird. Das zweite wichtige Organ stellt der „Council of Ministers“ dar, der als ständiges Gremium die Gipfeltreffen vorbereitet und die Akzeptanz möglicher Entscheidungen im Vorfeld sondiert (vgl .ebd.). Des Weiteren gibt es noch das Sekretariat, welches für die Überwachung und Kontrolle des Integrationsprozesses, sowie das Micromanagement der einzelnen Programme zuständig ist. Das Sekretariat ist das eigentliche Arbeitsorgan der SADC, wobei es allerdings stark durch die Vorgaben des SADC-Gipfels eingeschränkt ist. Das Organ for Politics, Defence and Security (OPDS), welches die Keimzelle einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik darstellen soll, sowie das SADC-Tribunal, welches zwar schon 1992 gegründet wurde, aber erst 2005 seine Arbeit aufnahm, sind bislang ohne nennenswerte politische Bedeutung geblieben (vgl. ebd.). An diesem Organisationsaufbau erkennt man bereits, dass es extrem schwierig für die SADC ist, wichtige und vor Allem kontroverse Entscheidungen zu treffen. Dieses und andere Probleme werde ich im nächsten Abschnitt weiter thematisieren.
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Arbeit zitieren:
Marcel Lossi, 2010, Die Regional Economic Communities der Afrikanischen Union – Probleme und Chancen im „Spaghetti Bowl“, München, GRIN Verlag GmbH
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