Pädagogische Hochschule Karlsruhe Ausführlicher Unterrichtsentwurf, Romy Stegen, 24.06.08
1. Zur Ausgangslage des Unterrichts
1.1 Institutionelle Bedingungen
Die Realschule befindet sich in einer ruhigen Lage und besteht aus zwei nah beieinander liegenden Gebäuden, zwischen denen die Schülerinnen und Schüler pendeln. Das Gebäude, in dem unsere Unterrichtsstunden gehalten werden ist neu und sehr modern gestaltet. Ein ebenfalls zweigeteilter Pausenhof bietet schöne Bewegungs-‐ und Erholungsgelegenheiten. Somit haben die SuS die Möglichkeit, sich auf einer großen Grünfläche zu erholen oder sich beispielsweise beim Tischtennisspiel auszutoben. Die Unterrichtsstunden der Studenten finden aus Platzgründen im Medienraum statt, der medial mit einem Beamer, Tageslichtprojektor, einer Flipchart, einer langen Pinnwand und einer mobilen Klapptafel sehr gut ausgestattet ist. Zwei Fensterfronten bieten hervorragendes Licht, was die Raumatmosphäre sowie die visuelle Lehr-‐ und Lernumgebung positiv unterstützt. Geschmückt oder gestaltet ist der Raum nicht. Die Klasse
7c setzt sich aus 18 Mädchen und 10 Jungen zusammen, nur wenige davon haben einen Migrationshintergrund. Insgesamt sind die fachlichen Deutschkenntnisse der Klasse im Fach Deutsch eher schwach, wobei sicher einige Ausnahmen zu berücksichtigen sind. Wöchentlich finden drei Deutschstunden statt. Aufgrund eines Theaterprofils an der Schule wird die vierte Deutschstunde von einer „Theaterstunde“ ersetzt. Der Schulalltag ist zeitlich in 45-‐Minuten-‐Einheiten gegliedert und es erfolgt m Ende jeder Stunde ein Pausengong.
1.2 Anthropologische und soziale Bedingungen
1.2.1 Sachstruktureller Entwicklungsstand
Alle SuS nutzen sowohl den Gebrauch des Aktivs als auch den des Passivs in ihrer Alltagssprache, wobei die Passivbildung vorwiegend in der Schriftsprache verwendet wird. Beim Sprechen im Aktiv oder Passiv wird nur unbewusst auf grammatische Strukturen zurückgegriffen, weshalb es in diesen beiden Unterrichtsstunden gilt, diese Strukturen den SuS ins Bewusstsein zu rufen, um ein Sprachverständnis dafür zu entwickeln.
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Pädagogische Hochschule Karlsruhe Ausführlicher Unterrichtsentwurf, Romy Stegen, 24.06.08
Die SuS werden direkt in der vorigen Unterrichtsstunde eine Einführung in das Thema „Aktiv und Passiv“ bekommen. Ich gehe deshalb davon aus, dass in meiner Übungsstunde der grammatikalische Unterschied im Präsens und Präteritum verstanden wird. Das Thema „Aktiv und Passiv“ ist in eine gesamte grammatische Unterrichtsreihe eingebettet und wird nach Wortarten und Satzgliedern am Ende dieser Einheit eingeführt. Vermutlich zeigen die SuS keine große Begeisterung für das Stundenthema, da Grammatikthemen generell eher unbeliebt sind und diese Einheit bereits eine ganze Weile andauert. Aus diesem Grund versuche ich, die SuS im Verlauf der Stunde mit einem Brettspiel davon zu überzeugen, dass das Bilden von Aktiv-‐ und Passivsätzen auch Spaß machen kann. Dies wird in Form einer Gruppenarbeit
stattfinden, mit der die SuS bereits vertraut sind. Ich glaube, dass es zunächst genügt, die Übung auf die Zeiten Präsens und Präteritum zu beschränken, da sonst einige SuS mit dem Bilden weiterer Zeiten überfordert sein könnten und sie aufgrund vieler Fehler keinen unmittelbaren Leistungsfortschritt erfahren. Bei fehlenden Erfolgserlebnissen wäre vermutlich Motivationsmangel auf Seiten der SuS die Folge.
1.2.2 Soziale Aspekte in der Klasse
Das Klassenklima erscheint mir ausgewogen und natürlich. Es gibt sicherlich Unterschiede zwischen auffälligen und eher stillen SuS, jedoch ist mir beispielsweise keine extreme Form von Mobbing in der Kürze der Zeit aufgefallen. Es gibt eine Reihe Jungen, die relativ häufig zu Recht gewiesen werden müssen, weil sie gern laute und unangebrachte Kommentare von sich geben. Setzt man diese auseinander und ist man bemüht, einen ansprechenden Unterricht zu gestalten, verhalten sie sich unauffällig und arbeiten mit. Mir ist zudem aufgefallen, dass zwei rothaarige Mädchen häufig ausgeschlossen werden (beispielsweise hat ein Junge seinen Freund ausgelacht, weil dieser bei einer Gruppenarbeit mit den Mädchen zusammenarbeiten musste). Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass die beiden bei der Gruppenarbeit ohne beleidigende oder verletzende Kommentare akzeptiert werden.
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2. Zum Unterrichtsgegenstand: Überlegungen und Entscheidungen
2.1 Klärung des Unterrichtsgegenstands (Was?)
Das Passiv
Das Passiv wird vorwiegend in der Schriftsprache verwendet. Durch das Passiv wird die Aufmerksamkeit des Lesers in erster Linie auf den Gegenstand der Tätigkeit bzw. die Tätigkeit selbst gerichtet. 1 Es wird unterschieden zwischen dem Vorgangspassiv und dem Zustandspassiv. 2
2.1.1 Das Vorgangspassiv: (werden-‐Passiv)
Beim Vorgangspassiv steht das Geschehen im Vordergrund. Diese Passivform wird
gebildet aus dem Hilfsverb „werden“ und dem Partizip II des Vollverbs. „werden + Partizip II“ Das passivbildende „werden“ weist ein Flexionsparadigma auf. Generell umfasst ein passivischer Verbalkomplex genau eine Verbform mehr als die Tempus-‐Modus-‐Form im Aktiv.
Die Zeitformen des Passivs im Kurzüberblick
Wie auch im Präsens besteht das Passiv im Präteritum ebenfalls aus zweiteiligen Verbalkomplexen, die aus der finiten Präteritumform von „werden“ (das angepasst an die jeweilige Person flektiert wird) und dem Partizip II des Vollverbs gebildet werden.
1 Vgl. http://donnerwetter.kielikeskus.helsinki.fi/DVG/Verben/passiv/regeln/deutsch.htm 2 Vgl. Duden: Die Grammatik, Band 4, Auflage 7, Dudenverlag, Mannheim, 2006 4
Pädagogische Hochschule Karlsruhe Ausführlicher Unterrichtsentwurf, Romy Stegen, 24.06.08
An den Futurformen des Passivs sind zwei verschiedene Varianten von „werden“ beteiligt; zum einen das finite futurbildende „werden“ und das Hilfsverb „werden“, das im Infinitiv steht.
2.1.2 Das Zustandspassiv (sein-‐Passiv)
Das Zustandspassiv bezeichnet den erreichten Zustand oder das Ergebnis einer Handlung. Diese Passivform wird gebildet aus dem hier finiten Hilfsverb „sein“ und dem Partizip II. „sein + Partizip II“
Man unterscheidet drei unterschiedliche Verbkategorien. Alle drei Typen sind gleich aufgebaut: Sie enthalten eine Flexionsform des Verbs „sein“, die das Partizip II eines Vollverbs regiert.
- Verbalkomplex als mehrteilige Tempusform: Bsp.: Der Fremde ist geflohen.
hier regiert das Hilfsverb „sein“ das Partizip II eines intransiten Vollverbs.
- Verbalkomplex als Passivform:
Bsp.: Die Wand ist gestrichen.
hier verbindet sich das Hilfsverb „sein“ mit dem Partizip II eines transiten Vollverbs.
- Verbalkomplex als „Zustandsreflexiv“: Bsp.: Der Junge ist erkältet.
hier regiert das Hilfsverb „sein“ das Partizip II eines reflexiven Verbs. Diesen Verbalkomplex nennt man „Zustandsreflexiv“ (nach Helbig/Buscha)
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Arbeit zitieren:
Romy Stegen, 2008, Unterrichtsstunde Grammatik: Aktiv und Passiv mit spielerischen Übungsformen anwenden, München, GRIN Verlag GmbH
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