Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der ideologische Kampf zwischen Kaiser und Papst 5
2.1. Die Weltanschauung Gregors IX. am Beispiel der 2. Exkommunikation
Friedrichs II. 5
2.2. Die Kaiseridee Friedrichs II. 8
2.3. Der Propagandakrieg zwischen Friedrich II. und Gregor IX. 11
3. Zusammenfassung 14
4. Literaturverzeichnis 15
4. 15
4. 15
2
2
1. Einleitung
Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, den Konflikt zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX. auf seine ideologischen Inhalte und Hintergründe zu überprüfen. Ausgangspunkt hierfür ist die zweite Exkommunikation Friedrichs durch Gregor IX. und die darauf folgenden Streitschriften. Innerhalb dieser Situation soll geklärt werden, inwieweit die unterschiedlichen Ideologien beider Seiten ihr jeweiliges politisches Handeln beeinflussten, wie gemeinsame Elemente in der Weltanschauung zu einem Konflikt beitrugen und warum ein solcher Kampf auf ideologischer Ebene geführt und eine Verständigung beider Seiten behindert wurde.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den päpstlichen Anklagen der Exkommunikation und dem weltlichen Herrschaftsanspruch Gregors IX. Der zweite Teil geht auf die Kaiseridee Friedrichs II. ein und diskutiert deren Möglichkeit als modernes Konzept im Kampf gegen eine Übermacht der Kirche. Im dritten Teil werden schließlich die ideologischen Mittel des Propagandakrieges, ihre Hintergründe und Aussichten thematisiert.
Das Thema dieser Arbeit erfordert eine klare Eingrenzung, insbesondere im Hinblick auf die Primärliteratur. Die zweite Exkommunikation und die ausgewählten päpstlichen und kaiserlichen Schriften stehen exemplarisch für die Eskalation der kaiserlich-päpstlichen Beziehungen, darum sollen auch die zeitlich relevanten Quellen im Mittelpunkt stehen. Weiterhin wird Friedrichs Verhältnis zum Papsttum hier ausschließlich an der Person Papst Gregors IX. untersucht, da dieser den Verlauf der Beziehung durch zwei Exkommunikationen wohl am deutlichsten prägte und ein Einbeziehen der anderen Päpste während Friedrichs Regierungszeit dem vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit nicht gerecht werden würde.
Eine wichtige Grundlage dieser Arbeit bilden die Monographien von Hubert Houben und Wolfgang Stürner, da sie einen umfassenden Überblick zu Friedrichs Konflikt mit dem Papsttum, auch aus ideologischer Sicht, liefern. Unterschiedliche Ansätze ihrer Forschungspositionen ergeben sich zum Beispiel bei der Bewertung des Propagandaeinsatzes im Hinblick auf die Möglichkeit einer späten Verständigung zwischen Papst und Kaiser. Während Houben eine Einigung nicht ausschließt, erachtet Stürner diese aufgrund der zugespitzten Lage für sehr unwahrscheinlich. Auch die geschichtliche Tragweite des Konfliktes wird von den Historikern auf verschiedene Arten betrachtet. Für Hans Martin Schaller, dessen Gedanken zur Kaiseridee Friedrichs II. ebenfalls in diese Arbeit einfließen,
3
verhalfen Friedrichs Vorstellungen im Kampf gegen die Kirche zumindest den späteren Generationen zu einem Sieg gegen das Papsttum. David Abulafia bemüht sich dagegen, jegliche revolutionäre Zuschreibung und Überhöhung der Person Friedrichs abzuschwächen und ihn als in erster Linie seiner Zeit verpflichteten Herrscher darzustellen. Mit Hilfe dieser und anderer Forschungsbeiträge konnte daher der ideologische Konflikt zwischen Friedrich II. und Papst Gregor IX. erläutert werden.
4
2. Der ideologische Kampf zwischen Kaiser und Papst
2.1. Die Weltanschauung Gregors IX. am Beispiel der 2. Exkommunikation Friedrichs II.
Der Bann Gregors IX. erfolgte am Palmsonntag, dem 20. März 1239 und exkommunizierte Friedrich II. damit bereits zum zweiten Mal nach 1227. Die Bannbulle, die zugleich alle Untertanen des Kaisers von ihrem Treueid löste, beinhaltete im Wesentlichen „kleine Beschwerden in kirchlichen Angelegenheiten Siziliens“ 1 . So wird dem Kaiser unter anderem darin vorgeworfen, im Königreich Sizilien Bistümer unbesetzt zu lassen, Geistliche gefangen zu halten, gegen den Friedensvertrag von der Kirche Abgaben zu erpressen und die Sache des Heiligen Landes zu verzögern 2 . Die Vorwürfe beziehen sich vor allem auf Verstöße des Friedensvertrages von San Germano, während der eigentliche Kernpunkt des Konflikts, die Freiheit der lombardischen Städte, dagegen keine Erwähnung findet. Diese wichtigen Verbündeten der Päpste sollten eine territoriale Umklammerung des Kirchenstaates von Seiten des Kaisers verhindern um die Freiheit der römischen Kirche zu gewährleisten 3 . Die vom Papst vorgebrachten Argumente des Bannfluches werden daher in der Forschung oft als „fadenscheinig“ 4 und „nicht wirklich angemessen“ 5 bewertet.
Offensichtlich wurden verschiedene Anklagepunkte auch nach ihrem propagandistischen Charakter ausgewählt. So wird Friedrich II. unter anderem bezichtigt „in der Stadt Rom gegen die Römische Kirche eine Empörung angestiftet“ 6 zu haben und den Papst von seinem Sitz zu vertreiben. Diese Behauptung sollte als ein Angriff Friedrichs auf die Kirchengemeinde verstanden werden um die nachfolgenden Anklagen noch zu verstärken. Mit dem Vorwurf, durch ihn werde „die Sache des Heiligen Landes und die Wiederherstellung der Römischen Reichsgewalt“ 7 verzögert, greift Gregor IX. die Behinderung des Kreuzzuges durch Friedrich auf. Bereits 1227 verhängte der Papst den ersten Bann über Friedrich aus dem Grund, er würde den Kreuzzugsvorbereitungen schaden. Hechelhammer bezeichnet Vorwürfe dieser Art
1 Hans Martin Schaller, Kaiser Friedrich II. Verwandler der Welt. (Persönlichkeit und Geschichte, Bd. 34.) 2. Aufl. Göttingen/Berlin/Frankfurt 1971, S. 63.
2 Vgl. Klaus J. Heinisch, Kaiser Friedrich II. In Briefen und Berichten seiner Zeit, Darmstadt 1968, S. 417-419 nach: RI 5.2, Nr. 7226a.
3 Schaller, Verwandler der Welt, S. 32.
4 Schaller, Verwandler der Welt, S. 63.
5 Wolfgang Stürner, Friedrich II. Teil 2 Der Kaiser 1220-1250, Darmstadt 2003, S. 468.
6 Heinisch, S. 417 nach: RI 5.2, Nr. 7226a.
7 Heinisch, S. 418 nach: RI 5.2, Nr. 7226a.
5
Arbeit zitieren:
Maxi Hoffmann, 2009, Der ideologische Konflikt zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX., München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit: Der ideologische Konflikt zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX. ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit: neuer Titel erschienen: Der ideologische Konflikt zwischen Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX.
Maxi Hoffmann hat einen neuen Text hochgeladen
Bischof Siegfried von Regensburg, Kanzler Kaiser Friedrichs II.
Kanzler Kaiser Friedrichs II.
Wilhelm Muschka
Friedrich II. Wonach Er sich zu richten hat
Urteile und Verfügungen
Georg Piltz, Adolph von Menzel
Friedrich II. zwischen Deutschland und Polen
Ereignis- und Erinnerungsgesch...
Hans-Jürgen Bömelburg
0 Kommentare