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Zusammenfassung
In dieser Arbeit wird am Beispiel der Menschen mit Migrationshintergrund aufgezeigt, wie das Konzept der e-Inklusion eingesetzt werden kann, um dieser von der digitalen Ausgrenzung betroffenen Bevölkerungsgruppe die Möglichkeit zu eröffnen, sich aktiv an der Informationsgesellschaft zu beteiligen und so die bereits bestehende Digitale Kluft überwinden zu können. Dazu werden zum einen die sozio-demographischen und sozio-ökonomischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Behinderung, Migrationshintergrund, Stadt-Land-Zugehörigkeit, Beschäftigung, Einkommen und Bildungsgrad, die zur Entstehung der Digitalen Kluft führen bzw. diese begünstigen können, anhand empirischer Studien zur Internetnutzung genauer betrachtet. Zum anderen wird mit Hilfe der Kapitaltheorie des französischen Kultursoziologen Pierre Bourdieu versucht zu erklären, warum gerade diese Faktoren entscheidenden Einfluss auf die Internetnutzung bzw. Internetnichtnutzung ausüben. Anschließend wird auf den Status Quo der Digitalen Kluft in Deutschland wie auch auf das umfassende Konzept der e-Inklusion und die damit verbundenen, integrationsfördernden Maßnahmen eingegangen. Zum Abschluss werden einige ausgewählte Best-Practice-Beispiele vorgestellt, die diese Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt haben.
Schlagwörter: e-Inklusion, Digitale Kluft, digitale Integration, Menschen mit Migrationshintergrund
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Abstract
This paper shows how the concept of e-inclusion can be used to help people with an immigrant background get the chance to actively participate in the modern and knowledge-based information society and so to successfully overcome the existing digital divide. For this purpose a closer look is taken on the sociodemographic and socio-economic variables like urban or rural affiliation, migration background, age, gender, physical or psychical handicaps, employment and income and education levels using empirical studies because these variables have a strong influence not only on the formation but also on the intensification of the digital divide. In order to explain this strong influence the capital theory of French sociologist Pierre Bourdieu is used. Another part of this paper deals with the status quo of the digital divide in Germany as well as with the concept of e-inclusion and the associated target-group-oriented measures and initiatives supporting integration. The last part presents some best practice examples that aim to prevent isolation and social exclusion by not only providing access to modern communication technologies but also by enabling people to use these technologies to their personal benefit.
Keywords: e-inclusion, digital divide, digital integration, people with an immi- grant background
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Inhaltsverzeichnis
1 e-Inklusion macht Schule - Eine Chance zur Überwindung der Digitalen
Kluft 6
1.1 Einführung, Problemstellung und Zielsetzung. 6
1.2 Aufbau der Arbeit 8
2 Die „Digitale Kluft“ als gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit 10
2.1 Digitale Kluft - Begriffserklärung und Einführung 10
2.2 Ursachen bzw. Faktoren für die Entstehung der Digitalen Kluft und
deren Auswirkungen 11
2.3 Die Kapitaltheorie des französischen Kultursoziologen Pierre
Bourdieu und das Phänomen der Digitalen Kluft 13
2.3.1 Die Kapitaltheorie Bourdieus als Modell zur Erklärung sozialer
Ungleichheiten in unserer Gesellschaft 14
2.3.2 Zusammenhänge zwischen ökonomischem, sozialem und
kulturellem Kapital, sozialen und digitalen Ungleichheiten und der
Digitalen Kluft 15
3 Digitale Kluft und Migrationshintergrund - Der Status Quo in
Deutschland 16
3.1 Internetnutzung nach Migrationshintergrund und den weiteren die
Digitale Kluft beeinflussenden Faktoren 17
3.2 Fazit aus den Studienergebnissen 19
4 Das umfassende Konzept der e-Inklusion als Chance zur Überwindung
der Digitalen Kluft 20
4.1 e-Inklusion - Begriffserklärung und Einführung 20
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4.2 Überwindung der Digitalen Kluft durch integrationsfördernde
Ma ßnahmen und die dabei zu berücksichtigenden Anforderungen 21
4.2.1 Schritt 1 - Schaffen der erforderlichen Rahmenbedingungen 21
4.2.2 Schritt 2 - Anbieten von Möglichkeiten zum Erwerb der
notwendigen Kompetenzen 22
4.2.3 Schritt 3 - Bereitstellen zielgruppenrelevanter Inhalte 24
4.3 Best-Practice-Beispiele - Projekte zur Förderung der digitalen
Integration von Menschen mit Migrationshintergrund 25
4.3.1 Das Projekt „Refugees Emancipation“ 25
4.3.2 Das Projekt „Integration Partizipation“ 26
4.3.3 Das Projekt „buerger-gehen-online“ 26
5 Zusammenfassende Wertung und Ausblick 27
Literaturverzeichnis 28
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1 e-Inklusion macht Schule - Eine Chance zur Überwindung der Digitalen Kluft
1.1 Einführung, Problemstellung und Zielsetzung
Die digitale Welt wächst mit enormer Geschwindigkeit. Informations- und Kommunikationstechnologien sind aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Mittlerweile nehmen sie in nahezu allen Bereichen des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lebens eine Schlüsselrolle ein. Denn immer mehr und mehr Informationen und Dienste werden heute vielfach nur noch über Neue Medien angeboten (Arnold, 2007, S. 1; Europäische Kommission, 2008, S. 9; Hinkelbein, 2004, S. 1; Initiative D21 e. V., 2011, S. 5-8; Mühlenfeld, 2009, S. 29). Durch diese Entwicklung entsteht aber auch eine Digitale Kluft zwischen jenen, die über Informations- und Kommunikationstechnologien verfügen und diese nutzen können und jenen, die diese Technologien nicht oder nur in geringem Ausmaß nutzen können. Es kommt zu einer digitalen Ausgrenzung, von welcher besonders Menschen aufgrund gesundheitlicher, finanzieller, ethnischer oder bildungsbezogener Hindernisse aber auch aufgrund unzureichender bzw. fehlender digitaler Kompetenzen oder mangelndem Breitband-Internetanschluss in strukturschwachen Wohngebieten betroffen sind (Initiative D21 e. V., 2010, S. 12-60, 2011, S. 5-8; Kampmann & Lins, 2009, S. 8; Lins & Kempf, 2009, S. 12-15). Sie können die Chancen und Möglichkeiten, die ihnen die Nutzung des Internets bieten würde, gar nicht oder nur in geringem Ausmaß wahrnehmen, sodass ihnen der Weg in die moderne Informationsgesellschaft meist gänzlich verschlossen bleibt. Deshalb ist es wichtig, der digitalen Ausgrenzung durch zielgruppengerechte Maßnahmen entgegenzuwirken und so die Teilung der Gesellschaft in Form der Digitalen Kluft zu überwinden. Denn gerade durch den Einsatz von Informations-und Kommunikationstechnologien, sei es Computer, Internet oder auch Mobiltelefon, ergeben sich neue Chancen und Potentiale, um insbesondere diesen benachteiligten Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv in gesellschaftlichen und politischen Bereichen zu beteiligen (Arnold, 2007, S. 1-6; Bischoff, 2008, S. 66-68; Hinkelbein, 2004, S. 18-30; Kampmann & Lins, 2009, S. 4).
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Einen möglichen Lösungsansatz bietet hierfür das umfassende Konzept der e-Inklusion. E-Inklusion steht für digitale Integration bzw. für eine neue digitale Chance, die es einerseits allen Menschen ermöglichen soll, Zugang zu den nötigen Informations- und Kommunikationstechnologien zu erhalten. Andererseits gehört zum Konzept der e-Inklusion auch, den betroffenen Menschen beim Erwerb der notwendigen digitalen Kompetenzen, das heißt der Kompetenz zur Handhabung und Nutzung des Internets, zur Gestaltung von sozio-technischen Systemen mithilfe des Internets und der kritischen Rezeption von Inhalten der Onlinemedien (Schiersmann, Busse, & Krause, 2002, S. 32-50), zu unterstützen. Denn nur wer moderne Kommunikationstechniken nutzt und versteht, kann aktiv und sinnvoll am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben teilnehmen (Initiative D21 e. V., 2010, S. 3, 2011, S. 5-8; Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2007, S. 2-3).
Wirtschaft und Politik in Deutschland bemühen sich seit langem, den Zugang zu den nötigen Informations- und Kommunikationstechnologien für alle Bevölkerungsruppen zu gewährleisten, indem sie den Ausbau der technischen Infrastruktur wie auch die Verfügbarkeit von netzfähigen Endgeräten im Haushalt und am Arbeitsplatz vorantreiben (Europäische Kommission, 2008, S. 10-11; Initiative D21 e. V., 2010, S. 12-36, 2011, S. 6-7; Kampmann & Lins, 2009, S. 4). Die Gründe für die Digitale Kluft in Deutschland sind demnach immer weniger auf einen unzureichenden Zugang zu den digitalen Medien als vorrangig auf fehlende bzw. unzureichende digitale Kompetenzen zurückzuführen. Doch gerade diese Kompetenzen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Intensität und die Art und Weise der Internetnutzung, also ob das Internet eher zur Informationssuche, zur Kommunikation oder zur Unterhaltung genutzt wird. Abhängig sind diese Mediennutzungskompetenzen wiederum von den sozio-demographischen und sozio-ökonomischen Merkmalen wie Stadt-Land-Zugehörigkeit, Migrationshin-tergrund, Alter, Geschlecht, Behinderung, Beschäftigung, Einkommen und Bildungsgrad (Europäische Kommission, 2008, S. 50-52; Kissau, 2008, S. 35-54; Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2007, S. 3-4; Mühlenfeld, 2009, S. 47; Zillien, 2008, S. 209).
Aufgrund der Ergebnisse verschiedener, empirischer Studien zu den digitalen Kompetenzen lässt sich zeigen, dass von den genannten Merkmalen vor allem der
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Faktor Bildung einen maßgeblichen Einfluss darauf hat, wie jemand in der Lage ist, die Internetmedien zu nutzen (Bonfadelli & Bucher, 2006, S. 5; Europäische Kommission, 2008, S. 50-52; Kampmann & Lins, 2009, S. 11; Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2007, S. 4-5; Kutscher, 2009, S. 2-7; Lins & Kempf, 2009, S. 13; Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 2010, S. 27; Mühlenfeld, 2009, S. 29; Otto, Kutscher, Klein, & Iske, 2005, S. 42). Gerade in Deutschland ist dabei besonders auffällig, dass vor allem Migrantinnen und Migranten der ersten Generation, das heißt im Ausland geborene und zuge-wanderte Menschen, im Vergleich zu Migrantinnen und Migranten der zweiten und dritten Generation, das heißt in Deutschland geborene und aufgewachsene Menschen, und auch im Vergleich zu Menschen ohne Migrationshintergrund weitaus häufiger von sozio-demographischen und sozio-ökonomischen Problemen wie etwa fehlenden schulischen und beruflichen Qualifikationen, der Erwerbstätigkeit in prestigearmen Berufen, einem niedrigen Einkommen sowie Arbeitslosigkeit und Armut betroffen sind (Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2007, S. 10-11; Lins & Kempf, 2009, S. 79-80; Lutz & Heckmann, 2010, S. 24-25; Weishaupt, 2010, S. 205-206).
Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, am Beispiel der marginalisierten Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund aufzuzeigen, wie das Konzept der e-Inklusion eingesetzt werden kann, um dieser von der digitalen Ausgrenzung betroffenen Bevölkerungsgruppe die Möglichkeit zu eröffnen, sich aktiv an der In-formationsgesellschaft zu beteiligen. Dazu wird in den einzelnen Kapiteln zum einen das gesellschaftliche Problem der Digitalen Kluft im Allgemeinen behandelt als auch der Status Quo der Digitalen Kluft in Deutschland in Bezug auf den Mig-rationshintergrund anhand empirischer Studien dargestellt. Zum anderen wird auf Maßnahmen und Initiativen zur Reduzierung der digitalen Ausgrenzung eingegangen und auch einige ausgewählte Best-Practice-Beispiele vorgestellt, die diese Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt haben.
1.2 Aufbau der Arbeit
Nach einer kurzen Einführung in das Thema mit Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit im ersten Kapitel beschäftigt sich das zweite Kapitel mit dem gesellschaftlichen Problem der Digitalen Kluft im Allgemeinen. Dazu wer-
Arbeit zitieren:
BSc Tamara Rachbauer, 2011, e-Inklusion macht Schule – Eine Chance zur Überwindung der Digitalen Kluft, München, GRIN Verlag GmbH
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