Inhaltsverzeichnis
1. Zur Ausgangslage des Unterrichts. 3
1.1. Institutionelle Bedingungen 3
1.2. Zur Situation der Klasse 3
1.3. Lern- und Leistungssituation der Klasse. 4
1.4. Unterrichtsorganisatorische Aspekte 4
2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand 5
2.1. Klärung der Sache. 5
2.2. Didaktische Überlegungen 7
2.3. Einordnung in den Bildungsplan. 9
2.4. Einordnung in die Unterrichtseinheit. 10
3. Intentionen des Unterrichts. 12
4. Überlegungen zum Lehr-Lernprozess - Methodische Überlegungen. 13
5. Verlaufsplanung des Unterrichts 17
6. Literaturverzeichnis 18
7. Anhang 19
7.1. Informationstexte für die Gruppenarbeit 19
7.2. Bilder für den Stundenbeginn 24
2
1. Zur Ausgangslage des Unterrichts
1.1. Institutionelle Bedingungen
Die Grundschule … liegt …. Der Ausländeranteil im Einzugsgebiet … ist recht gering, weshalb kaum Schüler mit Migrationshintergrund die Grundschule besuchen. Die reine Grundschule ist zwei- bzw. dreizügig und hat insgesamt … Schüler 1 , die von … Lehrkräften in 10 Klassen unterrichtet werden.
1.2. Zur Situation der Klasse
Die Klasse 4 besteht aus 20 Schülern, die sich aus 8 Mädchen und 12 Jungen zusammensetzen. Zwei Schüler - … - nehmen nicht am Religionsunterricht teil, bleiben während diesem aber in der Klasse und beschäftigen sich still an ihrem Platz oder in der Leseecke. Die übrigen 18 Schüler sind - trotz unterschiedlicher Bekenntnisse (evangelisch, islamisch, sonstige, keine) - zum evangelischen Religionsunterricht angemeldet. Somit bleibt die Klasse 4 während des Religionsunterrichts im Klassenverband, was sich positiv auf das Unterrichtsgeschehen auswirkt.
Bis auf wenige Ausnahmen zeigen sich die Schüler, unabhängig der Inhalte, motiviert und engagiert. Die vereinbarten Regeln werden zumeist eingehalten. In der Klasse herrscht - meinem Empfinden nach - ein sehr angenehmes Unterrichtsklima. Das Sozialverhalten der Klasse ist grundsätzlich positiv geprägt. Demokratische und soziale Verhaltensweisen, wie zum Beispiel gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfestellung und Gruppenbewusstsein sind in großem Maße vorhanden. Die Kinder gehen hilfsbereit miteinander um und sind bei Gruppen- oder Partnerarbeit meist in der Lage eigenständig und ohne Streitereien ihre jeweilige Gruppe zu organisieren und kooperativ zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig lernen die Kinder durch die Sitzeinteilung an den Gruppentischen sich in einer Gruppe einzufügen und haben außerdem die Möglichkeit, aufgrund der regelmäßig wechselnden Sitzordnung, mit allen Kindern in Kontakt zu kommen. Es gibt keinen Schüler, der von den anderen ausgegrenzt oder auffällig geärgert wird. Alle werden in das soziale System mit einbezogen. Die Schüler haben gelernt sich gegenseitig anzunehmen, selbst die „Problemkinder“ sind in die Klassengemeinschaft integriert und akzeptiert.
1 Aus Gründen der Vereinfachung wird im vorliegenden Unterrichtsentwurf stellvertretend für den weiblichen und
männlichen Plural die maskuline Form verwendet. Der Begriff ‚Schüler’ ist demnach geschlechtsunspezifisch zu
verstehen und beinhaltet keinerlei Wertung.
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1.3. Lern- und Leistungssituation der Klasse
Die Schüler der Klasse 4 stehen im Allgemeinen dem Fach Religion sehr aufgeschlossen und motiviert gegenüber, zeigen großen Eifer, viel Freude, sowie Ehrgeiz und Interesse, was sich insbesondere darin zeigt, dass Anregungen angenommen und individuell umgesetzt und Inhalte mit Ideenvielfalt versehen werden. Auch die meist rege Beteiligung der Schüler spricht für deren Aufgeschlossenheit und Neugier für neue Inhalte des Religionsunterrichts.
Der allgemeine Leistungsstand der Klasse ist durchschnittlich gut, es gibt - soweit ich dies einschätzen kann - keinen Schüler, den man im Fach Religion als leistungsschwach einstufen könnte. Alle Kinder zeigen entsprechend ihren Fähigkeiten - besonders bei kreativen Aufgabenstellungen - ihr Können. Insgesamt zeichnen sich alle Schüler durch engagierte und interessierte Mitarbeit aus. Zu den leistungsstärkeren Schülern, die den Unterricht durch ihre Beiträge stützen und voran bringen, gehören in erster Linie …. Beide sind redegewandt und tragen gerne ihre Gedanken zum Unterrichtsgeschehen bei. Besonders … kann dabei mit detailliertem (Vor-)Wissen das Gespräch bereichern. Auch … beteiligen sich meist gerne und aktiv am Unterricht.
Ich sehe meine Aufgabe in erster Linie darin, durch motivierende - ggf. differenzierte - Arbeitsanweisungen und Hilfen auf Leistungs- und Wissensunterschiede der Kinder einzugehen, so dass sich alle Kinder gleichermaßen am Unterricht beteiligen können.
1.4. Unterrichtsorganisatorische Aspekte
Das Klassenzimmer der Klasse 4 befindet sich in einem der zwei Klassenräume im Sportgebäude. Die große, achteckige Form des Klassenzimmers erlaubt es, trotz der fünf sehr großzügig gestellten Gruppentische, im vorderen Teil des Zimmers vor der Tafel einen Steh- oder Stuhlkreis zu bilden oder ein Kino zu stellen.
An den Gruppentischen sitzen jeweils vier Schüler. Die Sitzordnung wechselt jeweils nach den Schulferien, sodass die Zusammensetzung der Schüler an den Gruppentischen stets variiert.
Eine sehr wichtige Rolle im Religionsunterricht der Klasse 4 spielt das erst seit einigen Wochen eingeführte Ritual zu Beginn und am Ende der Religionsstunde. Dieses werde ich unter Punkt 4 „Überlegungen zum Lehr-Lern-Prozess“ näher erläutern.
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2. Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1. Klärung der Sache
Der Islam
Der Islam entstand im 7. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung und ist damit die jüngste der drei monotheistischen Religionen. Mit 1,3 Milliarden Anhängern ist der Islam nach dem Christentum zudem die zweitgrößte Weltreligion. Die meisten Muslime leben in den arabischen Ländern, in Nordafrika, Südost-Europa und Südost-Asien. Aber auch in Europa gibt es inzwischen knapp 40 Millionen Muslime, in Deutschland sind es über 3 Millionen und ihre Anzahl wächst ständig.
Muslime führen ihren Glauben auf Abraham zurück, der nach ihrer Meinung der erste Mensch war, der zum Glauben an den Einen Gott kam.
Sie alle eint - bei aller Unterschiedlichkeit im Einzelnen - das Sichbeugen unter den Willen Allahs („Islam“ = arabisch „gehorchen“). Wer sein gesamtes Leben Gott anvertraut und aus der Glaubensordnung lebt, die sich auf den Koran gründet, heißt „Muslim“ („der sich Gott Hingebende“).
Diese tätige Hingabe drückt sich in fünf Säulen im Sinne von „religiösen Pflichten“ aus: 1. Das Bekenntnis der Einzigkeit und Einzigartigkeit Allahs („Shahada“): Mehrmals am Tag sprechen Muslime ihr Glaubensbekenntnis: „Ich bezeuge, dass es nur einen Gott gibt; ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und Gesandter (Prophet) ist“. 2. Das rituelle Gebet („Salat“): Fünfmal am Tag sprechen Muslime zu festgelegten Zeiten ihr Pflichtgebet. (siehe unten: Das rituelle Gebet)
3. Die gesetzliche Armensteuer (Almosengeben: „Zakat“): Im Islam stellt der Zakat eine verpflichtende Sozialabgabe dar, es geht um eine ausgleichende Gerechtigkeit, die durch diese Steuer gefördert werden soll.
4. Die Einhaltung des alljährlichen Fastenmonats („Saum“): Während des Ramadan fasten alle erwachsenen Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Ausnahmen gibt es für Kranke, Alte, Schwangere und Reisende. Der Fastenmonat schließt mit dem Fest des Fastenbrechens (türkisch: Bairam), neben dem Opferfest eines der beiden großen Feste der Muslime.
5. Die Wallfahrt nach Mekka („Hadsch“): Mindestens einmal im Leben soll jeder Muslimsoweit dies möglich ist - in die Heilige Stadt Mekka reisen. Als Höhepunkt der Wallfahrt wird die Kaaba siebenmal umschritten.
Begründer und Stifter der Religion des Islam ist Mohammed. Um 570 n. Chr. wurde er als Sohn einer angesehenen Familie in Mekka in Arabien geboren. Durch ein Berufungserlebnis
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im Jahr 610 erfuhr sein Leben eine grundlegende Veränderung: In einer Höhle bei Mekka erschien ihm der Engel Gabriel im Schlaf und hielt ihm ein beschriebenes Seidentuch vor. Dieser ersten Mitteilung des Koran schlossen sich in den folgenden 23 Jahren weitere Offenbarungen an.
Trotz der überragenden Bedeutung des Propheten für die Formulierung und Verbreitung der islamischen Lehre ist nicht eine Person, sondern ein Buch Eckpfeiler des Islam: der Koran. Er enthält nach islamischer Tradition in 144 Suren („Abschnitten“) die göttliche Offenbarung, das buchstäblich inspirierte und daher unfehlbare Wort Gottes an den Moslem in arabischer Sprache. 2
Gebetsraum und Versammlungsort der Muslime ist die Moschee, was übersetzt „Ort des Niederwerfens“ heißt. Besonders auffällig ist das Minarett - ein hoher Turm, den viele Moscheen haben. Vor dort ruft der Muezzin, der Gebetsrufer, die gläubigen Muslime zum Gebet auf. Da der Islam ursprünglich die Darstellung von Menschen verboten hat, gibt es im Innenraum einer Moschee keine Bilder. Dafür ist dieser mit Ornamenten und Koranversen in arabischer Schrift, mit abstrakten Malereien und blumenartigen Mustern verziert. 3
Das rituelle Gebet („Salat“)
Es gibt drei Arten religiöser Pflichtgebete im Islam: die Festgebete, das Freitagsgebet und die täglichen Pflichtgebete. Fünfmal am Tag ruft der Muezzin vom Minarett der Moschee die Gläubigen zum Gebet auf (früher ging der Gebetsrufer durch die Straßen des Ortes): „Gott ist am Allergrößten („Allahu akbar“)! Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Ich bezeuge, dass Mohammed Gottes Gesandter ist. Auf zum Gebet! Auf zum Heil! Gott ist am Allergrößten. Es gibt keinen Gott außer Allah!“. Das tägliche Gebet ist überall auf der Welt gleich. So verbindet es die Gläubigen aus allen Völkern zu einer übergreifenden (Gebets-) Gemeinschaft (Umma). Die Gebetszeiten richten sich nach dem Stand der Sonne. Das tägliche Gebet kann überall verrichtet werden, im privaten Bereich ebenso wie im öffentlichen. Dort, wo sich die Muslime gerade befinden - bei der Arbeit, zu Hause oder in der Schule -, wird das Gebet verrichtet, das Mittagsgebet am Freitag soll jedoch in der Moschee erfolgen. Alle drei Arten von Pflichtgebeten bestehen im Wesentlichen aus den gleichen Elementen. Vor dem Beginn muss sich der Gläubige durch rituelle Waschungen, deren Ablauf genau festgelegt ist (zunächst Reinigung des Gesichts, der Hände, dann der Füße), in einen Zustand ritueller Reinheit (tahara) versetzen. Die Gläubigen bereiten sich darauf vor, Gott und seinem Wort in Ehrfurcht und Achtung gegenüberzutreten. Sie reinigen sich dabei nicht nur von äußerem Schmutz, sondern es ist auch eine geistige Reinigung. Haben die Gläubigen - wie in der Wüste - kein Wasser zur Hand, dürfen sie zur Reinigung auch sauberen Sand benutzen.
2 Freudenberg, H.: Religionsunterricht praktisch. 4. Schuljahr. S. 182f.
3 Biewald, R. / Paßler, J.: Die Weltreligionen: Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus. S.41
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Arbeit zitieren:
Tanja Aust, 2010, Wie Muslime beten – eine Einführung in die Gebetspraxis des Islam, München, GRIN Verlag GmbH
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