Die Gartenstadt - Altes Konzept in neuem Gewand?
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. 3
1. Einleitung 4
1.1 Zielsetzung 4
1.2 Methodik 4
1.3 Aufbau 4
2. Entwicklung der Gartenstadt 5
2.1 Rahmenbedingungen, Howards Modell und die ersten Gartenstädte. 5
2.1.1 Historischer Kontext 5
2.1.2 Leitziele und Struktur. 6
2.1.3 Umsetzung des Modells 8
2.2 Die Gartenstadtbewegung in Deutschland 9
2.2.1 Historische Situation und die Deutsche Gartenstadtgesellschaft 9
2.2.2 Beispiel einer Gartenstadt im Ruhrgebiet, Essen-Margarethenhöhe 11
2.3 Zwischenfazit 13
3. Die Gartenstadt heute - Aktuelle Entwicklung am Beispiel Seseke Aue, Kamen. 14
3.1 Rahmenbedingungen Emscher-Region 14
3.1.1 Siedlungsentwicklung. 14
3.1.2 Bevölkerung 15
3.1.3 IBA Emscher Park 16
3.2 Gartenstadt Seseke Aue, Kamen. 16
4. Vergleich der Planungsansätze 19
4.1 Bewertungskriterien 19
4.2 Gegenüberstellungen der Planungsansätze 20
4.3 Auswertung. 23
5. Fazit 24
Literaturverzeichnis 25
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Die Gartenstadt - Altes Konzept in neuem Gewand?
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die drei Magnete nach Howard.
Abbildung 2: Stadterweiterungen nach Howard
Abbildung 3: Städtebauliche Struktur der Gartenstadt nach Howard
Abbildung 4: Plan für Letchworth von Parker und Unwin, 1902-1904
Abbildung 5: Essen-Margarethenhöhe 1931.
Abbildung 6: Luftbild Essen-Margarethenhöhe
Abbildung 7: Farbkonzept Seseke Aue.
Abbildung 8: Lageplan Seseke Aue.
Abbildung 9: Städtebauliche Aspekte
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Die Gartenstadt - Altes Konzept in neuem Gewand?!
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Stadtentwicklungsmodell der Gartenstadt von Ebenezer Howard in Vergangenheit und Gegenwart.
Nach einer historischen Einführung in das Thema wird die heutige Situation anhand eines Beispieles dargestellt und in einem abschließenden Vergleich untersucht, was aktuelle Planungen von Howards Modell unterscheiden und was von den ursprünglich angedachten Strukturen übrig geblieben ist.
1.2 Methodik
Als Basis zum Erreichen der Zielsetzung, dem Vergleich von Howards Gartenstadt mit neuen Entwicklungen, stand eine gründlich Analyse der Geschichte der Gartenstadt sowie den aktuellen Planungsansätzen. Hierzu bildete die Bearbeitung wissenschaftlicher Literatur zu der jeweiligen Thematik die theoretische Grundlage der Arbeit. Für den „Forschungsteil“ dieser Arbeit, dem Vergleich der Planungsansätze in Kapitel 4, wurden Bewertungskriterien definiert anhand welcher die drei Planungsansätze systematisch miteinander verglichen wurden. Diese ergaben sich aus der vorhergehenden Analyse der verschiedenen Konzepte und sollen einen anschaulichen Vergleich ermöglichen.
1.3 Aufbau
Nach dieser kurzen Einführung in diese Arbeit folgt in Kapitel 2 eine historische Aufarbeitung der Thematik. In Kapitel 2.1 werden die Rahmenbedingungen Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben, welche ausschlaggebend für Howards Idee waren. Anschließend werden die Leitziele sowie die Struktur, welche Howard für sein Modell angedacht hatte näher dargestellt sowie kurz auf die Umsetzung des Konzepts in England eingegangen. In Kapitel 2.2 steht die historische Entwicklung der Gartenstadtbewegung in Deutschland im Zentrum der Betrachtung. Diese Entwicklung wird dann am Beispiel der Margarethenhöhe in Essen noch beispielhaft vertieft. In Kapitel 2.3 folgt ein kurzes Zwischenfazit über die Geschichte der Gartenstadt.
Kapitel 3 analysiert ein aktuelles Beispiel einer umgesetzten sogenannten Gartenstadt. In Kapitel 3.1 werden dazu zunächst dessen Rahmenbedingungen erörtert bevor in Kapitel 3.2 dann das konkrete Projekt Seseke Aue in Kamen dargestellt wird. In Kapitel 4 folgt dann der Vergleich der Planungsansätze der historischen Gartenstadt Margarethenhöhe mit der neuen Gartenstadt Seseke Aue. Beide werden außerdem mit dem ursprünglichen Modell von Howard verglichen. Dazu werden in Kapitel 4.1 zunächst Bewertungskriterien definiert bevor die Gegenüberstellung der Planungsansätze in Kapitel 4.2 folgt. In Kapitel 4.3 schließt sich eine Auswertung des Vergleichs an. Abschließend wird in Kapitel 5 ein Fazit gezogen.
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Die Gartenstadt - Altes Konzept in neuem Gewand?!
2. Entwicklung der Gartenstadt
2.1 Rahmenbedingungen, Howards Modell und die ersten Gartenstädte
2.1.1 Historischer Kontext
Die industrielle Revolution prägte das Gesicht der Städte im 19. Jahrhundert. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt erhöhte landwirtschaftliche Produktivität und ermöglichte enorme medizinische Erfolge. Dies bedingte eine gewaltige
Bevölkerungsexplosion. Mit der Schaffung von ausreichendem Wohnraum waren die Städte überfordert. Es kam zu teils katastrophalen Wohnbedingungen (vgl. Redlin 2001: 1f.). Die meisten Arbeiterfamilien lebten in kleinen Mietwohnungen, in überfüllten und unhygienischen Zuständen. Der hohe Bodenpreis in den Städten und damit zusammenhängend steigende Mietpreise verschlimmerten die Wohnungsnot. Der Ruf nach Reformen in der Bevölkerung wurde lauter (vgl. Seidel 2003). In den 1890er Jahren treten darauf erstmals Autoren auf, welche Vorschläge für eine zukünftige Stadtentwicklung machen - für Nutzungsstruktur, für Grundsätze zur Steuerung des Stadtwachstums sowie zu Grundbesitzverhältnissen in der Stadt (vgl. Albers 2008: 23). Das bekannteste Werk ist das 1898 erschienene „To-Morrow. A Peaceful Path to Real Reform“ von Ebenezer Howard. In der zweiten Auflage wurde es 1902 unter dem Titel „Garden Cities of To-Morrow“ veröffentlicht. In diesem konzipierte er das Stadtentwicklungsmodell der Gartenstadt als Antwort auf die schlechten Lebensumstände der Menschen in den industrialisierten Städten Europas.
Sein Modell sah die Neugründung von gesunden, grünen Städten auf dem Land vor. Dabei sollte die Gartenstadt die Vorteile von Stadt (Arbeit, Kultur, Bildung) mit den Vorzügen des ländlichen Raumes (frische Luft, Freiräume, Natur) verbinden. Ein Umbau von bestehenden Städten wäre laut Howard zu aufwändig (vgl. Seidel 2003).
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Die Gartenstadt - Altes Konzept in neuem Gewand?!
2.1.2 Leitziele und Struktur
Die neuen Gartenstädte sollten eine Entlastung für die überfüllten Großstädte darstellen und die Landflucht aufhalten. Die Grundprinzipien waren dabei Einheitlichkeit, Überschaubarkeit, Symmetrie sowie eine räumliche und zahlenmäßige Größenbeschränkung der Gartenstädte. So sollten sie eine Einwohnerzahl von 32.000 und ein Fläche von 2.400 ha nicht überschreiten.
Ein weiteres wichtiges Ziel war die Selbständigkeit durch eine eigene Verwaltung und einem die Gartenstadt versorgenden Zentrum um unabhängig von einer Großstadt zu bleiben. Das Modell sah außerdem eine funktionale Trennung von Wohnen, Arbeiten und Erholen vor. Außerdem sollte einer sozialen Segregation vorgebeugt werden um keine Reichenbeziehungsweise Armenviertel entstehen zu lassen.
Die folgende Abbildung zeigt die Lage der Gartenstädte um eine Zentralstadt mit den Straßen- und Eisenbahnverbindungen zwischen den Städten (vgl. Seidel 2003).
Das Modell von Howard sieht einen kreisförmigen Grundriss mit einer Gesamtfläche von 2.400 ha vor, wovon nur 400 ha auf die eigentliche bebaute Stadt entfallen. Im Zentrum der Gartenstadt befindet sich ein kleiner Park mit den Verwaltungsgebäuden. Radial aus dem Kernstadt heraus verlaufen sechs Boulevards, die neben der Erschließungsfunktion auch eine raumordnerische Funktion beinhalten, und die Gartenstadt in sechs gleich große Bezirke einteilt. Umschließend folgt ein weiterer Park („Central Park“), welcher von einem überdachten Glasgebäude („Crystal Palace“) kreisförmig begrenzt wird. Dieser Palast dient als Wintergarten und ganzjähriger Marktplatz. Daran anschließend befinden sich vier Häusergürtel, zwischen dem Zweiten und Dritten durchtrennt von der „Grand Avenue“. Dieser Wohnbereich ist in 5.500 Grundstücksflächen aufgeteilt auf welchen
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Die Gartenstadt - Altes Konzept in neuem Gewand?!
eine Einfamilienhausbebauung vorgesehen ist. Am Rand der Gartenstadt befindet sich der Industriegürtel mit Fabriken. Die überregionale Erschließung erfolgt über eine Rundeisenbahn („Inter-Municipal Railway“).
Die restlichen unbebauten 2.000 ha sind für landwirtschaftliche Zwecke, für Gärtnereien und als Pachtgrundstücke für die Einwohner vorgesehen. Diese Fläche soll im optimalen Fall ausreichen, um die Bevölkerung der Gartenstadt zu versorgen (vgl. Seidel 2003). All diese baulich-strukturellen Eigenschaften sollen an die natürlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Diese vorgestellte städtebauliche Struktur war jedoch nur das Idealmodell Howards und wurde in seiner Reinform nie komplett umgesetzt.
Neben der Städtebaulichen Struktur beinhaltete die Gartenstadt auch ein besonderes Finanzierungsmodell.
So lautete das oberste Prinzip der Gartenstadt: Verzicht von Privateigentum an Grund und Boden. Die Gartenstadt sollte der Gemeinschaft gehören. Die Idee dahinter war ein Vorbeugen von Bodenspekulationen. Diese hatten in den Großstädten zu hohen Mieten geführt. Dafür mussten zuallererst Treuhänder gefunden werden, welche ihr Privatkapital für den Erwerb des Bodens investieren. Die zukünftigen Einwohner bezahlen dann für ihre Grundstücke eine Pacht an den Treuhänder, der somit sein Geld zurückbekommt. Da die Gartenstädte im ländlichen Raum errichtet werden sollten, konnte der Boden als günstige
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Arbeit zitieren:
Volker Heil, Felix Märker, 2011, Die Gartenstadt, München, GRIN Verlag GmbH
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