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Häuptling aus der Zeit der Stader Gruppe
in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.).
Ausschnitt aus einer Zeichnung
von Friederike Hilscher-Ehlert, Königswinter,
für das Buch »Deutschland in der Bronzezeit« (1996)
von Ernst Probst
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Ernst Probst
Die Stader Gruppe
700 Jahre in der Bronzezeit
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Widmung
Dr. Rolf Breddin, Potsdam
Professor Dr. Claus Dobiat, Marburg
Professor Dr. Markus Egg, Mainz
Professor Dr. Hans-Eckart Joachim, Bonn
Professor Dr. Albrecht Jockenhövel, Münster
Professor Dr. Horst Keiling, Schwerin
Professor Dr. Rüdiger Krause, Frankfurt/Main
Dr. Friedrich Laux, Hamburg
Professor Dr. Berthold Schmidt, Halle/Saale
Dr. Peter Schröter, München
Dr. Klaus Simon, Dresden
Dr. Otto Mathias Wilbertz, Hannover
gewidmet, die mich bei meinem Buch
»Deutschland in der Bronzezeit« (1996)
mit Rat und Tat unterstützt haben,
sowie der wissenschaftlichen Graphikerin
Friederike Hilscher-Ehlert
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Inhalt
Vorwort / Seite 11
Drei Nackte blickten zur Sonne
Zeichen der Unruhe im Norden
Die Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit
von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 13
Zeichen der Unruhe im Norden
Die Stader Gruppe in der mittleren Bronzezeit
von etwa 1200 bis 1100 v. Chr. / Seite 43
Der »heilige Wagen« aus Stade
Die Stader Gruppe in der jüngeren Bronzezeit
von etwa 1100 bis 800 v. Chr. / Seite 53
Anmerkungen / Seite 83
Literatur / Seite 93
Bildquellen / Seite 101
Die wissenschaftliche Graphikerin
Friederike Hilscher-Ehlert / Seite 103
Der Autor Ernst Probst / Seite 105
Bücher von Ernst Probst / Seite 107
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Der dänische Archäologe
Christian Jürgensen Thomsen (17881865)
hat 1836 die Urgeschichte
nach dem jeweils am meisten verwendetem Rohstoff
in drei Perioden eingeteilt:
Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit.
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Vorwort
R
und 700 Jahre in der Bronzezeit von etwa 1500 bis
800 v. Chr. passieren in dem Taschenbuch »Die
Stader Gruppe« in Wort und Bild Revue. Geschildert
werden die Siedlungen, Kleidung, der Schmuck, die
Keramik, Werkzeuge, Waffen, Haustiere, Jagdtiere, das
Verkehrswesen, der Handel, die Kunstwerke und Reli-
gion der damaligen Ackerbauern, Viehzüchter und
Bronzegießer.
Verfasser dieses Taschenbuches ist der Wiesbadener
Wissenschaftsautor Ernst Probst, der sich vor allem
durch seine Werke »Deutschland in der Urzeit« (1986),
»Deutschland in der Steinzeit« (1991) und »Deutsch-
land in der Bronzezeit« (1996) einen Namen gemacht
hat.
Das Taschenbuch »Die Stader Gruppe« ist Dr. Rolf
Breddin, Professor Dr. Claus Dobiat, Professor Dr.
Markus Egg, Professor Dr. Hans-Eckart Joachim,
Professor Dr. Albrecht Jockenhövel, Professor Dr. Horst
Keiling, Professor Dr. Rüdiger Krause, Dr. Friedrich
Laux, Professor Dr. Berthold Schmidt, Dr. Klaus Simon
und Dr. Otto Mathias Wilbertz gewidmet, die den Autor
mit Rat und Tat bei den Recherchen für sein Buch
»Deutschland in der Bronzezeit« unterstützt haben. Es
enthält Lebensbilder der wissenschaftlichen Graphikerin
Friederike Hilscher-Ehlert aus Königswinter.
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ARNE LUCKE,
geboren am 11. Dezember 1944 in Forst,
arbeitete 1975 bis 1993
als Ethnoarchäologe in Mexiko,
Ecuador, Peru und Marokko.
1983 bis 1984 war er Leiter
des Museums für Vor- und Frühgeschichte
in Heilbronn.
Seit 1986 war er Kreisarchäologe
und Geschäftsführer des Museumsverbundes
im Kreis Lüchow-Dannenberg
sowie Lehrbeauftragter
der Universität Hamburg,
seit 1990 Leiter
des Archäologischen Zentrums Hitzacker.
1981 prägte er die Namen
Stader und Verdener Gruppe.
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Drei Nackte blickten zur Sonne
Die Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit
I
m Dreieck zwischen Elbe und Weser sowie bis zur
Niederung der Este in der Stader Geest war in der
älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. die
Stader Gruppe heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet um-
fasste nach Erkenntnisssen des Hamburger Prähi-
storikers Friedrich Laux die heutigen Kreise Stade,
Cuxhaven, Rotenburg/ Wümme und Verden.
Den Begriff »Stader Gruppe« hat 1981 der Prähisto-
riker Arne Lucke in seiner Hamburger Dissertation
erstmals für eine Lokalgruppe der jüngeren Bronzezeit
verwendet. Im Gegensatz dazu benutzt Laux die
Bezeichnung Stader Gruppe, die er 1987 bei einem
Vortrag in Bad Stuer erwähnte und auf die er 1991 in
einem Aufsatz zurückgriff, für eine Gruppe, die sich in
der älteren, mittleren und jüngeren Bronzezeit be-
hauptete.
Die Stader Gruppe wird zum Nordischen Kreis der
Bronzezeit gerechnet. Er umfasste in der älteren
Bronzezeit Südnorwegen, Süd- und Mittelschweden,
Dänemark, Schleswig-Holstein, die Gegend von Stade
in Niedersachsen und das Küstengebiet in Mecklen-
burg-Vorpommern. Seine südliche Grenze lag im Raum
Stade.
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Karte auf Seite 15:
Kulturen und Gruppen während der Mittelbronzezeit
(etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.) in Süddeutschland
und in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.)
in Norddeutschland
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OSCAR MONTELIUS,
geboren am 9. September 1843 in Stockholm,
gestorben am 4. November 1921 in Stockholm.
Er promovierte 1869,
wurde 1888 Professor und war von 1907 bis 1913
Reichsantiquar in Schweden.
Montelius teilte 1885
die nordische Bronzezeit in sechs Perioden
(Periode I bis VI)
und 1897 die Eisenzeit in acht Perioden
(Periode I bis VIII) ein.
Außerdem prägte er
schon im 19. Jahrhundert
den Begriff Nordischer Kreis der Bronzezeit,
von dem der heutige Name
nordische Bronzezeit abgeleitet ist.
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Für Skandinavien und Norddeutschland wird die 1885 von dem
schwedischen Prähistoriker Oscar Montelius aus Stockholm
erarbeitete Gliederung der Bronzezeit verwendet. Er teilte die
nordische Bronzezeit nach der typologischen Abfolge von Bron-
zeerzeugnissen (Gewandspangen, Rasiermesser, Schwerter,
Gürteldosen) in sechs Perioden ein, die er mit römischen Ziffern
von I bis VI kennzeichnete. Das auf seinen Erkenntnissen
aufbauende Chronologieschema sieht heute so aus:
Periode I (frühe Bronzezeit):
etwa 1800 bis 1500 v. Chr.
Periode II (ältere Bronzezeit):
etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Periode III (mittlere Bronzezeit):
etwa 1200 bis 1100 v. Chr.
Perioden IV und V (jüngere Bronzezeit):
etwa 1100 bis 800 v. Chr.
Periode VI (frühe Eisenzeit):
etwa 800 bis 500 v. Chr.
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Wie in der Lüneburger Gruppe gab es offenbar auch in
der Bevölkerung der Stader Gruppe eine soziale
Oberschicht. Darauf deuten die reichen Grabbeigaben
in den Steinkistengräbern von Heerstedt (Kreis
Cuxhaven) und Essel bei Kutenholz (Kreis Stade) hin.
Darin waren vornehme Krieger mit bronzenen Waf-
fen und Schmuckstücken bestattet worden. Im Stein-
kistengrab von Heerstedt lag zudem eine kostbare
verzierte Holzschale. Auch der Klappstuhl von Daen-
sen (Kreis Stade) dürfte zum Besitz eines Menschen
von Rang gezählt haben.
Von der Kleidung der Stader Leute blieben nur die
bronzenen Fibeln erhalten, mit denen die Gewänder
zusammengehalten wurden. Nach den Funden zu
schließen, erhielten Rundkopffibeln gegenüber den
selteneren Flachkopffibeln den Vorzug. Erstere wurden
in Heerstedt, Meckelstedt bei Lintig und Dornsode bei
Armstorf (alle im Kreis Cuxhaven) sowie in Anderlingen
(Kreis Rotenburg/Wümme) und Essel bei Kutenholz
(Kreis Stade) entdeckt. Eine Flachkopffibel mit
Sanduhrkopf kam in Hagenah bei Heinbockel (Kreis
Stade) zum Vorschein.
Auf Bart- und Haarpflege weisen die Funde von
doppelschneidigen bronzenen Rasiermessern hin. Sie
gelten als Neuerungen jener Zeit. Einen solchen
Toilettegegenstand kennt man aus Essel bei Kutenholz.
Zum Eigentum bedeutender Persönlichkeiten viel-
leicht Häuptlingen gehörte mitunter ein Klappstuhl
mit Lederauflage sowie bronzenen Beschlag- und
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Schmuckteilen. Reste solch seltener Sitzmöbel wurden
bisher nur in Männergräbern der älteren Bronzezeit in
Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Dänemark
geborgen. Als eine der kostbarsten Entdeckungen dieser
Art gilt der Klappstuhl aus einem Grabhügel von
Daensen bei Buxtehude
1
(Kreis Stade). Es ist der am
weitesten südlich gelegene Fund eines derartigen
Möbelstückes. Von den hölzernen Teilen des Klapp-
stuhls aus Daensen sind nur sieben kleine Ahornholz-
stücke erhalten geblieben. Ein Stück Schafleder verrät,
aus welchem Material die einstige Sitzfläche bestand.
Außerdem wurden zahlreiche bronzene Beschlag- und
Schmuckteile geborgen. Dazu gehören vier Bron-
zeknäufe mit Klapperblechen, zwei kleinere Bronze-
knäufe, vier Bronzebleche mit Goldblechauflage, drei
ovale Beschlagteile, zwei rechteckige Beschlagplatten
mit Goldblechauflage und einige Bronzefragmente. Die
Goldbleche sind mit eingepunzten Punkten und Kreisen
verziert.
Der Heidelberger Archäologe Ernst Wahle (18891981)
hat 1932 darauf hingewiesen, dass die Klappstühle eine
Besonderheit der nordischen Bronzezeit darstellen.
Nach seiner Auffassung haben diese Sitzmöbel in den
thronartigen Klappstühlen und Thronsesseln aus
ägyptischen Pharaonengräbern ihr Gegenstück. Am
Klappstuhl von Guldhoj bei Vamdrup in Jütland
(Dänemark) war das Sitzleder mit Stiften festgeheftet.
Dagegen hatte man das Sitzleder des Klappstuhls von
Bechelsdorf bei Niendorf (Kreis Nordwestmeck-
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Zeichnung auf Seite 21:
Mit einem Beil bewaffneter Häuptling der Stader Gruppe
in der älteren Bronzezeit in Norddeutschland.
Er sitzt auf einem Klappstuhl
mit lederner Sitzfläche.
Teile eines solchen Sitzmöbels
wurden in Daensen bei Buxtehude (Kreis Stade)
in Niedersachsen gefunden.
Zeichnung von Friederike Hilscher-Ehlert, Königswinter,
für das Buch »Deutschland in der Bronzezeit« (1996)
von Ernst Probst
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Originale der Bronzebeschläge (auf dem Boden liegend)
und Nachbildung
des Klappstuhls aus Daensen bei Buxtehude (Kreis Stade)
in Niedersachsen.
Originale und Kopie im Hamburger Museum für Archäologie,
Hamburg-Harburg
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Rekonstruierte Holzschale mit Sternmotiv
aus Heerstedt (Kreis Cuxhaven) in Niedersachsen.
Höhe 14 Zentimeter,
Mündungsdurchmesser 25,5 Zentimeter.
Der Fund wurde 1946 bei einem Brand
im Morgensternmuseum, Bremerhaven, zerstört.
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