Inhalt
Einleitung : Aufbau und Eingrenzung. 2
Hauptteil : Das Göttliche unter dem Mikroskop der Kindheits- und Massenpsychologie 2
Nichtsnutziger Gott? 3
Wie kommt man bloß darauf? 4
Nichs als Massenwahn? 7
Papa kann alles 8
Schlussteil : Alles nur infantiler Humbug? 9
Literaturverzeichnis 10
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Einleitung: Aufbau und Eingrenzung
Totem und Tabu ist eine von Sigmund Freud 1913 erstmals veröffentlichte Aufsatzsammlung, deren vier Teile zunächst in der von ihm mit herausgegebenen Zeitschrift Imago erschienen. Die Aufsätze „Inzestscheu“, eine Abhandlung über den Totemismus, „das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen“, „Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken“ sowie „die Infantile Wiederkehr des Totemismus“, dessen Inhalt eine Gesellschaftstheorie, basierend auf den Grundlagen der ihm vorliegenden ethnologischen Befunde sowie seiner Psychoanalyse ist, bilden die Säulen dieses Werkes, welches auch aus sprachlicher Sicht als sein gelungenstes gilt. 1 Freud gibt als eine seiner wichtigsten Quellen den Religionsethnologen James Frazer an, auf dessen Werk „Totemismus und Exogamie“ Freud sich in seiner Arbeit stützt. In dieser Hausarbeit soll weniger auf die zwar zweifellos wichtige Thematik des Inzesttabus als vielmehr auf die religiösen Aspekte eingegangen werden. Eine Eingrenzung des Themas ist an dieser Stelle nötig, wäre doch der Inhalt sonst nur allzu oberflächlich abgehandelt. Die Entscheidung, den Fokus auf das religiöse Moment zu legen, ergibt sich mit Blick auf den Seminarinhalt.
Hauptteil: Das Göttliche unter dem Mikroskop der Kindheits- und
Massenpsychologie
Vermutlich fiele es einem gläubigen Christen leicht, der Aussage zuzustimmen, sein Gott sei allmächtig und klug, er hingegen ein schwacher Sünder. Immerhin hat er aber die Möglichkeit, diese gewaltige Diskrepanz zumindest etwas zu schmälern, indem er sich an kirchliche Normen hält. Gott macht den Menschen also zum „religiösen Menschen“, denn
„So ist der Glaube das Erste, das uns zu dir führt; und glauben können wir nicht, ohne daß uns der Glaube gepredigt wird. Ja loben werden dich, den Herrn, die glaubensvollen Herzen, die dich verlangend suchen gehen. Während sie dich suchen, finden sie dich, und loben dich, indem sie dich finden.“ 2
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Bei dieser Suche soll vor allem eines helfen: Gebet und aktive Teilnahme an kirchlichen Aktivitäten. Schließlich ist die Religion „eine ungeheure Macht, die über die stärksten Emotionen der Menschen verfügt.“ 3 Wenn man dies bedenkt, täte man der Menschheit sicherlich unrecht, würde man etwas so Kompliziertes wie die Religion auf eine einzelne Quelle zurückführen. Im Gegenteil wäre es ein fast aussichtsloses Unterfangen, Religion in all ihren Aspekten auch nur annähernd zu beschreiben und vor allem zu begreifen. Dennoch seien hier zumindest einige relevante Quellen einer näheren Betrachtung unterzogen, um zu verstehen, wie sich eine monotheistische Religion wie das Christentum entwickeln und über so lange Zeit - besonders auch im Zeitalter der Vernunft und Wissenschaft - halten konnte. Wo stand der prähistorische Mensch, als er zur Religion kam? Welchen Beitrag kann die Gruppenpsychologie zum Verständnis leisten? Was sieht der Vernunftsmensch, wenn er die Religion und ihre Riten auf den Seziertisch legt? Warum kommen wir ohne Religion noch heute nicht aus?
Nichtsnutziger Gott?
„Gott allein ist stark und gut, der Mensch ein frevelhafter Sünder.“ 4 Das ist einer der Grundsätze, bis heute unumstritten unter frommen Christen. „O Gott, was bist du? Was frage ich? Wer als mein Herr! Denn wer ist Herr außer dem Herrn, und wer ist Gott außer unserem Gott! Du Höchster, Bester, Mächtiger, Allvermögender! Du Erbarmungsvoller und Gerechter, Verborgenster und Allgegenwärtiger, voll Schönheit und voll Stärke!“ 5 Ja, des Herrn Weisheit ist so fraglos wie unerklärlich. Nie würden wir es wagen, unser begrenztes irdisches Wissen, unsere Macht oder Liebe mit der des Allmächtigen im Himmel zu vergleichen. Der Mensch sieht Gott als „höheres geistiges Wesen, dessen Eigenschaften undefinierbar sind und dessen Sinn sich nicht erschließt“. 6 Außer Frage jedoch, dass Gott beschützt, belohnt oder bestraft, wenn auch nicht unbedingt zu Lebzeiten. Ist es da nicht geradezu anmaßend, diesen Herrn zu loben, fragte sich schon Augustinus. Der Mensch liebt Gott, weil er den Himmel und die Erde und nicht zuletzt ihn selbst erschaffen hat. Und noch mehr liebt er ihn, weil er sich dem Leid annimmt, das Menschen sich gegenseitig zufügen, indem sie sich nicht an seine Gebote halten, und weil er ihre edelsten Wünsche zu erfüllen vermag.
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Arbeit zitieren:
Remington Richers, 2009, Totem und Tabu - Religion im Licht der Psychoanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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