Inhaltsverzeichnis
Begriffsann äherung „Großstadt“ (Katrin Oberster) 2
1
1.1 Heutige Definition 2
1.2 Entwicklung der Großstadt 3
1.3 Leben in einer Großstadt Anfang des 20. Jahrhunderts 3
2 Ästhetische Auseinandersetzung mit der Großstadtthematik Anfang des
20. Jahrhunderts (Eva Uhl) 5
2.1 „Epochen der Großstadt“ 5
2.1.1 Expressionismus. 5
2.1.2 Neue Sachlichkeit 6
2.2 Beispiele für das Thema „Großstadt“ 7
2.2.1 Lyrik 7
2.2.2 Bildende Kunst 8
3 Bertolt Brecht und de Großstadtlyrik 9
3.1 Bertolt Brechts Verhältnis zur Großstadt (Katrin Oberster) 9
3.1.1 Grundzüge expressionistischer Großstadtlyrik 9
3.1.2 Brechts Verhältnis zur Großstadt 10
3.2 Tabellarischer Vergleich zweier Großstadtgedichte Brechts (Eva Uhl) 13
4 Anhang 14
4.1 Großstadt in der Lyrik 14
Gedicht 3: Wolfgang Borchert: Großstadt (1949) 14
4.2 Großstadt in der Bildenden Kunst 16
5 Literaturverzeichnis 17
6 Tabellenverzeichnis 18
7 Abbildungsverzeichnis 18
8 Gedichteverzeichnis 19
1
1 Begriffsannäherung „Großstadt“
1.1 Heutige Definition
In der Anthropogeographie beschäftigt man sich schon seit vielen Jahrzehnten mit einer korrekten Definition des modernen Stadtbegriffes. Das Problem der Abgrenzung zwischen ländlichen und städtischen Siedlungen steht hierbei im Vordergrund, da eine Begriffsdefinition je nach Autor und Untersuchungszweck sehr variabel ist.
Heineberg stellt in seinem Buch eine Reihe von Merkmalen zusammen, die den geographischen Stadtbegriff näher beschreiben und charakterisieren sollen:
Tab. 1: Merkmale des geographischen Stadtbegriffs
Neben den genannten Kriterien kann auch eine Ausdifferenzierung in Stadtgrößenklassen erfolgen. Hierbei werden Einwohnerschwellenwerte definiert. Die Bezeichnungen und Abgrenzungen können jedoch zwischen einzelnen Staaten oder Kulturräumen sehr unterschiedlich sein. Unter Berücksichtigung anderer Kriterien werden demnach Bezeichnungen wie Metropole, Megastadt oder Weltstadt voneinander unterschieden. 1
1 Vgl. Heineberg 2007, S.307f.
2
1.2 Entwicklung der Großstadt
Die Urbanisierung nach 1800 beschreibt einen Prozess, „in dessen Verlauf die Bevölkerung ländli- cherRäume die Berufs- und Sozialstruktur, sowie die Verhaltensweisen der Stadtbewohner an- nimmt.“ 2 Zudemwird dadurch ein ansteigender Anteil der in der Stadt lebenden Bevölkerung eines Gebietes, Landes oder Staates angezeigt. 3
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts lebten etwa 90% der Menschen in dörflichen Siedlungen und übten landwirtschaftliche Tätigkeiten vor allem zur Selbstversorgung aus. Mit der Erfindung und Nutzung der Dampfkraft zu Anfang des 20. Jahrhunderts begann in Europa die industrielle Revolution. Durch neue Technologien konnten innovative Produktionsverfahren z.B. zur gezielten Kohleförderung betrieben werden. Zudem erhöhte der Ausbau von Verkehrswegen und Eisenbahnstrecken die Mobilität und förderte die Kommunikation. Im Zuge dessen entwickelte sich auch die Schwer- und die Textilindustrie, die zu den bedeutenden Wirtschaftfaktoren heranwuchsen. Neue Erkenntnisse in der medizinischen Forschung ermöglichten den Menschen ein längeres Leben und führten langfristig zu einem enormen Bevölkerungswachstum in Europa.
Sowohl der enorme Arbeitskräftebedarf in den Stadtregionen, als auch der enorme Versorgungsmangel der ländlichen Gebiete lockte viele Menschen in die zentralen Städte. In der Hoff- nungauf ein finanziell besseres Leben kam es zu einer regelrechten ‚Landflucht‘, bei der die Men- schenin die Städte pilgerten und dort zumeist als Fabrikarbeiter eine Anstellung fanden. Diese Entwicklungen führten zu einem explosionsartigen Anwachsen der Städte. 4 Im Laufe der nächsten Jahrzehnte verfestigten sich diese Strukturen und führen zur Entwicklung von zentralen Großstädten.
1.3 Leben in einer Großstadt Anfang des 20. Jahrhunderts
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Berlin als eine der modernsten und kulturträchtigsten Städte in Europa. Da sich ein Großteil der deutschen Großstadtlyriker dieser Zeit auch mit der Stadt Berlin beschäftigten, soll im Folgenden ein Eindruck Berlins zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewonnen werden, wobei die zwanziger Jahre besonders fokussiert werden sollen.
Zu diesem Zweck lassen sich Eckdaten zur geschichtlichen Entwicklung der Stadt Berlin zusammentragen, aus denen man dann auch etwas auf das damalige Leben in der Großstadt schließen kann.
2 Dabelstein 1988, S.123.
3 Vgl. Ebd., S.123f.
4 Vgl. Heineberg (2007), S.302ff.
3
Wie oben beschrieben wird Berlin spätestens durch den Zusammenschluss mit umliegenden Städten im Jahre 1920 zu einer Weltstadt. Doch auch bereits durch den Aufbau des Verkehrsnetzes zu Beginn des 20. Jahrhunderts steigt die Stadt in den Olymp der modernen Großstädte Europas auf. Wenn man das Gesagt auf den Punkt bringen möchte, charakterisieren einerseits Traditionsbindung, andererseits aber auch eine selbstbewusste Modernität die deutsche Stadt. 5
Friedrich Kreppel schrieb über das Jahrzehnt der Zwanziger Jahre: „Man nennt es das goldene und das korrupte, das mythische und das hektische, das zukunftsträchtige und das tolle, das freiheitliche und das anarchistische Dezenium. In ihm feiert die Wissenschaft Triumphe, fanden Put-
5 Koch2002, S.2f.
4
sche und Straßenschlachten statt, blühten Kunst, Literatur und Korruption, waren Hunger und Reichtum, Arbeitslosigkeit und großer Idealismus zu Hause.“ 6
Es wird deutlich, dass der Schein der ‚goldener‘ 20er Jahre trügerisch ist. Denn nicht nur die kulturellen Höhepunkt in Literatur, Theater und Kunst prägen dieses Jahrzehnt. Je nach gesellschaftlichem und sozialem Kontext stellten Armut und politische Unruhen einen Gegenpol zu den viel bejubelten Technologien und innovativen Forschungserkenntnissen dar. Die zwanziger Jahre waren auch ein Jahrzehnt des Umbruchs, der politischen Neuorientierung und Identitätsfindung, aber auch der Wirtschaftskrisen und damit verbundener Armut der sozial schwachen Schichten 7 : „Ein Leben auf dem Vulkan.“ 8
2 Ästhetische Auseinandersetzung mit der Großstadtthematik Anfang des
20. Jahrhunderts
2.1 „Epochen der Großstadt“
2.1.1 Expressionismus
Die Epoche des Expressionismus wird sowohl in der Literatur als auch in der Kunst zu Beginn des 20 Jahrhunderts angesiedelt, wobei die Hochphase in die Jahre 1910 bis 1920 fällt. Im Expressionismus setzten sich Lyriker und Künstler mit Themen wir Großstadt, (drohender) Krieg, Kriegserfahrungen, Menschenmasse, Industrialisierung, Verstädterung oder Technisierung auseinander. 9
Zentraler Hintergrund der expressionistischen Strömung war der 1. Weltkrieg, dessen Grausamkeit und Folgen ein zentrales Thema darstellte. In diesem Zusammenhang wurde im Expressionismus in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg so etwas wie eine Forderung nach dem „neuen Menschen“ laut, der die Gräuel des Krieges überwindet und sich aus der Zerstörung erhebt. Darüber hinaus kann der expressionistische Stil als Epoche der Selbst- und Fremderkundung bezeichnet werden, in der also nicht nur die Umwelt der Menschen und die Vorgänge darin thematisiert und zumeist kritisiert werden, sondern auch als Auseinandersetzung mit der Rolle des Menschen als Individuum in eben dieser Umwelt. Oftmals zeugt der Expressionismus von einer detaillierten Schilderung des Grotesken, Hässlichen, Grausamen oder Krankhaften. Für Letzteres steht vor allem Franz Kafka, beispielsweise mit seinen Werken „Die Verwandlung“ oder „Der Prozess“. 10
6 Kreppel 1968.
7 Vgl. Faulstich 2008, S.7ff.
8 Ebd., S.7.
9 Vgl. Stark 2006, S. 112-114.
10 Vgl. Jeßing 2008, S. 146+147.
5
Arbeit zitieren:
Katrin O., 2010, Die Großstadtthematik zu Anfang des 20. Jahrhunderts , München, GRIN Verlag GmbH
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