Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Grundlagen 4
1.1 Die Isolation Neuseelands und ihre Folgen : 4
1.2 Die Einfuhr exotischer Pflanzen und Tiere 5
2 Die Vegetation Neuseelands 7
2.1 Allgemeine Merkmale 7
2.2 Die Vegetation im Wandel der Zeit 8
2.3 Die wichtigsten Vegetationszonen 10
2.3.1 Koniferen-Hartholz-Wälder 10
2.3.2 Hartholz-Küstenwälder 11
2.3.3 Südbuchenwälder 11
2.3.4 Buschwerk 12
2.3.5 Grasländer 12
3 Die Tierwelt Neuseelands 14
3.1 Allgemeine Merkmale 14
3.2 Die einzelnen Tiergruppen 15
3.2.1 Vögel 15
3.2.2 Säugetiere 18
3.2.3 Reptilien 19
3.2.4 Amphibien 19
3.2.5 Fische 20
3.2.6 Insekten und Wirbellose 21
Schluss 22
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis 23
Literaturverzeichnis 25
2
Einleitung
Die neuseeländischen Inseln erstrecken sich über 24° geografischer Breite und reichen von subtropischen bis in subarktische Gebiete. Diese Tatsache beschert Neuseeland trotz seiner geringen Größe eine ungewöhnlich große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, die aus seiner biologischen und geologischen Isolation heraus entstanden sind: Zwischen subtropischen Regenwäldern, Bergen vulkanischen Ursprungs oder sandigen Küstenabschnitten lässt sich oft eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt ausmachen, deren Vertreter oft nur auf diesen Inseln zu finden sind. 1
Diese Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, die wichtigsten Fakten und Besonderheiten der facettenreichen Vegetation und Tierwelt Neuseelands darzustellen und auf deren Entwicklung einzugehen.
In einem ersten Kapitel sollen daher vorab die äußeren Umstände geklärt werden, die zur Entwicklung und Gestaltung der einzigartigen Flora und Fauna Neuseelands maßgeblich beigetragen haben. Einerseits spielt dabei die seit 80 Millionen Jahren bestehende Isolation von anderen Erdteilen eine wichtige Rolle. Im Fokus steht dabei die Überlegung, welche einschneidende Veränderungen dieses Ereignis für die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt mit sich brachte. Andererseits wird in diesem Kontext auch auf die Einfuhr exotischer Pflanzen und Tiere Bezug genommen. Hierbei ist zu klären, inwiefern diese Tatsache der neuseeländischen Tier- und Pflanzenreich geschadet hat und mit welchen Folgen die einheimischen Vertreter auch heute noch zu kämpfen haben.
In Kapitel zwei und drei wird schließlich auf die heutige Situation der Vegetation und Tierwelt eingegangen. Dabei werden die einzelne Vegetationstypen und verschiedene Tierarten vorgestellt, teilweise noch einmal Bezug auf deren Entwicklungsgeschichte genommen und Besonderheiten hervorgehoben.
1 Vgl. Statistics New Zealand (2006), S. 11.
3
1 Grundlagen
1.1 Die Isolation Neuseelands und ihre Folgen
Das Außergewöhnliche an der neuseeländischen Tier- und Pflanzenwelt besteht hauptsächlich darin, dass sie sich mehr als 80 Millionen Jahre lang isoliert von anderen Landmassen und unabhängig von externen Ökosystemen selbstständig entwickelt hat. Nach dem Zerfall des Großkontinenten Gondwanas vor mehr als 140 Millionen Jahren, zerbrach 60 Millionen Jahren später schließlich die letzte noch bestehende Verbindung mit Australien und Neuseeland driftete weiter in den Pazifik ab. Es zeiget sich, dass aufgrund dieser Tatsache viele der in Neuseeland beheimateten Pflanzen und Tiere nirgendwo anders auf der Erde entstanden oder beheimatet sind. Demnach sind die viele Arten und Familien im Tierreich und in der Pflanzenwelt als endemisch zu bewerten. 2
Insbesondere die Stammesgeschichte einiger Bäume und Reptilien lässt sich daher oftmals bis ins Zeitalter der Dinosaurier zurück datieren. Manche Tiere und Pflanzen können sogar als lebende Fossilien angesehen werden, da sie in anderen Teilen der Erde als ausgestorben gelten. Alle Lebewesen zeichnen sich durch eine über Millionen von Jahren perfektionierte Lebensweise aus, die optimal an die ihnen gegebene Umwelt angepasst ist. Als Neuseeland von Australien abdriftete, beheimatete es auch Pflanzen aus dem zerbrochenen Urkontinent Gondwana, deren Nachkommen heute noch das Landschaftsbild prägen. Viele Pflanzenarten haben eine hohes stammes-geschichtliches Alter und sind einzigartig in ihrer Art. 3
Als die letzte Verbindung zum australischen Festland abbrach, starben die auf dem Archipel beheimateten ursprünglichen Tier- und Pflanzenformen, wie beispielsweise kleine Dinosaurier, nach und nach aus. Ebenso wie die Flora wurde also auch die Fauna Neuseelands durch die Isolation des Inselkomplexes stark beeinflusst. Als die höheren Säugetiere sich nämlich in der Kreidezeit allmählich auf den Landmassen ausbreiteten, begann der Großkontinent Gondwana bereits vor ca. 150 Millionen Jahren vor unserer Zeit in einzelne Teile zu zerbrechen. Da Neuseeland zu diesem Zeitpunkt schon abzudriften begann, kam die Ausbreitung der Säugetiere zu spät,
2 Vgl. Baedeker Allianz Reiseführer (1995), S. 200.
3 Vgl. Ell (2003), S.1.
4
und es konnten sich auf dem neuseeländischen Festland so gut wie keine mehr niederlassen. 4
Die Folgen dieser Ereignisse schlagen sich in der Tatsache nieder, dass die natürliche Tierwelt Neuseelands bis auf zwei Fledermausarten keine einheimischen Säugetiere kennt. Daher haben sich auch viele Vogelarten auf ein säugetierfreies Leben eingestellt, was die stark verbreitete Flugunfähigkeit unter den Tieren erklärt. Dieses Handicap sollte ihnen spätestens beim Eintreffen europäischer Siedler und der Einfuhr exotischer Tiere zum Verhängnis werden. 5 Einige Vertreter des archaischen Gondwana-Typs haben allerdings bis heute überlebt. Der bekannteste Vertreter ist der flugunfähige Kiwi. Die lange Isolation der Landfläche führte demnach auch im Tierreich zur Ausbildung endemischer Tierarten, die teilweise bis heute als einzige Nachkommen primitiver Urformen gehandelt werden. 6
1.2 Die Einfuhr exotischer Pflanzen und Tiere
Schon die Maori brachten tropische und subtropische Kulturpflanzen wie Kumara, Taro oder Yams von den Südseeinseln nach Neuseeland, was die ersten Veränderungen im Tier- und Pflanzenreich nach sich zog. Aufgrund der zusätzlichen menschlichen Eingriffe in die Natur wurden viele Vogelarten an den Rand des Aussterbens gebracht und sogar ganze Populationen ausgelöscht. Der Mensch hatte durch die Jagd und das gezielte Legen von Bränden direkt Einwirkung auf das Aussterben einiger Tierarten genommen. Zudem wurden die erste Hunde und Ratten eingeführt, die der Natur großen Schaden zufügten. Die auf ein Leben am Boden vorbereiteten Vögel hatten aufgrund ihrer Flugunfähigkeit oftmals keine Chance gegen die Eindringlinge und stellten eine leichte Beute dar 7 . Durch das Aussterben einiger Tierarten und zahlreichen Brände entstanden irreparable Schäden im ökologischen Gleichgewicht von Flora und Fauna. Diesen Entwicklungen fielen unter anderem der Moa und der ‚Giant Eagle’ zum Opfer. Heute ist Neuseeland in Menschenhand. Weder der Moa noch andere seltene Arten sind mehr auszumachen, jedoch werden die verbleibenden durch Gesetzte geschützt. Viele der einheimischen Vögel sind durch eingeführte Vögel ergänzt oder ersetzt
4 Vgl. Schellhorn (1996), S. 18.
5 Vgl. Wardle (1991), S. 6f.
6 Vgl. Schellhorn (1996), S. 18.
7 Vgl. Wardle (1991), S. 7f.
5
worden und Besucher finden in den neuseeländischen Wäldern und Wiesen oftmals Tiere aus ihrer eigenen Heimat vor. 8 Das Eintreffen der Europäer im 19. Jahrhundert läutete eine zweite Phase der Veränderungen ein. Die Einwanderer brachten diesmal auch Nutz- und Haustiere mit auf die Inseln, praktizierten ausgedehnte Waldrodungen, ersetzten einheimischen Tussock-Gräser durch eingeführte und veränderten so ganze Lebensräume. Den einheimischen Pflanzen bereitete vor allem die Einfuhr exotischer Pflanzen große Probleme, da sie lokale Pflanzengesellschaften verdrängten und sich immer weiter vermehrten. Schätzungen zufolge wurden insgesamt 2.000 Pflanzenarten eingeführt und einige sind im Laufe der Zeit sogar charakteristisch für das neuseeländische Landschaftsbild geworden (Bsp.: Fichte Pinus radiata). 9 i
In Folge der Einfuhr exotischer Tiere- und Pflanzen standen die einheimischen Vertreter seit diesem Zeitpunkt in einem großen Konkurrenzdruck und mussten um ihre Lebensräume fürchten und kämpfen. Besonders verheerend war die Einfuhr von Tieren, die in ihrer neuen Heimat keine natürlichen Feine zu befürchten hatten. Ein Beispiel für diese Entwicklung stellt auch die Einfuhr des europäischen Rothirsches dar. Dieser wurde als Jagdwild eingeführt, konnte sich ungehindert vermehren und verdrängte damit andere Tiere aus ihrem natürlichem Lebensraum. In einem anderen Fall spezialisierte sich das australische Opossum nur auf eine bestimmte Baumart und trieb diese dadurch an den Rand des Aussterbens. Unter den Pflanzen erwies dabei sich vor allem die Einfuhr des europäischen Ginsters, der Weinrose, des Geißklee und der Brombeere als dramatisch, da sie insgesamt als ‚aggressive Unkräuter’ angesehen werden können. Andere Beispiele dieser Art werden in einem späteren Kapitel dieser Arbeit noch einmal aufgegriffen. 10
8 Vgl. Sinclair (1979), S. 2.
9 Vgl. Hüttermann (1992), S.33f.
10 Vgl. Ebd., S. 34.
6
2 Die Vegetation Neuseelands
2.1 Allgemeine Merkmale
Im pazifischen Neuseeland herrscht ein gemäßigtes, aber ozeanisch beeinflusstes Klima. Die Inseln werden also von Wind und Wetter beider Klimaten getroffen was erklärt, warum die Pflanzen von Ort zu Ort in völlig unterschiedlichen Formen gedeihen. Diese Lage begünstigt auch den immergrünen Regenwald als natürliche Vegetation der Hauptinsel. Die Flora variiert nicht nur zwischen dem milderen Norden und dem kühleren Süden, sondern zeigt auch eine deutliche Höhenabstufung in den Gebirgsregionen. 11
In Zahlen betrachtetet, beheimatet die Pflanzenwelt Neuseelands 2.300 einheimische Arten, von denen bis zu 85% als endemisch zu bewerten sind. 12 Die größten Bestände sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:
Tab.1: Einheimische Pflanzenbestände Neuseelands
Beeinflusst wurde das Vegetationsbild vor allem aber auch durch eine Vielzahl an geologischen Ereignissen wie beispielsweise Vulkanausbrüche, Erdrutsche oder Klimaveränderungen. Doch auch der Mensch hat durch sein Handeln und Eingreifen in die Natur die Gestaltung der Flora deutlich beeinflusst. Daher sind ursprüngliche Pflanzengesellschaften, die Abholzungen und Waldrodungen unbeschadet überstanden haben, besonders wertvoll und werden in Neuseeland auch durch zahlreiche Naturschutzgebiete und Nationalparks geschützt. 13
11 Vgl. Ell (2003), S. 2.
12 Vgl. Wardle (1991), S. 5.
13 Vgl. Schellhorn (1996), S. 15ff.
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2009, Vegetation und Tierwelt Neuseelands, München, GRIN Verlag GmbH
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