Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.4
2. Nutzungsverhalten der Jugendlichen S.5
2.1. Suchtpotenzial des Handys S.6
2.2. Motivation für Handynutzung S.8
2.2.1.Faktor Peer Group S.8
2.2.2. Faktor Selbstwertgefühl S.9
2.2.3. Faktor Autonomie S.10
2.3. Soziale Isolierung S.10
2.4. Zusammenhang zwischen Handynutzung und einsamkeitstypischen Sympto-
men S.11
3. Studie Pew Research-Center S.14
4. Fazit S.15
5. Literaturverzeichnis
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1.Einleitung
Das Ziel dieser Ausarbeitung besteht darin, den Zusammenhang zwischen einer durchschnittlich hohen bis suchtartigen Nutzung des Mobiltelefons und dem Empfinden von einsamkeitstypischen Symptomen, wie Depression oder einem geringen Selbstwertgefühl, zu klären. Es gilt herauszufinden, ob eine bereits bestehende soziale Isolation eine übermäßige Handynutzung begünstigen kann, oder ob eine stark frequentierte Handynutzung möglicherweise zu dem Empfinden von Einsamkeit führt. Die inhaltliche Basis der Untersuchungen zur genannten Fragestellung bilden qualitative Studien, die sich mit dem Thema Jugendliche, deren Handynutzung und dessen Gefahren auseinandersetzen. Als Hinführung zu der zu untersuchenden Frage, fungieren ein Umriss der Handynutzung Jugendlicher im Allgemeinen, eine Heranführung an das Suchtpotenzial des Handys und eine Nennung relevanter Faktoren, die eine übermäßige Benutzung des Mobiltelefons begünstigen. Die Faktoren, die in diesem Kontext eine Rolle spielen und demzufolge näher beleuchtet werden, sind die Peer-Group, das Selbstwertgefühl und die Autonomie. Um einen möglichst umfassenden Eindruck des Untersuchungsge-genstandes zu erlangen, wurden die Studien gegebenenfalls untereinander verglichen.
Die bis dato genannten Kapitel sollen bereits bei der Beantwortung der Frage nach der Art des Zusammenhangs zwischen einer stark frequentierten Handynutzung und einsamkeitstypischer Symptome helfen. Im Anschluss daran, wird der Begriff der sozialen Isolation umrissen und in den Kontext mit einer suchtartigen Handynutzung eingebettet. Daraufhin findet eine Studie des amerikanischen Pew Research Center (2009) Erwähnung, die eine Ergänzung zu den anderen Studien darstellt, in dem sie der Fragestellung weitaus unvoreingenommener begegnet und demnach einen interessanten Zugewinn für die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse darstellt. Dieser Zusatz soll eine einseitige Betrachtung der Fragestellung verhindern. Abschließend werden die Erkenntnisse der Studien zusammengefasst und die Rolle des Mobiltelefons für Jugendliche noch einmal kritisch betrachtet, sowie einige Vorschläge für einen bewussten Umgang mit dem Mobiltelefon angeführt. “Personally, I’m addicted to checking if I have a phone call or text. If I walk past it, I have to check it ..always” (Walsh/ White/ Young 2008, 18). Aussagen dieser Art, in dem Fall einer qualitativen Studie aus Australien entnommen, die sich mit
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dem Problem der intensiven Handy-Nutzung der Jugendlichen auseinandersetzt, sind keine Seltenheit mehr. Heutzutage ist fast schon das komplette soziale Leben der Teenager fortschrittlicher Länder dem rapiden technologischen Wandel unterstellt. Das Handy stellt einen großen Teil diesen Wandels dar und gehört zur technischen Grundausstattung fast aller Jugendlichen. Die zunehmende Anforderung der „Mobilität und Flexibilität“ (Weiler 1999, 42) ist eine zusätzliche Herausforderung für die Jugendlichen, da eine ständige orts-unabhängige Erreichbarkeit vorausgesetzt wird. Eine weitere Herausforderung stellt die Beschleunigung der heutigen Zeit dar, bei der es schwierig ist, „nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten“ (Weiler 1999, 40). Das Mobiltelefon ist nur ein Faktor, der unter Anderem mit dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass die Jugendlichen immer abhängiger von technischen Errungenschaften werden, die die unpersönliche Kontaktaufnahme mit dem sozialen Umfeld propagieren.
2. Nutzungsverhalten der Jugendlichen
Momentan sind circa 1,8 Billionen Mobiltelefone auf dem Weltmarkt und diese Zahl soll bis Ende 2010 auf drei Billionen Geräte ansteigen (Sánchez- Martínez/ Otero 2007, 131). Diese Tatsache lässt erahnen, wie viele Jugendliche weltweit mit einem Handy ausgestattet sind. Laut des Statistischen Bundesamt Deutschland hat im Jahr 2006 die Handyausstattung in den deutschen Haushalten „erstmals die 80 Prozent Marke überschritten“ („Zahl der Woche“ Nr.19, 15.05.2007). In diesen über 80 Prozent der privaten Haushalte befand sich mindestens ein Mobiltelefon im Besitz der Hausbewohner. Der rasante Anstieg der Ausstattung der Deutschen mit Mobiltelefonen wird deutlich, indem man einen Vergleich zu einer Statistik aus dem Jahr 2000 hinzuzieht. Im Jahr 2000 konnten nur 29,8% der Deutschen von sich behaupten, ein Mobiltelefon zu besitzen. Somit ist innerhalb von sechs Jahren ein Anstieg von circa 50% zu verzeichnen. Mit 97,9% waren die Haushalte im Jahre 2006, in denen Paare mit ihren Kindern lebten, nahezu komplett mit Mobiltelefonen ausgestattet („Zahl der Woche“ Nr.19, 15.05.2007). Diese Statistik legt dar, dass sich der Besitz und demzufolge auch Gebrauch eines Mobiltelefons in Deutschland bereits normalisiert hat. Ein Mobiltelefon gehört demnach schon fast zur Grundausstattung eines deutschen Haushalts. Schon längst hat sich das Mobiltelefon von seinem einstigen Nutzen als reines Medium zum Telefonieren gelöst. Heutzutage erstreckt sich der Funktionsumfang vom fast schon klassischen
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Senden von Kurzmitteilungen, über das Fotografieren, bis hin zum mobilen Surfen im Internet. Die Entwicklung der „wide variety of mobile phone functions“ (Takao/ Takashi/ Kitamura 2009, 501) scheint kein Ende zu nehmen. Laut der qualitativen Studie von Takao, Takahashi und Kitamura, die sich mit dem Zusammenhang von suchttypischen Verhaltensweisen und übergemäßem Handykonsum beschäftigt, ist das Handy in der heutigen Zeit zu einem unverzichtbaren Teil des täglichen Lebens geworden. Es besteht heutzutage die Möglichkeit, das Mobiltelefon gemäß dem eigenen Geschmack zu gestalten. Diese persönliche Gestaltung eines Mobiltelefons soll ansatzweise sogar die individuelle Identität eines Nutzers widerspiegeln (Takao/ Takahashi/ Kitamura 2009, 501). Ein klarer Vorteil des Mobiltelefons ist die Möglichkeit, ortsunabhängig mit dem gewünschten Konversationspartner zu kommunizieren (Sánchez- Martínez/ Otero 2007, 131). Eine Befragung Madrider Schüler ergab, dass 18, 2% der Studienteilnehmer keinen Tag ohne ihr Mobiltelefon aushalten würden. Ganze 7,9% der Befragten radikalisierten diese Aussage sogar noch, indem sie behaupteten, dass sie „nothing without their cellphone“ (Sánchez- Martínez/ Otero 2007, 134) seien. Eine Frage, zu der stark voneinander abweichende Untersuchungsergebnisse vorliegen, ist der Zusammenhang zwischen der Handy-Nutzung und dem Geschlecht des Nutzers. Fest steht, dass Männer die Innovationen der neuen Technologien eher nutzen, um Videogames zu spielen oder im Internet zu surfen. Frauen hingegen nutzen die neuen Technologien eher zum Zwecke der Kommunikation. Diese unterschiedlichen Präferenzen sind wahrscheinlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass Frauen in den meisten Fällen ein höheres Mitteilungsbedürfnis haben und tendenziell eher ihren Gefühlen Ausdruck verleihen als Männer (Sánchez-Martínez/ Otero 2007, 134). Die Madrider Studie, die sich mit den Faktoren aus-einandersetzte, die zu einer problematischen Handy-Nutzung führen können, unterstützt die Aussage, dass Frauen tendenziell öfter ihr Handy nutzen als Männer. Ebenfalls zu dieser Auffassung kamen Jenaro et. al. in ihrer Studie (2007), in der sie die krankhafte Handy-Nutzung von Jugendlichen näher untersuchten: Während 28, 6% der Männer als intensive Handynutzer eingestuft wurden, lag die Zahl bei den Frauen deutlich höher. Ganze 56,3% der weiblichen Handynutzer werden in dieser Studie als „heavy users“ (Jenaro et al. 2007, 316) beschrieben. Jedoch existieren bezüglich dieser Erkenntnis keine deckungsgleichen Studienergebnisse. Es gibt ebenfalls Studien, aus denen hervorgeht, dass das Geschlecht in
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Arbeit zitieren:
Maya Marquardt, 2010, Zusammenhang zwischen Handy-Nutzung und einsamkeitstypischen Symptomen, München, GRIN Verlag GmbH
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