Inhalt
1. Einleitung. 2
2. Was ist ein Sakrament? 2
3. Die Sakramente als Grundfunktionen der Kirche 5
3.1. Die Sakramente als Selbstvollzüge der Kirche 5
3.2. Selbstvollzug und Taufe 7
3.3. Selbstvollzug und Firmung 8
4. Das Sakrament der Taufe. 9
5. Das Sakrament der Firmung. 12
6. Fazit: Taufe versus Firmung. 14
7. Literaturverzeichnis. 17
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1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit soll das Sakrament der Taufe mit dem Sakrament der Firmung vergleichend vorgestellt werden. Dabei wird auf der Basis von Karl Rahner zuerst geklärt, was unter dem Begriff Sakrament allgemein zu verstehen ist und welche Bedeutung und Stellung das Gnadenwort einnimmt. Dabei soll auch auf das Wesen der Sakramente eingegangen werden und geklärt werden, was es mit den Sakramenten als Grundfunktionen und Selbstvollzüge der Kirche auf sich hat. Daraufhin werden die beiden Sakramente hinsichtlich ihrer Bedeutung für die katholische Kirche und Gottes Handeln umschrieben. Für den Vergleich der beiden Sakramente stellen sich noch folgende zu beantwortende Fragen: Ist die Taufe im Vergleich zur Firmung der Beginn des Glaubens und jene das Ende? Sollten Eltern ihr Kind eher im Säuglingsalter taufen lassen oder sollten die Kinder die Möglichkeit erhalten, im Erwachsenenalter selbst darüber zu entscheiden? Woran kann man entscheiden, ob man sich firmen lassen sollte?
2. Was ist ein Sakrament?
„Was ein Sakrament?“ - diese Frage ist laut Karl Rahner sehr differenziert und nicht als einheitlich zu betrachten. 1 Während die katholische Kirche der festen Überzeugung war, dass in der Schrift nicht die Rede davon ist, dass Jesus Christus die sieben Sakramente selbst eingesetzt hat, lehrte das Trienter Konzil ebendies. 2 Karl Rahner schlägt vor, für den Ausgangspunkt der Stiftung und der Existenz der Sakramente das gesprochene Wort „als eschatologische Gegenwart Gottes“ 3 zu betrachten. Auf dieser Grundlage stellt sich nun die Frage: In welchem Zusammenhang stehen das Wort und das Sakrament? Eine Sakramentaltheologie sieht das Wort als das Grundwesen eines Sakraments an, während die Materie - von Karl Rahner auch als „elementum“ bezeichnet, folglich Element oder in der Grundbedeutung Buchstabe - das Wort als sekundäre Funktion verdeutlicht. 4 Dieses Grundwesen ist das gemeinsame Merkmal aller sieben Sakramente. Das ist vor allem in der Ehe und der Buße zu erkennen, da beide ausschließlich durch Worte vollzogen werden. Karl Rahner nennt nun
1 Vgl. RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 477 2 Vgl. ebd.
3 RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 478 4 Vgl. RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 479
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bezüglich der Theologie des Wortes drei Begründungen, welche zum Ausgangspunkt führen, dass das Wort das Grundwesen des Sakraments sei: 1. Man will mit der modernen Exegese nicht in Widerspruch geraten und dennoch „die Einsetzung der Sakramente [...] verständlich machen“; 5 2. in dem (im Auftrag der Kirche) gesprochenen Wort der Verkündigung ist Gott gegenwärtig und hat „einen ereignishaften, exhibitiven Charakter“; 6 3. die Kirche ist das „Grundsakrament des Heils“. 7 Diesbezüglich ist zu fragen: Hat das Wort eigentlich einen Heilscharakter und wie kann es das Grundsakrament des Heils sein?
Worte können weltlich und sakral sein. Sie sind dann weltlich, wenn sie bspw. rein informelle Worte sind, die gesagt werden. Wenn sie nun aber von der Kirche gesprochen werden und einen exhibitiven Charakter aufweisen, kann es durch diesen zur Verwirklichung der Worte kommen. Das Wort bewirkt dann das, was es anzeigt. Das Gesagte ereignet sich durch das Gesagte und genau dann hat das Wort einen Heilscharakter oder wenn „dem Hörenden in heilsschaffender Weise zugesprochen wird“. 8 Karl Rahner führt hier als Nebenbemerkung an, dass das Wort Gottes immer einen exhibitiven und ereignishaften Charakter aufweist und deswegen existiert es nur als Gnadenereignis und ist selbst ein Heilsereignis, „da die Gnade, in der allein es gehört werden kann, gleichzeitig die Heilswirklichkeit selber ist“. 9 Wenn die Kirche das Grundsakrament des Heils ist, muss ihr Wort eine bestimmte Zeichenfunktion haben. Das Zweite Vatikanische Konzil meint diesbezüglich, dass Christus das geschichtliche und unumkehrbare Ursakrament sei, weil Gott durch ihn für Vergebung gesorgt hat und sich in ihm vergöttlicht hat, durch ihn Mensch und zu einer geschichtlichen Erscheinung in Jesus Christus geworden ist. 10 Jedoch hat das Zweite Vatikanum keine ausführliche Aussage zur Kirche als das Grundsakrament des Heils getroffen. Deshalb ist laut Karl Rahner anzunehmen, dass die Kirche durch ihr Tun das Grundsakrament darstellt. 11 Sie ist aber auch eine „heilschaffende Einheit in Gott“ 12 für die Welt und die Menschheit. Durch dieses Wirken und durch die von ihr präsentierte Gnade in der Welt kann man die Kirche als Grundsakrament des Heils bezeichnen. Sie nimmt dabei zwei Charaktere gleichzeitig an: Zum einen ist die
5 RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 480 6 Ebd. 7 Ebd.
8 RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 481 9 RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 482 10 Vgl. RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 483 11 Vgl. ebd. 12 Ebd.
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Kirche Verkünderin des Offenbarungswortes, der Heilszusage; zum anderen nimmt sie die Stellung der Adressatin ein, an welche eben dieses Wort gerichtet ist. 13 Das Gnadenwort der Kirche kann siegreich sein, aber erst dann, wenn es geschichtlich und ein Mensch durch diese Gnade ein Glaubender wird - auch wenn dieser nicht zum Verband der Kirche findet. 14 Die Kirche ist also durchaus „das Sakrament des Heils der Welt“. 15 Das Zeichen der Gnade ist dabei gleichzeitig sakramental als auch wirksam. So kann ausgehend von der Kirche als Sakrament das christliche Wort einen exhibitiven Charakter erreichen. 16 Welches Wesen haben nun die Sakramente? Sakramente „sind die höchste Stufe des exhibitiven ereignishaften Gnadenworts in der Kirche.“ 17 Dieses Wort als das Wort der Gnade kann bspw. als Eucharistie ausgesprochen und in grundlegenden Situationen „von der Kirche und in der Kirche dem Einzelnen gesagt werden“. 18 Neben dem Sakrament der Eucharistie bestehen noch sechs weitere Sakramente. Diese dort gesprochenen Worte haben ebenfalls einen exhibitiven Charakter, sind an sich wirksam und sind die Erscheinung der durch Gott gegebenen Gnade, welche nur als abweisbar bezeichnet werden darf, wenn „ihre eschatologische Sieghaftigkeit von Gott her die Möglichkeit des lieblosen Unglaubens im einzelnen nicht einfach undialektisch verneinen darf.“ 19 Das wird in der Sakramententheologie der katholischen Lehre als „opus operatum“ 20 bezeichnet. Es geht folglich um „die siegreiche Kraft, die dem exhibitiven Glaubenswort von Gott her zukommt, das ja gerade im Wort des Sakraments zu seiner eigentlichen Wesensfülle kommt.“ 21 Trotz eines fehlenden historischen Zusammenhangs bestimmter Sakramente mit Jesus kann gesagt werden, dass die Sakramente im Allgemeinen durch Jesus Christus eingesetzt wurden, weil die Kirche als die, die sie ist, von ihm hervorgeht. 22 Letztlich hat die Kirche im Trienter Konzil diese sieben Sakramente festgelegt. Da aber die Siebenzahl problematisch ist, muss festgehalten werden, dass sie „eine geschichtliche Entscheidung der Kirche selbst […] impliziert, in der die Kirche eben diesen […] Worten jenes absolute Engagement der Kirche
13 Vgl. RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 483
14 Vgl. RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 484 15 Ebd. 16 Vgl. ebd. 17 Ebd.
18 RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 485 19 Ebd. 20 Ebd. 21 Ebd.
22 Vgl. RAHNER, K., Was ist ein Sakrament?, 486
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Arbeit zitieren:
Antonia Zentgraf, 2011, Das Sakrament der Taufe im Vergleich zum Sakrament der Firmung, München, GRIN Verlag GmbH
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