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Interviews mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
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Vorwort
Vom Interviewer
zum Interviewten
W ährend seiner aktiven Zeit als Zeitungsredakteur
in Mainz hat Ernst Probst zahlreiche Prominente aus den Bereichen Kultur, Medien, Politik und Wissenschaft interviewt. Dies erfolgte meistens in Form von Wortlaut-Interviews mit Frage und Antwort. Nachdem er ab 1986 erfolgreich zahlreiche Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books veröffentlicht hatte, wurde er selbst zum gefragten Interview-Partner für Fernsehen, Rundfunk, Presse und Internet. In dem Taschenbuch „Wer ist der kleinste Dinosaurier?“ ist eine kleine Auswahl seiner Interviews zu finden. Sie befassen sich mit ihm selbst sowie mit Affenmenschen, Blogs, Dinosauriern, Eiszeitlöwen, Höhlenbären, dem Natur-forscher Johann Jakob Kaup aus Darmstadt, der äthiopischen Sklavin Machbuba und dem deutschen Fürsten Pückler, Pressearbeit, Säbelzahntigern und der Wissenschaftsberichterstattung.
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Inhalt
Vorwort
Seite 5
Interview über den Autor Ernst Probst
Seite 11
Interview übe3r Affenmenschen
Seite 21
Interview über Blogs
Seite 25
Interview über Dinosaurier
Seite 31
Interview über Eiszeitlöwen
Seite 39
Interview über Höhlenbären
Seite 45
Interview über Johann Jakob Kaup
Seite 49
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Interview über die Sklavin Machbuba und Fürst Pückler Seite 55 Interview über Pressearbeit Seite 59 Interview über Säbelzahntiger Seite 67
Interview über Wissenschaftsberichterstattung Seite 73 Der Autor Ernst Probst Seite 77 Bildquellen Seite 79 Bücher von Ernst Probst
Seite 81
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Interview über den Autor Ernst Probst
Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch zu schreiben?
Antwort: Der Kollege Karl-Heinz Withofs in der „Allgemeinen Zeitung“, Mainz, bei der ich früher als Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus meiner Feder gelesen hatte: „Warum schreiben Sie nicht ein Buch?“ Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe an Buchverlage und hatte bereits mit der dritten Anfrage riesiges Glück: Der in München ansässige Verlag C. Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein populärwissenschaftliches Buch an. *
Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch? Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel „Deutschland in der Urzeit“ und hat den Untertitel „Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit“. Es
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schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen, Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt. Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos, Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von zunächst 168 DM. *
Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg? Antwort: Die erste Auflage von „Deutschland in der Urzeit“ (1986) war schon nach wenigen Wochen ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine zweite Auflage gedruckt werden. Der Nachdruck erfolgte so rasch, dass die Farbe der Bilder auf manchen Seiten nicht ausreichend trocknete, was auf dem gegenüberliegenden Blatt gewisse Spuren hinterließ. Insgesamt erreichte dieser Titel trotz des zeitweise relativ hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später aber zwei preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbesprechungen in den Medien wie „Spiegel“, „Welt“, „Welt am Sonntag“ und „Bild“. Vom Fernsehen wurde dieser Titel nicht wahrgenommen.
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Frage: Wie ging es weiter?
Antwort: Nach „Deutschland in der Urzeit“ war ich ein so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich auch andere deutsche Buchverlage für mich, darunter sogar einer, der zuvor an meiner Idee für „Deutschland in der Urzeit“ kein Interesse gezeigt hatte. Doch der Verlag C. Bertelsmann bot mir schnell einen Vertrag mit Vorschuss für einen Nachfolgeband namens „Deutschland in der Steinzeit“ an, der 1991 erschien und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam ebenfalls in den Medien sehr gut an, erreichte drei Auflagen und wurde auch im Fernsehen ausführlich vorgestellt. *
Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch? Antwort: Ja, es folgten „Rekorde der Urzeit“ (1992), „Dinosaurier in Deutschland“ (1993, zusammen mit Raymund Windolf) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) sowie später noch mehr als 100 andere Titel in anderen Verlagen. *
Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?
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Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand keine große Nachfrage nach „Dinosaurier in Deutsch-land“ (1993), bei dem eigentlich Raymund Windolf die Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals der erfolgreiche Film „Jurassic Park“ in die Kinos kam und viele Verlage Bücher über Dinosaurier veröffentlichten. Einer der letzten Titel war „Dinosaurier in Deutschland“, der ursprünglich erst ein Jahr später auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust, noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine zweite Auflage. *
Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern ebenfalls Enttäuschungen erlebt?
Antwort: An „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre „Himmels-
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scheibe von Nebra“ war damals noch nicht entdeckt. Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr als früher neu. *
Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die Eisenzeit?
Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten. Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert gewesen wäre, weiß ich nicht. *
Frage: Aber Sie haben doch nach „Deutschland in der Bronzezeit“ weitere Bücher veröffentlicht?
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Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich, selbst Buchverleger zu werden. *
Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht? Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es dürften mehr als 100 Titel sein. Ich zähle schon lange nicht mehr ... *
Frage: Haben Ihnen Ihre vielen Bücher und Tausende von populärwissenschaftlichen Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften sowie im Internet literarische oder wissenschaftliche Ehren eingebracht?
Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe, Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde. Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in einer Rezension meines Buches „Deutschland in der Urzeit“ für die „Welt am Sonntag“ vorgeschlagen, man solle mir dafür einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer
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ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der davon hörte, meinte nur: „Aber dafür muss man doch etwas leisten“. Immerhin stehen meine Bücher aber in vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem renommierten Lexikon erwähnt. *
Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben will?
Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht wieder. *
Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches? Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen
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keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss, dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen, weil er schon genügend Titel im Programm hatte. Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden (bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden). Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten Hunderte von Büchern verschenken. *
Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher? Antwort: Noch macht mir das Schreiben Spaß ...
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2011, Wer ist der kleinste Dinosaurier?, München, GRIN Verlag GmbH
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