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Interviews mit dem Wissenschaftsautor Ernst Probst
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Ausschnitt aus einem Gemälde von Fritz Wendler
(19411995) für das Buch ,,Deutschland in der Urzeit" (1986)
von Ernst Probst
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Wer ist der
kleinste Dinosaurier?
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Wissenschaftsautor Ernst Probst
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Vorwort
Vom Interviewer
zum Interviewten
W
ährend seiner aktiven Zeit als Zeitungsredakteur
in Mainz hat Ernst Probst zahlreiche Prominente
aus den Bereichen Kultur, Medien, Politik und Wissen-
schaft interviewt. Dies erfolgte meistens in Form von
Wortlaut-Interviews mit Frage und Antwort. Nachdem
er ab 1986 erfolgreich zahlreiche Bücher, Taschenbücher,
Broschüren und E-Books veröffentlicht hatte, wurde
er selbst zum gefragten Interview-Partner für Fernsehen,
Rundfunk, Presse und Internet. In dem Taschenbuch
,,Wer ist der kleinste Dinosaurier?" ist eine kleine
Auswahl seiner Interviews zu finden. Sie befassen sich
mit ihm selbst sowie mit Affenmenschen, Blogs, Dino-
sauriern, Eiszeitlöwen, Höhlenbären, dem Natur-
forscher Johann Jakob Kaup aus Darmstadt, der äthio-
pischen Sklavin Machbuba und dem deutschen Fürsten
Pückler, Pressearbeit, Säbelzahntigern und der Wissen-
schaftsberichterstattung.
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Inhalt
Vorwort
Seite 5
Interview über den Autor Ernst Probst
Seite 11
Interview übe3r Affenmenschen
Seite 21
Interview über Blogs
Seite 25
Interview über Dinosaurier
Seite 31
Interview über Eiszeitlöwen
Seite 39
Interview über Höhlenbären
Seite 45
Interview über Johann Jakob Kaup
Seite 49
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Interview über die Sklavin Machbuba und Fürst Pückler
Seite 55
Interview über Pressearbeit
Seite 59
Interview über Säbelzahntiger
Seite 67
Interview über Wissenschaftsberichterstattung
Seite 73
Der Autor Ernst Probst
Seite 77
Bildquellen
Seite 79
Bücher von Ernst Probst
Seite 81
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Autor Ernst Probst
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Interview über
den Autor Ernst Probst
Frage: Herr Probst, wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Buch
zu schreiben?
Antwort: Der Kollege Karl-Heinz Withofs in der ,,All-
gemeinen Zeitung", Mainz, bei der ich früher als
Redakteur gearbeitet habe, fragte mich, nachdem er einen
langen Artikel über ein wissenschaftliches Thema aus
meiner Feder gelesen hatte: ,,Warum schreiben Sie nicht
ein Buch?" Am nächsten Tag schrieb ich einige Briefe
an Buchverlage und hatte bereits mit der dritten Anfrage
riesiges Glück: Der in München ansässige Verlag C.
Bertelsmann bot mir einen Vertrag für ein popu-
lärwissenschaftliches Buch an.
*
Frage: Wie heißt Ihr erstes Buch?
Antwort: Mein erstes Buch trägt den Titel ,,Deutschland
in der Urzeit" und hat den Untertitel ,,Von der
Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit". Es
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schildert die Entwicklung der Landschaft, Pflanzen,
Tiere und Menschen in Deutschland und in der Welt.
Geplant war zunächst ein Buch mit einem Ladenpreis
von maximal 40 DM. Doch als das Manuskript nach
vier Jahren fertig war, wurde daraus ein großformatiges
Werk mit zahlreichen eigens dafür geschaffenen Fotos,
Zeichnungen, Karten und Gemälden zum Preis von
zunächst 168 DM.
*
Frage: War Ihr erstes Buch ein Erfolg?
Antwort: Die erste Auflage von ,,Deutschland in der
Urzeit" (1986) war schon nach wenigen Wochen
ausverkauft und es musste noch vor Weihnachten eine
zweite Auflage gedruckt werden. Der Nachdruck
erfolgte so rasch, dass die Farbe der Bilder auf manchen
Seiten nicht ausreichend trocknete, was auf dem
gegenüberliegenden Blatt gewisse Spuren hinterließ.
Insgesamt erreichte dieser Titel trotz des zeitweise relativ
hohen Ladenpreises fünf Auflagen. Es gab drei Auflagen
für zunächst 168 DM und später für 198 DM, später
aber zwei preiswerte Buchclubausgaben. Diesen Erfolg
verdanke ich zahlreichen wohlwollenden Buchbe-
sprechungen in den Medien wie ,,Spiegel", ,,Welt", ,,Welt
am Sonntag" und ,,Bild". Vom Fernsehen wurde dieser
Titel nicht wahrgenommen.
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Frage: Wie ging es weiter?
Antwort: Nach ,,Deutschland in der Urzeit" war ich ein
so genannter Erfolgsautor. Plötzlich interessierten sich
auch andere deutsche Buchverlage für mich, darunter
sogar einer, der zuvor an meiner Idee für ,,Deutschland
in der Urzeit" kein Interesse gezeigt hatte. Doch der
Verlag C. Bertelsmann bot mir schnell einen Vertrag
mit Vorschuss für einen Nachfolgeband namens
,,Deutschland in der Steinzeit" an, der 1991 erschien
und rund drei Kilogramm wog. Dieser Titel kam
ebenfalls in den Medien sehr gut an, erreichte drei
Auflagen und wurde auch im Fernsehen ausführlich
vorgestellt.
*
Frage: Schrieben Sie danach noch ein Buch?
Antwort: Ja, es folgten ,,Rekorde der Urzeit" (1992),
,,Dinosaurier in Deutschland" (1993, zusammen mit
Raymund Windolf) und ,,Deutschland in der
Bronzezeit" (1996) sowie später noch mehr als 100
andere Titel in anderen Verlagen.
*
Frage: Hatten Sie als Buchautor auch Misserfolge?
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Antwort: Zu meiner großen Überraschung bestand
keine große Nachfrage nach ,,Dinosaurier in Deutsch-
land" (1993), bei dem eigentlich Raymund Windolf die
Hauptarbeit geleistet hat. Das lag daran, dass damals
der erfolgreiche Film ,,Jurassic Park" in die Kinos kam
und viele Verlage Bücher über Dinosaurier
veröffentlichten. Einer der letzten Titel war ,,Dinosaurier
in Deutschland", der ursprünglich erst ein Jahr später
auf den Markt kommen sollte. Die Buchläden in
Deutschland waren damals übervoll mit Büchern über
Dinosaurier und die Medien hatten keine große Lust,
noch ein Buch über Dinosaurier vorzustellen. Dabei
unterschied sich dieser Titel von der Konkurrenz
dadurch, dass er die in Deutschland vorkommenden
Dinosaurier in Wort und Bild vorstellte. Die Nachfrage
war so schwach, dass nur ein Bruchteil der Auflage zum
regulären Preis verkauft werden konnte. Es folgte keine
zweite Auflage.
*
Frage: Haben Sie bei weiteren Büchern ebenfalls Enttäuschungen
erlebt?
Antwort: An ,,Deutschland in der Bronzezeit" (1996)
hatten die Medien nicht viel Interesse. Ich glaube, viele
Journalisten/innen wussten nicht so recht, was die
Bronzezeit eigentlich ist. Die spektakuläre ,,Himmels-
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scheibe von Nebra" war damals noch nicht entdeckt.
Außerdem warb der Verlag herzlich wenig für diesen
Titel und irgendjemand hatte die Wahnsinnsidee, ein
Teil der Journalisten/innen, die das Bronzezeit-Buch
besprechen wollten, sollten das Rezensionsexemplar
bezahlen. Nämlich jene, die nicht bei den ganz großen
Medien arbeiten. Wer die Verhältnisse in Tageszeitungen
kennt, weiß, dass kein Verlag für Rezensionsexemplare
etwas bezahlt. Trotzdem erreichte das Bronzezeit-Buch
zwei Auflagen. Es kostet heute gebraucht teilweise mehr
als früher neu.
*
Frage: Weshalb kam es zu keinem Nachfolgeband über die
Eisenzeit?
Antwort: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem
Verlag und den Medien beim Bronzezeit-Buch hatte
ich keine Lust mehr, weitere vier oder fünf Jahre in fast
jeder freien Minute an einem solches Buch zu arbeiten.
Ob der Verlag noch an einem Eisenzeit-Buch interessiert
gewesen wäre, weiß ich nicht.
*
Frage: Aber Sie haben doch nach ,,Deutschland in der Bronzezeit"
weitere Bücher veröffentlicht?
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Antwort: Ja, es folgte zunächst eine 14-bändige
Taschenbuchreihe mit Kurzbiografien über berühmte
Frauen. An einer solchen Superfrauen-Reihe hatte kein
Verlag ernsthaft Interesse. Deswegen beschloss ich,
selbst Buchverleger zu werden.
*
Frage: Wie viele Bücher haben Sie insgesamt veröffentlicht?
Antwort: Ganz genau weiß ich das gar nicht mehr. Es
dürften mehr als 100 Titel sein. Ich zähle schon lange
nicht mehr ...
*
Frage: Haben Ihnen Ihre vielen Bücher und Tausende von
populärwissenschaftlichen Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften
sowie im Internet literarische oder wissenschaftliche Ehren
eingebracht?
Antwort: Es kommt immer wieder vor, dass ich Briefe,
Faxe, E-Mails oder Anrufe erhalte, in denen ich
irrtümlich als Professor oder Doktor bezeichnet werde.
Der renommierte Autor Vitus B. Dröscher hat 1986 in
einer Rezension meines Buches ,,Deutschland in der
Urzeit" für die ,,Welt am Sonntag" vorgeschlagen, man
solle mir dafür einen Ehrendoktortitel verleihen. Außer
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ihm hatte niemand diese Idee. Ein Wissenschaftler, der
davon hörte, meinte nur: ,,Aber dafür muss man doch
etwas leisten". Immerhin stehen meine Bücher aber in
vielen Bibliotheken in Europa und anderswo, werden
oft in anderen Werken zitiert und sogar in einem
renommierten Lexikon erwähnt.
*
Frage: Was würden Sie jemand raten, der sein erstes Buch schreiben
will?
Antwort: Am wichtigsten ist, dass man weiß, dass nur
ganz wenige Autoren/innen vom Bücherschreiben leben
können. Ich habe mal irgendwo gelesen, das seien
weniger als 1 Prozent! Bücherschreiben ist immer ein
einsames Hobby, bei dem sich der Autor bzw. die Autorin
selbst ausbeutet. Ob sich der Aufwand an Arbeit, Zeit
und Geld lohnt, steht in den Sternen. Wer dafür
Tausende von Euro investiert, sieht diese meistens nicht
wieder.
*
Frage: Gab es für Sie als Buchautor auch Unerfreuliches?
Antwort: Reichlich. Bei den Recherchen für Sachbücher
stieß ich erstaunlich oft auf Menschen, die auf Anfragen
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keine Antwort geben. Schlimm war, wenn ein
Buchmanuskript fertig war und der Verlag beschloss,
dieses erst ein Jahr später auf den Markt zu bringen,
weil er schon genügend Titel im Programm hatte.
Nervig ist, dass viele Medien an Büchern aus
unterschiedlichen Gründen kein Interesse haben und
sie totschweigen. Ein trauriges Kapitel sind auch Neid
und Missgunst. Viele Neider hätten zwar gern mein
Buchhonorar gehabt, nicht aber die vielen Arbeitstunden
(bei manchen Titeln schätzungsweise 10.000 Stunden).
Seltsam sind teilweise sogar Verwandte, Freunde und
Bekannte, die meinen, ein Autor könne auf seine Kosten
Hunderte von Büchern verschenken.
*
Frage: Schreiben Sie weiterhin Bücher?
Antwort: Noch macht mir das Schreiben Spaß ...
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