Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Über Thomas von Aquin 3
2.1 Leben 3
2.2 Wichtigste Werke und Einflüsse 4
2.2.1 Summa Contra Gentiles. 5
2.2.2 Summa Theologica 5
3. Ethik als natürliches Gesetz 7
3.1 Die äußeren Prinzipien der Guten Handlung: Das Gesetz 7
3.2 Die inneren Prinzipien der guten Handlung: Die Tugenden 8
3.3 Die Struktur der menschlichen Handlung 9
3.4 Das Glück als Ziel menschlichen Handelns 12
3.5 Handlungen des Menschen vs. Menschliche Handlungen 13
4. Bedeutung des Heiligen Thomas von Aquin 16
5. Nachleben 17
6. Literaturverzeichnis 20
Prim ärliteratur: 20
Sekund ärliteratur: 20
Internetquellen: 20
1. Einleitung
1
Dieses Zitat aus Thomas Werk Questiones Diputatae de Veritate spiegelt den Kern der Philosophischen Ethik wieder, deren zentrales Bestreben es ist, sittliches Handeln theoretisch zu begründen. Um die Beweggründe und Quellen für sittliches Handeln der thomistischen Ethik zu erklären, bedarf es einer näheren Betrachtung dessen, was sittliches Handeln ausmacht. Thomas von Aquins Vorstellung ist es, dass der Ursprung ethischen Handelns in der Natur des Menschen und seinem Verhältnis zur Schöpfung zu finden ist.
Zunächst soll die historische Person des Thomas von Aquin anhand einer kurzen Vita betrachtet werden. Im Anschluss daran stellen wir seine wichtigsten Werke vor. Im Hauptteil dieser Arbeit gehen wir eingangs auf die äußeren Prinzipien der guten Handlung, die zugleich den Bezug zum Thema der Hausarbeit aufzeigen, ein. Anschließend an die äußeren werden die inneren Prinzipien näher betrachtet. Darauf aufbauend wird der Vorgang der Handlung an sich, also ihre Struktur, erklärt. Das Glück als Ziel menschlichen Handelns beleuchtet der nächste Teil. Den Abschluss des Hauptteils bildet eine Abgrenzung von menschlichen Handlungen und Handlungen des Menschen
In den letzten beiden Teilen unserer Hausarbeit wollen wir die Bedeutung des Heiligen Thomas von Aquin herausstellen und sein Nachleben würdigen.
1 Schmidt, Roger W.: Quaestiones disputatae de veritate.
http://dhspriory.org/thomas/QDdeVer24.htm#14 (24.02.2010)
2. Über Thomas von Aquin
2.1 Leben
Thomas von Aquin 2 wurde um 1225 auf der Burg von Roccasecca als Sohn eines Landadeligen geboren. Im Alter von etwa fünf Jahren sandten ihn seine Eltern zur Erziehung als Oblate 3 in die Benediktinerabtei von Monte Cassino. 4 Mit 14 Jahren, um das Jahr 1239, nahm Thomas das Studium der freien Künste 5 an der Universität von Neapel auf. Gegen den Willen seiner Familie trat er 1244 dem, damals als besonders radikal angesehenen, Bettelorden der Dominikaner bei. Um seine Mitgliedschaft im Dominikanerorden zu vereiteln, wurde Thomas 1244 von seiner Familie entführt und auf dem Kastell seines Vaters fast ein ganzes Jahr gefangen gehalten.
Mitte des Jahres 1245 erfolgte dann aber seine Freilassung und er kehrte im Herbst in seinen Orden zurück. Die folgenden Jahre studierte Thomas in Paris, als Schüler Alberts des Großen, 6 Philosophie. Um 1248 folgte er seinem Lehrer nach Köln, wo er sein Studium fortsetzte und den ersten akademischen Grad, den Bakkalaureus, erreichte. Auf Empfehlung von Albertus Magnus soll er dann 1252 wieder nach Paris gesandt worden sein. 7 1257 beendete der Aquinat das Studium der Theologie mit dem Erreichen des Magistergrades.
In den folgenden zwei Jahren übte er seine erste Lehrtätigkeit an der Pariser Universität aus und kehrte im Sommer 1259 nach Italien zurück, wo er ab 1261 als
2 Auch bekannt als Thomas Aquinas, Thomas de Aquino oder der Aquinat; im Folgenden wollen wir ihn Thomas von Aquin, der Aquinat oder einfach Thomas nennen.
3 Laienmönch, der sein Leben in den Dienst Gottes stellt. Bei den Benediktinerorden auch Bezeichnung für Kinder, die von Ihren Eltern der Obhut eines Klosters übergeben wurden und denen es bestimmt war das Leben eines Mönchs zu führen.
Knight, Kevin: Oblati. http://www.newadvent.org/cathen/11188a.htm (19.02.2010).
4 vgl. Summe der Theologie I. Hrsg. von Joseph Bernhart. 3. Auflage. Stuttgart: Kröner 1985 (= Gott und die Schöpfung), Einführung S. XXXV.
5 Artes liberales: Studium der Grammatik, Rethorik, Logik, Musik Artithmetik Geometrie und Astronomie Fächerkanon, der zurückgehend auf die Antike von einem freien Mann beherrscht werden sollte. Frenz, Th.: Grundbegriffe der Mediävistik. http://www.phil.uni-passau.de/histhw/TutMA/grundbegriffe7.html (12.12.2009).
6 Albertus Magnus/Albert der Große, *1193-1280 deutscher Gelehrter, Kirchenlehrer und Bischof von Regensburg, der für den christlichen Aristotelismus des hohen Mittelalters von entscheidender Bedeutung war. Schäfer, Joachim: Albertus Magnus.
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Albertus_Magnus.htm (14.12.2009).
7 vgl. Bernhart, J.: Summe der Theologie I, S. XXXVI.
päpstlicher Theologe am Hofe Urbans IV. 8 zu Orvieto und Viterbo tätig war. 9 Um 1270 wurde Thomas von seinen Ordensoberen erneut an die Pariser Universität gesandt, wo er bis 1272 seinem zweiten Lehrauftrag nachging. 10 Zur Osterzeit im Jahre 1272 verließ Thomas seinen Pariser Lehrstuhl und kehrte nach Neapel zurück, wo er - ermächtigt von seinem Orden - an der dortigen Universität ein Studium Generale einrichten wollte. 11
Einer Überlieferung zufolge begann am 6. Dezember 1273 das "Schweigen des Thomas Auf die Frage eines Bruders, warum er nichts mehr schreiben wolle, soll Thomas erwidert haben: "Ich kann nicht mehr, denn alles, was ich geschrieben habe, scheint mir wie Stroh zu sein im Vergleich mit dem was ich gesehen habe und was mir offenbart worden ist."
Im Jahr 1274 verstarb Thomas von Aquin, auf der Reise zum zweiten Konzil von Lyon, in der Zisterzienserabtei Fossanova. 12
2.2 Wichtigste Werke und Einflüsse
Auf Thomas von Aquin gehen eine Vielzahl bedeutender Schriften zu Religion, Philosophie und Politik zurück. Zu den wichtigsten unter diesen zählen vor allem seine Kommentare zu den Schriften von Aristoteles, insbesondere jene zur Metaphysik, Logik und Ethik.
.
Auch eucharistische Hymnen, etwa die Danksagungen zu Fronleichnam und Gründonnerstag, sind von Thomas verfasst worden.
In seiner Philosophie wurde Thomas von Aquin vorwiegend von den Werten des Aristoteles und den Schriften des Kirchenvaters Augustinus sowie von Platon beeinflusst.
Auch auf die Aussagen von Dionysius Areopagita 13 , das Pseudonym eines christlichen Neuplatonikers und Verfassers mystisch-theologischer Schriften beruft
8 Urban IV., *1193-1280 mit bürgerlichem Namen Jacques Pantaléon, zwischen 1261 und 1264 Papst der katholischen Kirche. Urban IV. http://www.kirchenlexikon.de/u/urban_iv.shtml (24.02.2010).
9 vgl. Bernhart, J.: Summe der Theologie I, S. XXXVIII.
10 vgl. ebd. S. XLIV.
11 vgl. ebd.
12 vgl. ebd. S. XLVI.
sich der Aquinat häufig in seinen Werken. Im Zusammenhang mit dem Bezug zu Schriften des Aristoteles fällt vermehrt der Name des persischen Philosophen Ibn Sina 14 , der kritische Kommentare zu dessen Philosophie verfasste.
2.2.1 Summa Contra Gentiles
Eines der Hauptwerke des Aquinaten ist die Summa contra Gentiles 15 , das er als Verteidigungswerk über das Weltbild und den Glauben seiner Kirche 16 1259 zu schreiben begann und schließlich 1265 zur Vollendung brachte. Das Werk besteht aus insgesamt vier Büchern.
Das erste Buch enthält mit der Untersuchung der Existenz, des Wesens und der Erkenntnis Gottes einen Gottesbeweis. Das Zweite beschäftigt sich mit der Schöpfung, als dem zeitlichen Anfang der Welt, der Vernunft des Menschen, dem Ursprung und der Unsterblichkeit der menschlichen Seele und der Ewigkeit. Im Dritten Buch geht es um Gesetz und Gnade, die Vorsehung Gottes und das Endziel allen Seins in Gott.
Glaubenswahrheiten, die die Vernunft übersteigen, wie die Trinität (Dreifaltigkeit Gottes) und die Inkarnation sowie einige Sakramente werden im vierten und letzten Buch behandelt.
2.2.2 Summa Theologica
Sein wichtigstes und einflussreichstes Werk ist die Summa Theologica, die den gesamten Inhalt des christlichen Glaubens in allen Einzelheiten wiedergibt. Dabei folgt sie einer Systematik, die sich aus der theologischen Philosophie ergibt. Danach ist Gott zugleich Anfang und Ende aller Dinge (egressus - regressus; exitus reditus). Die vorrangige Absicht der Summa liegt, wie Thomas selbst schrieb [..] darin, die Kunde von Gott Weiterzugeben, und zwar nicht nur nach dem, was er in sich ist, sondern auch danach, das er die Urheit der Dinge und ihr Endziel
13 Von Paulus bekehrtes Mitglied des Areopags (oberster Rat der Antike) in Athen. Dionysius Areopagita.
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1084404.html (24.02.2010).
14 Ibn Sina; *1193-1280; im Abendland auch bekannt als Avicenna, islamischer Philosoph und Arzt, gilt in der westlichen Welt als der berühmteste Wissenschaftler des Islam. Guerhan, Oezoguz: Avicenna. http://www.eslam.de/begriffe/a/avicenna.htm (24.02.2010).
15
16 vgl. Bernhart, J.: Summe der Theologie I, S. XXXVIII.
Arbeit zitieren:
Daniel M. Wolanski, Thilo Maceiczyk, 2010, Thomas von Aquin - Ethik als natürliches Gesetz, München, GRIN Verlag GmbH
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