Hausarbeit zum Thema:
Betriebliche Informationssysteme
im
Supply Chain Management
im Rahmen der Lehrveranstaltung
,,Betriebliche Informationssysteme"
vorgelegt von:
Thilo Maceiczyk
Daniel M. Wola
ski
Betriebliche Informationssysteme im Supply Chain Management
Th
ilo Maceiczyk und Daniel M. Wolaski
2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 2
1
Einleitung ... 4
2
Supply Chain Management ... 6
2.1
Veränderungstreiber ... 6
2.1.1
Der Wandel von Push- zu Pull-Märkten... 6
2.1.2
Das Internet ... 7
2.1.3
Komplexität und Dynamik ... 8
2.2
Folgen für die Wertschöpfungskette ... 8
2.3
Definition Supply Chain ... 9
2.4
Definition Supply Chain Management ... 10
2.5
Bedeutung der Supply Chain für den Unternehmenserfolg ... 11
2.6
Was soll optimiert werden? ... 13
2.6.1
Verbesserter Informationsfluss und Bullwhip-Effekt ... 13
2.6.2
Reduktion der Lagerhaltungskosten / Abbau von Beständen ... 14
2.6.3
Zeitziele / Reaktionsfähigkeit ... 15
2.6.4
Steigerung der Kundenzufriedenheit / Ausrichtung am Kunden .. 16
2.6.5
Nutzung von Synergieeffekten im Netzwerk ... 16
2.7
Drei-Säulen-Ansatz vom Hellingrath und Kuhn ... 17
2.7.1
Kooperationsmanagement ... 18
2.7.2
Re-Design der Kernprozesse ... 19
2.7.3
IT als Enabler und Katalysator ... 20
3
Supply Chain Management
Systeme ... 22
3.1
Anforderungen und Leistungsmerkmale von SCM-Systemen ... 22
3.2
Marktanalyse ... 25
3.2.1
i2 Trade Matrix von i2 Technologies ... 25
3.2.2
SAP SCM ... 28
3.2.3
Microsoft Dynamics NAV ... 29
3.3
Die Bedeutung von SCM-Systemen für Unternehmen ... 31
3.3.1
valuechain.dell.com ... 31
3.3.2
i2 ... 33
4
Fazit ... 36
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4.1
Zwischenfazit Supply Chain Management ... 36
4.2
Zwischenfazit Supply Chain Management-Systeme ... 37
4.3
Schlussfolgerung ... 37
5
Literaturverzeichnis ... 39
6
Abbildungsverzeichnis ... 41
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1
Einleitung
"There is a growing recognition that individual businesses no longer compete
as stand-alone entities but rather as supply chains."
1
Als Konsumenten sind wir es heutzutage gewohnt, dass die Produkte, die wir
zu kaufen wünschen stets erhältlich oder kurzfristig lieferbar sind . Ist ein
Produkt nicht verfügbar sorgt das bei uns in der Regel schnell für Unmut.
Dabei wird uns dieser Luxus erst seit relativ kurzer Zeit geboten. Früher musste
der Kunde mit den Waren vorlieb nehmen, welche die Hersteller auf den Markt
brachten. Durch verschiedene Entwicklungen, die den Konsumenten mit zuvor
nie gekannter Souveränität ausstatteten hat sich diese Situation geändert. Heute
müssen die Hersteller, um am Markt zu bestehen, auf die Wünsche der Kunden
flexibler eingehen als sie dies in der Vergangenheit taten. Dass dies auch für
die Strukturen, in die Unternehmen eingebettet sind nicht ohne Folgen bleibt
scheint offensichtlich. Als Kunden vermögen wir kaum die Mechanismen zu
erfassen, die wir beispielsweise mit wenigen Klicks bei der Online Be stellung
in Gang setzen. Eine ganze Kette von Prozessen, die sich vom Einzelhandel
über den Hersteller des bestellten Produktes bis zu dessen Zulieferern und
wiederum deren Zulieferern zieht, wird ausgelöst. Die Lieferk ette rotiert. Das
reibungslose Funktionieren dieser für den Kunden unsichtbaren Abläufe kann
dabei darüber entscheiden ob wir als Kunden erneut beim gleichen Hersteller
Produkte beziehen werden. Es gibt wohl nur wenige Unternehmen, die nicht auf
eine effektive Supply Chain angewiesen sind. Für den Großteil der
Unternehmen stellt damit die Lieferkette einen wesentlichen Faktor im Kampf
um Markanteile dar. Die vorliegende Arbeit hat die Bedeutung dieser Supply
Chain sowie die unterstützenden Software-Lösungen zum Thema und soll einen
Einblick geben inwieweit moderne Lieferketten auf die Unterstützung durch die
IT angewiesen sind.
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Christopher, M. (2005). Logistics and supply chain management: Dreating value-added networks.
S. 122
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Dr. Martin Christopher, dessen bekanntes Zitat wir als Einstieg für diese
Hausarbeit gewählt haben gilt als einer der Ersten, die erkannt haben, dass es
nicht mehr die Unternehmen sind, die im Wettbewerb konkurrieren, sondern
ganze Supply Chains. Diese Erkenntnis führt uns zum eigentlichen Thema
unserer Arbeit. Erläutert werden soll die Bedeutung der Supply Chain für
Unternehmen. Als zentralen Aspekt der Thematik Supply C hain Management
wollen wir die Anforderungen an unterstützende Supply Chain Management -
Systeme herausarbeiten sowie einige auf dem Markt angebotene Lösungen
namhafter Hersteller vorstellen.
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2
Supply Chain Management
2.1
Veränderungstreiber
Als Veränderungstreiber wirken alle Einflussfaktoren, die die bisherigen
Strukturen und Abläufe in den Supply Chains an ihre Grenzen bringen. Im
Folgenden sollen die aus unserer Sicht wesentlichen kurz dargestellt werden.
2.1.1
Der Wandel von Push- zu Pull-Märkten
Das Geschehen auf den Märkten war in den vergangenen Jahren von
Herstellern dominiert, die Ihre Produkte mit Hilfe von intensiven Marketing -
Maßnahmen in den Handel brachten. Die Strategie die sie dabei verfolgten wird
Push-Strategie genannt.
Bei dieser Strategie wird das Produkt gewissermaßen durch die Supply Chain
"gedrückt" Dabei geht die Push-Strategie vom Hersteller aus, der intensive
Absatzförderungsmaßnahmen an den Großhandel richtet, was sich dann durch
den Rest der Supply Chain bis hin zum Konsumenten durchsetzt. Zu den
Marketingaktivitäten des Herstellers gehören dabei der Außendienst und die
Präsenz auf Messen um den Großhandel zu Kauf des Produktes zu bewegen.
Der Handel betreibt Werbung mit Sonderaktionen und versucht den
Konsumenten durch Verkaufsgespräche vom Produkt zu überzeugen.
Dagegen richtet bei der Pull-Strategie der Anbieter den überwiegenden Teil
seiner Marketingaktivitäten auf die Kaufinteressenten um die Bedürfnisse der
Konsumenten in Erfahrung zu bringen oder Bedürfnisse im Endkunden zu
schaffen, die der Hersteller mit seinen Produkten befriedigen kann.
Funktioniert diese Strategie wandelt sich die Flussrichtung des Marktes und die
Konsumenten fragen aktiv Produkte nach. Diese Nachfrage bewirkt dann
entlang der Supply Chain einen Pull-Effekt, bei dem die Konsumenten den
Ausgangspunkt darstellen. Das Produkt wird dann vom Markt ausgehend durch
die Lieferkette ,,gezogen".
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In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass eine Verschiebung von
Push- zu Pull-Strategien stattgefunden hat. Die bisher von den Verkäufer
dominierten Märkte haben sich zu Käufermärkten entwickelt bei denen die
Konsumenten bestimmen, welche Produkte, zu welchem Preis wann und wo
verfügbar sein sollen. Die Nachfrageinformationen steuern also den Warenfluss
und damit die Supply Chain.
2
2.1.2
Das Internet
Verstärkt wird die Macht der Verbraucher durch die zunehmende Transparenz
infolge des Vormarsches neuer Medien. Die heutigen Kunden sind durch
Vergleichsmöglichkeiten und Erfahrungsaustausch mit anderen Konsumenten
in Internetforen umfassend informiert. Wert und Qualität eines Produktes sind
dem Verbraucher heutzutage nicht mehr erst durch den Kauf und Gebrauch des
Produktes zugänglich. Insbesondere die Schwachstellen eines Produktes sind
durch Verbraucherforen und Feedback-Möglichkeiten bei vielen Online-
Vertriebsportalen bereits kurz nach Produkteinführung der Käuferschaft
bekannt. Ein weiterer Aspekt ist in dem Preisdruck zu sehen, der vom Vertrieb
von Produkten über das Internet ausgeht. Bei der Online-Bestellung wird per
Mausklick eine ganze Reihe an Aktivitäten entlang der Supply Chain ausgelöst,
die es zu Koordinieren gilt. Durch die Ausschaltung von Zwischenhändlern
können im Internet Produkte zudem erheblich günstiger angeboten werden.
Preisvergleichportale helfen den Verbrauchern unter diesen Angeboten
nochmals das günstigste auszuwählen. Mit diesem neuen Vertriebsweg
einhergehend ist auch eine zunehmende Dynamik des Handels, die sich auch
auf die Anforderungen an Supply Chains auswirkt, festzustellen.
3
2
vgl. Kuhn, A., & Hellingrath, B. (2002). Supply Chain Management - Optimierte Zusammenarbeit
in der Wertschöpfungskette. S3.
3
vgl. ebd. S. 2
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2.1.3
Komplexität und Dynamik
Einen weiterer Veränderungstreiber ist in der zunehmenden Komplexität und
Dynamik der Märkte zu finden. Durch anhaltende Globalisierung und
Internationalisierung kommen neue Wettbewerber aus dem Ausland hinzu und
treten in direkten Wettbewerb mit den einheimischen Anbietern. Das Angebot
an Produkten und ergänzenden Dienstleistungen wird dadurch immer breiter.
Um am Markt zu bestehen und die Bedürfnisse der Konsumenten als erster zu
befriedigen, versucht jedes Unternehmen möglichst vor der Konkurrenz
Innovationen und neue Produkte auf den Markt zu bringen. Damit wird der
Lebenszyklus von Produkten signifikant verkürzt. Es wird klar, dass diese
Entwicklungen auch Auswirkungen auf die Supply Chains von Unternehmen
haben. Wenn früher die Reaktionszeiten von Unternehmen durch hohe
Sicherheitsbestände sichergestellt wurden, ist dieses heute nicht mehr
zeitgemäß
und
verursacht
hohe
Lagerhaltungskosten.
Umrüstzeiten,
Durchlaufzeiten und Lagerbestände müssen sich diesen Entwicklungen
anpassen. Da die wenigsten Unternehmen ohne Zulieferer Produzieren können
müssen auch diese die nötige Flexibilität mitbringen um die benötigten Teile in
kürzester Zeit bereit stellen zu können. Das gleiche ergibt sich dann natürlich
auch für die Zulieferer des Zulieferers.
4
2.2
Folgen für die Wertschöpfungskette
Die im Vorangegangenen kurz dargestellten Veränderungstreiber zeigen, dass
die Supply Chains heute anderen Mechanismen folgen als jene auf früheren
Märkten. Nach Hellingrath und Kuhn müssen die Unternehmen der gesamten
Wertschöpf
ungskette ,,Hand in Hand arbeiten, um die Ziele der Befriedigung
des Kundenbedarfs im Hinblick auf Produktauswahl, Verfügbarkeit und Preis
bei gleichzeitig rationellem Ressourceneinsatz und möglichst geringen
4
vgl. Kuhn, A., & Hellingrath, B. (2002). Supply Chain Management - Optimierte Zusammenarbeit
in der Wertschöpfungskette. S. 33
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