Inhalt
0 Einleitung 3
1 Ansätze zur Entstehung geschlechtsspezifischer Kommunikation. 4
2 Geschlechtsspeziefisches Sprachverhalten. 7
3 Kommunikationskonflikte zwischen den Geschlechtern. 17
4 Lösungsansätze für eine gelungene Kommunikation. 20
5 Schlusswort. 22
Literaturverzeichnis 24
0 Einleitung
Was bedeutet es im sprachlichen Sinn, eine Frau oder ein Mann zu sein und an wie viele Grenzen stoßen wir, wenn wir mit dem anderen Geschlecht kommunizieren wollen? Auch mir geht es oft so, dass ich in privaten Gesprächen mit Männern an meine Grenzen stoße, weil ich mich einfach unverstanden fühle. Deshalb habe ich mich mit Debora Tannen beschäftigt um zu verstehen, warum Männer und Frauen in verschiedenen Situationen so reagieren, wie sie reagieren. Wie mir scheint, geht es da nicht nur mir so, der Markt boomt mit Bestsellern, die alle den kleinen Unterschied zwischen Mann und Frau erklären. Ich habe mich dabei auf den sprachlichen Unterschied konzentriert und dabei bemerkt, dass sich damit auch nicht nur Sprachwissenschaftler beschäftigt haben, sondern auch Soziologen, Psychologen, Anthropologen und andere. Dabei habe ich entdeckt, dass dies ein breit gefächertes Gebiet ist und man nicht auf alles eingehen kann.
Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Kommunikationsstile der Geschlechter zu beleuchten und die Gründe für Kommunikationskonflikte zu erklären. Im Leben ist es oft so, dass der Mann sich gefühlsmäßig distanziert, häufig belehrend spricht und die Oberhand im Dialog behalten will. Die Frau dagegen nimmt sich zurück und baut den Partner durch Bestätigungen auf. Dies alles, so sagt es Friedemann Schulz von Thun, wird schon in der frühen Kindheit durch das unterschiedlich strukturierte Frühschicksal erworben. Auch die mannigfachen Interpretationsregeln von Frau und Mann führen oft zu Missverständnissen. Da sie, so Malz und Borker, in verschiedenen Kulturen aufwachsen. Diese beiden Hypothesen möchte ich in Kapitel 1 näher beleuchten um eine erste Erklärung zu finden, wie es mit der Sozialisation und geschlechtsspezifischem Sprechen einhergeht. In Kapitel 2 beziehe ich mich auf das geschlechtsspezifische Sprachverhalten, wobei ich näher darauf eingehe, welche Unterschiede es in der Kommunikation zwischen Mann und Frau gibt. Dabei werde ich das Kommunikationsverhalten heraus filtern, und mich der Beziehungs- und Berichtssprache widmen. Um das ganze abzurunden, möchte ich auch die dominanten und nichtdominanten Mittel des
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Sprachverhaltens erklären. Durch den unterschiedlichen Stil im
Sprachverhalten kommt es sehr oft zu Konflikten in der Kommunikation zwischen Mann und Frau. Dies möchte ich in Kapitel 3 definieren, wobei es viele verschiedene Arten gibt, ich mich aber nur auf die komplementäre Schismogenese beziehe, da ich darin den Hauptgrund der Schwierigkeiten sehe. In meinem letzten Kapitel möchte ich die Lösungen erkunden, die helfen sollen, durch die Kenntnisnahme dieser ein konfliktloses und harmonisches Gespräch zwischen Frau und Mann zu ermöglichen.
1 Ansätze zur Entstehung geschlechtsspezifischer
Kommunikation
Wenn Mann und Frau miteinander kommunizieren, gibt es sehr oft Missverständnisse und Konflikte. Dass es einige Unterschiede gibt, haben wir ja oft schon selbst mitbekommen - Frauen sind einfühlsam und gute Zuhörer, Männer dagegen oft sehr abweisend im Gespräch wenn es um Gefühle geht. Was sagt die Theorie dazu? Viele Wissenschaftler, wie z. B. der Kommunikationspsychologe Dr. Friedemann Schulz von Thun, der seine Erklärung in den unterschiedlich strukturierten Frühschicksalen findet, oder auch John J. Gumpertz, der vom Ansatz der zwei Kulturen spricht, haben sich damit auseinander gesetzt, einen Erklärungsversuch zu finden, weshalb „Männer von Mars und Frauen von der Venus kommen“.
1.1 Hypothese des Frühschicksals
Nach Schulz von Thun benutzen Männer und Frauen unterschiedliche Kommunikationsstile. Indem sich Frauen vielmehr in bedürftigem, abhängigem, selbstlosem und mitteilungsfreudigem Stil ausdrücken, bestimmt die Sprache der Männer der distanzierende, aggressive, entwertete und beweisende Stil (Vgl. Schulz von Thun, 2001, S. 245). Diese Unterschiede führt er auf diverse Ursachen zurück. Der Autor besagt, dass Jungen und Mädchen bereits in ihrer
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frühen Kindheit mit einem „unterschiedlichen strukturierten Frühschicksal“ konfrontiert wurden in Bezug auf Abstand und Bindung (ebd., S. 197).
Um dies zu verstehen, müssen wir uns die Tatsache vor Augen halten, dass Männer und Frauen in ihrer ersten und wichtigsten Bindung, nämlich zur Mutter, ein grundlegendes unterschiedliches Schicksal haben (ebd. S. 195).
In der Beziehung zur Mutter lernt das Mädchen Nähe zu schaffen, nach dieser ersten Bindung zu ihr ist die Loslösung nach Schulz von Thun unproblematisch und in der Regel nicht besonders schmerzlich (Vgl. Schulz von Thun 2001, S 196). Gegensätzlich verhält es sich mit der Vater-Sohn-Beziehung. Es ist ein ständiges Rangen um die Liebe der Mutter und dabei empfindet der Sohn seinen Vater als Konkurrenten, dem er eigentlich unterlegen ist. Demzufolge löst sich der Junge mit großem Leid aus der Liebesbeziehung seiner Mutter. In der Empfindung des Jungen werde das Akzeptieren von Nähe daraufhin immer mit der Verletzungsgefahr der eigenen Gefühle verbunden. Das bedeutet, er lernt es, sich sehr zurückhaltend in Verbindung mit Emotionalität zu geben und kann sich dadurch nicht öffnen (ebd., S. 195 ff.).
Schulz von Thun nimmt an, dass sich aufgrund dieses frühen Schicksals unterschiedliche Tendenzen bei Jungen und Mädchen heraus formen, welche sich in der klischeeorientierten Erziehung verfestigen. Jungen werden zur Selbständigkeit und Sachlichkeit erzogen, während die Mädchen befähigt werden, bindungsorientiertes Verhalten zu zeigen und sich sozial zu engagieren. Durch die gesellschaftlich geprägte Aufteilung der Lebenswelten wird diese noch mehr verstärkt (ebd., S. 197). Während der Mann in der Berufswelt erfolgreich sein muss, wird die Frau für die Verantwortung in der Familienwelt zugeteilt.
1.2 Der soziolinguistische Ansatz
Erarbeitet wurde der Ansatz der „Zwei Kulturen“ von Gumpertz 1982, später wurde er von Daniel N. Maltz und Ruth A. Borker übernommen und dann 1990
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von Deborah Tannen in ihrem Buch „Du kannst mich einfach nicht verstehen“ wieder aufgegriffen. Dieser soziolinguistische Ansatz stellt dar, dass Frauen und Männer unterschiedlich sprechen und unterschiedlich kontextualisieren (Ingrid Samel 2000, S. 160).
Schon im jungen Alter angefangen bis in die Pubertät hinein, circa zwischen 5 und 15 Jahren werden in gleichgeschlechtlichen Gruppen von Gleichaltrigen (Peergruppen) beeinflussende Verhaltensmuster erlernt. Kindergruppen in diesem Alter sind - so Malz und Borker - entweder reine Mädchengruppen oder reine Jungengruppen, dabei lernen die Kinder sich von dem anderen Geschlecht abzugrenzen.
Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Sprechweise sind von Wissenschaftler/innen aber auch schon bei Dreijährigen nachgewiesen worden. Amy Sheldon hat drei- bis vierjährige Kinder in einer Kindertagestätte bei einem Streit um eine Plastikgurke gefilmt, um dabei die unterschiedlichen Strategien der Konfliktlösung aufzuzeigen. Bei den Mädchen ging es darum, den Konflikt abzuschwächen und Harmonie zu waren. Bei den Jungen endete die Konfliktlösung in einer Balgerei, wobei es eher um den Besitz ging (Vgl. http://www.frauensprache.com/zwischen.htm, 09.11.07.). Das heißt, in der Welt der Jungen wird um Status gefeilscht, dieser wird gewonnen und aufrechterhalten, indem Befehle erteilt werden, mit dem Druck, diese zu befolgen. Es ist ein Kampf um Gewinner und Verlierer. In Mädchengruppen ist das wichtigste die Intimität. Dabei wird um Beliebtheit gekämpft, diese gründet aber auf Bindung (Vgl. Tannen 1993, S. 41). Diese Hypothese besagt, dass Kinder die Regeln der Interaktion untereinander lernen und sie nicht von Erwachsenen übernehmen. Daraus folgt, dass Mädchen eigentlich in zwei verschiedenen Kulturen aufwachsen. Auch Deborah Tannen verfolgt in ihrem Buch den soziolinguistischen Ansatz. Geschlechtsspezifische Sprechweisen werden auch von ihr auf kulturelle Unterschiede zurückgeführt, die sich in Peergruppen bilden. Daraus folgt, dass Gespräche zwischen erwachsenen Frauen und Männern nach Tannen zur „interkulturellen Kommunikation“ werden (Tannen 1993, S. 17). Malz/Borker formulierten die Differenzen zwischen den Geschlechtern als kulturelle Erscheinung. Sie betrachteten die Gesprächskonflikte zwischen
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Arbeit zitieren:
Antje Kreher, 2008, Frauensprache - Männersprache: Die Geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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