Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Einleitung IV
1 Historische Betrachtung von Waldkindergärten V
1.1 Wurzeln des Waldkindergartens V
1.2. Die Waldkindergartenbewegung in den neunziger Jahren VI
1.3. Die verschiedenen Formen von Waldkindergärten VII
1.3.1. Der „klassische“ Waldkindergarten VII
1.3.2. Der integrierte Waldkindergarten VII
1.3.3. Weitere Formen der Waldkindergartenpädagogik VIII
2 Das pädagogische Anliegen des Waldkindergartens IX
2.1. Ohne Wände X
2.2 Ohne Spielzeug XI
2.3 Soziale Erziehung XII
2.4 Entwicklung und Förderung der Sinne XIII
2.5 Körper- und Bewegungserziehung XIII
2.6 Umwelterziehung XIV
3 Waldkindergarten und Schulfähigkeit XIV
4 Kindheit im Wandel XVIII
4.1 Bedürfnisse nach Liebe Geborgenheit und Sicherheit XIX
4.2 Bedürfnis nach Spannung, Abenteuer und Risiko XIX
4.3 Bedürfnis nach Freiheit/Grenzen, Selbstständigkeit und Verantwortung XX
4.4 Das Bedürfnis, die Welt zu entdecken und zu verstehen XX
4.5 Das Bedürfnis, herzustellen und zu gestalten XXI
4.6 Das Bedürfnis, zu spielen XXI
4.7 Das Bedürfnis, sich zu bewegen XXII
4.8 Das Bedürfnis, vielfältig wahrzunehmen XXIII
5 Praktische Umsetzung im Waldkindergarten XXIV
5.1 Die Rolle des Erziehers XXIV
5.2 Tagesablauf im Waldkindergarten am Beispiel Waldkindergarten Jena
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Winzerla XXV
5.3 Elternarbeit XXVI
6 Abschlussbetrachtung XXVII
6.1 Vorteile des Waldkindergartens XXVII
6.2 Nachteile des Waldkindergartens XXVIII
6.3 Verbesserungsvorschläge des Models Waldkindergarten XXIX
7 Fazit XXX
Literaturverzeichnis XXXII
Internetquellen: XXXIII
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Einleitung
“In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte” (Franz Kafka). Dieser Satz sagt aus, was ich mit meinem Vordiplom näher bringen möchte. Ich möchte über den Waldkindergarten als eine neue Form des pädagogischen Arbeitens innerhalb der
Kindergartenbewegung schreiben. Besonders der Ort Wald an sich, in welchem sich die Kinder beschäftigen und betreut werden, stellt einen seltenen Ansatz in der pädagogischen Arbeit dar. In Deutschland hat sich dieses Konzept erst seit den 90er Jahren etabliert. Grundlegend ist der Waldkindergarten ist eine Einrichtung, in welcher die pädagogische Arbeit und das Zusammenleben der Gruppe nicht in einem festen Gebäude stattfindet, sondern im Wald. Jedoch hatte es der Waldkindergarten nicht leicht sich zu etablieren, am Anfang wurden die Bestrebungen des Waldkindergartens von behördlicher Seite bewusst verschwiegen um keine Nachahmung zuzulassen, dennoch konnte sich die Waldkindergartenbewegung ausbreiten. Dieser Umstand ist diversen Elternbewegungen zu verdanken, die den Waldkindergarten immer wieder thematisierten und die Öffentlichkeit über das Angebot informierten. Gegenwärtig sind Waldkindergärten eine Selbstverständlichkeit und ihre Anzahl erhöht sich stetig. Dies ist auch auf die veränderte Kindheit in der heutigen Zeit zurück zu führen. Früher vollzog sich das Aufwachsen der Kinder wohl behütet, wenig Spielzeug stand zur Verfügung, die Eltern hatten eine Arbeit und die Kinder spielten auf der Strasse, um so ihren vielen Bedürfnissen gerecht zu werden. Heute ist das nicht mehr so, Kinder werden von Konsum Reiz überflutet, Eltern haben wenig Zeit, oft ist der Fernseher und das Computerspiel die einzige Freizeitbeschäftigung der Kinder in unserer heutigen Zeit. Auch durch die Überstädterung und der steigenden Kriminalität lassen Eltern ihre Kinder nicht mehr so einfach auf der Strasse spielen. Dabei bleiben viele Bedürfnisse der Kinder auf der Strecke. Dies ist ein Ansatz des Waldkindergartens, denn wenn Kinder mit und in der Natur einen Anteil ihres Alltags verbringen, entwickeln sich ihre natürlichen Bedürfnisse, die in diesem Aspekt geweckt und gelebt werden. In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich anfangs mit der historischen Betrachtung von Waldkindergärten beschäftigen
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und die Frage klären, wie diese Form entstanden ist. Danach möchte ich die unterschiedlichen Formen dieser Pädagogik erörtern. Nach diesem allgemeinen Teil möchte ich auf die Bedürfnisse von Kindern heute eingehen und dies mit den pädagogischen Anliegen des Waldkindergartens verbinden. Im Anschluss dessen erkläre ich die Rolle des Erziehers im Waldkindergarten und gebe daraufhin einen kleinen Praxiseinblick anhand eines Tagesablaufs im Waldkindergarten Jena Winzerla. Um die Arbeit abzuschließen, möchte ich explizit auf die Vor- und Nachteile eines Waldkindergartens eingehen und Verbesserungsvorschläge finden.
1 Historische Betrachtung von Waldkindergärten
1.1 Wurzeln des Waldkindergartens
Ihre Wurzeln hat die Wald- und Naturpädagogik in Schweden. Seit 1892 gibt es dort eine Organisation, die ganzjährige Aktivitäten im naturpädagogischen Bereich anbietet. In nahe gelegenem Dänemark wurden diese pädagogischen Einflüsse Mitte der fünfziger Jahre von Ella Flatau aus Sölleröd aufgegriffen. Sie ging Anfangs jeden Tag mit ihren eigenen Kindern in den Wald, andere Eltern hörten davon, fanden die Idee gut und kurze Zeit später zog Frau Flatau mit einer ganzen Kinderschar in den Wald. Daraus entwickelte sich eine Elterninitiative, aus der später der erste Waldkindergarten hervorging (Vgl. Miklitz, 2004, S. 14). In Deutschland wurde der erste Waldkindergarten von Ursula Sube 1968 in Wiesbaden eröffnet. Eigentlich eher aus einer Notsituation heraus, da ein Bekannter keinen Kindergartenplatz fand, nahm sie sich den Kindern an und ging mit ihnen in den Wald, dies sprach sich herum, woraus sich schon bald eine Kindergruppe entwickelte. Das Jugendamt befürwortete diesen Waldkindergarten nicht, wollte aber auch nicht diese neue Form des Kindergartens verbieten, also wurde er stillschweigend geduldet und nicht im Umkreis populär gemacht. Ich denke, dies ist auch der Grund, warum erst 25 Jahre später ein zweiter Waldkindergarten in Deutschland eröffnet wurde. Ende der achtziger Jahre erfolgte eine Neubesetzung im Jugendamt. Der neue Referent wollte aus Aufsichtspflichtgründen diesen Zustand nicht weiterhin
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dulden. Er forderte eine zweite Aufsichtsperson, dies überstieg aber die finanziellen Möglichkeiten der Initiative. Es kam zu einem amtlichen Ortstermin, bei dem Spezialisten diese Form des Waldkindergartens begutachteten. Zum Erstaunen der Initiative erteilte nach der Begutachtung das Jugendamt die amtliche Betriebserlaubnis mit zwei Auflagen: für eventuelle Notfälle musste ein Handy mitgeführt werden und die Gruppenstärke durfte 15 Kinder nicht überschreiten. Damit war der Weg frei für weitere Waldkindergärten in Deutschland (Vgl. Schede, 2000, S. 8 f).
1.2. Die Waldkindergartenbewegung in den neunziger Jahren
In den neunziger Jahren begann in Deutschland die Anzahl der Waldkindergärten zu wachsen, man kann von einer regelrechten Bewegung sprechen. In Dänemark dagegen hatte sich der Waldkindergarten schon zu einer festen Größe etabliert. Nachdem 1991 zwei angehende Erzieherinnen aus Deutschland, einen Artikel über Waldkindergärten in Dänemark lasen, weckte dies so ihr Interesse, dass sie in Dänemark hospitierten, eine Konzeption entwickelten und schließlich einen Verein gründeten, mit dem sie die Behörden allmählich überzeugen konnten. 1993 wurde der erste deutsche staatlich anerkannte Waldkindergarten in Flensburg eröffnet. Durch eine sehr intensive Öffentlichkeitsarbeit und ein großes Interesse der Bevölkerung wurde dieses Konzept transparent. 1994 folgte die Eröffnung zweier weiterer
Waldkindergärten in Berglen und Lübeck. Die Gründer dessen leisteten eine große Überzeugungsarbeit im Umgang mit den zu dieser Zeit noch skeptischen Ämtern und Behörden. Ab 1995 stiegen die Gründungen der Waldkindergärten enorm an, diese Eröffnungen wurden aber immer noch mit großer Skepsis behandelt. Dennoch kämpfte sich dieser neue pädagogische Ansatz durch, so dass 1996 der „Bundesarbeitskreis der Naturkindergärten in Deutschland“ gegründet wurde und im Jahr 2000 sogar ein Bundesverband. Mittlerweile gibt es über 400 Einrichtungen in ganz Deutschland mit ansteigender Tendenz (Vgl. Miklitz, 2000, S.15 f.).
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1.3. Die verschiedenen Formen von Waldkindergärten
1.3.1. Der „klassische“ Waldkindergarten
Als „reine“ oder „klassische“ Waldkindergärten bezeichnet man Einrichtungen, indem die Kindergruppen den ganzen Vormittag in der Natur, in einem gewissen räumlich begrenzten Gebiet verbringen (Vgl. Mikliitz, 2000,S. 16). Der Waldkindergarten wird häufig als "Kindergarten ohne Dach und Wände" bezeichnet. Die Aktivitäten im Freien finden bei jedem Wetter statt; Einschränkungen gibt es bei starkem Frost, starkem Wind und Gewittern, sowie Witterungsbedingungen wie extremem Schneefall oder Regen, die einen sicheren Aufenthalt im Freien gefährlich machen. Vorgeschrieben ist in Deutschland eine beheizbare Unterkunft in zumutbarer Nähe des Waldgebietes, in welcher Kinder und Erzieher bei unzumutbaren Witterungsbedingungen Schutz und Aufenthaltsmöglichkeit finden sollen. Hierzu dienen in der Regel ein beheizter Bauwagen oder eine Waldhütte (Vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Waldkindergarten, 15.03.08).
1.3.2. Der integrierte Waldkindergarten
Das Model des integrierten Waldkindergartens ist in Dänemark weit verbreitet, in Westdeutschland tritt dieses Modell jedoch nur vereinzelt auf, zeigt aber einen langsamen Anstieg. In Ostdeutschland dagegen ist der integrierte Waldkindergarten eher die Regel (Vgl. Miklitz, 2004, S.17. f ). Diese Variante ist ein Ganztageskindergarten mit eigenen Räumen. Dabei wird das pädagogische Konzept des Waldkindergartens in einen Regelkindergarten integriert. Von diesem Konzept gibt es heute in Deutschland mehrere Formen: 1. als täglich stattfindende offene Waldgruppe, wobei die Kinder sich jeden Tag entschieden können, ob sich mit in Wald gehen wollen oder lieber im Kindergarten bleiben möchten
2. als feste Waldgruppe mit wöchentlichem oder monatlichem Wechsel der Waldgruppenkinder.
Von Kritikern dieser Mischform wird beanstandet, dass der Grundgedanke des Waldkindergartens verloren geht. Die Kinder erleben die Natur nur unter
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erleichterten Bedingungen. Sie halten es für bedeutend, dass die Kinder bei jeder Witterung und zu jeder Jahreszeit in den Wald gehen. Des weiteren finden sie es fragwürdig, ob man Kindern die Wahl lassen sollte, in den Wald zu gehen oder nicht. Früherziehung im Wald impliziert auch, den Reiz zu entdecken, der in der Einschränkung liegt. Eine Fülle von Angeboten, in der der Wald nur ein Programmpunkt unter vielen ist, verträgt sich damit nicht unbedingt (Schede, 2000, S. 14f.).
„Um eine klare Begriffsdefinition zu erreichen, sollten diese Gruppen
ausschließlich den Namen Wald- oder Wandergruppe verwenden“
(Scheuring, 2000, S. 139).
1.3.3. Weitere Formen der Waldkindergartenpädagogik Zeitlich befristete Waldprojekte in Kindertagesstätten
Manche Regelkindergärten beschränken sich darauf, ab und zu in ihren Jahresablauf eine Woche oder auch einen fest integrierten Tag in der Woche Waldprojekte anzubieten. Dabei lehnen sich die Erzieher auszugsweise an die Konzepte der Waldkindergärten an. Bei den Kindern kommen die Projekte meist sehr gut an, sie erfordern aber von den Erzieherinnen ein hohes Maß an organisatorischem Aufwand, auch für die Kinder und Eltern. In Wald ist einiges zu bedenken, es fängt an bei der Kleidung und hört auf beim Unfallschutz (Vgl. Schede, 2000, S. 15 ff.). Strand- und Naturkindergärten
An der Küste ist meist kein Wald vorhanden, wo sich ein Waldkindergarten entwickeln könnte, deshalb haben sich Erzieher dort den Strand als Erlebnis-und Naturraum aufgegriffen, um auch dort eine naturverbundene Früherziehung zu gewährleisten. Die Kinder lernen dort, den Strand nicht nur im Sommer zu kennen, wenn es heiß ist, sondern sie verbringen das ganze Jahr ihre Zeit dort. Meist besitzen sie auch eine Hütte oder einen Bauwagen um Zuflucht bei schlechten Witterungsbedingungen zu finden (Vgl. Schede, 2000, S. 16).
Unter Naturkindergärten wird ein Kindergarten verstanden, der unter
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verschiedenen Gesichtspunkten ökologische Aspekte in die pädagogische Arbeit einfließen lässt, dieser Begriff entspricht also nicht dem einheitlichen Aspekt des Waldkindergartens. Ein Naturkindergarten ist zum Beispiel der Bauernhofkindergarten, der sich neben der Natur- und der Tierwelt auch mit landwirtschaftlichen Themen wie Aussaat, Ernte, etc. auseinandersetzt. Die Kinder befassen sich mit Tieren und deren ökologischer Haltung. Sie helfen mit bei der Ernte und bei der Versorgung der Tiere. Ebenso werden verschieden Heil-, Nutz- und Färberpflanzen kennen gelernt. Es gibt nur sehr wenige Bauernhofkindergärten, da dieses Konzept noch sehr neu ist. In Deutschland sind drei dieser Einrichtungen bekannt (Vgl. www.hofschlachterei-muhs.de/18.0.html. 16.03.08)
2 Das pädagogische Anliegen des Waldkindergartens
Ableitend dazu, wie die Kinder in unserer heutigen Zeit aufwachsen und welchen Wert es für sie hat, einige Zeit ihrer Kindheit im Wald zu verbringen, hat die Waldpädagogik einige Ideen aufgegriffen. Historisch betrachtet ist die Idee des Waldkindergartens nicht neu. Schon der Pädagoge Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) hat eine Rückbesinnung auf die Natur verlangt, er wies auf das Unbehagen der Menschen in Lebensverhältnissen hin, in denen sie sich selbst immer fremder werden. Er meinte dazu, dass der technische Fortschritt und der gesellschaftliche Wandel zwar das Leben leichter machen, aber der Verlust an Unmittelbarkeit viele Menschen leiden lässt und dies der psychologische Preis dafür wäre (Vgl. Schede, 2000, S. 18). Der Mensch muss damit leben, dass die Welt in ihrer heutigen Form viele „Erleichterungen“ bringt, uns aber gleichzeitig auch immer weiter von der Natur „entfernt“. Diesen Zustand wollen die Waldkindergärten mit ihrem pädagogischen Konzept aufbrechen. Es wäre falsch zu denken, durch eine naturnahe Erziehung das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Das ist keineswegs der konzeptionelle Ansatz der Waldkindergärten, sondern sie wollen in erster Line den Wald als Lebensraum gemeinsam mit den Kindern erfahren, erforschen und erleben. Im Waldkindergarten wird mit der Natur gelebt, und man vertraut sich dem Rhythmus dieser an (Vgl. ebd, S. 18). Infolgedessen gibt es kein einheitliches
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Arbeit zitieren:
Antje Kreher, 2008, Der Waldkindergarten - Ein Neues Konzept der Vorschulpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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