Inhaltsverzeichnis
S. 2
1. Einleitung 3
Gegen überstellung - Inklusion versus Integration
2. S. 3
2.1 Definition von Inklusion
2.2 Unterschied zwischen Inklusion und Integration
3. Gesellschaftliche Entwicklung zum Thema Behinderung 4
3.1 Ein fortlaufender Prozess des Verständnisses von Behinderung
3.2 1975: Europäische Charta „Sport für alle“
3.3 Problematik der Inklusion
4. Ebenen integrativer Prozesse 5
5. UN-Behindertenrechtskonvention 6
5.1 Erläuterung der Konvention
5.2 Folgen für den Sportunterricht
6. Fazit 7
7. Literaturverzeichnis 8
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1. Einleitung
„Integration war gestern, Integration ist out, Inklusion ist die wahre Integration“ (Wocken, 2010, S. 207). Dieser Satz von Wocken stellt die neue Auffassung der Behindertenpädagogik dar, denn „seit der im März 2009 in Deutschland in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) ist der Begriff „Inklusion“ [das entscheidende Kriterium des] Erziehungs- und Bildungssystem[s]“ (Fediuk, 2011). Diese rechtsverbindliche Grundlage erfordert von den Schulen eine enorme Anstrengung, um Schülerinnen und Schülern (SuS) eine bestmögliche, gleichberechtigte Lernchance zu geben. Seit 1914 gab es eine stetige Entwicklung im Bereich der Akzeptanz gegenüber Menschen mit körperlicher/ geistiger Benachnteiligung. Diese Entwicklung findet, meiner Meinung nach, seinen vorzeitigen Höhepunkt in der Inklusion, weil zweifelsohne ein sozialer Umgang mit den Bereichen Toleranz, Hilfe, Kooperation und Kontaktfreude vorliegt und dieser als selbstverständlich erachtet wird. 2. Gegenüberstellung - Inklusion versus Integration
2.1 Definition von Inklusion
Der Begriff Inklusion hat seine Bedeutung aus dem lateinischen (inclusio bzw. vom Grundverb includere) und heißt „das Einsperren, Einschließung [oder auch] einfügen, einlassen, hineingeben“ (Stowasser, Petschenig und Skutsch, 1994, S. 255). In der Behindertenarbeit wird dieser Begriff als Nicht-Aussonderung bzw. gesellschaftliche Zugehörigkeit aufgefasst. Dieser Begriff wird zum zentralen Leitgedanken in der vorschulischen, schulischen und nachschulischen Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Die Inklusion gibt die Möglichkeit, dass sich Menschen mit Behinderung nicht abgegrenzt fühlen sollen, sondern sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen und in einer vertrauten, natürlichen Lebenswelt aufhalten können. Menschen, mit und ohne Behinderung, sollte sich in unserer Lebenswelt wohlfühlen; dies kann durch eine Sensibilisierung der Gesellschaft für soziale Verantwortung geschehen. Mitmenschen müssen einen respektvollen Umgang im Miteinander erlernen und ein Gespür dafür entwickeln, was in verschiedenen Situationen unpassend ist (Theunissen, Kulig und Schirbort, 2007, S. 171 f.).
2.2 Unterschied zwischen Inklusion und Integration
Fediuk zitiert Wocken mit den Worten „Inklusion ist gleich bedeutend mit Integration“ und „Inklusion ist mehr und anderes als Integration“ (Fediuk, S. 5). Daraus folgt, dass Inklusion und Integration auf einer Ebene stehen, nach Wocken Inklusion aber eine Steigerung der Integration darstellt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden Kinder mit Behinderung in die Schulpflicht einbezogen und sie erhielten Zugang zur schulischen Bildung. Die folgenden drei Phasen der Behindertenpädagogik und -politik sind Qualitätsstufen, die eine Verbesserung
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innerhalb des Systems erzielen sollen. Die unterste Phase, die Separation, teilt SuS in zwei verschiedene Schulformen - Sonderschulen (Kinder mit Behinderung) und Regelschulen (Kinder ohne Behinderung). SuS mit und ohne Behinderung besuchen in der Phase der Integration gemeinsam eine Schulform, werden allerdings getrennt betrachtet. Die Phase der Inklusion beinhaltet, dass alle Kinder in einer Schulform zusammen lernen. Es findet keine Differenzierung in der Betrachtungsweise zwischen Kindern mit und ohne Behinderung statt. Das entscheidende Merkmal zwischen Inklusion und Integration ist dementsprechen die Betrachtungsweise des Menschen - Mache ich einen Unterschied zwischen Behinderung und Nicht-Behinderung (Fediuk, S. 5 f.)?
3. Gesellschaftliche Entwicklung zum Thema Behinderung
3.1 Ein fortlaufender Prozess des Verständnisses von Behinderung
Tiemann (2007) schrieb, dass die Anfangsjahre, für Menschen mit körperlicher Behinderung, im Bereich des Sports ihren Ursprung im Ersten Weltkrieg hatten, da hier zum ersten Mal Leibesübungen für Kriegsverletzte entwickelt wurden. Diese wurden 1918 in Brüssel als neue Therapieformen vorgestellt. Das Ziel dieser Therapie war die Behandlung von Kriegsverletzungen und ist in Lazaretten überwiegend angewendet worden. Die erfolgreiche Auswirkung der Leibesübungen im Lazarett sorgte dafür, dass diese 1943 in Rahmenlinien umgewandelt wurden. Die Lazarette hatten während des Ersten und Zweiten Weltkrieges die Möglichkeit,
„Menschen auf Grund ihrer Kriegsverletzungen zu ,Kriegsbeschädigten‘[,] zu ,Krüppeln‘ [zu machen.] Mit diesen Bezeichnungen ging ein defizitärer […] medizinischer Blick einher. [Zur Heilung] war der ,Sport für Beschädigte‘ [in] medizinischen Einrichtung [vorgesehen]“ (Tiemann, 2007, S. 178).
Ab 1945 kam es, auf Eigeninitiative der Betroffenen, zur Gründung von Sportgruppen, die sich einer dauerhaften und wachsenden Beliebtheit erfreuten. 1951 bildete sich deshalb die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Versehrtensport und rückte das Schicksal und Defizit jedes einzelnen betroffenen Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt, um diesen Menschen ein Gefühl der Vollkommenheit zu geben. Ein Widerspruch kam von Seiten des Leistungssports, denn sie waren der Ansicht, dass Menschen mit körperlichen Defiziten nicht vollständig belastbar seien und dies nicht mit dem Spitzensport kompatibel wäre. Dennoch fanden ab 1960 regelmäßig die Paralimpischen Spiele statt. Im Jahr 1969 stieg die Zahl der Mitglieder mit körperlicher Behinderung ohne Kriegseinfluss. 1996 gab es eine Veränderung im Bewusstsein der Politik und im akademischen Umfeld, welches sich auch auf den Sport übertrug. Behinderte Menschen wurden als Sportler/innen bezeichnet. Im Jahr 2002 ist dann von Personen mit eingeschränkter Sportmöglichkeit die Rede. Bei den Winterspielen 2006 der Paralympics sagt Bundeskanzlerin Merkel, dass diese Spiele ein entscheidendes Sinnbild für Solidarität, Integration und Toleranz seien (Tiemann, 2007, S. 178-183).
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Arbeit zitieren:
Jan Brüggemann, 2011, Inklusion im Sportunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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