Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Literatur in der Grundschule 4
3. Fantastische Literatur 5
4. Otfried Preußler 7
5. Die kleine Hexe 10
5.1 Entstehung 11
5.2 Inhalt 11
5.3 Bedeutung 12
6. Unterrichtsentwurf zu „Die kleine Hexe“ 13
6.1 Zielsetzungen 13
6.2 Verortung im Lehrplan 14
6.3 Einordnung in die Unterrichtreihe 14
6.4 Verlauf der geplanten Unterrichtsstunde 14
6.5 Kritische Auseinandersetzung 16
7. Fazit 17
8. Literaturverzeichnis 18
9. Anhang 20
2
1. Einleitung
Kinder fürchten sich u.a vor der Dunkelheit, Donner, Blitz und Hexen. Diese phobischen Erscheinungen zählen zu den häufig auftretenden Angstzuständen, die Kinder erleben. Gerade die Angst vor Fantasiegeschöpfen tritt im Alter zwischen vier und sechs Jahren vorwiegend auf. 1 Doch Angst kann überaus bedrückend und hemmend [nicht nur auf Kinder] wirken. Wenn ein Kind Angst vor dem „zu Bett gehen“ hat und dabei fürchtet, dass sich „Monster“ unter dem Bett aufhalten, sollten Erwachsene diese Ängste stets ernst nehmen, da sie für Kinder real erscheinen. 2 Fantastische Kindergeschichten eignen sich besonders, dem Kind diese Ängste zu nehmen, da dieses Genre der Literatur auf die Träume, Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen der Kinder eingeht. 3 Ängste sollten von den Eltern ernst genommen werden, damit Kinder möglichst unbeschwert aufwachsen können und die Welt frei von Angst erkunden können. Mit zunehmendem Alter werden sie zahlreiche Begebenheiten erforschen, die sich ihnen nach und nach ergeben. Dazu gehört auch die Literatur in all ihren Facetten. Bilder- und Kinderbücher werden womöglich die ersten Schritte sein, die Kinder in diesem Kontext bewältigen und damit den Grundstein legen, den Bereich der Literatur zu erfassen. O. Preußler, der mit seinen Kinderbüchern mehr als nur einer Generation die Geschichten des kleinen Wassermannes, des Räubers Hotzenplotz und der kleinen Hexe „erzählte“, trug seinen Teil dazu bei, Ängste zu nehmen und Dämonen zu entmystifizieren. In dieser Arbeit wird an dem Beispiel des Kinderbuches „Die kleine Hexe“ 4 die fantastische Literatur vorgestellt. In diesem Kontext wird der Aspekt der „Literatur in der Grundschule“ und darauf folgend die fantastische Literatur beleuchtet. Bevor „Die kleine Hexe“ als ein Beispiel für die fantastische Literatur herangezogen und als Unterrichtsentwurf beschrieben wird, sei in den vorangestellten Kapiteln das hier exemplarisch verwendete Buch sowie dessen Autor skizziert. In dieser Seminararbeit gehe ich den Fragen nach, was fantastische Literatur prägt und wie das Buch „Die kleine Hexe“ in diesem Kontext in einer Unterrichtsstunde eingesetzt werden kann.
1 Isaac, Marks. Ängste verstehen und bewältigen. Heidelberg 1993. S. 33f.
2 http://www.hallofamilie.de/familienleben/erziehung/artikel/1/487-dem-kind-die-angst-nehmen.html.
3 Marquardt, Manfred. Einführung in die Kinder- und Jugendliteratur. München 1979. S. 78f.
4 Preußler, Otfried. Die kleine Hexe. Stuttgart 1957.
3
Den Schluss dieser Arbeit bildet die kritische Auseinandersetzung mit der geplanten Unterrichtsstunde und das Fazit.
2. Literatur in der Grundschule
Hinter dem Begriff Lesen verbirgt sich ein komplexer Vorgang, der erst, je nach individueller Leistung, mehr oder minder mühsam erlernt werden muss. Die Kinder-und Jugendliteratur hat mit Beginn der 1970er Jahre eine relativ stabile Einbettung in den Deutschunterricht der Grundschule. 5 In den 1970er und 1980er Jahren waren vor allem realistische Kinder- und Jungendbücher in den Vordergrund gerückt. Dies änderte sich, wenn auch nicht flächendeckend, aber doch partiell, ab den 1990er Jahren. In dieser Zeit zeichnete sich eine gewisse Wandlung diese Genres ab. Damit einhergehend stieg der Anspruch und die Fantastik wurde zentriert wahrgenommen. 6 Trotz dieser neuen Zentrierung nimmt die fantastische Kinder- und Jugendliteratur noch nicht den Platz ein, der ihr auf Grund ihrer ästhetischen Qualität und der Stellung im kindlichen Interessenspektrum zukommen sollte. Dies zeigt eine empirische Untersuchung, die von Irmtraud M. Oskamp zum Thema Kinder- und Jungendliteratur 1997 durchgeführt wurde. Die besondere Stellung der Literaturerziehung im Deutschunterricht der Grundschule ist in diesem Kontext ein Faktum, das erschwerend hinzukommt. Diese „besondere“ Stellung zeigt sich z.B. dahingehend, dass die literaturdidaktischen Ausführungen zur Grundschule häufig durch eine auffällige Unschärfe in der Verwendung wissenschaftlicher Termini gekennzeichnet sind. Zudem werden „überholte“ Theorien zum Thema „Lesealter und Lesematerial“ unmodifiziert wiedergegeben, um die „begrenzten“ Fähigkeiten der Grundschüler zu berücksichtigen und darauf aufbauend den Leseunterricht der Grundschule eher als eine Vorstufe für den -richtigen- Literaturunterricht zu sehen. 7 Dabei sind die Aufgaben des literarischen Lernens keineswegs nur Lerninhalt der weiterführenden Schulen. Das literarische Lernen beinhaltet die Entwicklung von Lesefertigkeit, den Aufbau von Lesekompetenz und den Aufbau literarischer
5 Richter, Karin. Kinderliteratur im Literaturunterricht der Grundschule. Baltmannsweiler 2007. S. 17f
6 Richter, Karin. Kinderliteratur im Literaturunterricht der Grundschule. Baltmannsweiler 2007. S.Ixff.
7 Richter, Karin. Kinderliteratur im Literaturunterricht der Grundschule. Baltmannsweiler 2007. S 17.f
4
Kompetenz. 8 In diesem Kontext gibt es leicht voneinander abweichende Positionen, Ansätze und Vorschläge, die eine tragfähige Konzeption des Literaturunterrichtes ermöglichen sollen. Im Folgenden gehe ich auf einige Konzepte verschiedener Autoren ein, um die Grundideen zu skizzieren. Dabei besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Gerhard Haas sieht die sinnvolle Konzeption des Literaturunterrichts vor allem darin, sich an der Lebenswirklichkeit, den Erfahrungen, Bedürfnissen und Interessen der Schüler zu orientieren. 9 G. Haas, der ein Vertreter des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts ist, plädiert für eine Literatur im Unterricht, die den kindlichen Bedürfnissen entspricht. Bei Bertschi-Kaufmann sowie bei Hurrelmann sind die jeweiligen Konzeptionen auf die emotionalen Aspekte zum Thema Literatur in den Vordergrund gerückt. 10 Die Schüler sollen eine positive Haltung zum Lesen entwickeln. Ein analytischer Zugang zur Literatur tritt dagegen nicht in den Vordergrund des didaktischen Konzepts. Bertschi-Kaufmann verbindet Wege zur Literatur in einem „Experiment“ mit multimedialen Lernumgebungen. Dieser literaturdidaktische Ansatz wird besonders dann verwendet, wenn es um die Verbindung geht, Kinder mit verschiedenen Medien, Wahrnehmungsmustern und Medienerfahrung umgehen zu lassen. Inwiefern sich jedoch die Lesemotivation steigert bzw. die Qualität des Umgangs mit literarischen Texten verbessert, ist noch nicht langfristig untersucht.
3. Fantastische Literatur
Der Ausdruck „Fantastische Literatur“ bezieht sich auf eine Variante der Literatur. Literarische Werke - hier „Die kleine Hexe“ - in eine Gattung 11 einzuordnen, stellt jedoch eine Aufgabe dar, die nicht ohne Hindernisse zu lösen ist.
8 Richter, Karin. Kinderliteratur im Literaturunterricht der Grundschule. Baltmannsweiler 2007. S.17.f
9 Kulik, Nils. Das Gute und Böse in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Oldenburg 2004. S.
22ff.
10 Kulik, Nils. Das Gute und Böse in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Oldenburg
2004.35f
11 Der Begriff „Gattung“ kann im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter erläutert werden. Zur weiteren
Vertiefung skizziert Rüdiger Zymer mit seinem Buch: Gattungstheorie. Probleme und Positionen der
Literaturwissenschaft. Paderborn 2003 einige Grundideen.
5
Bereits mit dem Begriff „Gattung“ stellen sich Fragen, die zumindest einmal bedacht werden sollten.
Als Beispiel dafür soll folgende Frage skizziert werden: „Ist es legitim über eine literarische Gattung zu diskutieren, ohne dass man alle Werke, aus denen sie sich konstituiert, untersucht hat“? Die Antwort auf diese Frage kann man bejahen. Denn bereits aus der Tatsache heraus, dass zweifellos unablässig Texte produziert werden, ist es kaum einem Menschen möglich, sämtliche Werke einer Gattung - hier die Fantastik - zu lesen. Aber trotzdem kann man, auch wenn nicht alle Titel eines Genres gelesen wurden, darüber diskutieren. Bereits Mitte der 1950er Jahre gab es keine Einigung über den Begriff der fantastischen Literatur. 12 Hierbei sind Anna Krüger, Ruth Koch und Göte Klingberg zu nennen, die sich mit der Fantastik in einem Diskurs auseinander gesetzt haben. Im weiteren Verlauf hat sich Tzvetan Todorovs mit seinem 1972 erschienenen Werk 13 in Deutschland zu diesem Thema geäußert. Louis Vax hingegen versucht nahezu zeitglich, nicht eine Definition zu formulieren, sondern unternimmt den Versuch, das Gebiet des Fantastischen zu anderen benachbarten Textsorten abzugrenzen. 14 Caillois gelangt zu seiner Definition durch die Abgrenzung zum Märchen, das sich in einer Welt abspielt, in der das Übernatürliche eine beängstigende Wirkung hat. Einen weiteren Unterschied sieht er in dem Ausgang des Werks.
„Im [...] allgemein glücklich endenden Märchen endet die phantastische Erzählung
fast unausweichlich mit einem unheilvollen Ergebnis, das zu Tode, zum Verschwinden
oder zur Verdammnis des Helden führt. Danach ist die Ordnung der Welt
wieder hergestellt“. 15
In den 1980er Jahren folgten Definitionsversuche u.a. von Winfried Freund, Dagmar Grenz, Wolfgang Meißner und Maria Nikolajeva. In diesem Zusammenhang unterstellt Meißner Gerhard Haas sowie Klingberg, dass es ihnen nur darum gehen würde, eine „eigene“ Definition zu erstellen, die über die bisherigen Theorien
12 Kulik, Nils. Das Gute und das Böse in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Oldenburg
2004. S. 18.
13 Todorovs, Tzvetan. Introduction à la littérature fantastique. Paris 1970.
14 Kulik, Nils. Das Gute und das Böse in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Oldenburg
2004. S. 37.
15 Kulik, Nils. Das Gute und das Böse in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Oldenburg
2004. S. 26.
6
Arbeit zitieren:
Thomas Post, 2011, Fantastische Literatur am Beispiel von Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Germanistik - Didaktik: Fantastische Literatur am Beispiel von Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Germanistik - Didaktik: neuer Titel erschienen: Fantastische Literatur am Beispiel von Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“
Thomas Post hat einen neuen Text hochgeladen
Otfried Preußler: Die kleine Hexe. Unterrichtsmaterialien
Kommentar und Kopiervorlagen f...
Gabi Hinze, Otfried Preußler, Björn Bauch, Winnie Gebhardt-Gayler
Und Riten für Geburt, Heirat u...
Janet Farrar, Stewart Farrar, Ian David, Thomas Wolf
Liebeszauber und Rituale für k...
Silver Ravenwolf, Michael Görden, Martin Rometsch
Wenn Worte durchbrechen... Kreative Schreib- und Erzählmöglichkeiten i...
Band I: Der Untersuchungsverla...
Stefan Straub
0 Kommentare