Gliederung
1 Einleitung 3
2 Die psychologischen Prozesse der politischen Sozialisation 4
3 Der Einfluss des Mediums Fernsehen auf die politische Sozialisation Jugendlicher. 6
3.1 Risiken und dysfunktionale Auswirkungen bei der politischen Sozialisation durch
das Fernsehen 6
3.2 Chancen für eine positive und funktionale politische Sozialisation durch das
Fernsehen 9
4 Schlussbemerkung. 13
5 Literaturverzeichnis 15
1 Einleitung
Ein gesundes politisches Interesse sowie eine gesunde politische Handlungsbereitschaft aller Bürger sind heutzutage das A und O, damit ein moderner demokratischer Staat erfolgreich funktionieren kann. Die Fragen, welche sich nun stellen, sind, wie entwickelt sich ein politisches Interesse beim heranwachsenden Individuum, wie und wann entsteht dessen politische Meinungsbildung und schließlich wann und warum sind Menschen bereit zur politischen Partizipation? Die Antworten liegen in der politischen Sozialisation verborgen, die jeder Mensch schon ab der Kindheit sein ganzes Leben lang durchläuft. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Lebensphase Jugend. Denn während der Adoleszenz steigt das politische Interesse deutlich an, die Jugendlichen suchen mit zunehmendem Alter immer mehr nach politischen Informationen und tauschen sich mit Erwachsenen darüber aus. Zudem nimmt das Verständnis politischer Realitäten im Jugendalter zu und ein Gespür für die demokratischen Prinzipien wird entwickelt, auch die Beteiligung an politischen Gestaltungsbemühungen und Entscheidungen wächst (Fend, 2005).
Mein Anliegen ist es deshalb, in dieser Arbeit genauer zu untersuchen, wie die politische Sozialisation im Jugendalter abläuft. Hierbei ist es wichtig zunächst einmal zu klären, was genau politische Sozialisation überhaupt ist und welche psychologischen Prozesse im Hintergrund ablaufen, die das Denken, die politischen Einstellungen und Meinungen sowie die politische Handlungsbereitschaft Jugendlicher beeinflussen. Anschließend möchte ich darstellen, wie die politische Sozialisation von Jugendlichen durch das Massenmedium Fernsehen beeinflusst wird. „… Denn das konstitutive Moment politischer Sozialisation heute ist, daß Politik sich in erster Linie als Medienereignis präsentiert“ (Fend, 1991, S. 241, zitiert nach Kuhn, 2000, S. 66). Nach Kuhn (2000) kann festgehalten werden, dass Massenmedien gegenwärtig omnipräsent sind und sich der einzelne ihrer Allgegenwart nicht beliebig entziehen kann. Auch die Politik wird nahezu ausschließlich über Massenmedien erfahren und für Jugendliche sind die Massenmedien die Hauptquellen politischer Information, welchen sie selbst einen großen Einfluss auf ihre politische Meinungsbildung einräumen (Kuhn, 2000). Unter all den verschiedenen Massenmedien möchte ich deshalb speziell auf die politische Sozialisationswirkung des Fernsehens eingehen, da „Fernsehen … auch für Jugendliche heute das bedeutendste von allen Massenmedien [ist]“ (Kuhn, 2000, S. 78). Das Fernsehen ist vor Hörfunk und Tageszeitungen die wichtigste politische Informationsquelle Jugendlicher und vor allem politische
3
Nachrichtensendungen im Fernsehen stehen ganz oben in der Rangordnung (Kuhn, 2000). Ich möchte an dieser Stelle jedoch die Tatsache anführen, dass ich in dieser Arbeit nicht insbesondere auf die neueste Informationsquelle - nämlich das Internet - eingehen, sondern mich ausschließlich auf das Fernsehen beziehen werde, auch wenn das Internet inzwischen, hinsichtlich des Informationsbezuges Jugendlicher, enorm an Bedeutung gewonnen hat. Im ersten Schritt möchte ich aufzeigen, welche Gefahren und Risiken bei der politischen Sozialisation Jugendlicher durch das Fernsehen auftreten. Als zweites gehe ich dann näher darauf ein, welche Chancen das Fernsehen für eine erfolgreiche funktionale politische Sozialisation der Jugend bietet. Am Ende gebe ich noch einen kurzen Ausblick, wie das Fernsehen als sinnvoller politischer Sozialisationsagent genutzt werden sollte und lasse hierzu auch meine eigene Meinung mit einfließen.
2 Die psychologischen Prozesse der politischen Sozialisation
Widmen wir uns als erstes der Frage, was genau unter politischer Sozialisation verstanden wird beziehungsweise wie man diese definieren kann. „Politische Sozialisation ist als Teilprozess der allgemeinen Sozialisation zu sehen, in dem politische Kenntnisse, Einstellungen, Werte und Handlungsmuster erworben werden, die die Grundlage konkreten politischen Verhaltens bilden“ (Hyman, 1959, Greenstein, 1968, Hess & Torney, 1967, zitiert nach Ingrisch, 1997, S. 11). Interessant ist es hierbei, genauer auf die psychologischen Vorgänge und Prozesse einzugehen, die sich im Zusammenhang mit der politischen Sozialisation abspielen. Denn um das politische Interesse, die politischen Einstellungen und die politische Handlungsbereitschaft insbesondere von Jugendlichen besser zu verstehen, ist es wichtig, die dafür ver-antwortlichen Entwicklungsprozesse zu kennen und zu verstehen.
Insgesamt kann man aus psychologischer Sicht drei verschiedene Ebenen unterscheiden, auf denen sich politische Sozialisation vollzieht: Die kognitive Ebene, worunter das Wissen über politische Institutionen und Personen sowie das Verständnis politischer Vorgänge und Zusammenhänge verstanden werden; die affektiv-motivationale Ebene, unter welcher man die Bewertung politischer Inhalte, die Entwicklung politischer Präferenzen und die emotionale Bindung an politische Parteien, Personen oder Nationen versteht und zuletzt die Verhaltensebene oder auch konative Ebene, bei welcher es um die Ausübung von politikrelevanten
4
Handlungen und die Wahrnehmung von politisch-partizipatorischen Möglichkeiten geht (Ingrisch, 1997).
Auf der kognitiven Ebene kann festgehalten werden, dass „… politisches Bewußtsein sich [in der Jugend, d. Verf.] noch wesentlich in einem Aufbauprozess befindet und häufig mit großen Orientierungsunsicherheiten verbunden ist“ (Kuhn, 2000, S. 66). Jedoch finden gerade während der Adoleszenz jene kognitiven Veränderungen statt, welche für das politische Verständnis und für die politische Orientierung maßgeblich relevant sind. Denn es ist eine entwicklungspsychologische Tatsache, dass sich in dieser Lebensphase die Fähigkeit abstrakt und hypothetisch zu denken ausbildet, wodurch sich die Orientierungsfähigkeit im politischen Raum deutlich verbessert (Fend, 2005). Auch ein erweitertes Ursache-Konsequenzanalytisches Denken und die Ausbildung einer selbstverantwortlichen autonomen Moral, ver-bunden mit zunehmender sozialer Kompetenz, kennzeichnen die kognitive Entwicklung im Jugendalter (Ingrisch, 1997). „Moralische Urteilsfähigkeit wird hier als Voraussetzung für politisches Handeln gesehen“ (Harten, 1977, zitiert nach Ingrisch, 1997, S. 14). Die affektiv-motivationale Ebene wird meist schon früher, in der Kindheit, geprägt. Hier ablaufende Lernprozesse sind meist unbewusst und geschehen über das Politikverhalten der Eltern, welches die Kinder schon frühzeitig mitbekommen und übernehmen. „Das frühe politische Lernen ist unkritisch und es finden Identifikationsprozesse mit Parteien und politischen Rollenträgern statt, noch bevor das Wesen dieser politischen Repräsentationen kognitiv erfasst werden kann“ (Ingrisch, 1997, S. 13). Dieses frühe politische Lernen auf der affektivmotivationalen Ebene basiert somit auf emotionalen Prägungen und bildet sozusagen die erste Stufe der politischen Sozialisation.
„So kommen - und dies war für die Forschung zur Entstehung politischer Orientierungen eine Überraschung - die Heranwachsenden schon mit klaren affektiven Präferenzen für Parteien und politische Persönlichkeiten in die Lebensphase der Adoleszenz und damit auch in den ersten politischen Unterricht. Emotionale Prägungen liegen also vor der Entwicklung von Wissen und Verständnis für politische Realitäten“ (Fend, 2005, S. 390). Durch späteres Lernen auf kognitiver Ebene werden diese frühzeitigen emotionalen Prägungen dann ergänzt, erweitert und auch neu reflektiert. Allerdings sind die früh gebildeten Präferenzen wenig veränderbar und sorgen für eine Strukturierung der später erworbenen Lerninhalte (Ingrisch, 1997). Auf der konativen Ebene der politischen Handlungsbereitschaft konsta-
5
Arbeit zitieren:
Alexander Schwalm, 2011, Die politische Sozialisation im Jugendalter durch das Massenmedium Fernsehen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Medienpsychologie: Die politische Sozialisation im Jugendalter durch das Massenmedium Fernsehen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Medienpsychologie: neuer Titel erschienen: Die politische Sozialisation im Jugendalter durch das Massenmedium Fernsehen
Alexander Schwalm hat einen neuen Text hochgeladen
Politische Weltbilder Jugendlicher in der Mediendemokratie
Eine interdisziplinäre Analyse...
Michael C. Hermann
Zur Sozialisation Jugendlicher in ländlichen Vereinen: Eine qualitativ...
Frederik Bartels-Juretzki
Das politische Lied in Politik- und Musikunterricht
Unter besonderer Berücksichtig...
Eva-Maria Schauenberg
politik.wirtschaft.gesellschaft. Politische Willensbildungsprozesse
Ingo Langhans, Stefan Prochnow
Leistungsprobleme im Jugendalter
SELBST - Therapieprogramm für ...
Manfred Döpfner, Daniel Walter
Störungen im Kindes- und Jugendalter - Verhaltensauffälligkeiten
Klinische Psychologie 6
Peter F. Schlottke, Silvia Schneider, Rainer K. Silbereisen, Gerhard W. Lauth
0 Kommentare