Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 01
2. Denudation 02
3. Hänge 02
3.1. Modellhafte Hangentwicklung 03
3.2. Massenbilanz und Hangform 03
4. Formen der Denudation 05
4.1. Sturzdenudation (gravitative Denudation ohne Medium) Rutschungen 05
4.1.1. Blockabstürze 07
4.1.2. Felsstürze 08
4.1.3. Bergsturz und Bergrutsch 08
4.1.4. Rotations-Blockrutschung 09
4.1.5. Schuttrutschungen und Lawinen 09
4.1.6. Muren 10
4.1.7. Erdfließen 10
4.2. Kriechdenudation 11
4.2.1. kontinuierliches Kriechen 11
4.2.2. Kriechen durch Expansion und Kontraktion 11
4.2.3. Splash-Kriechen 11
4.3. Periglaziale Denudation 12
4.3.1. Gelifluktion (periglaziale Solifluktion) 12
4.3.2. Nivation 13
4.3.3. Steinnetze und Steinstreifen 13
4.3.4. Eiskeilnetze 13
4.3.5. Pingos und Palsas 13
4.3.6. Blockgletscher 14
4.4. Spüldenudation 14
4.4.1. Flächenspülungen und Rillen/Runsen 14
4.4.2. Interflow/Piping 14
4.4.3. Erdpfeiler 15
4.5. Äolische Denudation 15
5. Anthropogene Bodenerosion 16
6. Fazit 16
7. Anhang 17
8. Literatur- und Abbildungsverzeichnis 18
1. Einleitung:
Die Formung der Erde ist ein ständiger Prozess, der durch verschiedenste Aktivitäten beeinflusst wird. In der nachfolgenden Hausarbeit wird die Denudation erläutert und die damit zusammenstehende Hangentwicklung. Diese Prozesse der Denudation erstrecken sich von wenigen Sekunden bis auf gewaltige Zeiträume.
Diese Ausarbeit erklärt zuerst die Idee hinter der Analyse der Hangentwicklung, beschreibt den Aufbau eines Hanges und dessen fortlaufende Veränderungen. Dabei wird die Frage geklärt, wie vorzugehen ist, um Prozesse nachzuvollziehen, die sich vor längerer Zeit ereignet haben. Außerdem wird aufgeführt, welche Faktoren Einfluss auf den Ablauf der Hangentwicklung haben.
Anschließend folgt die Aufschlüsselung der einzelnen Denudationsformen und deren Bedeutung für die Entwicklung eines Hanges.
Abschließend wird ein Fazit aufgestellt, welches das Thema kurz zusammenfasst und in einer Abbildung veranschaulicht.
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2. Denudation:
Die Denudation (lat. denudare = entblößen) umschreibt alle Vorgänge der flächenhaften Abtragung. Diese Prozesse tragen den Regolith, das durch physische und chemische Verwitterung entstandene Lockermaterial ab und legen dabei das darunterliegende, anstehende Gestein frei, sofern dieses nicht durch erneute Zufuhr von Material höherliegender Hanggebiete überdeckt „oder durch lokale Verwitterung kompensiert“ wird (vgl. AHNERT 2009: 83).
Die Abgrenzung der Denudation zur Erosion führt immer wieder zu terminologischen Diskussionen und Problemen. In anglophonen und frankophonen Ländern (englisch- und französischsprachige Räume) wird die Abtragung lediglich als Erosion bezeichnet. Dem gegenüber gibt es im deutschsprachigen Raum eine Unterscheidung „zwischen linearem Abtrag durch Fließgewässer“, welcher durch die Erosion beschrieben wird, „und der flächenhaft wirksamen Denudation“. Aufgrund dieser globalen Uneinigkeiten und Sprachunterschiede wird mittlerweile auch in Deutschland die flächenhafte Abtragung des Bodens (verallgemeinert) als Erosion bezeichnet. Dennoch verliert der Begriff »Denudation« im Deutschen nicht seine Gültigkeit und bleibt weiterhin im Gebrauch (vgl. GEBHARDT et al. 2011: 395).
3. Hänge:
Der größte Teil der Erdoberfläche besteht aus „Hängen verschiedener Neigungswinkel und Neigungsrichtungen“ (AHNERT 2009: 126). Das Profil eines Hanges lässt sich in drei Grundformen aufteilen (Abb. 1, 3), wobei die Krümmung der Profilteile situationsabhängig ist.
Vom Scheitel zum Fuß verläuft der Hang vom konvexen, über das gerade, zum konkaven Profilsegment. Der Hangscheitel bildet damit die obere Grenze des Hanges. Der Hangfuß ist häufig ein offener Übergang zum Talgrund oder einer weiterlaufenden Fläche. Die Profilteile verlaufen meistens ineinander über, es kann aber auch ein Hangknick auftreten, wobei der konvexe Teil sprunghaft in den konkaven Teil übergeht. Auf topographischen Karten ist die laterale Form eines Hanges,
aufgrund der Höhenlinien, erkennbar. Ein hervorstehender Hangsporn wird als lateral-konvex und eine Hangdelle als lateral-konkav bezeichnet (vgl. AHNERT 2009: 126).
3.1. Modellhafte Hangentwicklung:
Die Hangentwicklung und die Veränderungen in der Landschaft erstrecken sich über einen sehr großen Zeitraum und können häufig nur indirekt nachvollzogen werden. Diese Veränderungen können meistens nur aus Spuren und Hinweisen erschlossen und erkannt werden, welche sich, durch „frühere Prozesse (verursacht,) in Form und Material“ (AHNERT 2009: 126) widerspiegeln. Daher kann die Geländeforschung nur stichprobenartig Materialen, Prozesse und Formen der Landschaft untersuchen und diese als „repräsentative Beispiele […] auf die ganze Entwicklung einer Landform“ (ebd.) beziehen. So entsteht eine Verbindung aus dem „theoretischen Modell“ und der „empirischen Beobachtung“ (ebd.) und setzt diese zu einem verständlichen System zusammen, welches die Zusammenhänge (der Landschaftsformung) über einen gewissen Zeitraum beschreibt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden, anhand von Berechnungen und logischen Gedankenverknüpfungen, verbunden. Der theoretische und der empirische Part sind so aufeinander angewiesen und ergänzen sich (vgl. AHNERT 2009: 126).
3.2. Massenbilanz und Hangform:
Unterschiedlich geformte Oberflächen kommen zustande, wenn Netto-Ablagerung und/oder -Abtragung an verschiedenen Stellen der Fläche unterschiedlich sind (vgl. AHNERT 2009: 126). Die Ablagerungs-/Abtragungserscheinungen variieren z.B. jahreszeitlich oder abhängig von der Beschaffenheit des Hanges oder der zu untersuchenden Fläche (vgl. BIRKENHAUER ET AL. 1992: 159). Um die Materialumlagerung simpel zu beschreiben, gilt die Gleichung:
= + ( + )
Dabei beschreibt C die Regolithmächtigkeit am Ende einer gewählten Zeitspanne 7, C‘ die Mächtigkeit des Regoliths am Anfang der genannten Zeitspanne, W die Rate der erneuten Regolithentstehung, aufgrund lokaler Verwitterung, A die Zufuhr von neuem Material von hangaufwärts gelegenen Flächen, sowie R die Abfuhr von Material nach hangabwärts liegenden Flächen. Die Variablen stehen untereinander in einem abhängigen Verhältnis. So wächst zwar, bei einer hohen Verwitterungsrate W, der Regolithbestand C, gleichzeitig verringert sich jedoch folglich die Verwitterungsrate W.
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Ausschlaggebend, und in dieser Gleichung nicht berücksichtigt, ist zudem die Hangneigung, welche eine wichtige Rolle im Prozess der Hangentwicklung spielt. Auch diese Hangneigung verändert sich während des Prozesses. Ist z.B. die Zufuhr A sehr hoch, jedoch die Abfuhr R relativ gering, verändert sich die Hangneigung während des Prozesses. Anhand dieser gekürzten Formel ist bereits erkennbar, dass die Rückkopplung zwischen den Ereignissen/Variablen zu „einem dynamischen Gleichgewicht, zwischen Schuttlieferung (A+W) und Schuttabfuhr (R)“ (AHNERT 2009: 128), führt. Wird dieses Gleichgewicht erreicht, so wird über einen gewissen Zeitraum immer wieder die Ausgangssituation an der untersuchten Hangstelle auftreten, sofern keine anderen (nicht beachteten) Ereignisse hinzutreten. Diese geomorphologischen Prozessresponssysteme »überleben« jedoch meistens nur eine gewisse Zeitspanne, da die Einflussfaktoren vielfältig sind und zu einer Gleichgewichtsstörung führen können (vgl. AHNERT 2009: 128f).
Die vorherrschende Denudation an Hängen kann entweder als verwitterungsbeschränkt oder transportbeschränkt beschrieben werden. Wird mehr Material abtransportiert, als zugefügt wird, so entblößt sich das anstehende Gestein und man spricht von einer verwitterungsbeschränkten Denudation. Ist eine Denudation transportbeschränkt, so ist die Zufuhr an Material mindestens genau so groß, wie die Abfuhr des Materials. Dabei wird das anstehende Gestein nicht freigelegt und bleibt vom Regolith bedeckt. Der Hang befindet sich so in einem dynamischen Gleichgewicht. Die verwitterungsbeschränkte Hangdenudation tritt häufiger am Hangscheitel und im Gebiet des oberen Hanges auf, da weniger Möglichkeiten bestehen, Material nachzuliefern. Hangabwärts nimmt die potenzielle Möglichkeit einer Materialzufuhr, aus höheren Hanggebieten, zu (siehe Abb. 2).
Am Hangscheitel sind so häufig nur Verwitterung und Materialabfuhr auffindbar. Während der Zeit wird der Scheitel folglich kontinuierlich abgetragen, wenn keine gleichzeitige, ausgleichende Hebung stattfindet. Eine Hebung ist damit die Voraussetzung für das Erreichen eines Gleichgewichtszustands. Zudem hat hier die laterale Hangform eine Bedeutung. Eine laterale Konvexität
ankommende Materialabtrag über eine größere Fläche
verteilt wird, als es bei einem geraden Hang der Fall gewesen wäre. Ein lateral konkaver Hang besitzt hingegen
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Arbeit zitieren:
Alexander Henkes, 2011, Die denudative Hangentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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