Inhaltverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Einleitende Bemerkungen und zentrale ethische Fragestellungen 3
3 Grundbegriffe und Bestimmung philosophischer sowie ethischer
Teildisziplinen 7
3.1 Ethik 7
3.2 Moral 9
3.3 Normative vs. deskriptive Ethik 10
3.4 Metaethik 14
4 Zusammenfassung und Schlussbemerkung 15
Literaturverzeichnis 17
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1 Einleitung
Die Ethik sieht sich bereits seit einiger Zeit einer intensiven Betrachtung von Seiten der Öffentlichkeit ausgesetzt. Die Frage nach der guten und richtigen Lebensweise in einer Welt, die von Ungleichheiten, instabilen kulturellen Identitäten, traditionalistischen Gegenbewegungen, Entwicklungen der Biotechnologie sowie ständigen globalen Veränderungen politischer und ökonomischer Natur geprägt ist, stellt sich als äußerst komplex dar und ist nicht ohne Weiteres sofort zu beantworten (vgl. Pauer-Studer 2003: 7). Allerdings kann die die Ethik sehr wohl die Richtung aufzeigen, die zu einem ernsthaften Nachdenken über diese Aspekte führen kann. Im Hinblick auf die anzustrebende Lebensweise oder auch vor dem Hintergrund anstehender folgenschwerer Entscheidungen fragt man sich meist: Was soll ich tun?. Dabei handelt es sich um die eigentliche ethische Grundfrage. Wir Menschen sind befähigt, allgemeine oder situationsbezogene Gründe für aber auch gegen diese oder jene Handlungsweise zu finden und uns dann bewusst dazu zu entscheiden, eine bestimmte Handlungsweise zu wählen bzw. eine andere zu unterlassen. In diesem Kontext setzt sich die Ethik auch mit der Rechtfertigung und Begründung von getroffenen Entscheidungen auseinander und kann als Entscheidungshilfe bei Wert- und Normenkonflikten dienen. Schließlich gelangt Ethik im Nachdenken über Moral zur Ausprägung und ist in der Lage, die Entwicklung zu einem moralischen Subjekt zu fördern. Die bisherigen Ausführungen machen mehr als deutlich, dass die Ethik über relativ komplexe Gegenstandsbereiche verfügt, welche nicht ohne Weiteres vollständig zu erfassen und zu durchdringen sind. In der gegenwärtigen Literatur finden sich daher zahlreiche Einführungen in die Ethik, welche sich mit den grundlegenden ethischen Begriffen, Fragestellungen und Argumenten auseinandersetzen. Im Verlaufe der vorliegenden Arbeit sollen die Einführungen in die philosophische Ethik von Fenner 1 (2008), Hepfer 1 (2008) und Pieper 1 (2007) miteinander verglichen werden. Dabei sind neben dem jeweiligen Aufbau vor allem die Art und Weise der Definition grundlegender Begriffe, zentrale Fragestellungen, inhaltliche Schwerpunkte sowie etwaige Unterschiede von Interesse. Schließlich soll auch die Frage der jeweiligen Eignung als Einstiegsliteratur und der in Frage kommenden Zielgruppe nicht unbeantwortet bleiben.
1 Im Folgenden wird bei Fenner, Hepfer und Pieper - außer bei direkten oder sinngemäßen Zitaten - auf die Angabe des Erscheinungsjahres verzichtet. Sofern im weiteren Verlauf der Arbeit von den jeweiligen
AutorInnen die Rede ist, handelt es sich um die entsprechende im Literaturverzeichnis angegebene Quelle. Da
dort von jedem der AutorInnen jeweils nur eine Veröffentlichung angegeben ist, kann auch ohne Angabe des
Erscheinungsjahres eine eindeutige Zuordnung gewährleistet werden.
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2 Einleitende Bemerkungen und zentrale ethische Fragestellungen
Zum Einstieg in die Ethik verweist Fenner auf die Kindheit und bemerkt, dass man bereits als Kind lernt, zwischen verbotenen und gebotenen oder auch zwischen erwünschten und unerwünschten Handlungsweisen zu unterscheiden (vgl. 2008: 2). Fortwährend gerät man in Situationen, in denen man sich vor Anderen rechtfertigen und die Frage beantworten muss, warum man etwas Bestimmtes getan bzw. unterlassen hat (vgl. Fenner 2008: 2). Dieser ständige Rechtfertigungsdruck führt nach Fenner dazu, dass man sich früher oder später selbst eine der elementarsten ethischen Grundfragen stellt, die Wie soll ich handeln? lautet (vgl. 2008: 2). Allerdings ist das Hinterfragen der eigenen Handlungsweise nur zu bewerkstelligen, da wir Menschen
„die Fähigkeit haben, unser Handeln von der Perspektive anderer aus zu beurteilen. Wir können uns in andere Menschen hineinversetzen und gleichsam die Außenperspektive auf uns selbst einnehmen. Über die Reflexion des eigenen Handelns hinaus beziehen wir unablässig Stellung zu dem, was andere Menschen tun oder was ihnen von Dritten angetan wird. Wir beurteilen parteiisches Verhalten als unfair und reagieren mit Empörung, wenn die Presse an den Tag legt, dass ein Politiker gelogen hat“ (Fenner 2008: 2).
Diesem Beurteilungsverhalten liegt Fenners Ansicht nach die implizite Annahme zugrunde, dass das Handeln der Menschen grundsätzlich der Rechtfertigung und Begründung voreinander bedarf (vgl. 2008: 2). Nach Fenner stellt diese Grundannahme die Basis für Überlegungen aus moralphilosophischer Perspektive dar (vgl. 2008: 2). Die Moralphilosophie bildet aus der Sicht von Fenner einen integralen Bestandteil der philosophischen Ethik und beschäftigt sich mit der Art und Weise der Begründung sowie einer eventuellen Korrektur von Handlungsweisen und den damit verbundenen moralischen Prinzipien (vgl. 2008: 2). Bei Hepfer findet sich die Frage Wie soll ich handeln? gleich zu Beginn seiner Einleitung (vgl. 2008: 9). Hepfer arbeitet im Gegensatz zu Fenner auf diese Frage nicht hin sondern verwendet sie selbst als Einstieg, um zunächst zu klären, worum es sich bei der Ethik handelt. Die Beantwortung dieser Frage kann sich seiner Meinung nach schnell als überaus schwierig erweisen (vgl. Hepfer 2008: 9). Eine bloße Handlungsanweisung als Antwort auf die ethische Grundfrage ist nämlich nicht notwendigerweise auch zufriedenstellend (vgl. Hepfer 2008: 9). Dazu führt Hepfer folgende Erklärung an:
Besonders dann, wenn wir annehmen müssen, dass unsere Entscheidungen und Handlungen von größerer Tragweite sein werde, wenn die Situation unübersichtlich ist, oder wenn unsere
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Entscheidungen in Frage gestellt werden, möchten wir nicht nur wissen, wie wir handeln sollen, sondern auch, warum gerade so und nicht anders“ (2008: 9, Hervorh. i. Orig.).
Somit stellt die Rechtfertigung nicht nur für Fenner sondern auch für Hepfer ein zentrales Kriterium zur Beschreibung der Gegenstandsbereiche der Ethik dar, da bei beiden AutorInnen die Grundannahme, dass die Menschen ihr Tun und Handeln voreinander begründen und rechtfertigen müssen, vorherrschend ist. Darüber hinaus spricht auch Hepfer die moralischen Prinzipien an, die für die Beantwortung der Warumfrage maßgebend sind (vgl. 2008: 9). Im Unterschied zu Fenner macht er außerdem deutlich, dass unterschiedliche moralische Prinzipien oder auch nur die unterschiedliche Interpretation eines einzigen Prinzips zu sehr unterschiedlichen Entscheidungen bzw. Handlungen führen können (vgl. Hepfer 2008: 9). Dies verdeutlicht Hepfer an dem beispielhaft gewählten Prinzip, dass man ausschließlich dem eigenen Interesse folgen möchte (vgl. 2008: 9). Einerseits kann dieses Prinzip nun so verstanden werden, dass man dabei auf die Interessen der Mitmenschen keinerlei Rücksicht nehmen braucht, andererseits ist auch eine andere Auslegung möglich, nach der die Interessen der Mitmenschen zumindest nicht behindert werden sollten, da so die eigenen Interessen einfacher durchgesetzt werden können (vgl. Hepfer 2008: 9 f.). Nach Hepfer ist es die Ethik als eine philosophische Disziplin, die sich mit derartigen Fragen im Hinblick auf die unseren Handlungen und Entscheidungen zugrunde liegenden Prinzipien auseinandersetzt (vgl. 2008: 9). So gelangt Hepfer schließlich zu folgendem vorläufigen Fazit:
„Die philosophische Ethik reflektiert unser Handeln und untersucht dessen Grundsätze methodisch und systematisch. Sie versucht, Positionen argumentativ zu begründen“ (2008: 10).
Eine andere Vorgangsweise als Fenner und Hepfer wählt Pieper ihrer Einleitung. Sie beschreibt zu Beginn nicht, in welcher Art und Weise man im Alltag mit ethischen Fragestellungen konfrontiert werden kann, sondern nennt drei Fragebereiche, die im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stehen:
„1. Womit hat es die Ethik als philosophische Disziplin zu tun? Was ist ihr Gegenstand?
2. In welcher Weise beschäftigt sie sich mit diesem Gegenstand?
3. Worum geht es der Ethik letztendlich? Was ist ihr Ziel?“ ( Fenner 2007: 11).
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Arbeit zitieren:
Christoph Stockert, 2011, Literatur zur Einführung in die Ethik, München, GRIN Verlag GmbH
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