Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Träume lügen nicht 4
3. Das Individuum als determiniert 7
3.1. Die Stellung des Individuums. 7
3.2. Der Mensch denkt, Gott lenkt 9
3.3. Die Wechselbeziehung zur Natur 12
3.4. Der Missbrauch durch die Gesellschaft 13
4. Determiniertheit vs. Freiheit 15
5. Die Schuldfrage 17
6. Der Haideknabe als ein Teil des Ganzen 20
7. Determiniertheit in der Form 22
8. Schlussteil 26
9. Literaturverzeichnis 28
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1. Einleitung
Diese Strophe der Ballade Der Haideknabe von Friedrich Hebbel, 1844 geschrieben, ähnelt zunächst einer Einübung eines Schauspiels, festgehalten in einem Drehbuch. Einer Wiederholung dessen also, was zuvor schon festgelegt wurde und nun unter Bestätigung der Regieanweisungen ausgeführt werden muss. Ganz trügt der erste Eindruck nicht, doch handelt es sich in Hebbels Ballade nicht um ein Drehbuch, das in ein Spiel umgesetzt wird, sondern um einen Traum des Heideknaben, der zur Realität wird. Es ist kein Schauspiel, nach dem der Protagonist trotz Messerstoß durch die Kehle die Bühne unversehrt verlassen kann, sondern eine Nachahmung des Traums, die für ihn den Tod bedeutet. Dieser tragische Ausgang, dessen sich der Knecht in der Ballade bewusst ist, hindert ihn jedoch nicht daran, dem Vorgegebenen, welches hier nicht die Regieanweisungen, sondern das Schicksal ist, widerstandslos zu folgen. Und selbst dem Heideknaben gelingt es nicht, seinem Tod zu entrinnen, obwohl er sich vor ihm fürchtet. Doch warum ist dies so? Der Mensch wird in Hebbels Ballade als determiniert dargestellt, nicht fähig seinem freien Willen nachzugehen und seinem Schicksal zu widerstreben, sodass er, im Fall des Heideknaben, dadurch letztendlich zu Grunde geht - eine Ansicht, die heutzutage nicht nachvollziehbar ist und deshalb mein Interesse auf sich gezogen hat, sodass ich diese These im Folgenden genauer betrachten und ausführen möchte.
Die Erzählungen Hebbels allgemein haben bisher in der Forschung wenig Beachtung gefunden. 2 In der von mir herangezogenen Sekundärliteratur der Ballade wird diese Determiniertheit der Protagonisten jeweils nur kurz angeschnitten oder gar nicht erst aufgegriffen. Die bisherigen Forschungen beschränken sich auf Interpretationen und Analysen der Ballade, die so viele Aspekte wie möglich aufgreifen und darstellen, um ein möglichst vollständiges Bild über das Werk zu geben. Aus diesem Grund, und weil die Ballade zu kurz ist, um ohne auszukommen, möchte ich das Weltbild Hebbels einführen. Da es sich doch vom heutigen Weltverständnis unterscheidet, dient es dem bes- 1 Hebbel,Friedrich: Der Haideknabe. In: Friedrich Hebbels sämtliche Werke in zwölf Bänden. Hrsg. von Hermann Krumm. Leipzig: Hesse & Becker Verlag. S. 33. V. 69-72.
2 Vgl. Kraft, Herbert: Poesie der Idee. Die tragische Dichtung Friedrich Hebbels. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1971. S .7.
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seren Erfassen der Ballade und der Aussage Hebbels. Daher ist es unmöglich von Hebbels Weltauffassung abzusehen.
Wie die Ballade so beginnt auch diese Hausarbeit mit dem Traum. Hier wird die Fähigkeit des Traums diskutiert, die Zukunft vorherzusagen und inwiefern dieser Vorhersage getraut werden kann. In Bezug darauf wird der Mensch im Folgenden als von verschiedenen Aspekten determiniert betrachtet. An die Bestimmtheit durch das Universum schließt sich jene durch Gott an. Es wird in diesem Kapitel beim Lesen als möglich erscheinen, diese Aspekte zusammen zu fassen, doch die Differenzierung beizubehalten, die Hebbel oft zwischen Universum und der Gottheit macht, empfinde ich als wichtig. Weitere Determinanten wären die Natur, auf die zum einen in Abgrenzung zu Gott und auf der anderen Seite in Abgrenzung zu der Gesellschaft eingegangen werden muss. Um nun aber den Eindruck vom Nihilismus, der Sinnentleerung der Welt, gegen den Hebbel stets kämpfte, aufzuheben, wird nach einer Erläuterung der Freiheiten, die die Protagonisten besitzen, die Freiheit auch in den nächsten Kapiteln berücksichtigt. Insbesondere, wenn es um die Schuldfrage geht, wird auf sie zurückgegriffen. Mithilfe dieser Untersuchungen wird die Ballade in die Fülle von Balladenformen eingeordnet. Eine Beschränkung liegt an dieser Stelle insofern vor, dass ausschließlich jene Form erläutert wird, der diese Ballade angehört. Andernfalls würde man vom Thema abschweifen. Um das Thema der Determiniertheit und des Schicksals schließlich abzurunden, wird am Ende der Hausarbeit die Aufmerksamkeit vom Inhalt weg auf die Form der Ballade gelenkt, wobei nur das für das Thema Relevante angeführt wird. Aufgrund des Umfangs ist es ebenfalls nicht möglich, auf die Beziehung Hebbels zum Leben und zum Tod einzugehen wie auch die Ergebnisse auf seine politischen Ansichten zu beziehen, wobei dies zweifelsohne weitere interessante Aspekte aufgeworfen hätte. Ebenso ist zu beachten, dass die Thesen und Argumentationen Hebbels in dieser Arbeit nur kurz dargestellt werden können - eben so, dass die Ballade verstanden werden kann.
2. Träume lügen nicht
Die Ballade Hebbels Der Haideknabe wird damit eingeleitet, dass „der Knabe träumt, man schicke ihn fort / Mit dreißig Talern zum Haide - Ort, / Er ward drum erschlagen am Wege / Und war doch nicht langsam und träge.“ 3 In der ersten Strophe wird also schon das Ende der Ballade vorweggenommen, indem der Mord des Heideknaben offensichtlich dargelegt wird. Herbert Kraft behält auch auf dieses Werk Hebbels bezogen
3 Hebbel, F.: Der Haideknabe. S. 31. V. 1-4.
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Recht, wenn er behauptet, „Hebbels Dichtungen sind vom Schluss her geschrieben.“ 4 Der Mord des Heideknaben ist somit kein überraschender Ausgang mehr, sondern kann als Verwirklichung seines Traums gesehen werden. Würde man jedoch den Traum in diesem Fall als Vorwegnahme der Realität betrachten, so würde dies bedeuten, es gäbe eine Verbindung zwischen beidem. Hebbel sieht eine solche Verbindung, welche er damit begründet, dass es dem Menschen möglich ist, auch im Wachsein zu träumen. Traum und Wirklichkeit sind bei ihm durch keine Grenze klar getrennt. Der Traum muss also eine Bedeutung für die Wirklichkeit haben, welche er in dieser Ballade veranschaulicht. 5
Nachdem der Heideknabe nass geschwitzt aus seinem Traum aufwacht, bittet er seinen Meister, ihn nicht fortzuschicken: „,Ach Meister, mein Meister, sie schlagen mich todt, / Die Sonne, sie ist ja wie Blut so roth.‘“ 6 Hier wird sichtbar, dass auch der Heideknabe an die Verbindung von Traum und Wirklichkeit glaubt. Sein Traum zeigt also so „häß- licheDinge, die so magisch bannende Kraft entfalten, daß der aus dem Traum Erwa- chendealles für möglich und für nachvollziehbar halten muss.“ 7 Dass dieser Ablauf jedoch tatsächlich eintreten könnte, der Traum also die Vorwegnahme des Wirklichkeitsgeschehens ist, flößt ihm Angst ein, welche er mittels dieser Metapher der „blutro- tenSonne“ ausdrückt. Sie schwächt auf dem Weg durch die Heide ab, doch als er jenen Knecht erblickt, der ihm schon im Traum begegnet war, packt ihn die Angst erneut. Spätestens auf der Heide beginnt die Wirklichkeit den Traum und die Befürchtung des Knaben zu bestätigen.
Hebbel bezeichnet den Schlaf als „Schein-Tod“ 8 , welcher nur durch den Traum belebt ist. In jenem gibt es ein Zurückblicken und da im Schlaf das Zeitgefühl des Menschen verloren geht, verschwimmt Vergangenes und Zukünftiges. Diese Erklärung erinnert an Kampes Auffassung von Traumballaden. Bei ihnen heißt es, dass wenn der Mensch schläft, das Bewusstsein nicht mehr zusammengehalten wird. Das Gefühl der Zukunft ersetzt jenes der Gegenwart und wirkt vorbereitend und mahnend. 9 Dieses ist das Unerklärliche, das Geheimnisvolle. Obwohl der Traum im Haideknaben nicht die gesamte Ballade beansprucht, sondern nur die erste Strophe, gibt es in der weiteren Ballade kei- 4 Kraft,H.: Poesie der Idee. S. 287.
5 Vgl. Müller, Joachim: Das Weltbild Friedrich Hebbels. Halle: Max Niemeyer Verlag 1955. S. 52f.
6 Hebbel, F.: Der Haideknabe. S. 31. V. 9f.
7 Müller, J.: Das Weltbild Friedrich Hebbels. S. 56.
8 Vgl. Ebd. S. 55.
9 Vgl. Kampe, Konrad: Hebbels Balladen. Hamburg: Hansischer Gildenverlag 1937. (=Dichtung, Wort und Sprache. Literatur- und sprachwissenschaftliche Beiträge.). S. 28.
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nen Widerspruch zu jener Erklärung. Es kann demnach nicht falsch sein, den Haideknaben auch unter dem Aspekt der Traumballade zu sehen. In Der Haideknabe wird der Traum als ein „Reich der Ahnungen, des Vorwegnehmens, des Nochnichtvollzogenen“ 10 dargestellt, wobei die Entfernung zum Wissen, zum Bewussten und zur Wirklichkeit sehr gering ist. Informiert man sich über die Traumsymbolik, die hier dargestellt wird, so wird die These der Vorausdeutung in Anbetracht der Ballade glaubwürdiger. So steht beispielsweise für das Symbol einen Knecht sehen im Traum die Warnung „man soll durch eine Hinterlist zu Schaden kommen“ 11 . Beide Protagonisten scheinen denselben Traum gehabt zu haben, da in der Ballade durchweg Einigkeit über Handlungen und den Ausgang des Zusammentreffens herrscht. Diese Ahnung hat auch der Knecht, als er den Knaben bittet, ihm seinen Traum zu erzählen und ausruft „[…] Gott soll [ihn] verdammen, / Trifft`s nicht mit [seinem] zusammen!“ 12 Der Traum ist also in diesem Fall ein objektives Ereignis. 13 Weitere Warnungen vor Gefahr und Unheil stecken in dem Sehen eines großen Messers und in den Raben, die Symbole dunkler Gestalten sind. Die Weide, auf der er einen Fluchtversuch ausübt, auf welchen ich später noch eingehe, steht für einen letzten Hoffnungsstrahl. Doch nicht nur diese Symbole stimmen überein. Auch das Geld, was „Hochmut“ andeutet, 14 könnte in Bezug auf den Heideknaben mit „Hochmut kommt vor dem Fall“ interpretiert werden. Es ist also offensichtlich, dass der Traum in dieser Ballade als Präkognition 15 dargestellt wird, wel- chefür Hebbel „Teil seines Glaubens an die Verbundenheit des Menschen mit der All- machtdes Schicksals“ 16 bedeutet. Mit anderen Worten: Der Mensch wird durch sein Schicksal, welches der Traum vorausdeutet, gelenkt und ist somit determiniert. Es ergibt sich hierbei die Frage, was in das Schicksal eingreift, wodurch es geprägt wird, sprich: wovon und wie sehr der Heideknabe als Individuum davon abhängig ist. Dies soll im Folgenden näher erläutert werden.
10 Müller, J.: Das Weltbild Friedrich Hebbels. S. 55.
11 [Art.] Knecht. In: Lexikon der Traumsymbole.2300 Begriffe, 6250 Symboldeutungen. Hrsg. von Hanns Kurth. Genf, München: Ariston Verlag 1991. S. 193.
12 Hebbel, F.: Der Haideknabe. S. 33. V. 59f.
13 Vgl. Müller, J.: Das Weltbild Friedrich Hebbels. S. 53.
14 Vgl. [Art.] Geld. In: Lexikon der Traumsymbole.2300 Begriffe, 6250 Symboldeutungen. Hrsg. von Hanns Kurth. Genf. München: Ariston Verlag 1991. S. 156.
15 Präkognition bezeichnet die „außersinnliche Wahrnehmung, bei der zukünftige Ereignisse vorausgesagt werden.“ ([Art.] Präkognition. In: Duden. Fremdwörterbuch. Hrsg. v. Prof. Dr. Dr. h. c. Günther Dros- dowski,Dr. Werner Scholze-Stubenrecht, Dr. Matthias Wermke. Mannheim, Wien, Zürich: Dudenverlag. S. 651.).
16 Steindl, Michael: Friedrich Hebbel. Der Heideknabe. In: Wege zum Gedicht II. Interpretation von Balladen. Hrsg. von Rupert Hirschenauer und Albrecht Weber. München: Schnell und Steiner 1963. S. 347.
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3. Das Individuum als determiniert
Es ist weder der Schlaf noch der Traum, der im Vordergrund steht, wie schon an dem geringen Anteil der Strophen zu erkennen ist, in denen er vorkommt. Stattdessen steht in der Ballade der Handlungsablauf, geprägt von bösen, ängstlichen und gleichgültigen Handlungen im Vordergrund, sodass „Handlungsvordergrund und vorgewußtes Schicksal sich gegenseitig zur höheren Glaubwürdigkeit emporheben“ 17 , eine Wechselbeziehung zwischen Traum und jenen höheren Mächten besteht.
3.1. Die Stellung des Individuums
Um die Eigenständigkeit des Menschen und somit auch des Heideknaben unter Berücksichtigung dieser höheren Mächte zu untersuchen, ist es unabdinglich, ihn in sein Umfeld zu stellen, d.h. ihn als Teil eines Ganzen zu sehen und anschließend das Verhältnis zwischen diesem Ganzen - oder wie Hebbel es auch nennt, dem Universum - und dem Heideknaben zu benennen. Dies soll die Aufgabe dieses Kapitels sein.
Ein wichtiger und sofort auffallender Aspekt in der Ballade neben dem Traum, ist die Angst des Heideknaben, auf welche in dieser Hausarbeit noch des Öfteren zurückgegrif- fenwird. Schon in der zweiten Strophe „liegt er im Angstschweiß“ 18 . Es ist keine Angst im Sinne von Aufgeregtheit, sondern eine, die der Knabe als Schmerz verspürt, welcher sich durch die gesamte Ballade zieht. Dieser Schmerz entsteht nach Hebbel aus der gesellschaftlichen wie auch mentalen Isolierung des Menschen aus den Allgemeinzusammenhängen heraus, welche Hebbel vor allem seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts beobachten konnte und auch in Der Haideknabe verarbeitet hat, indem er ihn als einsam darstellt. Der Heideknabe hat während des gesamten Geschehens keine Bezugsperson oder allgemein etwas Vertrautes, an das er sich wenden kann. Weder der Meister, noch der Hirte gehen auf sein Flehen ein, worauf in dem Kapitel Missbrauch durch die Gesellschaft näher eingegangen werden soll. Seit jener Zeit wird die natürliche Individualität problematisiert. Die Gründe für die Distanzierung des Individuums vom Ganzen sind nicht ersichtlich und müssen als solche angenommen werden. Die Absolutheitsphilosophie gibt hier zu bedenken, dass das Individuum in diesem Zustand nicht mehr fähig ist, sich selbst wiederzufinden; stattdessen nach einer deterministischen Erklärung seiner Situation sucht, und sich so mystifiziert. Die Tatsache, undurchdringbar für sich selbst und andere wie auch beherrscht zu sein, fügt dem Individuum Schmerz
17 Ebd. S. 348.
18 Hebbel, F.: Der Haideknabe. S. 31. V.5.
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zu, welcher sich von Individuum zu Individuum unterscheidet. Dass der Mensch die individuelle Existenz in ihrer Unabänderlichkeit und ihren Beschränkungen akzeptiert, die letztendlich dazu führen, dass der große Organismus, das Ganze, frei ist, zeugt von einem bewusstlosen und unaufgeklärten Verhältnis zwischen dem Allgemeinen und dem Individuum, 19 welches Hebbel in seinem Tagebucheintrag vom 18.9.1847 verdeutlicht:
Mit dieser Einsicht gibt es kein Widerstreben mehr. Auch der Heideknabe leistet „nimmermehr Widerstand.“ 21 , er scheint sich auch keine Gedanken über mögliche Gründe zu machen, weshalb behauptet werden könnte, auch er nehme das Schicksal als solches hin. Sein Aufgeben kann also auf eine unbewusste Niederlassung des Universellen in das Individuelle zurückgeführt werden. Obwohl der Knabe den Dualismus des Menschen nicht bewusst wahrzunehmen scheint, möchte ich ihn anführen, um die Gedankengänge Hebbels zu verdeutlichen und die daraus resultierenden Folgen verständlich zu machen.
Der Dualismus des Menschen besteht darin, dass der Mensch zum einen er selbst und zum anderen - durch Vernunft und Verstand, wie Hebbel glaubt - ein Teil des Ganzen ist, weshalb er determiniert ist. Als dieser Teil ist er ebenfalls an die allgemeinen Forderungen der Natur gebunden, weshalb es ihm nicht genehmigt wird, seinem Drang nachzugehen. Hierbei kann er „nicht über seine eigene Person verfügen, die höheren Mächten unterworfen ist“ 22 und ist somit auch Gegensatz des Universums. Dieses individuelle Leben erzeugt Spannungen und muss deshalb geändert werden. Das bedeutet, die positive Aufgabe des Menschen besteht darin, um jeden Preis die Spannung zwischen Mensch und Welt aufzulösen, um das Universum wieder vollständig zu vereinen. Hierfür muss der Mensch dem Universum sein Lebensrecht einbüßen, er muss es ernst nehmen und darf ihm nicht gleichgültig gegenüberstehen. „So heißt Leben für das Einzel-
19 Vgl.Kaiser, Herbert: Friedrich Hebbel. Geschichtliche Interpretation des dramatischen Werks. München: Wilhelm Fink Verlag 1983 (=UTB für Wissenschaft). S. 154-161.
20 Werner, R.M. (Hrsg.): Friedrich Hebbel. Tagebücher. Berlin-Steglitz: B. Behr’s Verlag. S. 269f.
21 Hebbel, F.: Der Haideknabe. S. 33. V. 62.
22 Müller, J.: Das Weltbild Friedrich Hebbels. S. 103.
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Santana Overath, 2010, „Wie man es wendet und wie man es nimmt, alles geschieht, was das Schicksal bestimmt.", München, GRIN Verlag GmbH
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