Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 4
2. Credit Scoring 4
2.1. Privatkundengeschäft und Konsumentenkredit 5
2.2. Einordnung des Credit Scorings in den Kreditprozess 6
3. Angewandte Verfahren beim Scoring 7
3.1. Klassifizierungsfehler bei der Kreditentscheidung 8
3.2. Diskriminanzanalytische Verfahren 9
3.2.1. Univariate Diskriminanzanalytische Verfahren 9
3.2.2. Multivariate Diskriminanzanalytische Verfahren 10
3.3. Probit- und Logitmodelle 12
3.3.1. Zweizustandsmodelle: Binäre Logitmodelle 12
3.3.2. Mehrzustandsmodelle und Erweiterungen um Paneldaten 13
3.4. Neuronale Netzwerke 14
4. Kritische Würdigung des Credit Scorings 15
4.1. Vor- und Nachteile der geschilderten statistisch-mathematischen Systeme 15
4.2. Relevanz aus Sicht der Finanzinstitute 16
4.3. Relevanz aus Privatkundensicht 18
5. Schlussfolgerung und Ausblick 19
Literaturverzeichnis XXI
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Black-Box-Schema der formalisierten Bonitätsprüfung
Abbildung 2: Univariate Diskriminanzanalyse
Abbildung 3: Architektur eines Neuronalen Netzes
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1. Einleitung
Das Finanzierungsinstrument Kredit ist in der heutigen wirtschaftlichen Situation bei all den Neuerungen und seiner Tradition nicht wegzudenken. Allein Privatpersonen hatten Ende 2006 Kredite in Höhe von 1.023 Milliarden Euro aufgenommen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Kreditsaldo von ca. 12.430 Euro je Volljährigem in Deutschland. 1
Nicht nur mit der derzeitigen „Subprime-Krise“, sondern auch durch gesetzliche und regulatorische Bestimmungen wie Basel II erscheint die Risikomessung und -beurteilung bei der Kreditvergabe im Finanzsektor in einem neuem Licht und wird in der Zukunft wohl noch stärker in den Fokus des Risikomanagements rücken. 2 Das Basel Committee on Banking Supervision legt immer wieder besonderen Wert darauf, Banken Anreize zu offerieren, ihre Methoden zur Risikomessung und -bewertung weiterzuentwickeln und stetig anzupassen. 3 Nach Ansicht des Baseler Ausschusses sei der Kreditrisikobereich in Anbetracht der angewandten Methodik im Vergleich zum Marktrisikobereich weit zurück geblieben. 4
Es gilt hierbei zwischen den Begriffen Credit Scoring und Rating zu unterscheiden. Ratingsysteme sind Methoden zur Bonitätsbeurteilung von juristischen Personen. Beim Scoring spricht man von der Bonitätsbeurteilung natürlicher Personen. 5 Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das Credit Scoring, als Verfahren bei der Vergabe von Krediten im Privatkundengeschäft anhand ausgewählter und in der Praxis angewandter statischer Verfahren, näher zu bestimmen und dessen Vorgehensweise zu erklären.
2. Credit Scoring
Das Credit Scoring ist, wie einleitend erwähnt, ein Teil die Kreditrisikoanalyse im Privatkundengeschäft. Im Rahmen dieses Geschäfts werden durch Kreditinstitute sowohl Baufinanzierungen als auch Kredite zur Anschaffungszwecken aus dem Bereich des täglichen Konsums ausgegeben. Auf Grund der Transformationsfunktion der Banken, welche auf der Passivseite der Bilanz Einlagen von Kunden aufnehmen und diese auf der Aktivseite als Kredite herausgeben, sind die Banken allein vor dem Hintergrund einer
1 Vgl. Statistisches Bundesamt (2007).
2 Vgl. Stroisch, J./ Brück, M. (2008).
3 Vgl. Basel Committee on Banking Supervision, (2005).
4 Vgl. Kaiser, U./ Szczesny, A. (2000), S. 1f.
5 Vgl. Füser, K. (2001), S. 37f.
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adäquaten Verzinsung des Eigenkapitals für die Anteilseigner auf die Rückzahlung der herausgereichten Darlehen angewiesen. Eine „Bonitätsanalyse“ des Kreditnehmers, das heißt eine Einschätzung dessen Fähigkeit, den aufgenommenen Kreditbetrag nebst Zins zurückzuzahlen, ist daher von fundamentaler Bedeutung zur Beurteilung seiner Kreditwürdigkeit. 6
Das Credit Scoring ist ein Punktebewertungsverfahren auf Grundlage ausgewählter Informationen über den Kreditnehmer oder ein Kreditengagement und dessen finanzielle Verhältnisse sowie allgemeiner historischer Erfahrungen. Die ausgewählten Informationen über den Kreditnehmer können u.a. Beschäftigungsdauer und -art, Wohnsituation (Miete/Eigenheim), Art der Bankverbindung, Kreditkarteninhaber, Alter oder Kredithistorie sein. 7 Daneben spielt das Zahlungsverhalten eine wichtige Rolle. Auf Basis standardisierter statistisch-mathematischer Verfahren werden den einzelnen Kriterien Punkte zugewiesen, die zur objektiven Bonitätsbeurteilung genutzt werden. 8 Zu unterscheiden sind grundsätzlich zwei Arten des Scorings. Als Antragsscoring (application score) wird die Analyse bei Vergabe eines Kredites an einen Neukunden bezeichnet. Hingegen wird beim Verhaltensscoring (behavioral scoring) die laufende Kundenverbindung beurteilt. 9 Beim Verhaltensscoring können mehr Daten in den Scoring-Prozess einfließen, da diese auf die Kundenhistorie zurückgreifen. So werden u.a. ergänzende Daten zur bisherigen Konto- bzw. Engagementführung herangezogen. Das Verhaltensscoring kann im Gegensatz zum Antragsscoring in regelmäßigen Intervallen durchgeführt werden, um die Ausfallwahrscheinlichkeit der bestehenden
Kreditverbindlichkeit stetig zu validieren. 10
2.1. Privatkundengeschäft und Konsumentenkredit
Bei Privatkunden (Retail-Kunden) handelt es sich primär um Privatpersonen bzw. Kleinunternehmen, die standardisierte, einheitlich gestaltete und nur wenig erklärungsbedürftige Finanzdienstleistungen nachfragen. Eine Abgrenzung zu anderen Kundengruppen wird institutsspezifisch vorgenommen. 11 Um ein solches standardisiertes Finanzprodukt handelt es sich bei einem Konsumentenkredit (Ratenkredit/ Privatkredit). Er wird von Kreditinstituten an
6 Vgl. Bundesverband Deutscher Banken (2006), S. 5f.
7 Vgl. Lewis, E.M. (1992), S. xv.
8 Vgl. Bundesverband Deutscher Banken (2006), S. 5.
9 Vgl. Mettler, A. (1994), S. 15.
10 Vgl. Lewis, E.M. (1992), S. 151f.
11 Vgl. Swoboda, U.C. (2004), S.39f.
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Privatpersonen für Konsumzwecke wie zum Beispiel zur Anschaffung von Elektrogeräten oder Möbeln vergeben. Getilgt werden diese Kredite üblicherweise in gleichbleibenden monatlichen Raten, die sowohl einen mit der Kreditlaufzeit stetig fallenden Zins- als auch vice versa mit der Kreditlaufzeit steigenden Tilgungsanteil enthalten. 12
2.2. Einordnung des Credit Scorings in den Kreditprozess
Vor der Kreditvergabe soll sichergestellt werden, dass der Kredit über die Laufzeit bzw. am Ende dieser wieder zurückgezahlt wird und kein Ausfall (bzw. Zahlungsverzug ab 90 Tagen nach Basel II) eintritt. Eine Analyse der Bonität des Kreditnehmers ist daher unverzichtbar.
In der deutschsprachigen Literatur wird diese Kreditwürdigkeitsprüfung als eine Analyse der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des potenziellen Kreditnehmers zur Abschätzung des mit einer Kreditvergabe verbundenen Risikos beschrieben. 13 Diese Analyse sollte möglichst objektiv und losgelöst von Präferenzen des Entscheiders erfolgen. Bei der Kreditwürdigkeit handelt es sich um die persönliche Zuverlässigkeit sowie die charakterlichen Eigenschaften aber vor allem die heutigen und zukünftigen finanziellen Möglichkeiten eines Kreditnehmers, einen aufgenommenen Kredit vereinbarungsgemäß nebst Zinsen zurückzuzahlen. 14 Vom Begriff der Kreditwürdigkeit ist die Kreditfähigkeit zu unterscheiden. Sie ist die Fähigkeit einer natürlichen Person, rechtswirksam Kreditverträge abzuschließen. Eine natürliche Person muss hierzu voll geschäftsfähig sein. 15 Die Kreditfähigkeit ist quasi Voraussetzung für die Kreditwürdigkeit und somit auch Kreditvoraussetzung. 16
Diese beiden Kreditnehmereigenschaften werden im Kreditvergabeprozess der Kreditinstitute mit Hilfe von meist standardisierten Formularen geprüft und analysiert. Grundlage für die finanziellen Verhältnisse des Kreditnehmers ist die von ihm ausgefüllte „Selbstauskunft“, die bei den meisten Kreditinstituten ein einheitliches Format hat. Aus den Daten in der Selbstauskunft lässt sich ein frei verfügbares Einkommen errechnet, welches meist mit einem vorher vorgenommen Abschlag zur Bedienung der zuvor errechneten Kreditrate zur Verfügung steht. Einkommen, Vermögen und sonstige finanzielle Verhältnisse müssen jeweils durch die betreffenden Unterlagen nachgewiesen
12 Vgl. Lippe, G./ Esemann, J./ Tänzer, T. (1998), S 605.
13 Vgl. Gabler (2004), S. 1806f.
14 Vgl. Gabler (2004), S.1806.
15 Die Geschäftsfähigkeit ist in § 106ff BGB definiert.
16 Vgl. Gabler (2004), S. 1979.
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Arbeit zitieren:
Christian Marx, 2008, Credit Scoring im Privatkundengeschäft, München, GRIN Verlag GmbH
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